Verhinderungspflege und "die Steuer"

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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belleclaire
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Verhinderungspflege und "die Steuer"

Beitragvon belleclaire » 26.02.2019, 12:06

So, alles in trockenen Tüchern. Die Pflegestufe haben wir, einige Personen (Nachbarin, ein Student und Oma), die sich die VHP zutrauen auch, wir bauen uns ein Netzwerk auf.
Nun zum Problem: Um die VHP abzurechnen müssen/sollen die Personen ja eine Rechnung schreiben bzw. quittieren, dass sie Geld bekommen. Das wollen sie aber nicht! Wegen "der Steuer" :? In allen drei Fällen wollen sie lieber nichts dafür, da man ja nicht weiß, wie und ob das bei der Steuer angegeben werden muss und ob man da nicht Nachteile hätte. Die Nachbarin hat einen normalen Halbtagsjob und die Oma ist Rentnerin. Der Student hat ab und an Honoraraufträge...
Und nun? Ja, sie unterstützen uns ab und zu, gern und gut. Lieber würde ich aber das etwas "fester" haben, als feste Entlastung in meinem Alltag (bspw. 2x im Monat einen Nachmittag o.ä.) Und klar, auch Oma, die eh viel macht und einspringt und unterstützt, das Maximum an VHP was an Verwandt bis zum 2. Grad geht, auch geben. Aber sie wollen nix unterschreiben! Soll ich nun zu "teuren" Anbietern (Lebenshilfe?) gehen? Die haben niemand geeigneten, auch würde es wieder sehr lang dauern, bis meine Tochter sich wieder an jmd neuen gewöhnt hat...
Wie kann ich unseren Unterstützern sagen (beweisen?), dass sie vom Finanzamt nichts zu befürchten haben?

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sandra8374
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Beitragvon sandra8374 » 26.02.2019, 12:21

Schreib eine Mail ans Finanzamt und frage dort nach unter welchen Bedingungen Verhinderungspflege versteuert werden muss.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 26.02.2019, 12:45

Hier steht‘s, das kannst Du Oma und Nachbarin zeigen:
https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__3.html
Nummer 36.

Ich gebe zu, ich war bisher der Meinung, es sei nicht „bis zur Höhe des Pflegegeldes“, sondern bis zum 1,5fachen steuerfrei. Das ist ja nicht viel ...

Wenn Du Deine Betreuer (der Student zumindest sollte da vielleicht offen sein, Ehrenamt macht sich ja auch gut in einem Lebenslauf) in einen Familienentlastenden Dienst einbindest, dann ist bis zur Höhe von 2400€ steuerfrei („Jugendleiterpauschale“).

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

kati543
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Beitragvon kati543 » 26.02.2019, 13:02

Hallo,
schau mal hier
http://www.ole-wielebinski.de/oles-komp ... rpflichtig
Da hast du eine komplette Übersicht mit schönem Bildchen, was in welchen Fall steuerpflichtig ist - und unten steht dann die Begründung samt Gesetzestext aus dem BMF. Ansonsten gibt es natürlich auch das Urteil von Frankfurt, dass aber eben nur in Hessen gültig ist.

LG und Viel Erfolg
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 26.02.2019, 13:26

Was auf jeden Fall nicht steuerpflichtig ist, sind Kostenerstattungen für die Ersatzpflegepersonen, z. Bsp. Fahrtkosten. Die kann man sich auch über die Verhinderungspflegw erstatten lassen (beim Auto sind es 20 ct pro gefahrenem Kilometer)
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

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Beitragvon Iris15 » 26.02.2019, 16:04

Hallo, ich hab auch Fragen dazu:

....muss der Erhalt des Geldes (VHP) aber doch in der Steuererklärung angegeben werden, auch wenn er steuerfrei ist... ODER???

Wird VHP auf Hartz4 angerechnet? Muss der Leistungsempfänger das gegenüber dem Amt angeben?

Viele Grüße
Iris
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Beitragvon MichaelK » 26.02.2019, 19:29

Hallo Iris,

letzten Endes hängt ja sie Steuerpflicht auch von den persönlichen Verhältnissen ab. Wenn 100 Prozent sicher steuerfrei, dann muss das nicht angegeben werden (ist aber nur bei den nahe Verwandten der Fall und da auch nur, wenn die Höhe des Pflegegeldes (ein Monatsbetrag pro Jahr) nicht überschritten wird.

Bei H4 ist es ähnlich. Wenn steuerfrei, dann wird es nicht angerechnet, sonst schon. Siehe hier unter Nr. 4: http://www.gesetze-im-internet.de/algiiv_2008/__1.html

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)


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