Verhinderungspflege

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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MichaelK
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Re: Verhinderungspflege

Beitragvon MichaelK » 25.02.2019, 21:45

MarcelundMama hat geschrieben:Es kommt morgens für 1 Stunde eine Person die dann das pflegebedürftige Kind zum Kindergarten bringt (welches nun auch 7 Stunden abwesend ist, da im Kindergarten), denn dieser liegt am anderen Ende der Stadt, als die Arbeitsstätte der Mama. Das Kind wird nachmittags dann von der Mama vom Kindergarten abgeholt.
Am Nachmittag kommt die Person manchmal nochmal für 1 bis 2 Stunden, damit man zu Hause auch mal den Haushalt schafft. Wie ist es denn nun: ist die Pflegeperson an diesen Tagen an der Pflege dann ganztags oder nur stundenweise verhindert?


Hallo,

an der Pflege gehindert bist du morgens 1 Stunde und manchmal nachmittags noch 1 bis 2 Stunden.

MarcelundMama hat geschrieben: Habe heute meine Abrechnungs- bzw Stundenzettel daher abgeändert in z.B.: Mo. 17.07.xx 2,5 Stunden... usw...



keine gute Idee!
a) muss die unverfälschte Wahrheit ausreichen, damit die Pflegekasse richtig entscheidet
b) könnte das nun die Pflegekasse als Betrugsversuch bewerten, wenn sie bei ihrer Rechtsauffassung bleiben sollte

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
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MarcelundMama
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Beitragvon MarcelundMama » 25.02.2019, 22:13

Hallo Michael!

Du hast Recht, Danke!!!

LG

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kati543
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Beitragvon kati543 » 25.02.2019, 23:23

Hallo Jo,
ich schreibe in dem Fall auch immer nur 3 Stunden auf. Etwas anderes will meine Kasse aber auch nicht wissen.
Ich wäre aber wie gesagt auch nie auf die Idee gekommen, dass die Pflege von Schule oder Kiga als Ersatzpflege zählen könnte. Die wird ja direkt extra abgefragt und im Gutachten auch einzeln aufgeführt. Ich muss mir morgen das Gutachten nochmal anschauen. Bei der PS weiß ich es genau, beim PG bin ich mir nicht so sicher, wie es aufgeführt ist.
LG
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Beitragvon JennyK » 26.02.2019, 05:45

Bei meiner Pflegekasse steht, dass es darauf ankommt, wie lange die Pflegeperson verhindert ist und nicht, wie lange die Verhinderungspflege tatsächlich da war. Allerdings habe ich keine Ahnung, wie die Zeit gewertet wird, in der das Kind in der Schule ist. Bei uns hat es niemanden interessiert, dass er eine Schulbegleitung hat, daher meine ich mich zu erinnern, dass die Schule bei der Berechnung des Pflegegrades komplett außen vor ist und sowieso nur die Zeit zuhause bewertet wird.
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Beitragvon MarcelundMama » 26.02.2019, 10:48

JennyK hat geschrieben:Bei meiner Pflegekasse steht, dass es darauf ankommt, wie lange die Pflegeperson verhindert ist


Ja, es kommt auch darauf an. Allerdings ist die Auslegung meiner KK etwas merwürdig. Es geht denen darum, dass ich in der Zeit in der ich arbeite angeblich auch an der Pflege meines Sohenes verhindert bin (und daher wird diese Zeit zur den VHP frech dazugerechnet), die interessiert es nicht, dass ich Sohnemann in dieser Zeit sowieso nicht pflegen könnte, selbst wenn ich zu Huase wäre, da er ja im Kindergarten ist. Diese Auslegung mögen mir bitte die Leute der KK begründen. Wo ist da der Unterschied, ob ich gerade arbeite oder mir zu Huase einen schönen Lenz mache? Mein Sohn ist doch nicht da und kann von mir nicht gepfleegt werden, dehr bin ich doch in dieser Zeit nicht verhindert. (Was soll das also?)

Gruss!

Jo
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Beitragvon MichaelK » 26.02.2019, 10:49

Hallo,

ich habe mal den betreffenden Absatz aus der Verwaltungsvorschrift (Rundschreiben) herausgesucht, der hier offenbar böswillig ausgelegt wurde.

(5) Bei stundenweiser Leistungserbringung ist auch eine Inanspruchnahme von Verhinderungspflege möglich. Ist in diesen Fällen die Pflegeperson weniger als 8 Stunden am Tag verhindert, so erfolgt ausschließlich eine Anrechnung auf den Höchstbetrag von 1.612,00 EUR, nicht aber auf die Höchstdauer von 42 Tagen. Entscheidend für die Anrechnung auf die Höchstdauer ist der tatsächliche Verhinderungszeitraum der Pflegeperson und nicht die Dauer der Inanspruchnahme der Ersatzpflegeperson (oder des Pflegedienstes, des familien-entlastenden Dienstes etc.). Ist die Pflegeperson beispielsweise an 8 Stunden verhindert und wird die Verhinderungspflege nur an zwei Stunden in Anspruch genommen, erfolgt sowohl eine Anrechnung auf den Höchstbetrag als auch eine Anrechnung auf die Höchstdauer von 42 Tagen.

LG Michael
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Beitragvon Michaela44 » 26.02.2019, 11:11

MichaelK hat geschrieben:Hallo,

ich habe mal den betreffenden Absatz aus der Verwaltungsvorschrift (Rundschreiben) herausgesucht, der hier offenbar böswillig ausgelegt wurde.

(5) Bei stundenweiser Leistungserbringung ist auch eine Inanspruchnahme von Verhinderungspflege möglich. Ist in diesen Fällen die Pflegeperson weniger als 8 Stunden am Tag verhindert, so erfolgt ausschließlich eine Anrechnung auf den Höchstbetrag von 1.612,00 EUR, nicht aber auf die Höchstdauer von 42 Tagen. Entscheidend für die Anrechnung auf die Höchstdauer ist der tatsächliche Verhinderungszeitraum der Pflegeperson und nicht die Dauer der Inanspruchnahme der Ersatzpflegeperson (oder des Pflegedienstes, des familien-entlastenden Dienstes etc.). Ist die Pflegeperson beispielsweise an 8 Stunden verhindert und wird die Verhinderungspflege nur an zwei Stunden in Anspruch genommen, erfolgt sowohl eine Anrechnung auf den Höchstbetrag als auch eine Anrechnung auf die Höchstdauer von 42 Tagen.

LG Michael


Das kann doch aber kaum die normale Berufstätigkeit berücksichtigen. Schließlich bekommt man auch Rentenpunkte für die Pflege, wenn man max (ich glaube) 30 h pro Woche berufstätig ist. Als nächstes kommt die Pflegekasse noch auf die Idee, die Rentenpunkte zu kürzen.....

Wieviele h pro Tag wurden denn Pflegebedarf festgestellt? Bei meinem Sohn waren es 2 und die habe ich nachmittags bzw. abends erbracht. Anders sieht es womöglich bei Pflegebedürftigen aus, die eine 24 h Pflege benötigen. Dann steht man während einer Berufstätigkeit tatsächlich nicht für die Pflege zur Verfügung und benötigt Ersatz.
Asperger Autistin
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Beitragvon MarcelundMama » 26.02.2019, 11:39

Die Frage, die ich mir stelle ist: bin ich denn tatsächlich an der Pfleg meines Sohnes gehindert, wenn er im Kindergarten ist und ich auf der Arbeit? Was wäre denn, wenn er im Kiga ist und ich währenddessen einen lange Einkauf mache, oder ins Kino gehe, oder ins Schwimmbad, oder mich einfach mal schlafen lege oder oder oder… Bin ich dann jedes Mal an seiner Pflege gehindert, obwohl er nicht da ist??? Ist es also daher im Sinne der Krankenkasse, dass ich während seiner KiGa Zeit mich unmittelbar in seiner Nähe aufhalten muss damit ich nicht gehindert bin? Was für ein Qutsch.

Das GR (also Rundschreiben) sagt nichts darüber aus, wann man tatsächlich verhindert ist, oder eben nicht. Ich kann meine Situation dem Rundschreiben nicht entnehmen. Ich kann doch nicht an der Pflege gehindert sein, wenn der zu pflegende von mir gar nicht gepflegt werden kann, da ER abwesend ist und nicht ich...

Gruss!


Jo
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Beitragvon MichaelK » 26.02.2019, 12:05

MarcelundMama hat geschrieben:Das GR (also Rundschreiben) sagt nichts darüber aus, wann man tatsächlich verhindert ist, oder eben nicht. ...


Hallo Jo,

das sehe ich ganz genau so. Das Problem ist, dass leider das Konstrukt der "stundenweisen Vertretung" im Gesetz nicht geregelt ist.

Ich finde auch keine Quelle, wonach sich diese Grenze von 8h täglich bemisst.

LG Michael
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Beitragvon MarcelundMama » 26.02.2019, 12:06

Die Lösung hat mir der GKV Spitzenverband soeben telefonisch geliefert:


In der Zeit in der sich das Kind im KiGa befindet ist dieser die "Hauptpflegeperson" vertretungsweise, da ich das Zepter quasi an den KiGa abgebe. Im Klartext heisst es, dass ich während der KiGa Stunden gar nicht verhindert sein kann. Ob ich also in dieser Zeit Eis essen gehe, arbeite oder sonstwas ist mein Ding. Meine Pflegezeit setzt sich dann beim Abholen des kindes fort.


Ich bekomme das natürlich schriftlich in den kommenden Tagen und kann es dann direkt an meine KK weiterleiten.

Gruss!

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