Krankenhausaufenthalte - Wie organisieren mit Geschwistern?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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KathiHae
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Krankenhausaufenthalte - Wie organisieren mit Geschwistern?

Beitragvon KathiHae » 23.02.2019, 21:51

Hallo, wir sind noch recht neu in dem Thema, machen uns aber schon sehr viele Gedanken...

Dass unsere fast 7 Wochen alte Tochter eine Hemimegalencephalie, sowie eine dadurch bedingte Epilepsie mit fokalen und BNS-artigen Anfällen hat, haben wir vor knapp 5 Wochen erfahren. 4 Wochen lang waren wir daraufhin im Krankenhaus und sind jetzt endlich wieder zu Hause. Anfallfrei ist sie leider nicht, aber wir sind immerhin erstmals bei <20 Anfällen/Tag von ehemals über 50.

Nun ist es so, dass die 4 Wochen im Krankenhaus schon die reinste Qual für unsere ganze Familie war, besonders für unsere "großen" (3 Jahre alten) Sohn, dessen Mama von jetzt auf gleich weg war und das mit der gerade frisch geborenen kleinen Schwester.
Da wir keine Familie vor Ort haben, hat sich mein Mann in der Zeit krankschreiben lassen, auch weil es ihm natürlich seelisch nicht sonderlich gut ging und er unseren Sohn ja auch betreuen musste (Kiga geht nur bis 12:30 Uhr). So konnten wir uns immerhin auch 2x die Woche für einen Tag abwechseln, damit ich mal eine Nacht zu Hause mit unserem Sohn verbringen und Kraft tanken konnte. Zumal ich schon nach wenigen Tagen dort einen Koller bekommen habe und unbedingt auch mal raus musste. Wir wusste ja nicht mal, wie lange unser Aufenthalt dauern wird...

Dass dies nicht unser letzter stationärer KH-Aufenthalt war (u.a. wird es sehr wahrscheinlich auf eine Hemisphärotomie hinauslaufen), ist uns sehr bewusst. Allerdings sind wir etwas ratlos, wie wir die kommenden überstehen. Ich bin in Elternzeit und mein Mann kann sich weder ständig krankschreiben lassen noch Urlaub nehmen (unbezahlt schon gar nicht; da ich in Elternzeit bin, sind wir auf sein Gehalt absolut angewiesen) und er hat auch noch einen Fahrtweg von 1,5 Std einfache Strecke.
Und unser Sohn muss ja auch betreut werden.

Wie regelt ihr das, ihr Familien, die noch andere Kinder haben, die auch Ihre Mutter brauchen, diese also nicht mal eben für mehrere Wochen weg sein kann? Besonders, wenn das Krankenhaus nicht um die Ecke ist, sondern ggf. mehrere 100 km entfernt.

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TanjaJ1972
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Beitragvon TanjaJ1972 » 23.02.2019, 22:00

Hallo Kathi,
Dein Mann kann unbezahlten Urlaub nehmen und bekommt den Verdienstausfall im Rahmen der Haushaltshilfe (weil Du ja den Haushalt nicht weiterführen kannst, wenn Du im Krankenhaus bist) von der Krankenkasse erstattet.
So haben wir es immer gemacht. Krankschreiben lassen ist im Normalfall nicht die "richtige" Lösung, da Dein Mann ja im eigentlichen Sinne nicht krank ist.

Alternativ ginge auch, daß Dein Mann stationär mit ins Krankenhaus geht, dann ebenfalls unbezahlten Urlaub nimmt und auch hierbei wird der Verdienstausfall im Rahmen der stationären Mitaufnahme erstattet.

Ich bin mir nicht sicher, aber irgendwie müsste es auch eine Fahrtkostenerstattung für Besuchsfahrten im Krankenhaus geben, da weiß ich aber nicht genau Bescheid, weil wir das nie geltend gemacht haben. Bestimmt können aber in dem Zusammenhang hier noch andere was dazu sagen.

LG und alles Gute für Euch
Tanja
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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 23.02.2019, 22:59

Dein Mann kann sich 10 Tage im Jahr pro Kind "krinderkrankschreiben" lassen. Da du dich um den Großen kümmern musst und nicht mit ins Krankenhaus fahren kannst, könnte dein Mann dann mit ins KH fahren. Er bekommt dann Krankengeld von der Krankenkasse.
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Andrea5
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Beitragvon Andrea5 » 23.02.2019, 23:08

Hallo Kathi,

es gibt RonaldMcDonaldhäuser:

https://www.mcdonalds-kinderhilfe.org/w ... d-haeuser/

Vielleicht einer Alternative für euch.

Oder eine Haushaltshilfe organisieren, die sich um euren Sohn kümmert bis der Papa von der Arbeit nach Hause kommt.

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD) blockadefrei, Legasthenie mit kormobide AVWS
Ben 01/04 KISS(KIDD) blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis und
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Beitragvon RikemitSohn » 23.02.2019, 23:57

Hallo,

ich hatte/habe das Probblem immer mal wieder, da ich immer wieder ins Krankenhaus muss und mein Sohn und ich nur zu zweit sind. Ich hatte auch schon mal eine Haushaltshilfe, die sich um alles gekümmert hat bis meine Schwester dann nach der Arbeit Sohn übernommen hat. Das hat damals gut funktionert. Vielleicht habt ihr auch eine Freundin oder Verwandte, die kommen könnte und das übernehmen kann. Bei mir war es damals egal, wer das macht(weiß aber nicht, ob sich das geändert hat).
An sich habt ihr schon eine gute Lösung indem ihr wechselt und dein Sohn nicht fremdbetreut wird. Um so eine Lösung zu finanzieren könnt ihr bei der Krankenkasse anfragen um den Verdienst auszugleichen. Allerdings kann es sein, dass nicht alles erstattet wird.
Fahrtkosten werden wahrscheinlich nicht erstattet. Daher solltet ihr überlegen, bei längeren Aufendhalten auch vor Ort unterzukommen. Da dein Sohn noch kein Schulkind ist, kann er ja mitkommen.
Eine Lösung, die ihn nicht belastet, werdet ihr nicht finden, denn Krankheit ist immer schlimm.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

kati543
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Beitragvon kati543 » 24.02.2019, 11:01

Hallo,
eine optimale Lösung gibt es leider nicht. Es werden immer alle darunter leiden.
Zusätzlich zu den genannten Optionen wäre vielleicht die Pflegezeit oder die Familienpflegezeit und die Elternzeit für deinen Mann noch etwas für euch.

Du schreibst, ihr seid auf das Gehalt deines Mannes unbedingt angewiesen. Aber habt ihr euch dann mal durchgerechnet, wieviel konkret ihr an Netto verliert, wenn er in Elternzeit geht? Im Gegenzug erhaltet ihr das Pflegegeld aus dem Pflegegrad und die Steuerermäßigung aus dem Schwerbehindertenausweis. Ich weiß es ist hart, aber vielleicht gleicht es sich ja aus?

LG
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O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Jonas2015
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Beitragvon Jonas2015 » 24.02.2019, 12:01

Wenn dein Mann mit ins KH geht, wenn es denn bei möglich ist bei der kleinen Maus wegen Stillen usw., kann er sich in der Arbeit unbezahlt freistellen lassen (unbezahlter Urlaub) und von der Krankenkasse bekommt er den kompletten Verdienstausfall - ohne Abzüge - für diese Tage erstattet wenn der Aufenthalt der Eltern medizinisch notwendig ist, wovon bei Kindern unter 6 im Allgemeinen ausgegangen wird. Hierbei gibt es auch keine Begrenzung in der Anzal der Tage soweit ich weiß. Ich nutze das immer wenn wir stationär müssen.

Andernfalls steht euch eine Haushaltshilfe zu die deinen Sohn abholt und betreut und den Haushalt macht bis dein Mann von der Arbeit kommt. Bei geplanten KH-Aufenthalten kann man diese Person auch im Vorfeld schon einmal kennenlernen und immer wieder "buchen". Freunde von uns haben dies mehrfach nutzen müssen und das 2jährige Kind hatte daheim immer die gleiche Betreuung wenn Mama weg war. Alternativ kann das aber auch ein Verwandter übernehmen und bekommt einen (leider sehr kleinen Satz) von der KK erstattet.


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