Kommunion - Morgen Beichte. Bitte-Bitte um schnellen Rat...

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Sheila0505
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Kommunion - Morgen Beichte. Bitte-Bitte um schnellen Rat...

Beitragvon Sheila0505 » 22.02.2019, 21:38

Hallo, ich bräuchte mal eine schnelle Hilfe.
Unser Sohn ist Kommunionskind (3. Klasse, knapp 9 Jahre alt).

Morgen wäre Beichttermin und unser Junge will da partout nicht hin, er hat Angst, traut sich nicht, hat Bauchschmerzen, weint weil er das nicht machen möchte. Er möchte "kein Kommunionskind" mehr sein.

Ist diese Beichte Pflicht? Was kann ich tun? Was würdet ihr mir raten?

Er hat einige Ängste, war auch in Behandlung. Er ist im letzten Jahr sehr gewachsen (über sich hinaus), aber diesbzgl. sehe ich morgen echt schwarz...

LG Sheila

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Chantal-Marie
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Beitragvon Chantal-Marie » 22.02.2019, 21:44

Der einzige Rat den ich dir geben kann dass du mit dem Pfarrer sprichst. Unsere Tochter war auch zur Erstkommunion aber die Beichte haben wir ausfallen lassen. Sie hätte es sowieso nicht verstanden. Es geht auch ohne Beichte aber um ein Gespräch wirst du nicht rum kommen.........Ein einfühlsamer Pfarrer wird auf die Ängste deines Kindes eingehen.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

JohannaG
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Beitragvon JohannaG » 22.02.2019, 21:45

Hallo Sheila,
tja, nach kath. Verständnis ist diese Beichte tatsächlich Pflicht vor der Erstkommunion.

Ich würde morgen vor der Beichte den Priester anrufen und mit ihm reden. Vielleicht könnt ihr was alternatives überlegen? Ganz ohne wird er es vermutlich nicht machen (aber Versuch macht kluch, fragen kannst du ja mal).

Alternative Ideen:

statt dass er allein in den Beichtstuhl gehen muß, könnte Mama oder Papa mitgehen.
oder es geht gar nicht in den Beichtstuhl, sondern man trifft sich an anderer Stelle mit dem Priester und redet. Mit einem Elternteil an der Seite. Vielleicht reden dann auch nur Eltern und Priester.
Oder er schreibt die Sachen auf, die ihm wichtig sind, und gibt das dem Priester. Oder er diktiert es dir, oder ihr besprecht es zusammen und du schreibst was auf. und du gibst es in seinem Beisein dem Priester.

Dein Sohn weiß, daß das a) alle machen müssen und b) der Priester nichts davon weiter sagen darf (und wird), was Menschen ihm in der Beichte anvertrauen?

Ich wünsch euch eine gute Lösung.

Liebe grüße, Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

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Beitragvon RikemitSohn » 22.02.2019, 22:16

Hallo,

bei meinem Sohn gab es auch die Beichte, aber in Form eines Gespräches. Er und der Pfarrer haben sich im Gemeindehaus an einen Tisch gesetzt und geredet. Ausserdem wurden die Kinder schon im Vorfeld sehr gut darauf vorbereitet.
Frag doch morgen noch einmal, ob er überhaupt in den Beichtstuhl muss. Vielleicht kannst du es ihm den Ablauf noch einmal genau erklären und was für Möglichkeiten er hat( was er z.B. erzählt).

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 22.02.2019, 22:32

Hallo Sheila,

weißt Du, wo die Beichte bei Euch in der Gemeinde angenommen wird? In der Gemeinde, in der ich aufgewachsen bin, geschah das im "Beichtzimmer", das war so ein kleiner Gesprächsraum. Dort wäre es problemlos möglich gewesen, dass ein Elternteil mit reingeht. Würde er das vielleicht mit Dir gemeinsam machen?

Vielleicht weiß er auch einfach nicht, was er "beichten" soll und das macht ihm Angst? Ich fand das damals eine sehr schwierige Situation, weil sich mir damals nicht erschlossen hat, worüber ich mit dem Pfarrer reden soll und ich war ziemlich nervös, weil ich nicht wusste, wie ich die Zeit "da drin" füllen soll. Ich dachte irgendwie, wenn es so enorm wichtig genommen wird, dass man dafür extra mit dem Pfarrer allein in einen Raum geht, dann sollte man auch was wirklich, wirklich "großes" zu erzählen haben. Noch als ich draußen vor dem Raum gewartet habe, war ich total ratlos,bin im Geiste die zehn Gebote durchgegangen und hab mich so ungefähr gefragt: "Ich hab ja niemanden umgebracht, was sag ich denn da jetzt bloss?" Aus heutiger Sicht ja wirklich ziemlich bekloppte Gedanken, aber mir hätte es damals geholfen, wenn mir meine Mutter oder die Gruppenleitung einfach ein oder zwei konkrete Sätze gesagt hätten, die mich gut durch das Gespräch bringen. Vielleicht geht es deinem Sohn ja ähnlich.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

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Beitragvon Anne_mit_2 » 22.02.2019, 22:34

Hallo,

in der Kommuniongruppe meiner Tochter war ein Mädchen, das seine Angst vorm Beichtstuhl auch nicht überwinden konnte. Der Pfarrer hat dann mit ihr (mit der Mutter in der Ecke des Raums) ein Beichtgespräch in dem Raum geführt, in dem sonst der Kommunionunterricht stattfand. Sie hat später erzählt, dass sie dort gebeichtet hat, dass sie zu schwach war, ihre Angst vor dem Beichtstuhl zu überwinden.

Sie hat natürlich an der Kommunion teilgenommen.

Viele Grüße,
Anne

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Beitragvon Sheila0505 » 22.02.2019, 22:44

Hi ich danke Euch für Eure schnelle Antworten..

Bis vor 5 Minuten habe ich noch mit unserem Sohn beim Zubettgehen gesprochen und ich habe ihm auch berichtet, was VIELLEICHT als Alternative möglich wäre (anhand eurer Antworten), dass das aber im Ermessen des Pfarrers liegt.
Ich habe ihm jedenfalls zugesichert, dass er nicht unter Zwang dorthin muss, jenes widerspricht auch tatsächlich der Kommunion an sich. Er soll sich ja freien Willens zum Glauben und der kath. Kirche bekennen und die erste Beichte gehört da nun mal dazu.

Morgen telefoniere ich gleich in der Früh mit unserer Pfarrei - zunächst werde ich ihn für morgen entschuldigen, kurz erklären um was es geht und um einen Gesprächstermin bitten.

Mal sehen was dabei rauskommen wird. Ich hoffe das entlastet unseren Jungen jetzt erstmal ein wenig und er kann etwas sorgenfreier schlafen. Denn der Termin morgen bedrückte ihn schon arg.

Lieben Dank Euch,

Sheila

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Beitragvon Angela77 » 22.02.2019, 22:49

Hallo Tanja,
mir ging es ähnlich wie dir. Aus lauter Not habe ich als Kind dann ein paar Sünden dazu erfunden und auf meinem Beichtzettel vermerkt. Während der Beichte fiel mir ein, dass man ja nicht lügen soll und habe die zusätzlichen Sünden nicht gebeichtet. Leider wollte der Pfarrer am Ende der Beichte dann den Beichtzettel haben und ich hatte bis zum Schluss Angst, dass ich nicht zur Erstkommunion zugelassen werde, weil der Pfarrer denkt, ich hätte meine Sünden nicht komplett gebeichtet :shock:

Nun ja, mit diesem "Beichttrauma" im Hintergrund konnte ich dann wenigstens meine Tochter selbst besser mit auf die Beichte vorbereiten helfen ;)

@Tanja:
Außerdem habe ich meiner Tochter gesagt, dass absolut JEDER Mensch - auch unser Pfarrer :lol: - Sünden begeht, er also bestimmt schon viel schlimmere Dinge gehört oder gemacht hat, als sie als Kind unserem Pfarrer erzählen könnte :lol: und dass Sünden, die einem Leid tun, von Jesus in der Beichte ja vergeben werden :wink: Somit ist die Beichte - zumindest am Ende - eingentlich ein tolles Geschenk, so wie man sich nach einer angenommen Entschuldigung wieder leicht und unbeschwert fühlt :wink:

Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Beitragvon Sheila0505 » 22.02.2019, 22:59

@Tanja: Bei uns wäre das der klassische Beichtstuhl.

Ich bin mir sogar sehr sicher, dass du damit recht behälst: DAS spielt sicherlich mit rein. Er meinte auch "Mama, ich habe nichts zu beichten, ich sage immer die Wahrheit und tue niemanden was".

Ich habe ihm dann erklärt, dass man bei der Beichte auch banalere Dinge sagen kann und Beispiele (welche auch zutreffen) genannt.

Aber es ist diese ganze Situation, das Alleinsein mit dem Pfarrer, der kurze Text (immer ganz schlimm mit Texteaufsagen), das Über-Sich-Sprechen bzw. das Preisgeben von Schwächen, Verfehlungen usw. - ach ich weiß gar nicht wo ich da anfangen soll. Das wird einfach nichts.

Ich mache das jetzt mal so, dass ich morgen in der Pfarrei anrufen und um einen Gesprächstermin bitten werde.
Beichtstuhl wäre laut unserem Sohn sogar okay, aber dann soll ich mit rein.

Was abermals zum nächsten Thema führt: Das bekommen seine Klassenkameraden mit und es machen sich bereits Kinder über ihn lustig. Da möchte ich ihn dann nicht vorführen und hierfür bräuchten wir einen Ausweichtermin ohne Beisein der anderen Kinder.

LG Sheila

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JohannaG
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Beitragvon JohannaG » 22.02.2019, 23:11

Hallo Sheila,

dann ist dein Sohnemann notfalls eben morgen krank und braucht eben deswegen einen anderen Termin....

Ich bin selber Pfarrerin. Ich würde mir wünschen, daß mir Eltern erzählen, wenn die Kinder etwas so umtreibt. Das soll ja nicht so sein, es soll ja ein schönes Erlebnis sein.
Ich wünsch euch einen gesprächsbereiten Priester, und ich würde eben wirklich mit dem reden, daß ihr einen anderen Termin bekommt.

Liebe Grüße, Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
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