Rechtsanspruch Kindergartenplatz und Schulkindi/Ferien??

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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LasseUndJohannes
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Rechtsanspruch Kindergartenplatz und Schulkindi/Ferien??

Beitragvon LasseUndJohannes » 22.02.2019, 18:13

Hallo zusammen,
wir haben unseren Sohn jetzt endlich erfolgreich und zuverlässig im Kindergarten. Der Wermutstropfen, es ist ein Schulkindergarten und das bedeutet in den Schulferien ist geschlossen, das macht dieses Jahr 64(!!) Schließtage.

Nun gibt es ja einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz (§ 24 Abs. 3 SGB VIII). Für "normale" Kindergärten regeln Landesgesetze/Verordnungen die maximale Anzahl Schließtage, meist auf höchstens 30 Tage oder weniger. Dadurch wird mein Sohn auf Grund seiner Behinderung signifikant schlechter gestellt als ein gesundes Kind bzw. ein Kind, das einen normalen Kindi besuchen kann. Wir hatten keine Wahl, eine Betreuung (auch mit extra Begleitung) im normalen Kindi wäre aussichtslos gewesen.

Weiß jemand hierzu mehr? Hat sich schon mal jemand versucht diesbezüglich gegen die mehr als doppelte Anzahl Schließtage bei der Kommune zu wehren?
Johannes 2008, SBA 50% B H, PG3, extremes ADHS (nach Fehldiagnose Autismus)
Benedikt 2014, PG 3, SBA 80% B H G, non verbal, auto aggressiv, ADHS, atypischer Autismus

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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 22.02.2019, 18:32

Ich komme aus Österreich, habe aber dieselbe Situation. In der Schule, die mein Sohn jetzt besucht, ist auch ein Kindergarten und ein Hort angeschlossen. Er hätte auch in diesen Kindergarten gehen können, aber eben weil der - wie die Schule - in ALLEN Ferien geschlossen hat, haben wir uns für die zweite Möglichkeit (es gibt nur 2 gebärdensprachige Kindergärten in Wien) entschieden.

In Österreich sind die Sommerferien allein schon 9 Wochen lang! Jetzt kommen auch noch Herbstferien dazu, die wir bisher nicht hatten. Angeblich fallen die schulautonomen Tage dafür weg, aber tatsächlich heißen sie nur anders (z.B. "pädagogische Tage") und sind natürlich an allen Schulen verschieden :evil: !

Jedenfalls ist mein Sohn aktuell an einer Schule, wo auch ein Hort angeschlossen ist, und sowohl Schule als auch Hort sind ALLE Ferien geschlossen. Alternative (zur Schule) haben wir keine. Auch keine Personen, wo wir unseren Sohn unterbringen könnten, und keine andere Einrichtung. Ich plane, die Ferien mit Betreuung durchs Diakoniewerk irgendwie zu "überstehen". Aus diesem Grund kann ich auch meine aktuell sehr geringe Arbeitszeit nicht erhöhen. Es ist schon schwer genug, für 16 Wochenstunden plus Anfahrtszeit für 5 Wochen (für 4 Wochen nehmen wir wechselweise Urlaub) jemanden zu bekommen.

Für den "nur" ASS und ADHS-Bruder haben wir noch die 140km entfernten Großeltern für den Monat, den auch sein Hort geschlossen hat. Und da wäre es auch einfacher, eine andere Betreuung zu finden.

Idee dazu habe ich leider keine, Rechtsanspruch gibt es meine Info nach zumindest in Ö nicht!

Einzige Möglichkeit wäre ein Internat, was für mich aber rein gefühlsmäßig einfach nicht in Frage kommt. Aber gar nicht mehr arbeiten geht auch nicht. Mit dem Gehalt meines Mannes, der FBH und Pflegegrad 3 kommen wir finanziell nicht aus. Und ich stehe dann ja für den Arbeitsmarkt nicht zu Verfügung, bekomme also auch kein Arbeitslosengeld und (da mein Mann "zu viel" verdient) auch keine Notstandshilfe.

Danke für die Info wegen der Ungleichbehandlung im Vergleich zu gesunden Kindern, obwohl ich es natürlich schon lange weiß, hat es mir dein Beitrag wieder mal klar gemacht. Vielleicht könnte man mal einen Behinderten-Ombudsmann mit dem Thema konfrontieren.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Angela61
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Beitragvon Angela61 » 22.02.2019, 22:11

Guten Abend,
meine maus besucht auch einen Schulkindergarten. Aber wir bekommen immer vor den Ferien ein Rundschreiben bezüglich Betreuung. Entweder Standort oder so wie hier sie wird dann mit dem Bus geholt und es gibt sehr tolle Unternehmungen. Abgerechnet über Verhinderungspflege oder persönliche Budget.
Frag Mal bei deinem Schulträger nach...
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Beitragvon Michaela44 » 23.02.2019, 08:04

Bei uns sind sowohl die Schulhorte als auch die Betreuung in den Ganztagsschulen jeweils mindestens die Hälfte der Ferien geöffnet. Die Stadt wollte es eigentlich anders, letzten Endes wurde aber aufgrund des Einsatzes von Eltern(vertretern) der halben Öffnung zugestimmt. Die Politiker möchten, dass Eltern berufstätig sind, also müssen sie neben der regulären Ganztagsbetreuung auch Ferienbetreuung anbieten, denn kein Arbeitnehmer hat 12 Wochen Urlaub im Jahr. Es gibt auch Alleinerziehende, die sich nicht abwechseln können und um so mehr auf ihren Beruf angewiesen sind.

Ich weiß nicht, ob es einen Rechtsanspruch gibt, aber auch ohne diesen kann man sich für die Ferienbetreuung einsetzen: Schreiben an die Verwaltung, Vorsprechen im Schulausschuss der Stadt, hinzuziehen eines Behindertenbeauftragten, (Landes)Elternbeirat, Schulamt, Kommunalpolitiker direkt ansprechen, sogar die Presse bietet sich an, da man bei diesem Thema nicht sein Privatleben öffentlich machen muss.
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Beitragvon Lisaneu » 23.02.2019, 08:20

Ich habe durch diesen Thread angeregt mal dem Behindertenanwalt geschrieben und bin schon gespannt auf die Antwort. Wir wären (als Familie) mit unseren momentanen Möglichkeiten bereit und imstande, die Betreuung in 4 Wochen der Sommerferien und den 2 Wochen Weihnachtsferien zu übernehmen.

Darüber hinaus ist es für uns (beide berufstätig, ich Teilzeit) nicht bzw. nur spontan (wenn genug Zeitausgleich da ist und der Dienstgeber zustimmt) möglich.

Dem Gleichheitsgrundsatz entspricht es sicher nicht. In Österreich sind die Ferien mehr als 14 Wochen pro Jahr. Dabei sind Tage wo die Schule geschlossen hat (die jetzt, nach Einführung der Herbstferien, eben nicht mehr "schulautonom" heißen dürfen), noch nicht eingerechnet.

Die TE hat komplett recht, es ist eine signifikante Schlechterstellung!
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Chantal-Marie
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Beitragvon Chantal-Marie » 23.02.2019, 08:53

Als unsere Tochter noch zur Schule ging, es war eine Geistig-Behinderten-Schule, wurden wir vor den Ferien gefragt ob und wieviel Betreuung wir während der Ferien brauchen würden.

Wenn ich so mitkriege was manche Eltern mit der Betreuung während der Ferien Probleme haben...........hatten wir echt den "Himmel auf Erden". Die Ferienbetreuung war auch noch sehr günstig. Ob sich was geändert hat kann ich allerdings nicht sagen da wir die Schule schon vor fast 6 Jahren hinter uns gelassen haben.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

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Beitragvon sandra8374 » 23.02.2019, 08:58

Einer der Gründe warum ich nicht arbeiten gehe.

Hier bieten die Fördeschulen keine Ferienbetreuung an. Alternativen gibt es auch nicht. Nur eines meiner Kinder hat einen Pflegegrad und selbst mit den Summen bekommen wir die Zeiten für 2 Kinder nicht abgedeckt bzw bekamen es.

Hinzu kommen die spontanen freien Schultage durch Krankheit der Lehrer und die Kürzung der Schulzeit wegen Lehrermangel, sowie die beweglichen Ferientage, Weiterbildungen der Lehrer, etc.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

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Beitragvon Silvia & Iris » 23.02.2019, 09:07

Liebe Lisa,

ja, es ist ein Problem... die Betreuung eines Kindes in den Nicht-Schulzeiten kostet sehr viel und es gibt fast niemanden (Links habe ich dir schon geschickt) der das macht...

man bleibt auf diesen Tagen sitzen, was natürlich besonders hart wird, wenn man 2 Kinder in 2 verschiedenen Bundeländern hat... -nehmen wir mal NÖ und OÖ (es gibt auch für D solche Beispiele). - 9 Wochen Sommer (davon sind 8 ident) - sodass sich dadurch 10 Wochen ergeben, auch die Herbstferien - hier werden dann aus 1 Woche - 2 Wochen... - und dann natürlich noch Pfingst - Oster- und weitere Ferien... sowie die Schulautonomen Tage - hier geht dann alles x 2, da die einen die Tage meist ein wenig früher, als die anderen haben...

Wenn du dann nach Angeboten suchst, müssen auch die Eltern des Öfteren für die Pflege des Kindes ebenfalls anwesend sein... - oder du zahlst sehr viel dafür... die meisten Angebote enden eh mit dem 15. Geburtstag des Kindes, danach ist es eigentlich vorbei... :oops: :oops:

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
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Beitragvon kati543 » 23.02.2019, 10:17

Hallo,
wir hatten damals die theoretische Möglichkeit einer Notbetreuung. Hat freiwillig schon keiner gewählt, weil das akut Kindeswohlgefährdend war. Dazu hätte das Kind in ständig wechselnde andere Einrichtungen vor Ort gebracht werden müssen. Keine Bezugsperson wäre mitgekommen.
Aber eine andere Frage: was macht ihr denn mit eurem schulpflichtigen Kind in der Zeit?
LG
Katrin
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 23.02.2019, 12:49

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