Rechtsanspruch Kindergartenplatz und Schulkindi/Ferien??

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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melly210
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Beitragvon melly210 » 26.02.2019, 15:08

Silvia & Iris hat geschrieben:Liebe Lisa,

ich kenne die Situation ohne Mann auch... wenn dann das Kind in eine weiterführende betreute Einrichtung geht... und du aus Altersgründen oder auch anderen Überforderungsgründen (z. B. aggressives Verhalten) nicht mehr in der Lage bist für das volljährige Kind zu sorgen, dann stehen die auch gleich im Grundbuch (Artikel aus dem Erbrecht...) - das Kind erbt ja dann dein Haus... - und damit fällt es dem Staat zu... falls Geschwisterkinder da sein sollten, dann müssen sie das behinderte Geschwisterchen auszahlen... - aber es gibt sicherlich auch andere Möglichkeiten, doch so ganz bin ich noch nicht in der Materie drinnen, und das Kind, welches ich jetzt kenne, ist ein Einzelkind... die Mutter läuft inzwischen auch schon alles ab, Informationen erhält man ja nur tröpfchenweise... und bis man alles verstanden hat und zusammen hat... - und die bei derzeitigen Lage der Gesetze... bis man dann wirklich ablebt ist wieder alles anders... :roll:

Das vorausschauende Planen ist nicht einfach...

LG
Silvia


Also ansich sollte das jetzt in Österreich nicht mehr der Fall sein. Österreich ist mittlerweile regressfrei. Dh, wenn das Kind in einer Behinderteneinrichtung/Pflegeheim wohnt, wird das Pflegegeld bis auf ein Taschengeld eingezogen, die Familienbeihilfe kann wegfallen, je nachdem wieviel das Kind zuhause bei den Eltern ist. Aber auf das Vermögen im Sinne von Erbteil sollte nicht mehr zugegriffen werden.

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Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 26.02.2019, 20:42

Liebe melly,

das stimmt nicht ganz - Eltern sind für ihre Kinder bis zum Ableben dieser unterhaltspflichtig. - Normalerweise endet diese Pflicht mit dem Auszug aus dem elterlichen Haushalt, das ist meist zwischen 18 und 24 der Fall... - da sind die Kinder mit ihrer Ausbildung fertig und ergreifen einen Beruf, der sie ernähren und auf eigene finanzielle Beine stellen soll...

Behinderte Kinder allerdings können sich meist nicht selbst erhalten und daher brauchen sie auch nach dem 18. Geburtstag häufig noch einen gesetzlichen Vertreter, vor allem, wenn es sich um Menschen mit basalen Grundfähigkeiten handelt. Das Erbrecht wird durch einen Wegfall des REgresses ja nicht aufgehoben! Auch in D sind doch alle Kinder erbberechttigt, oder?

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
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Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

sandra8374
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Beitragvon sandra8374 » 27.02.2019, 04:28

Ja, allerdings kassiert quasi der Staat das Erbe, wenn die „Kinder“ in einer Einrichtung leben.

Stichwort behinderten Testament.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

melly210
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Beitragvon melly210 » 27.02.2019, 10:22

Silvia & Iris hat geschrieben:Liebe melly,

das stimmt nicht ganz - Eltern sind für ihre Kinder bis zum Ableben dieser unterhaltspflichtig. - Normalerweise endet diese Pflicht mit dem Auszug aus dem elterlichen Haushalt, das ist meist zwischen 18 und 24 der Fall... - da sind die Kinder mit ihrer Ausbildung fertig und ergreifen einen Beruf, der sie ernähren und auf eigene finanzielle Beine stellen soll...

Behinderte Kinder allerdings können sich meist nicht selbst erhalten und daher brauchen sie auch nach dem 18. Geburtstag häufig noch einen gesetzlichen Vertreter, vor allem, wenn es sich um Menschen mit basalen Grundfähigkeiten handelt. Das Erbrecht wird durch einen Wegfall des REgresses ja nicht aufgehoben! Auch in D sind doch alle Kinder erbberechttigt, oder?

LG
Silvia


Ja das stimmt schon, nur haben erwachsene Behinderte ja auch Anspruch auf Pflegegeld, erhöhte Familienbeihilfe wenn sie über 26 sind auch Mindestsicherung. Der Rest wird in Ö von den Ländern zugeschossen, falls der Behinderte in einem Heim ist. Dh da fallen keine Kosten an, wenn kein eigenes Vermögen des Behinderten da ist.
Daß das Erbrecht nicht ausgehebelt wird ist klar. Das sollte aber erst schlagend werden wenn die Eltern sterben. Würde ich ggf so ungehen daß etwaiges Vermögen schon lange vorher an die gesunden Geschwister geschenkt wird, wenn das behinderte Kind im Heim lebt und das Erbe somit ohnehin nur vom Staat eingezogen würde.

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 27.02.2019, 14:02

melly210 hat geschrieben:
Ja das stimmt schon, nur haben erwachsene Behinderte ja auch Anspruch auf Pflegegeld, erhöhte Familienbeihilfe wenn sie über 26 sind auch Mindestsicherung.


Nur, weil es mir auffällt: das Pflegegeld bekommt ja nicht der Behinderte selbst sondern die pflegende Person. Gerade bei schwer behinderten Kindern sind das meistens die Eltern und das Pflegegeld ist manchmal deren einziges Einkommen, mit dem sie den eigenen Lebensunterhalt bestreiten.

Je nach Möglichkeit sind viele behinderte junge Erwachsene ja nicht pausenlos in einer Einrichtung untergebracht, sondern auch immer wieder mal zu Hause. Und da ist für die Eltern (die oft schon jahre, bzw. jahrzehntelang gepflegt haben) gar nicht so einfach, im fortgeschrittenen Alter einen Teilzeitjob zu finden, der sich mit den teilweise noch vorhandenen pflegerischen Aufgaben in Einklang bringen lässt.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
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Beitragvon Silvia & Iris » 28.02.2019, 08:16

Liebe melly,

nein, das stimmt nicht. Behinderte Erwachsene mit Pflegestute 5 und mehr haben in Österreich keinen Rechtsanspruch auf Mindestsicherung. Die betreuenden Eltern erhalten noch erhöhte Familienbeihilfe, mehr gibt es nicht...

- und mit dieser erhöhten Familienbeihilfe muss ich dann in der Realität alles erhalten, Haus, KfZ, Bekleidung für der Kind und mich, Ernährung, und natürlich auch weiterhin anfallende Therapiekosten... wenn der junge Erwachsene in einer Tages- und Wohnstätte untergebracht wird (hier wird aber vorausgesetzt, dass dieser 70 Tage im Jahr auch zu Hause verbringt) dann geht das gesamte Pflegegeld und 11 % des Familieneinkommens an die Betreuungseinrichtung...

wird der junge Erwachsene nur in einer Tagesstätte betreut, so geht 1/3 des Pflegegeldes an die Tagesstätte...


Mindestsicherung erhält weder der Elternteil noch der junge Erwachsene...


Es sei denn, der Elternteil meldet sich beim AMS an und steht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung... muss also nach Aufforderung Kurse und Vorstellungstermine wahrnehmen.... darf nicht außerhalb der eigenen 4 Wände übernachten und nur mit Zustimmung des AMS und offiziell abgemeldet ins Ausland fahren oder Kur etc. machen...


So habe ich das mitbekommen... - und wenn ich einen Menschen mit basalen Einschränkungen betreue, dann geht - so denke ich heute - auch wenn dieser in einer Einrichtung lebt, locker eine Woche drauf pro Monat für die Standardtermine... (Hilfsmittelanpassung, ärztliche Kontrollen, Therapie, evtl. Schwimmen gehen und anderes...) ich kann mir nicht vorstellen, dass da jetzt so ein großer Unterschied zwischen einem 17-jährigen und einem 21-jährigen sein wird... (Ja, das Wachstum ist dann abgeschlossen, die Hilfsmittel sollten dann länger halten...)
Liebe Grüße

Silvia

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Beitragvon melly210 » 28.02.2019, 12:33

Silvia & Iris hat geschrieben:Liebe melly,

nein, das stimmt nicht. Behinderte Erwachsene mit Pflegestute 5 und mehr haben in Österreich keinen Rechtsanspruch auf Mindestsicherung. Die betreuenden Eltern erhalten noch erhöhte Familienbeihilfe, mehr gibt es nicht...

- und mit dieser erhöhten Familienbeihilfe muss ich dann in der Realität alles erhalten, Haus, KfZ, Bekleidung für der Kind und mich, Ernährung, und natürlich auch weiterhin anfallende Therapiekosten... wenn der junge Erwachsene in einer Tages- und Wohnstätte untergebracht wird (hier wird aber vorausgesetzt, dass dieser 70 Tage im Jahr auch zu Hause verbringt) dann geht das gesamte Pflegegeld und 11 % des Familieneinkommens an die Betreuungseinrichtung...

wird der junge Erwachsene nur in einer Tagesstätte betreut, so geht 1/3 des Pflegegeldes an die Tagesstätte...


Mindestsicherung erhält weder der Elternteil noch der junge Erwachsene...


Es sei denn, der Elternteil meldet sich beim AMS an und steht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung... muss also nach Aufforderung Kurse und Vorstellungstermine wahrnehmen.... darf nicht außerhalb der eigenen 4 Wände übernachten und nur mit Zustimmung des AMS und offiziell abgemeldet ins Ausland fahren oder Kur etc. machen...


So habe ich das mitbekommen... - und wenn ich einen Menschen mit basalen Einschränkungen betreue, dann geht - so denke ich heute - auch wenn dieser in einer Einrichtung lebt, locker eine Woche drauf pro Monat für die Standardtermine... (Hilfsmittelanpassung, ärztliche Kontrollen, Therapie, evtl. Schwimmen gehen und anderes...) ich kann mir nicht vorstellen, dass da jetzt so ein großer Unterschied zwischen einem 17-jährigen und einem 21-jährigen sein wird... (Ja, das Wachstum ist dann abgeschlossen, die Hilfsmittel sollten dann länger halten...)


Das stimmt nicht ! Ich habe gerade nocheinmal nachgesehen. Wenn der Angehörige den man betreut mindestens Pflegestufe 3 hat, bekommt man die Mindestsicherung auch ohne dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stehen. Ob Behinderte selbst ab Stufe 5 die MS nicht mehr bekommen konnte ich jetzt auf die Schnelle nirgends finden, mag aber deshalb sein, weil sie dann normalerweise keinen eigenen Haushalt mehr führen können.

Daß das Pflegegeld wenn der Behinderte ins Wohnheim zieht ans Heim geht ist klar. Aber auch dann muß man sein Leben nicht von der erhöhten FBH bestreiten. Man ist dann ja wieder arbeitsfähig (mindestens in Teilzeit) und hat daher falls man nicht sofort einen Job findet Anspruch auf Arbeitslosengeld/Notstandshilfe/Mindestsicherung, je nachdem.


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