Arbeiten gehen als pflegende Person

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 26.02.2019, 22:47

Meine Firma hätte mich auch gern jeden Tag gehabt. Mit Alexanders 2. Geburtstag bin ich mit 21,5 Stunden wieder eingestiegen. Mo-Do 8h30-13h30, Fr-12h30, mit 30min Pause. Nach 6 Monaten war mir klar, dass ich spätestens noch 3 Monate später im bournout landen würde. 2-3x die Woche Therapietermine, wo ich direkt von der Firma mit Öffis quer durch Wien gefahren bin, Alexander vom Kindergarten geholt habe, dann zum Therapietermine, dann quer durch Wien wieder zurück, am Heimweg noch den älteren Bruder von seinem Kindergarten holen, an den 2-3freien Tagen Besorgungen:Horchi-Batterien , Verordnungen holen, um chefärztliche Bewilligungen einreichen, eigene Arzttermine weil man ja als Teilzeitkraft nicht dafür frei bekommt...

Dann habe ich meine Arbeitszeit drastisch verringert auf 2x7,5 Stunden pro Woche. Das war viel besser, weil ich manche Therapietermine vormittags machen könnte, wo Alexander deutlich besser drauf war. Mein Mann hat seine Arbeitszeit verändert so dass er an meinen Arbeitstagen unseren Großen vom Kindergarten abholen könnte. Nach einem Jahr habe ich auf 3x 7,5 Stunden erhöht. Dann kam der Kindegarten mit der Eröffnung, mein Sohn sei plötzlich ganztags "nicht mehr tragbar" und ich habe auf 4x5 Stunden (Mo-Fr) reduziert. Nach einigen Monaten war mir klar, dass ich wieder überfordert war, weil ich nicht alles "neben" meinem Sohn machen könnte. Ich hatte nicht mal eine vollständige Stunde pro Woche für mich. Abgesehen davon waren viele Termine nur vormittags möglich und ich musste trotz Teilzeit immer frei nehmen. Daher habe ich wieder reduziert auf 4x4 Stunden (Di-Fr).

Gsd hat mein Dienstgeber mitgespielt, ich muss schon eine gute Arbeitskraft sein :P .
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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lisa schrenk
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Beitragvon lisa schrenk » 27.02.2019, 17:36

Hallo,

als meine Tochter 2 wurde, bin ich wieder arbeiten gegangen. 2 Tage/Woche mit je 7,5 Stunden. Das hat mit Arztbesuchen und Therapien gut funktioniert. Da ich eine lange Fahrzeit hatte, ging sie zu einer Tagesmutter.

Im Kindergarten hat an den beiden Arbeitstagen eine Tagesmutter die Differenz der Betreuung geleistet.

Schwieriger ist die Schulzeit. Aber da haben wir das Glück, dass die Ferienbetreuung durch die Diakonie gut abgedeckt ist - mit 1:1 Betreuung. Trotzdem ist die Urlaubsplanung immer ein Akt.
Wir bekommen auch nicht immer alles, was wir uns so wünschen. Die Therapien bekommt sie in der Schule. Das entlastet uns sehr. Jetzt arbeite ich 4 Tage/Woche mit 19,5 Stunden. Dadurch dass sie erst um 16:00 Uhr zu Hause ist, funktioniert das gut. Mein neuer Arbeitgeber hat gewusst, dass ich eine schwerbehinderte Tochter habe. Zu einem Abteilungsausflug habe ich sie auch mitgenommen. Da konnten sich alle ein Bild machen, wie betreuungsintensiv sie ist. Das Verständnis ist so auch besser geworden.


Ich arbeite gern und freue mich, dass ich auch was anderes als Kind und Behinderung habe. Aber letztendlich ist es immer eine persönliche Entscheidung.
Und ohne entsprechende Betreuungsmöglichkeiten könnte ich das auch nicht leisten.

Liebe Grüße

Lisa
Botho (1962), Lisa (1965), Freya (2007)
Sie ist stark entwicklungsverzögert und hat Pseudo Lennox. Sonst ist sie ein liebes, fröhliches Kind, das uns viel Freude macht.

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Beitragvon Monika77 » 28.02.2019, 10:01

HAllo,

ich habe drei Jungs, und der Jüngste ist unsere Sonderausstattung mit Pflegegrad 5, kein Lauf, kein Sprechen, fröhlihces Rolli- und jetzt auch Schulkind.

Beim ihm hat mein Mann ein Jahr Elternzeit genommen (da wussten wir noch nicht, was uns erwartet)und ich war mal die Vollzeitkraft, nach einem Jahr bin ich wieder auf Teilzeit gegangen. Ich arbeite an vier Vormittagen, und erarbeite mir pro Woche 2 Plusstunden für die Ferien. Er hat auch 3 Terapietermine jede Woche am Nachmittag. Es läuft soweit ganz gut, ausser dass die großen gezungenermaßen früh sebstständig sind. Helikoptermama kann ich ganr nicht sein :) , dafür bin ich zu selten bei den großen zu Hause.

Kinderkranktage werden wechselnd von mir oder meinem Mann wargenommen, je nachdem, wer gerade die wichtigeren beruflichen Termine an dem Tag hat.

In kritischen Phasen standen unsere Arbietgeber hinter uns, aber auch weil sie wissen, dass wir ansonsten zu den Leistungsträgern im jeweiligen Bereich zählen.

Liebe Grüße

Monika

Ach so, wir haben alle zwei Wochen eine FUD Kraft für 2 Stunden, und keine Putzfrau.


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