Arbeiten gehen als pflegende Person

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

Moderator: Moderatorengruppe

Anton09
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 355
Registriert: 22.05.2010, 20:17
Wohnort: Erfurt

Beitragvon Anton09 » 22.02.2019, 21:23

Hallo,

ich glaube es kommt ganz auf die Bedürfnisse und Diagnosen vom Kind an, wie du da noch deine Arbeit eintakten kannst.

Ich gehe 15h, 3 Tage in der Woche arbeiten.
So kann ich mal schieben und alle Arzttermine mit meinem Sohn einigermaßen abdecken.
Man hat ja noch die ganzen Telefonate mit z.B. Kostenträgern und Abholung Rezepte usw. zu erledigen.
Wenn ich mal nix in der Richtung zu tun habe, bin ich froh einfach den Akku aufzuladen.
Ich habe den Vorteil, dass mein Kind unter Intensivkind läuft und ich für 40h in der Woche einen PD nutzen kann.
Sonst ginge es nicht mit der Arbeit.
Großeltern fallen leider bei der Betreuung raus.
Mein Mann geht Vollzeit und ist daher viel weg.

LG Frauke
Anton 30.01.2009, Therapie-refraktäre Epilepsie, fokal kortikale Dysplasie - epilepsiechirurgische Resektion, Shunt, Button, schwere psychomotorische Entwicklungsretardierung, zentrale Bewegungsstörung, interstitielle Duplikation im Xq-21.1 Gen, VNS-Implantation, PG 5

Werbung
 
JennyK
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 211
Registriert: 10.05.2018, 15:23
Wohnort: NRW

Beitragvon JennyK » 23.02.2019, 07:37

Wir haben die Diagnosen, den Pflegegrad und den SBA erst seit kurzem, aber die Probleme waren schon im Kindergarten da. Ich bin immer arbeiten gewesen, so um die 30 Stunden pro Woche. Therapien und Arztbesuche habe ich, wann immer es ging, auf Nachmittage oder in Ferien gelegt. Für alle anderen Fälle habe ich Überstunden genutzt, die bei mir immer angefallen sind. Es war sehr sehr anstrengend, zumal die nervliche Belastung aufgrund seines Verhaltens enorm war. Sowohl zuhause im direkten Umgang mit ihm als auch die ständigen negativen Rückmeldungen aus Kindergarten und Schule. Dazu die Ungewissheit, was mit ihm los ist, die Frage, ob es Erziehungsprobleme sind oder was anderes dahinter steckt. Seit der Diagnose und der passenden Behandlung läuft es so viel besser, dass ich mit 30 Stunden Arbeit echt gut hinkomme. Es ist belastend, aber ich habe gelernt, mehr auf mich zu achten und mir Auszeiten zu nehmen. Wie es wird, wenn endlich die Therapie im ATZ beginnt, werden wir sehen. Ich habe sowohl sehr verständnisvolle Kollegen als auch eine tolle Chefin, kann mir meine Arbeitszeit teilweise relativ flexibel einteilen und mein Mann unterstützt mich, so gut es geht. Aber ich zeige auch Einsatz und springe ein, wenn mal Not am Mann ist. So ist es für alle Beteiligten eine gute Situation.
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

SusanneX2
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 73
Registriert: 08.04.2012, 13:22
Wohnort: bei Münster/Westf.

Beitragvon SusanneX2 » 23.02.2019, 11:28

Hallo,
ich gehe nur 8 Stunden die Woche (zwei Vormittage) arbeiten und das auf 450 Euro-Basis.
Bei mir geht es nicht anders. Die ganzen Termine, der Papierkram und so sind eine Sache. Das läßt sich meist planen. Hierzu braucht es eine gute Logistik und viel Disziplin, aber das geht meist. Die dauerhafte Belastung durch die Pflege, den Logistikstress und der ständige Schlafmangel sind eine andere Sache. Ich möchte meine Arbeit nicht missen, denn sie ist wie Urlaub von Zuhause, aber ich habe gemerkt, dass ich bei mehr Stunden in der Woche nicht mehr 100 % geben kann. Dann leidet meine Arbeit und meine Familie darunter und das hilft dann Keinem weiter.

Ob das Arbeiten vereinbar ist, hängt wirklich viel davon ab, wie die Bedürfnisse und die weitere Entwicklung sind. Wenn Du helfende Hände hast, ist das auch immer Gold wert.
Im Zweifel würde ich es an Deiner Stelle einfach versuchen. Falls es - wie bereits vorgeschlagen - mit 15 Stunden oder so ginge, wäre das sicher eine gute Lösung. Die meisten Chefs freuen sich, wenn man dann vielleicht irgendwann sagen kann, dass man mehr arbeiten möchte.

Viele Erfolg!
S. mit E. (2010) Rolli-Kind mit Epilepsie (Lennox-Gastaut-Syndrom) und globaler Entwicklungsverzögerung --> bilaterale Cerebralparese, ausgeprägte dystone Komponente (Ataxie + Athetose)

Benutzeravatar
Andrea5
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 5265
Registriert: 12.10.2006, 10:47

Beitragvon Andrea5 » 23.02.2019, 11:57

Hallo alle Zusammen,

meine Arbeitsstunden noch weiter raufsetzen, dass schaffe ich nicht mehr. Ich bin mit meinen 26 Stunden schon irgendwo an meiner Grenze. Ich mache ja zusätzliche auch noch Überstunden. Meistens habe ich die in Höhe meiner Wochenarbeitszeit, um Engpässe zu überbrücken. Die Pflege und Betreuung meines Sohnes, ach das wisst ihr mit euren Kindern ja selber, ist ja meistens schon anstrengend genug. Ich brauch eh mehr Auszeiten, das merke ich ja selber.
Es liegt natürlich bei mir auch mit am Alter. Mein Sohn als auch meine Mutter (obwohl mit Pflegeheim wohnend und nicht dement) kosten mich auch Nerven.

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS
/Ben 01/04 KISS(KIDD)2 Jahre blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis
"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)

Michaela.Sandro
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 610
Registriert: 25.08.2008, 21:07
Wohnort: Köln

Beitragvon Michaela.Sandro » 23.02.2019, 15:02

Hallo zusammen, ich gehe Montag bis Donnerstag vormittags arbeiten, das ist eine halbe Stelle mit 19,50 Std. Freitag ist mein freier Tag und ich versuche immer, die Arzttermine freitags zu machen, was meistens auch klappt. Manche Termine mache ich auch nachmittags gegen 15.00 Uhr, dann hole ich Sandro vorher von der Schule ab, lässt sich alles ganz gut mit Bus und Bahn schaffen, da ich kein Auto fahre. Wir haben jährlich rd. 5 Facharzttermine, das geht. Wenn freitags kein Termin ist, nutze ich den Tag für Hausputz und sonstigen Kram. Therapien KG und Logo bekommt Sandro in der Schule und zusätzlich gehen wir mittwochs nach der Schule zur Reittherapie. Das ist alles soweit ok und in meinem Fall zu schaffen. L. G. Michaela
Michaela alleinerziehend, Teilzeit berufstätig (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, geistige Behinderung, Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom. Er kann laufen, einigermaßen sprechen, PG 4 , 100% SB aber ein Schatz!

Benutzeravatar
Jakob05
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2362
Registriert: 27.10.2005, 17:22
Wohnort: Rhein-Main

Beitragvon Jakob05 » 26.02.2019, 10:43

Hallo Andrea5, :lol:

Andrea5 hat geschrieben:.... Ich brauch eh mehr Auszeiten, das merke ich ja selber.
Es liegt natürlich bei mir auch mit am Alter. ...


Ach so, am Alter liegt das !!! :wink: Da hätte ich auch drauf kommen können. Job, Haus, Garten, Kinder und Eltern machen ja nur Vergnügen !!!

Dann brauchen wir ja nur wieder jünger werden, dann klappt's auch mit dem Rest ! :lol:

Noch ne Babyboomerin mit Pflege und Halbtagsjob
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

EvaHH
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 634
Registriert: 03.11.2015, 14:42
Wohnort: Norden

Beitragvon EvaHH » 26.02.2019, 11:48

Hallo,

ich arbeite 30 Std die Woche, also jeden Tag 6 Stunden. Wir haben Gleitzeit, ich kann aber den Kleinen nicht wirklich vor 8:00 bringen und nicht nach 16:00 abholen wg Früh-und Spätdienst, wo alle zusammen sind.
Wenn ich aber nach 8:00 anfange, kann ich nach 14:00 gehen und dann noch alles Therapien und Besorgungen erledigen.
Die Arzttermine legen wir IMMER ganz früh. wir nehmen immer die ersten Termine, die gehen, meistens um 8:00. mein Mann muss meistens mitkommen, da ich es alleine mit dem Kind nicht schaffe.
ich bekomme die Zeit, wenn ich einen Nachweis von dem Termin mitbringe, nach 9:00 immer angerechnet. Da macht mein AG keine Probleme.
Zum Glück haben wir nicht so viele Arzttermine bzw. wir vermeiden diese wie es nur geht.
Alle Therapien hat mein Sohn in der Kita. Autismustherapie nachmittags. Somit passt es eigentlich bei uns so ganz gut.
Nachmittags hilft mir meine Mutter ganz viel, so dass ich auch meine Termine erledigen oder zum Sport gehen kann.
Auch wenn mein Mann unbedingt möchte, dass ich mit den Std. runtergehe, kann ich mich dazu nicht entscheiden.
Ich kann ja auch im Sommer schon um 14:30 im Garten sein und das reicht ja auch:-)

Bei uns passt es somit so wie es gerade ist. Dieses Jahr kommt mein Sohn allerdings in die Schule. da wird sich bestimmt noch Einiges ändern. aber ich hoffe zum Positiven,...mal sehen.

ich denke das kommt immer auf die Termine und die Anzahl der Termine an, wie viel man arbeiten gehen kann. Das muss jeder auf seine Situation anpassen.

LG
Eva
Eva mit Sohn 2012 (MRD7 bei Mutation im DYRK1A-Gen, ASD II, Veränderung der weißen Substanz mit Hypomyelinisierung, ASS, expressive Sprachstörung, Krampfanfälle...)

belleclaire
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 14
Registriert: 26.10.2016, 12:32

Beitragvon belleclaire » 26.02.2019, 11:51

Vielen Dank für eure Antworten und eure Lösungen!
Es scheint ja doch viel über Kulanz/Gleitzeit/fllexible Arbeitszeiten zu gehen...
Ich werde auf jeden Fall mit meinem Chef reden... Er hätte mich am liebsten an 5 Tagen die Woche, auch wenn ich "nur" 50% arbeite... Mit Fahrtwegen muss man genau rechnen, ob sich das "lohnt" zeitlich oder einzurichten ist.
Ich freue mich aber, dass es bei vielen so gut zu klappen scheint :)

Benutzeravatar
Andrea5
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 5265
Registriert: 12.10.2006, 10:47

Beitragvon Andrea5 » 26.02.2019, 18:22

Jakob05 hat geschrieben:e]

Ach so, am Alter liegt das !!! :wink: Da hätte ich auch drauf kommen können. Job, Haus, Garten, Kinder und Eltern machen ja nur Vergnügen !!!

Dann brauchen wir ja nur wieder jünger werden, dann klappt's auch mit dem Rest ! :lol:

Noch ne Babyboomerin mit Pflege und Halbtagsjob



Ich sag mal, es läuft dann echt wie am Schnürchen, wenn man so 15 Jahre jünger ist. Und meine Hildesheimer (meine persönliche Vergesslichkeit) ist dann auch weg. :mrgreen:

LG und nicht soviel graue Haare :wink:
Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS

/Ben 01/04 KISS(KIDD)2 Jahre blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis

"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)

Werbung
 
Benutzeravatar
MichaelK
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 14619
Registriert: 27.09.2005, 18:17
Wohnort: Zwickau (Sachsen)

Beitragvon MichaelK » 26.02.2019, 20:16

Hallo,

ihr jungen Hüpfer ! :lol:

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)


Zurück zu „Familienleben“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste