Intuniv und Reizbarkeit/Affektlabilität

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Jakobspapa
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Intuniv und Reizbarkeit/Affektlabilität

Beitragvon Jakobspapa » 22.02.2019, 00:12

Hallo,

unser Kleiner (8), ADHS mit recht ausgeprägter Hyperaktivität, war bisher mit Elvanse medikamentiert. Da die gut wirksame Dosis schließlich bei 50mg, (wirklich gut eher bei 60mg) lag, die er zwar gut vertragen hat, aber gerade für sein Alter doch recht hoch ist, wird er auf eine Kombination auf Intuniv/Elvanse umgestellt, mit dem Ziel, die Elvanse-Dosis reduzieren zu können.

Die positiven Wirkungen von Intuniv sind inzwischen deutlich spürbar, gerade in der Zeit, in der das LDX noch nicht/nicht mehr wirkte. Allerdings auch die Nebenwirkungen wie Müdigkeit, verstärkter Hunger (kompensiert zumindest die Appetitlosigkeit durch Elvanse), und leider auch Reizbarkeit.

Kürzlich war er völlig außer sich, weil ein Mitschüler behauptet hat, er sei in eine Mitschülerin verliebt, hat zuhause geheult und war kaum zu beruhigen - obwohl ja nun nichts wirklich schlimmes passiert war. Er reagiert jetzt mitunter auch zuhause recht aufbrausend, obwohl es eigentlich keinen wirklichen Anlass dafür gibt. Und nun kam es die Tage zu einem Vorfall in der Schule, bei dem er im Unterricht völlig explodiert ist, und die Lehrerin, die die Eskalation auch noch immer weiter anfachte, letztendlich beschimpft hat, was uns einen sehr aufgebrachten Liebesbrief selbiger einbrachte. Prädikat: ziemlich unlustig.

Beim letzten Elternsprechtag und erst im kürzlich erstellten Zwischenzeugnis hatten wir seitens der Schule noch sehr positive Rückmeldungen, dass er sich genau an die Regeln halte, sich nicht an Streitereien beteilige, bedacht handle etc.

Die Müdigkeit war jeweils vor allem in den ersten paar Tagen nach Erstgabe und Aufdosierung deutlich (die vorläufige Zieldosis von 3mg haben wir diese Woche erreicht), da schlief er nachmittags ein paar Stunden und abends während der Gutenachtgeschichte ein - das passiert sonst praktisch nie. Im Laufe der Folgetage nahm die Müdigkeit dann jeweils immer weiter ab, war aber nicht komplett weg. Ich hoffe, dass die Reizbarkeit dann auch zeitnah nachlässt, das kann so nicht bleiben.

Mit der für die Medikation zuständigen Ärztin werden wir einen Termin vereinbaren, und hoffentlich zeitnah bekommen - aber wie sind Eure Erfahrungen mit Intuniv, kennt ihr ähnliches von Euren Kindern? Und wie gut stehen die Chancen, dass die Nebenwirkungen, insb. die Reizbarkeit zumindest mittelfristig wieder verschwinden?

LG
Markus

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Beitragvon JohannaG » 22.02.2019, 07:48

Hallo Markus,

habe keine Erfahrung mit Intuniv, wohl aber mit Elvanse. Und keine guten. Bei meiner Tochter hat es auch gut gewirkt, dann nach einer Weile aber in der Wirkung nachgelassen. Und von jetzt auf gleich wurde sie extrem reizbar und aggressiv und hat in der Schule und zu Hause spektakuläre Wutausbüche an den Tag gelegt. Solches war vorher unter MPH nie passiert. Und ist auch nie wieder in dem Ausmaß passiert, nachdem wir Elvanse wieder abgesetzt hatten.
Ich würde also genau hinschauen, ob es nicht am Elvanse liegen kann. Und ja: es kann sein, daß da monatelang alles ok schien und auf einmal kippt es. Scheint bei Elvanse gar nicht so selten zu sein.

LG Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

Jakobspapa
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Beitragvon Jakobspapa » 22.02.2019, 14:01

Hallo Johanna,

das habe ich bzgl. Elvanse jetzt schon mehrmals gelesen, wäre durchaus auch eine Möglichkeit, die eben jetzt gerade mit dem Intuniv zusammenfällt, danke für den Hinweis. Unser Großer bekommt das nun seit über einem Jahr, bei ihm ist es bisher die perfekte Wahl, bei sehr ausgeglichener Stimmung. Das muss natürlich bei seinem Bruder nicht auch so sein, wir werden das bei der Ärztin ansprechen.

LG
Markus

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Beitragvon JohannaG » 22.02.2019, 14:13

Hallo Markus,

ja, das ist natürlich schon seltsam daß es gerade mit dem Intiniv zusammen fällt. Ich wollte nur eben drauf hinweisen, daß das mit Elvanse wirklich öfter passiert (haben mir Ärzte auch so bestätigt). Und daß es eben monatelang scheint als sei alles ok, und ganz plötzlich ändert sich das. bei uns ging das innerhalb einer Woche von "normal chaotisch" zu "absolut unberechenbar und aggressiv".

Wünsche euch, daß ihr die Ursache bald findet.

LG Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
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