Fehlverhalten Konsequenzen in der Schule

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Familiekühl
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Fehlverhalten Konsequenzen in der Schule

Beitragvon Familiekühl » 20.02.2019, 19:07

Guten Abend liebe Forumsmitglieder

da in letzter Zeit viel passiert ist und ich so langsam nicht mehr weiter weiss, ein kleiner Aufschrei meinerseits.

Mein Bub sorgt für reichlich Chaos in der letzten Zeit. Deshalb hagelte es zu letzt ein paar Konsequenzen. Bevor man mich falsch versteht, es geht nicht drum die Konsequenzen der Schule oder das Verhalten der Lehrer irgendwie zu verteufeln oder negativ auszulegen oder ähnliches. Die Schule handelt so wie sie es für richtig erachten. Das wird so akzeptiert. Aber vielleicht habt ihr ja einen Tipp.

In der Klasse unseres Kindes, welches aufgrund des Gewichtes aufgezogen wird. Mein Bub wollte dieses Kind einfach aus der Zone rausholen und schwänzte gemeinsam 3 Schulstunden. Konsequenz hier nacharbeiten der verpassten Stunden und Suspendierung für einen Tag um sich darüber Gedanken zu machen warum man keinen Unterricht schwänzt.

Mein Bub hat trotz verboten mit Schneebällen geworfen. Der Rektor suspendierte ihn daraufhin für einen Tag. Unser Bub musste einen Aufsatz schreiben, warum man an der Schule nicht mit Schneebällen werfen darf.
Der Klassenlehrer kam zu spät, teilte mir aber mit, dass er so nicht gehandelt hätte, kann die Strafe des Vorgesetzten aber nicht rückgängig machen. Unser Bub freute sich riesig über das verlängerte Wochenende!

Unser Bub wurde von einem Mitschüler beim Fehlverhalten (ich kann leider nicht näher drauf eingehen) auf dem Weg nach Hause beobachtet. Dieser erzählte es einen Tag später einem Lehrer. Natürlich wurde unser Kind ins Vorzimmer des Rektors zitiert. Er zeigte sich nicht einsichtig. Konsequenz Kind durfte sofort (ca. 9 Uhr) nach hause gehen und brauch am nächsten Tag auch nicht in die Schule kommen. Er muss etwas recherchieren und soll daraus lernen.

Ziemlich viel Text. Hoffentlich ist es verständlich geschrieben.
Abgesehen davon, dass ich arbeiten gehe und so langsam nicht mehr weiß wohin mit dem Kind. Bin ich auch irgendwie völlig ratlos. Früher halfen klare Ansprachen. Jetzt nutzt er Dinge um Kinder in schwierigen Situationen zu unterstützen und bringt sch selber in schwierige Situationen. Abgesehen davon ist jeder schulfreie Tag für mein Kind ein Freudentag.
Ich bin wirklich ratlos.

Habt ihr noch ideen? Falls ihr Fragen habt beantworte ich sie gerne.

Schönen Abend!

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 20.02.2019, 21:57

Hallo,

hm, also das Dritte kann ich nicht beurteilen, weil ich mir nichts drunter vorstellen kann. Die Reaktion vom Rektor ist pädagogisch natürlich Unsinn. Nummer eins finde ich eigentlich eine sympathische Aktion, geht halt aber trotzdem nicht, das weiß er ja selber, dass das sanktioniert wird. Nummer zwei, naja, ist auch klar, dass es da eine Sanktion geben kann, ist jetz aber auch nicht sooo ein schlimmes Vergehen.
Ich würde das jetzt ein bisschen gehäuft, aber insgesamt nicht so tragisch finden.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Beitragvon RikemitSohn » 20.02.2019, 22:06

Hallo,

als erstes würde ich das Gespräch mit der Schule suchen und denen klar machen, welche Freude ihre Strafen auslösen. Da wird dein Sohn nichts draus lernen.
Ausserdem bin ich sowieso nicht sicher, ob da reine Strafen helfen. Mein Sohn tut sich auch schwer gewisse Dinge zu verstehen. Da hilft nur reden. Und das würde ich bei deinem Sohn auch als bestes Mittel sehen. Es kann dann noch eine logische Konsequenz dazukommen. Aber strafen ohne zu reden halte ich für Blödsinn. Bei dem Schneeball würde ich das Kind z.B. für die restlichen Pausen neben das Lehrerzimmer setzen. Das erzeugt Langeweile und bringt dann eher zum Nachdenken.

LG Rike
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Beitragvon Chantal-Marie » 20.02.2019, 22:12

Nacharbeiten der geschwänzten Stunden ist ok aber Suspendierung? Sind wir bei der Polizei oder was? Die Reaktion ist vollkommen überzogen. Unser 3. Kind hat mehrmals mit gleichgesinnten die Schule geschwänzt, was hätte der sich über Schulausschluss gefreut........oder auch nicht. Mutter ist
bzw. war nicht immer nett................ :twisted:

Nr. 2, wegen Schneebälle werfen einen Tag Schulausschluß? Wurde der Rektor schon erwachsen geboren? Eine Ermahnung hätte es auch getan. Unser 3. Sohn ( inzwischen 28 ) hat mal einen Schneeball geworfen in dem ein Stein war ...........und leider auch getroffen. Fazit, eine Platzwunde am Kopf seines "Gegners" und ein Mega Anschiss vom Lehrer aber kein Schulausschluß. Das schlimmste war für Sohnemann dass Mutter telefonisch informiert wurde.............und die ist dann wie ein Vulkan explodiert. :lol:

Nummer 3, was nach der Schule ist hat dem Rektor nicht zu interessieren.........ich hätte mir Bubi-Petze geschnappt und ein paar klare Takte gesprochen, von wegen zum Rektor gehen. Wenn petzen dann bei Muttern und sonst nirgendwo. Die Strafe könnte sich der Rektor sonst wo hinschieben, würde ich nicht akzeptieren.

Allerdings waren das Kinder die an normalen Schulen waren aber ich denke da ist der Unterschied nicht sooooo groß.

Nimm das ganze nicht so tragisch, es sind Kinder und die machen auch mal Bockmist. Der Rektor sollte mal zurück denken.......... In diesem Sinne........lass dich nicht unterkriegen, du hast ein tolles Kerlchen.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

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Beitragvon Tanja2014 » 20.02.2019, 22:16

Hallo,
Ich denke auch, dass Du in der Schule darauf hinweisen solltest, dass die schulfreien Tage von Deinem Kind als Belohnung empfunden werden. Es müsste ja auch im Interesse der Schule sein, einen Weg zu finden, der beim Kind zur Einsicht führt.
Viele Grüße
Tanja
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kati543
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Beitragvon kati543 » 20.02.2019, 22:57

Hallo,
ich würde den Schulleiter um ein Gespräch bitten und ihn darauf hinweisen, dass diese ständigen Suspendierungen deinem Sohn eher gefallen. Er wird daraus nur lernen, dass er sich durch Ungehorsam schulfrei erkaufen kann.
Des weiteren würde ich den Schulleiter fragen, woher er das Wissen über das Fehlverhalten außerhalb der Schule hat. Im außerschulischen Bereich darf er nur unter sehr engen Einschränkungen überhaupt sanktionieren. Sein Wirkungsgrad endet eigentlich an der Schulhoftür. Nur weil ein Kind etwas behauptet und dein Kind dann auch noch widerspricht, ist das noch lange kein Grund. Schon mal gar nicht für 1,5 Tage Suspendierung.
Entschuldigt er sich nicht und ändert gravierend sein Verhalten, würde ich das Schulamt involvieren.
Im übrigen würde ich schriftlich Antrag auf Einsicht in die Schulakte stellen. Sowas muss ja alles festgehalten werden.
Den Suspendierungen würde ich (das musst du nun einzeln je nach Fall selbst beurteilen, ob gerechtfertigt oder nicht) zumindest teilweise widersprechen. Bitte bedenke dabei, dass der Ausschluss vom Unterricht für Tage eine Ordnungsmaßnahme ist, die man erst vergeben darf, wenn alles andere zuvor nicht funktioniert hat und wirklich gravierende Vergehen vorliegen. Das sind keine Kleinigkeiten.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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Beitragvon RikemitSohn » 20.02.2019, 22:58

Hallo,

hat dein Sohn schon eine negative Vorgeschichte an der Schule oder wird jeder Schüler so hart bestraft. Suspendierungen werden an den Schulen meines Sohnes nur bei Gewalt eingesetzt.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

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Beitragvon GabySP » 21.02.2019, 07:14

Guten Morgen,

am sinnvollsten finde ich auch den Gedanken, den Schulleiter davon in Kenntnis zu setzen, dass dein Sohn sich über zusätzliche Ferientage freut. Allein die Tatsache, dass er immer wieder suspendiert wird, könnte ein Hinweis sein, dass die Schule nicht unbedingt für deinen Sohn geeignet ist. Mein Sohn wurde bisher nie suspendiert, auch nicht für Vorfälle, für die andere suspendiert worden wären. Er hätte sich auch eher gefreut. Er musste dann andere Sanktionen über sich ergehen lassen (Strafarbeit, Nachsitzen, Schulhof vom Müll befreien). Das macht aber für die Lehrer mehr Arbeit als ein -anstrengendes- Kind zu suspendieren.

Bei Schneebällen werfen weiß ich aber von vielen Schulen, dass dann ohne Wenn und Aber sofort ganz hart durchgegriffen wird, auch mit Suspendierung.

Der Zuständigkeitsbereich der Schule endet tatsächlich auch nicht am Schultor. Mein Sohn wurde auf dem Schulweg angegangen, er hat das am nächsten Tag dem Klassenlehrer gesagt und die Schüler, die ihm den Schulranzen vom Rücken gerissen haben und das Mäppchen geklaut haben, wurden hart bestraft.

LG Gaby
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Beitragvon Kasi » 21.02.2019, 08:13

Guten Morgen, also mal ehrlich 😄- als Strafe fürs Schwänzen der Schule fern bleiben müssen ? Eine ziemlich sinnentleerte Konsequenz , oder ? Und ich empfinde auch die anderen Sanktionen als extrem überzogen und weder sinnvoll noch pädagogisch . Um nicht falsch verstanden zu werden , wirkliches Fehlverhalten braucht logische Konsequenzen , aber ich weiß nicht , wieviel Schneebälle ich als Kind geworfen habe , trotz verbot , und ich war auf einer strengen Schule ... es gab einmal einen Tadel , als ich mit Wasserbombe aus versehen den Lehrer getroffen habe , sber mehr auch nicht . Was will der Direktor erreichen ? Besserung , positives einlassen auf die Schule ? - so wird das nichts , Verhaltensänderung läuft immer nur über positive Verstärkung des Richtigen Verhaltens , menschlich gute Bindung .. und wenn ich richtig Gelesen habe , wollte er den dickeren Mitschüler durch sein Verhalten schützen ? Nicht der richtige Weg , sber durchaus wunderbar - auch vom Lehrer zu loben ! Wie gehts jetzt weiter ? Ändern wirst du diesen merkwürdigen Rektor nicht mehr , aber sieht schon so aus , als hätte er deinen Jungen auf dem Kieker und diese Methoden steigern hundertprozentig Widerwillen und Probleme . Kannst du wechseln ? Dieser Rektor presst dein Kind geradezu in die negativ - Rolle . Tut mir leid für deinen Jungen . Ich hab immer die Erfahrung gemacht , dass Kinder sehr wohl reflektieren können , wenn man ihnen erklärt , der Weg sei Mist , Fehler müssen ausgebügelt werden , sber trotzdem würde ich den positiven Ansatz auch immer deutlich bemerken . Was sagt dein Sohn dazu ? Fühlt der sich falsch behandelt ? L g Kasi
mit Tochter 7/1990 Allergien,Asthma
und Sohn 7/ 2010 Sensorische Intergationsstörung, Reizregulationsstörung,Aufmerksamkeitsstörung

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kati543
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Beitragvon kati543 » 21.02.2019, 08:25

Hallo Gaby,
doch, der Zuständigkeitsbereich endet am Schultor - es gibt nur einige wenige Ausnahmen. Tatsächlich gehört die deine dazu.
Aber bei „Ein anderer Schüler hat etwas BEOBACHTET...“ - tja was denn? Solange nicht ein weiterer Lehrer oder Schüler exakt dieser Schule bei dem Fehlverhalten involviert war, darf der Schulleiter hier nicht sanktionieren. Es muss schon Gewalt in irgendeiner Art und Weise gegen einen anderen Schüler oder Lehrer der gleichen Schule ausgeübt werden.
Das heißt natürlich nicht, dass ein Kind sich alles erlauben darf außerhalb der Schule, nur ein Schulleiter ist da eben nicht zuständig. Hier muss dann eben je nach Tat die Polizei, Jugendamt,... involviert werden.
Nur derart viele Ausschlüsse vom Unterricht haben ja auch irgendwann man Konsequenzen. Soetwas geht ja nicht ewig.
LG
Katrin
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O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)

D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)


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