Fehlverhalten Konsequenzen in der Schule

Diese Rubrik braucht man einfach immer! Sie umfasst alle Infos, Tipps, Fragen und Antworten zu Themen, die sich nicht in die oben genannten Kategorien einordnen lassen.

Moderator: Moderatorengruppe

RikemitSohn
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 640
Registriert: 20.09.2015, 23:25

Beitragvon RikemitSohn » 21.02.2019, 22:00

Hallo,

ich finde, du verlangst sehr viel von deinem Sohn. So wie es aussieht benimmt er sich auf Grund von Problemen so, die noch gar keinen Namen haben. Da ist es schwierig zu helfen. Doch auch wenn ihr irgendwann eine Diagnose habt, wird dein Sohn nicht plötzlich ein anderer. Es wird keinen Ausknopf geben und er wird durch Medikamente kein anderer.
Ich verstehe dein Anliegen. Doch würde ich auch mal sehen, dass dein Sohn sich beim solidarischen Schwänzen ganz toll für jemanden eingesetzt hat. Natürlich mit falschen Mitteln, aber er ist noch ein Kind. Anstatt ihn zu suspendieren, wäre ein Gespräch, was er stattdessen tun kann, bestimmt sinnvoller gewesen.
Dein Sohn hat Schwierigkeiten und er begeht Fehler-ja. Aber deshalb habt ihr nicht die Pflicht alles von der Schule zu akzeptieren.Achtet darauf, dass es angemessen bleibt und setzt euren Sohn nicht noch zusätzlich unter Druck. Verhaltensänderungen brauchen Zeit und Bemühungen von allen Seiten.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Werbung
 
GretchenM
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 413
Registriert: 26.01.2016, 18:53

Beitragvon GretchenM » 21.02.2019, 22:09

@ Rike

Toll beschrieben!

Familiekühl
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 27
Registriert: 20.01.2019, 13:22

Beitragvon Familiekühl » 22.02.2019, 06:43

Hallo


Wir haben mit ihm darüber gesprochen. Dass er auf etwas aufmerksam machen wollte, das beleidigen des Klassenkameraden, und wie das geholfen hat. Wir haben ihn dafür gelobt und versucht die balance zwischen das hast du toll gemacht und warum die schule so handelt zu zu finden. Wir sind dann zusammen zu dem Schluss gekommen dass er völlig falsche Mittel benutzt hat und er und das andere Kind zusammen überlegen, was man stattdessen tun kann.

Durch eine Diagnose wird er nicht anders, das ist uns auch klar. Vielleicht wird es einfacher ihm zu helfen. Auch mit den Medikamenten war nicht so gedacht, dass er sie bekommt und dadurch alle Probleme verschwinden. Schulbegleitung und Lehrer sagen, Wenn pädagogisch Hilfen ausgeschöpft sind, dann muss man weitere Möglichkeiten in Betracht ziehen. Deshalb haben wir uns informiert und der Schule dass Ergebnis mitgeteilt.

Vg

Benutzeravatar
JasminsMama
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1389
Registriert: 09.08.2010, 11:27
Wohnort: Region Heidelberg / Baden-Württemberg

Beitragvon JasminsMama » 22.02.2019, 08:47

mariannna hat geschrieben:ob ein Kind seine Suspendierung als Strafe empfindet oder nicht , das liegt ja in der Hand der Eltern.

Klar, wenn ich mein Kind am Tag der Suspendierung ausschlafen lasse und es danach vor dem Fernseher/Pc/Tablet... parke, klar, dann ist die Suspendierung keine Strafe!

Würde sich mein Kind dermaßen daneben benehmen, dass es suspendiert wird (und da muss schon was schlimmes vorgefallen sein), dann würde ich seinen Tag so gestalten, dass er es sehr wohl als Strafe empfindet. Und ich würde ihn auch bringen, darüber nachzudenken, was er gemacht hat und evt einen Aufsatz darüber schreiben lassen.

Die Lehrer können nicht die ganze Erziehungsarbeit übernehmen.
MfG,Marianna


Hallo Marianna,
ich finde das, was Du schreibst, schwer umzusetzen.
Denn wenn das Kind suspendiert wird kann ich nicht automatisch, spontan Urlaub nehmen um es zu Hause zu "bestrafen".

Ich kann es wecken, aber wenn ich außer Haus bin, würde es sich wieder hinlegen und schlafen bis ich komme.

Klar würde es dann am Nachmittag Gespräche und auch Dinge geben, die den Tag weniger schön für das Kind machen, aber da z.B. mein Kind das frühe aufstehen am blödesten findet, wäre die Suspendierung für sie somit in erster Linie etwas "positives" und somit der Lerneffekt gleich null.

VG
Sandra
Sandra 06/76
Jasmin Marie 05/02 globale Entwicklungsverzögerung, vis. Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung, starke Hyperopie rechts, hochpathologisches EEG (Besserung seit Jan. 12),
PG 3, SBA 80% B, G, H
***Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht***

Benutzeravatar
sabine und Wolfgang
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 5098
Registriert: 12.06.2007, 20:32
Kontaktdaten:

Beitragvon sabine und Wolfgang » 22.02.2019, 21:30

Hallo

Rike da bin ich voll bei dir, genau das hab ich als erstes gedacht als ich es gelesen habe. Vor allem lassen sie ihn den Unterricht nachholen, was ich ja noch als richtig ansehe, aber ihn dann quasi als Strafe wieder einen freien Tag einräumen, wo er doch die Strafe wegen schwänzen bekommen hat ... ist für mich widersprüchlich.
Auch das er dem Kind das gemobbt wird helfen wollte find ich vom Grundsatz her einen feinen Zug. Ich hoffe das Thema Mobbing wurde dann in der Klasse aufgegriffen.

Wieso lassen sie ihm denn als Strafe nicht irgendetwas machen, das er in der Schule ungerne macht ? Sowas wie nach der Pause Müll aufsammeln der achtlos weggeworfen wurde z.B.
Das ist etwas, das den Kindern erstmal unangenehm sein könnte und äusserst uncool wirkt.

Das Thema Schneeballwerfen ist, und wird in jeder Schule und jedes Jahr aufs Neue ein Thema sein. Ich denke da ist es egal von welchem Alter wir sprechen. Natürlich kann was passieren, das wissen wir, aber :roll:

Zum Verpetzen ... es ist natürlich schwierig zu urteilen wenn man den Sachverhalt nicht kennt. Inwieweit es wichtig war, dass das andere Kind das "Vergehen" angesprochen hat, wissen wir nicht. Handelte es sich allerdings um eine Lapalie hätte es ausgereicht wenn euch die Schule informiert und ihr als Eltern reagieren hättet können.



LG Sabine
Jonas mit Phelan Mcdermid Syndrom geb. 03/06
stark hypoton, kein krabbeln, laufen ,keine Sprache.... kann seit 02.04. 2011 frei sitzen

WARTE NICHT AUF GROSSE WUNDER -
SONST VERPASST DU VIELE KLEINE

Michaela44
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 928
Registriert: 15.06.2016, 12:49

Beitragvon Michaela44 » 22.02.2019, 23:14

Hallo,

@Sabine: Warum sie ihm keine andere Strafe aufbrummen wie Müllsammeln? Ganz einfach: weil sie es durchsetzen müssen und das ist anstrengend. Eine Suspendierung ist einfacher. Vielleicht ist der Direktor aber auch einfach zu weit von der Lebenswelt der Kinder entfernt und glaubt tatsächlich, dass eine Suspendierung Respekt verschafft.

@FamilieKühl: du schreibst, dass außer den drei Vorfällen es aktuell keine Probleme gibt. Ich finde, dass diese drei "Vergehen" in keinster Weise Medikamente rechtfertigen, die in die Hirnstruktur eingreifen und langfristige oder gesundheitsschädigende Nebenwirkungen haben können. Das bißchen über die Stränge schlagen finde ich überhaupt nicht auffällig sondern völlig normal für ein Kind. Wer legt denn fest, ob alle pädagogischen Mittel ausgeschöpft sind? Wurden denn überhaupt die RICHTIGEN pädagogischen Mittel ausgewählt? :?

Nachtrag: wenn er eine Autismusdiagnose bekommen sollte, wird sich sein originelles Verhalten, dass du eliminieren möchtest, mit keinem Medikament der Welt beseitigen lassen. Er hat dann andere Wünsche, Bedürfnisse und Wahrnehmungen, die es anzunehmen gilt und nicht auszutreiben. (Damit meine ich nicht, dass man Verhalten akzeptieren soll, mit dem anderen Schaden zugefügt wird, sondern dass er seine eigene Sichtweise haben wird und dann hilft nur erklären, erklären, erklären)
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

GretchenM
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 413
Registriert: 26.01.2016, 18:53

Beitragvon GretchenM » 22.02.2019, 23:58

Ergänzend zu dem, was Michaela geschrieben hat, möchte ich sagen, dass nicht nur bei einem Autismus sondern auch in vielen anderen Fällen ein Medikament nicht unbedingt etwas bewirken muss. Sowohl bei ADHS als auch bei einer ASS geht es um Wahrnehmung, Interpretation eigener Handlungen und der Handlungen anderer und da hilft keine einfache „Pille“

Gerade dieses „Sich in Schwierigkeiten bringen um anderen zu helfen“ und das starke Gerechtigkeitsempfinden kommt mir unheimlich bekannt vor und da helfen mit Sicherheit keine sinnentleerten, in keinem logischen Zusammenhang stehenden Strafaktionen.

Im Gegenteil, aus beruflicher und privater Erfahrung weiß ich, dass das nur zu noch weniger Dazulernen, zu Zumachen, zu Trotz, zum absolut nicht mehr bereit sein, einem Lehrer zu vertrauen führen kann - wenn es zu krass wird. Da helfen dann auch keinerlei Medikamene mehr.

Anjali
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2485
Registriert: 15.02.2008, 11:15

Beitragvon Anjali » 23.02.2019, 09:16

Ich denke auch, dass ihr euch von der Schule nicht unter Druck setzen lassen solltet betreffs Medikamentation.
Seitens der Schule sieht man anscheinend alle pädagogischen Maßnahmen ausgereizt. Aber das will ja eigentlich noch nicht viel heißen. Regelschullehrer sind keine Sonderpädagogen oder Verhaltenstherapeuten.

Dein Sohn bekommt doch Verhaltenstherapie?
Wie schätzt denn der Therapeut die schulische Situation ein? Hat er alternative Lösungsvorschläge? Könnte er evtl. in der Schule hospitieren und beratend zur Seite stehen?

Ich schließe mich den Gedanken meiner Vorschreiberinnen an.
Allerdings denke ich schon, dass es sich nicht um ein einfaches Über-die Stränge-Schlagen handeln muss.
In deinem Vorstellungsthread gingst du ja etwas ausführlicher auf die allgemeine und die schulische Problematik ein, u.a. auch auf die Umstände des Schneeballwurfes.

Du selbst vermutest eine latente Überforderung durch das schulische Umfeld, die Schule sei vielleicht nicht die richtige für deinen Sohn.
Einem Autismusverdacht wurde bereits nachgegangen.
Insofern kann ich dich nur darin bestätigen, eine weitere Ursachenforschung voranzutreiben und bestenfalls eigene bzw. alternative Lösungsansätze vorzustellen.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (17 Jahre / Asperger-Autist)

Familiekühl
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 27
Registriert: 20.01.2019, 13:22

Beitragvon Familiekühl » 25.02.2019, 20:36

Hallo

Wer festlegt ob alle und die richtigen pädagogischen Maßnahmen ausgeschöpft sind. Unser Schulbegleiter hat das angesprochen. Die Lehrer und er, nehme ich an. Ich wollte halt nur gewappnet sein, Wenn das Gespräch darauf hinausläuft.

Ja unser Sohn bekommt Verhaltentherapie. Allerdings war das ein länger Kampf mit der Krankenkasse. Da keine wirkliche Diagnose vorliegt würde der Sinn der Verhaltenstherapie und der Erfolg nicht sicher sein. Aber wir haben erst vor kurzem gestartet. Noch ist es ein herausfinden was helfen kann. Aber auch die Therapeutin ist sicher, dass es keine Freistellung vom Unterricht ist.

Das was der Mitschüler "verpetzt" hat, betrifft nur unseren Sohn. Er hat was gemacht was in seinem Alter nicht so sinnvoll ist. So wie Energy Drinks zu sich nehmen. Z.B.

Ich finde es auch ungemein schwierig, eine Konsequenz zu finden die in einem logischen Zusammenhang steht.

Das Umfeld sagt, dass unser Kind nicht wirklich überfordert sein kann. Trotz wenig Aufwand hat er gute Noten. Oberes Mittelmaß.

Heute war es ein anstrengender Tag, deshalb ist es vielleicht alles ein wenig durcheinander. Vielleicht hätte ich heute besser nicht geantwortet. Aber ich wollte einfach den Kopf frei bekommen.

Schönen Abend allen.
VG
Barbara

Werbung
 
RikemitSohn
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 640
Registriert: 20.09.2015, 23:25

Beitragvon RikemitSohn » 25.02.2019, 21:30

Hallo Barbara,

leider haben viele Schulen nicht viel zu bieten, was das Pädagogische betrifft. Kann also bei deinen Sohn durchaus sein, dass noch lange nicht alles ausgeschöpft ist an Ideen ,nur weil die Schule das sagt. Diese Aussage habe ich auch schon zu hören gekriegt. Das solltest du im Hinterkopf haben und bei solchen Aussagen genau nach den Maßnahmen, die angewand wurden, fragen.
Die Aussage, dass gute Noten keine Überforderung bedeuten, stimmt nicht. Ein Kind kann auch bei guten Noten mit einer Situation überfordert sein. Die soziale Interaktion, die Konzentration, die Lautstärke... . Bei meinem Sohn wurden die guten Noten lange als Grund gegen ADHS gesehen. Letztendlich war es einfach so, dass er sich für den Schulstoff gar nicht konzentrieren musste. Und hat man hinter die Noten geschaut, hat man auch gemerkt, wie langsam, unorganisiert, chaotisch er auch mit einer eins war.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB


Zurück zu „Sonstiges“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste