Kirsten2 heute bei @sterntv- Selbständigkeit durch Inklusion

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mariannna
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Beitragvon mariannna » 21.02.2019, 23:22

@Inga

oder ist es so, dass der Friseursalon Hans 1000€ (=30%) zahlen will...und der IFD soll nochmal 70% oben drauf legen??
Irgendwie etwas verwirrend alles.... Wurde auch nicht wirklich erklärt im Interview. :?:

Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 22.02.2019, 04:48

@Marianne,
@Marianne,
doch, sowas gibt es gelegentlich.
Bei meiner Friseurin (Meisterin) arbeitet eine reguläre Angestellte sowie eine weitere stundenweise, die sich dann ums Fegen, Handtücher wegräumen, Kaffee bringen, ans Telefon gehen, Haare waschen kümmert. Also ein ähnliches Spektrum wie oben genannt, halt „ungelernt“.
Manchmal darf sie seit kurzem auch Haare auf Lockenwickler drehen u.ä., aber dann sind die Kundinnen meistens auch Bekannte von ihr und/oder der Chefin - alles sehr familiär da, eine wirklich kleine, wenig schicke „Friseurbutze“ :D
Eigentlich hat sie noch einen anderen (regulären, gelernten) Beruf, ist aber eine Freundin der Chefin und darf sich da stundenweise was dazuverdienen.
Hi Ulla,

Klar kann man sich durch fegen etc stundenweise etwas dazuverdienen, wie die Bekannte deiner Friseur in!

Hier geht es aber anscheinend darum, dass für 16 Stunden "Arbeit" pro Woche (von denen nur ca 30% wirklich produktiv sind) ein Vollzeit—Gehalt inkl. aller Lohnnebenkosten gezahlt werden soll, und zwar größtenteils (zu 70%) vom Steuerzahler.

LG,Marianne
P.S. Ich kann die Mama von Hans natürlich verstehen, wenn sie es toll fände, dass ihr Junge einen sozialversicherungspflichtigen Job hätte.... Aber mit nur 16Std Arbeit pro Woche ist das schon für eine gelernte und produktive Kraft schwierig!
Und der Friseurmeister fände es wahrscheinlich auch toll, einen Mitarbeiter für die ungeliebten, langweiligen Aufgaben zu haben, der ihn fast nichts kostet und der gleichzeitig eine tolle Werbung ist.[/b]
in meiner Antwort geht es gar nicht um den Artikel, sondern nur darum, dass du die Existenz solcher ungelernten Stellen bei irgendwelchen Luxussalons vermutet hast. Also was du in deinem „P.S.“ schreibst.
Ich dachte eigentlich, das wird aus meinem Text klar :roll:
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

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Beitragvon JustinsMum » 22.02.2019, 06:15

Ich weiß warum ich hier nichts schreibe.

Ich wünsche Dir Kirsten2 an dieser Stelle alles Gute, Durchhaltevermögen und würde mich sehr freuen vom Ausgang zu erfahren. Vielen Dank das Du Dich dafür einsetzt, denn Dein Kind so zu integrieren bedeutet für uns eine echte Chance es auch zu schaffen. Den IFD und was da alles noch so dran hängt halte ich eh für eine Zumutung.

Grüße aus Ba-Wü

justinsMum

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Beitragvon Sigrid Zas » 22.02.2019, 08:17

Hallo Mariannna,

Du findest es nicht ok ,dass der Steuerzahler die 70% der Lohnkosten übernehmen soll, verstehe ich das richtig?

Wo sollte den Hans deiner Meinung nach sein?
Wäre das billiger für den Steuerzahler?

Ich denke, die reine ökonomische Betrachtung ist nicht der richtige Weg, aber selbst bei dieser bin ich nicht sicher ob es gesamtgesellschaftlich nicht günstiger ist jemand so zu fördern.

Vg sigrid
Sigrid mit Tochter L *2005 geistig behindert, nach umfangreicher Diagnostik immer noch ohne Diagnose

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Beitragvon * anja * » 22.02.2019, 08:43

Hallo,

ich drücke Hans auch ganz fest die Daumen und würde mich freuen wenn uns Kirsten2 auf dem Laufenden hält.

Diese Diskussion hier find ich übrigens echt gruselig. Hier geht es doch nur darum, die Behinderten ja in den Werkstätten zu halten, egal was es kostet. Und selbst wenn der Friseur mit Hans ein Plus erwirtschaftet, na und ? Es werden schon keine Millionen sein. Also mein Chef hat mich auch angestellt um mit mir Geld zu verdienen.
Viele Grüße

Anja

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Beitragvon Senem » 22.02.2019, 08:53

Hallo,

ich finde es immer wieder unheimlich traurig, wie abwertend über die Werkstatt für behinderte Menschen geschrieben wird!

Man sollte dankbar sein, das es für Behinderte so eine Möglichkeit gibt!

Denn wenn es so etwas nicht gebe, ist das Geschrei riesig :roll:
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Beitragvon Engrid » 22.02.2019, 09:23

Hallo,

https://www.swp.de/suedwesten/staedte/u ... 40192.html

Hier steht’s doch, wie das zu rechnen ist. Der IFD
entscheidet aufgrund einer Beurteilung des Behinderten auch, welche Förderung infrage kommt: Eine, die den 18-Jährigen in einen sozialversicherungspflichtigen Job bringt, mit dem bescheinigt wird, „dass er gemäß des Vertrages 30 Prozent Leistung bringt“, erklärt die Mutter. In diesem Fall würde der Friseur 70 Prozent Lohnkostenzuschuss erhalten. Oder: Hans wird als Arbeitnehmer betrachtet, der „nicht in einem in vollem Umfang sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis vermittelt werden kann“. Weil seine Arbeit weniger als 30 Prozent für den Betrieb erbringe. „Dann bekommt der Friseur einen Zuschuss von 95 Prozent.“ Das bedeute, dass Hans eine intensive Betreuung – wie in einer Behindertenwerkstatt – benötige.
Hans bekommt sein Netto raus, wie wir alle, da dürfte er ungefähr auf bissl über GruSi-Niveau sein.
Wenn der IFD dabei bleibt, dass Hans weniger als 30% leistet, dann müsste am Arbeitsplatz, um überhaupt Förderung zu bekommen, eine Förderung auf WfMB-Niveau stattfinden, auf Deutsch: Hans würde nicht beim Friseur arbeiten können, sondern in die WfMB gezwungen werden.

https://www.integrationsaemter.de/ZB-3- ... index.html#

Das Geld kommt übrigens nicht vom Steuerzahler, sondern aus den Mitteln der Ausgleichsabgaben (das ist das Geld, was Firmen und Behörden zahlen, um sich von der Beschäftigung von Schwerbehinderten freizukaufen).

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Beitragvon Sandra1978 » 22.02.2019, 09:29

Hallo Semen,

Klar ist es wichtig da es Werkstätten gibt. Aber sollte immer nur die 2. Wahl sein.

Ich finde es gut das es Chefs gibt die trotz der Mehrarbeit "Behinderte" einstellen. Und die IFA sollte eigentlich dafür dieses zu fördern und nicht zu zerstören.

Gruß andra
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Beitragvon Engrid » 22.02.2019, 09:40

Nachtrag aus gut unterrichteten Kreisen: :wink:
Die angeblichen 1000€ sind der einzige inhaltliche Fehler im Beitrag. Tatsächlich will der Friseur dem Hans für seine 16 Stunden Arbeit den Mindestlohn zahlen (wie es auch jemand ohne Behinderung bekäme).

Ich drücke weiter die Daumen, dass nicht nur Hans als „Pionier“, sondern auch viele andere Menschen mit geistiger oder anderer Behinderung ihre faire Chance bekommen auf dem ersten Arbeitsmarkt inklusiv zu arbeiten. ✌️

Grüße
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Beitragvon Tanja2014 » 22.02.2019, 10:03

@Inga: Als WfbM-Beschäftigter hätte Hans, wenn ich richtig informiert bin, Anspruch auf Grundsicherung. Das ist vermutlich in der Konstellation mit dem IFD beim Friseur nicht so ohne Weiteres gegeben. Insofern ist hier vermutlich nicht ausgehend von den 16 Stunden kalkuliert worden, sondern mit Blick darauf, dass Hans finanziell am Ende des Tages ähnliche Möglichkeiten hat wie ein WfbM-Beschäftigter. Bei den 16 Stunden sollte man aus meiner Sicht außerdem bedenken, dass Hans in der Zeit durchgängig Vollgas geben muss und in der WfbM vermutlich eine vergleichbare Leistung bei Bedarf auch in mehr Zeit oder mit mehr bzw. längeren Pausen zwischendrin erbringen könnte.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)


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