Kirsten2 heute bei @sterntv- Selbständigkeit durch Inklusion

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grace
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Beitragvon grace » 20.02.2019, 23:16

Hallo Katrin,

Also ich finde überhaupt nicht das der Frisörsalon mit der Behinderungen von Hans Werbung macht, es wird nur gesagt das Hans ein gutes Klima in den Salon bringt und offensichtlich gut mit den Kunden kann, das sind Eigenschaften die man bei jedem Mitarbeiter gerne sieht und nicht an eine Behinderung gebunden sind.

Wer garantiert dir außerdem das alle Menschen es gut finden von einem jungen Menschen mit DS bedient zu werden? Einige Kunden werden sicherlich begeistert sein, aber es gibt auch viele mit Vorurteilen und solche die das ablehnen; der Salon könnte theoretisch auch Kunden verlieren, also ob das eine gewinnbringende Marketing Strategie ist sei mal dahingestellt.

Was die Arbeit betrifft, fegen, Haare waschen, föhnen, putzen, Produkte ein und ausräumen etc. sind genauso wichtig wie Haare schneiden und frisieren, einer muss das nun mal machen und es kostet Geld, auch wenn es ein fertig ausgebildeter Friseur Meister macht. Gut, Hans wird wahrscheinlich etwas langsamer sein, aber er verdient ja auch weniger und ist sich sicher auch in ein paar Jahren nicht zu fein diese Tätigkeiten weiter auszuführen, gute Frisöre dagegen verlassen oft nach abgeschlossener Ausbildung der Salon um sich selbstständig zu machen oder anderswo Erfahrungen zu sammeln.

Im übrigen kann man es gar nicht ausschließen das Hans in der Zukunft auch lernt bei anderen Tätigkeiten im Salon mitzuhelfen, es ist immer mehr bewiesen das Menschen mit DS und anderen leichteren geistigen Behinderungen zwar sehr langsam lernen, aber stetig und weit viel mehr als man anfangs glaubte.

Mit dem bürokratischen Kram kenne ich mich nicht aus, aber es muss doch ein Weg gefunden werden den Jungen anzustellen, eine WfbM kostet doch viel mehr!

LG

Grace

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Beate139
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Beitragvon Beate139 » 21.02.2019, 05:36

Hallo,

also der Medienrummel ist jetzt natürlich nach Ausstrahlung der Sendung da. Aber er ist ja nicht selbstgemacht vom Friseur, sondern aus dem Unmut daraus entstanden, wie Ämter mit einem behinderten Menschen umgehen. Hätte das Amt sofort reagiert und zugestimmt, wäre alles seinen normalen Gang gelaufen, hätte es nie einen Artikel und einen Auftritt in der Sendung gegeben.

Ob ich mir die Haare von Hans waschen und fönen lassen würde, kann ich in der Tat nicht wirklich beantworten. Ich finde es klasse, das er dort arbeiten kann, aber eigentlich geht man in einen Frisiersalon, um Profis an die Haare zu lassen. Waschen vielleicht ok, aber fönen dürfte er bei mir wohl eher nicht.

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 21.02.2019, 06:57

Hallo,

ich habe selber mal in einem Frisörsalon gejobbt. :P Natürlich gibt es in Frisörsalons ungelernte Hilfskräfte, die fegen, Farbtöpfe bringen, Kaffee servieren, Handtücher auffüllen, Haare waschen, ... (Fönen hätte ich mir nicht zugetraut, aber ich war da ja auch nur kurz)
Ich hoffe sehr, Hans bekommt seinen Job und die 70% vom Amt.
Man muss als Eltern und auch als Arbeitgeber riesige Bürokratiemonster besiegen, um einfach fürs Kind einen Job am ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Kirsten2 geht es leider nicht alleine so. Das habe ich auch in meinem Umfeld schon erlebt. Da muss noch viel Umdenken passieren ...

Grüße
Engrid
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Beitragvon monika61 » 21.02.2019, 08:48

Hallo zusammen,

wer die Sendung verpasst hat, kann sich den Beitrag
hier im Video , noch ansehen :wink:


https://mobil.stern.de/tv/dieser-jugend ... 85952.html


LG
Monika

mariannna
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Beitragvon mariannna » 21.02.2019, 12:46

Hallo,

ich verstehe das Problem gar nicht.

Wer verbietet es dem Friseurmeister denn, den jungen Mann als ungelernte Kraft einzustellen und ihm einen fairen Hilfsarbeiterlohn zu zahlen? Wenn Hans jetzt seit 14 Monaten da arbeitet und "genauso wirtschaftlich ist wie jede andere ungelernte Kraft", dann soll er das doch tun.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass da irgendeine Behörde da was gegen hat bzw das überhaupt verbieten kann!
Oder geht's hier um was ganz anderes?

LG,Marianne

P.S. Ich persönlich war noch nie bei einem Friseur, wo extra Personal eingestellt wurde, um Haare wegzufegen oder Handtücher einzuräumen oder die Spülmaschine auszuräumen. Aber ich war auch noch nie bei einem Edelfriseur-Salon, wo man eine Handmassage bekommt. :D
Aber okay.... Wenn sich da für behinderte Menschen ein Markt auftuen sollte-ist doch super!

Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 21.02.2019, 14:28

@Marianne,
doch, sowas gibt es gelegentlich.
Bei meiner Friseurin (Meisterin) arbeitet eine reguläre Angestellte sowie eine weitere stundenweise, die sich dann ums Fegen, Handtücher wegräumen, Kaffee bringen, ans Telefon gehen, Haare waschen kümmert. Also ein ähnliches Spektrum wie oben genannt, halt „ungelernt“.
Manchmal darf sie seit kurzem auch Haare auf Lockenwickler drehen u.ä., aber dann sind die Kundinnen meistens auch Bekannte von ihr und/oder der Chefin - alles sehr familiär da, eine wirklich kleine, wenig schicke „Friseurbutze“ :D
Eigentlich hat sie noch einen anderen (regulären, gelernten) Beruf, ist aber eine Freundin der Chefin und darf sich da stundenweise was dazuverdienen.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (14): Gendefekt, Epilepsie etc.

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Beitragvon Engrid » 21.02.2019, 16:51

Schon klar, Hans bringt Arbeitsleistung, aber halt die berechneten 30% von der Norm. Damit sich das gerecht ausgleicht für beide Seiten, soll das Amt eben 70% der Entlohnung übernehmen. So hat der Betrieb ein faires Kosten-Nutzen-Verhältnis, und Hans bekommt für seine 16 Wochenstunden die er mit seiner vollen Kraft arbeitet auch faire Entlohnung. Sozialabgaben usw sind ja sicher auch abzuführen.
Finde die Rechnung nachvollziehbar, wird ja gesagt, er ist langsamer, und braucht an manchen Tagen (noch) „Stütze“.
Mir scheint das ein brauchbares Modell für Inklusion am Arbeitsmarkt.


Und wahrscheinlich werden es viel mehr als 30%, wenn er dort lange eingearbeitet ist, sich wohl und sicher fühlt, dazulernt ...
Engrid
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Beitragvon mariannna » 21.02.2019, 21:39

Hallo,

Also nachdem ich mir nun das Stern-TV Interview angeguckt und den Artikel dazu gelesen habe, kann ich nur den Kopf schütteln! So eine schlechte journalistische Arbeit! Da wird irgendwie so getan, als wenn ein sozial eingestellter Friseurmeister einen fitten jungen Mann mit Behinderung als Arbeitnehmer einstellen möchte - und das Amt da irgendetwas dagegen hätte!
Der Friseurmeister betont ständig, wie toll Hans arbeitet und dass er "genauso wirtschaftlich ist wie jede andere ungelernte Kraft" (https://www.stern.de/tv/dieser-jugendli ... 85952.html), will aber gleichzeitig Hans nicht den gleichen Lohn zahlen, wie "jeder anderen ungelernten Kraft", sondern nur 30% des üblichen Lohnes für eine solche Tätigkeit. Den Rest soll bitte der Integrationsfachdienst -sprich der Steuerzahler - übernehmen.

Dass es dem Friseurmeister nur um die Lohnersparnis von 70% geht, wird jedoch weder in dem Interview, noch in dem dazugehörigen Artikel offen gesagt ..... Stattdessen wird so getan, als würde ihm verboten, den jungen Mann einzustellen.
Naja....Stern TV halt :roll:




Ullaskids hat geschrieben:@Marianne,
doch, sowas gibt es gelegentlich.
Bei meiner Friseurin (Meisterin) arbeitet eine reguläre Angestellte sowie eine weitere stundenweise, die sich dann ums Fegen, Handtücher wegräumen, Kaffee bringen, ans Telefon gehen, Haare waschen kümmert. Also ein ähnliches Spektrum wie oben genannt, halt „ungelernt“.
Manchmal darf sie seit kurzem auch Haare auf Lockenwickler drehen u.ä., aber dann sind die Kundinnen meistens auch Bekannte von ihr und/oder der Chefin - alles sehr familiär da, eine wirklich kleine, wenig schicke „Friseurbutze“ :D
Eigentlich hat sie noch einen anderen (regulären, gelernten) Beruf, ist aber eine Freundin der Chefin und darf sich da stundenweise was dazuverdienen.


Hi Ulla,

Klar kann man sich durch fegen etc stundenweise etwas dazuverdienen, wie die Bekannte deiner Friseur in!

Hier geht es aber anscheinend darum, dass für 16 Stunden "Arbeit" pro Woche (von denen nur ca 30% wirklich produktiv sind) ein Vollzeit—Gehalt inkl. aller Lohnnebenkosten gezahlt werden soll, und zwar größtenteils (zu 70%) vom Steuerzahler.

LG,Marianne
P.S. Ich kann die Mama von Hans natürlich verstehen, wenn sie es toll fände, dass ihr Junge einen sozialversicherungspflichtigen Job hätte.... Aber mit nur 16Std Arbeit pro Woche ist das schon für eine gelernte und produktive Kraft schwierig!
Und der Friseurmeister fände es wahrscheinlich auch toll, einen Mitarbeiter für die ungeliebten, langweiligen Aufgaben zu haben, der ihn fast nichts kostet und der gleichzeitig eine tolle Werbung ist.[/b]

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Beitragvon Engrid » 21.02.2019, 21:48

Guten Abend,

@Mariannnna, setzt Du die Arbeit in der WfMB auch in Anführungszeichen?

Von einem Vollzeitgehalt war nie die Rede.
Aber schön, dass Du Dir den Beitrag und den Artikel jetzt noch angesehen/durchgelesen hast, nachdem Du Dir davor schon Deine Meinung gebildet hattest ...

Grüße
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Beitragvon Inga » 21.02.2019, 22:11

Hallo, also grundsätzlich finde ich es eine Schande, dass Hans´Stelle nicht gefördert werden soll!
Ich bin total genervt von Ämtern, wo keine menschlich denkt und alle nur auf § rum reiten. :evil:

Aber was ich nicht verstehe, hab ich mich verhört, oder verrechnet, oder...
Es geht um 16 Wochenstunden und um ein Gehalt von 1000 € / Monat, das ist ein Stundenlohn von über 14 €. :shock:
Bei uns hier verdienen Fachkräfte (Erzieher, Krankenschwestern, HEP,...) nur 16 € pro h.
Ist der Stundenlohn für ungelernte Kräfte in Ulm wirklich so hoch???

Irritierte Grüße
Inga Habig
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