Erhöhung Medikinet ret -> weinerlich

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Karin850
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Erhöhung Medikinet ret -> weinerlich

Beitragvon Karin850 » 12.02.2019, 19:41

Hallo,

wir haben letztes Jahr Pfingsten rum schon einen Versuch gestartet von Medikinet ret 15mg auf 20mg zu steigern (was laut Arzt die entsprechende Dosis vor sein Gewicht wäre). Er wurde daraufhin extrem weinerlich, so dass sogar die Klassenlehrerin auf mich zu kam, ob irgendwas in der Familie vorgefallen wäre, was in belasten könnte. Wir sind dann nach 14 Tagen nach Rücksprache mit dem Arzt wieder auf 15mg zurück gegangen, die er ohne Probleme verträgt. Nun meinte der Arzt, wir sollen nochmal einen Versuch unternehmen und ihm 20mg geben. Das bekommt er jetzt seit einer Woche und er ist seit 2,3 Tagen wieder so weinerlich. Bisher nur Nachmittags, wenn die Wirkung nachlässt. Bin mit dem Klassenlehrer in Kontakt, dass er mir Meldung gibt, wenn er in der Schule auch so weinerlich wäre. Bis jetzt nicht.
So nun ist meine Frage: Sollen wir das aussitzen, also wirklich mal 2-4 Wochen durchhalten, in der Hoffnung, das sich das verliert, oder sind die Erfahrungen eher, dass sich das nicht gibt. Einen Arzttermin hab ich erst wieder im März. Unser Arzt meinte auch, wenn es garnicht hinhaut, würde er ihn auf ein Amphetamin umstellen wollen.

Danke für Antworten
Karin mit
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Bika
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Beitragvon Bika » 12.02.2019, 23:18

Hallo,

Die unangenehmen Begleiterscheinungen können sich deutlich abschwächen.
Das Weinerliche ist mir sehr vertraut und hat sich bei meinem Kind nie vollständig verabschiedet.
Es kam/kommt während des Rebounds immer noch phasenweise vor.
Auch nach über 2Jahren.
Nicht immer aber immer mal wieder.
Vor allem nach einem emotional anstrengenden Tag reagiert meine Tochter auf das
Nachlassen der Wirktoffstimulanz mit psychicher Labilität und ist dann sehr streitlustig, larmoyant, ungeduldig, leicht agressiv.......

Das war am Anfang aber deutlich offensichtlicher und kam später nur noch sporadisch vor.

Heute ist sie mit Kinecteen 18mg eingestellt.

Rebound kommt abends, ca.2-3mal im Monat.
Damit können wir leben.

(“Kind“ ist mittlerweile schon 15 und etwas unterdosiert, die wirksamere Dosis wäre aber nicht familienkompatibel :? )

Ich würde an eurer Stelle mal mind. 4Wochen abwarten.
Wurde vom Arzt was anderes gesagt?

LG

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LasseUndJohannes
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Beitragvon LasseUndJohannes » 13.02.2019, 13:22

Hallo,
mich verwundert die Aussage des Arztes, 20 mg wäre die richtige​Dosierung für sein Körpergewicht??? Bei MPH gibt es meines Wissens nach keine Dosierung nach Körpergewicht. Man probiert aus, was die individuelle richtige Dosis ist. Seit ihr mit den 15 mg denn zufrieden? Bringen die 20 mg eine Verbesserung? Jetzt abgesehen vom Weinen beim rebound beim Nachlassen der Wirkung.
Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
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JohannaG
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Beitragvon JohannaG » 13.02.2019, 13:35

Hallo Karin,

das kann sich durchaus geben.

Die Frage ist, braucht er eures Erachtens eine höhere Dosis, oder warum solltet ihr erhöhen?
zum Zusammenhang Gewicht - Dosierung: Es gibt halt im Prinzip eine Höchstdosis pro Kg Körpergewicht. Aber es gibt auch viele Kinder, die von dieser Einteilung her gesehen "unterdosiert" sind, wo aber genau diese Dosis passt.
Ich hab es bei meinen Kindern immer so lang bei der niedrigeren Dosis gelassne, bis ich irgendwann gesehen habe: reicht nicht mehr.

LG Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

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Re: Erhöhung Medikinet ret -> weinerlich

Beitragvon Regina Regenbogen » 13.02.2019, 14:19

Nun meinte der Arzt, wir sollen nochmal einen Versuch unternehmen und ihm 20mg geben.
Warum?

Unser KJP vertritt den Standpunkt "So viel wie nötig, so wenig wie möglich". Wir haben es demnach immer so gemacht wie JohannaG.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Karin850
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Beitragvon Karin850 » 14.02.2019, 09:51

Er hatte 2017 bei der Entwicklungstestung ohne Medikament laut KJP viel Luft nach oben, wenn er eben konzentrierter bei der Sache wäre. Wir haben daraufhin mit Medikinet gestartet.
2018 war dann erneuter Entwicklungstest mit 15 mg Medikinet. Daraufhin hat er nicht sehr viel besser abgeschnitten, aber eben auch mit dem Vermerk, dass er mehr könnte. Deshalb sollten wir auf 20mg erhöhen.

ICH merke konzentrationsmäßig wenig Unterschied (z. B. wenn er in den Ferien nichts nimmt). Schulische Aufgaben gehen immer mühsam. ABER ich merke einen Unterschied von seinem Verhalten. Er hopst nicht so rum, er kann sich besser regulieren. Auch von den Therapeuten bekomme ich immer ein Feedback (heute war er sehr unkonzentriert, ablenkbar, hibbelig, .... und dann hatte er eben nichts genommen). Ich bin immer hin und her gerissen, ob ich es ihm weitergeben soll.
Karin mit
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Beitragvon Regina Regenbogen » 14.02.2019, 10:08

2018 war dann erneuter Entwicklungstest mit 15 mg Medikinet. Daraufhin hat er nicht sehr viel besser abgeschnitten, aber eben auch mit dem Vermerk, dass er mehr könnte. Deshalb sollten wir auf 20mg erhöhen.
Ich halte von dieser "Doping-Strategie" nicht viel. Das Kind soll ja aufnahmefähig sein um zu lernen, mit sich selber umzugehen. Und nicht nur wegen der Medikamente Bestleistungen erzielen.
ABER ich merke einen Unterschied von seinem Verhalten. Er hopst nicht so rum, er kann sich besser regulieren. Auch von den Therapeuten bekomme ich immer ein Feedback (heute war er sehr unkonzentriert, ablenkbar, hibbelig, .... und dann hatte er eben nichts genommen). Ich bin immer hin und her gerissen, ob ich es ihm weitergeben soll.
Du musst schon hinter der Mediaktion stehen, sonst lehnt dein Kind die auch ab. Es ist schon ein großer Erfolg, wenn er schrittweise lernt, sein Verhalten zu regulieren. Das mit den schulischen Leistungen bessert sich sobald es ihm mental besser geht.
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