Atmungshilfen/ Diazepem bei epileptischen Anfall?

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Chrissi43
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Atmungshilfen/ Diazepem bei epileptischen Anfall?

Beitragvon Chrissi43 » 09.02.2019, 19:15

Hallo Ihr Lieben,

Möchte Vorsichtsmaßnahme-Fragen stellen. Denn sowas sollte wohl Grundwissen für Eltern sein allein schon wegen Fieberkrämpfen.

Was wenn der Notarzt länger braucht?Gibt es für Babys Sauerstoffmasken oder andere Atmungshilfen für zuhause? Wie lange kann die Atmung bei einem epileptischen Anfall aussetzen? Und wie sind die Erfahrungen mit Diazepem?

Schönen Abend!

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Henrymami
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Beitragvon Henrymami » 09.02.2019, 19:25

Man kann diazepam schon rektal geben.
Es gibt einen sog. Ambubeutel zum beatmen.
Vg
Henry 25.06.13 Goldberg sphrintzen megakolonsSyndrom
PEG, spastische zerbraparese Katarakt bds, Glaukom

LarissaD
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Beitragvon LarissaD » 09.02.2019, 22:07

Ihr könnt Euch Bebeuteln mit dem Ambubeutel zeigen lassen, einen Sauerstoffkonzentrator verschreiben lassen, oder Sauerstoff in der Flasche. Letztere entleeren sich aber wohl auch bei Nichtgebrauch Recht zügig, ist daher wohl nicht die beste Lösung.
Viele Grüße, LarissaD

Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 10.02.2019, 00:37

Hallo!

Hmmm, ich finde Deine Frage sehr allgemein.

Hat DEIN Kind denn tatsächlich lange Atemaussetzer im Anfall? Das ist nämlich oft gar nicht der Fall, bzw. kann IM Anfall dies gar nicht effektiv behoben/ behandelt werden.

Muss Du das Kind tatsächlich beuteln, hat der Krampfanfall in der Regel wegen des Sauerstoffmangels... aufgehört. Ansonsten ist beuteln kaum möglich.

Die Sauerstoffgabe IM Anfall ist medizinisch sehr umstritten. Zum einen hilft es eher wenig. Und es steht sogar im Verdacht Anfälle zu "verlängern".
Zum anderen macht ein Sauerstoffsättigungstief im Anfall wohl nicht viel aus und kann auch länger toleriert werden, vorallem solange die Sättigung nicht dauerhaft unter 60 fällt.

Aber sprich dies tatsächlich mit Deinem Neuropädiater an, denn wie gesagt, da gehen auch in Fachkreisen die Meinungen auseinander.

Grüßle Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 10.02.2019, 09:04

Hallo Ursula,
wenn ich mich richtig erinnere, geht es gar nicht um ihr eigenes Kind, sondern um das einer Freundin...


Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 10.02.2019, 14:34

LovisAnnaLarsMama hat geschrieben:Hallo Ursula,
wenn ich mich richtig erinnere, geht es gar nicht um ihr eigenes Kind, sondern um das einer Freundin...


Lg


Oh, Danke!

Aber grundsätzlich gilt da das Gleiche - weniger ist meist mehr. Und Ambubeutel und Sauerstoff machen nur Sinn, wenn sie wirklich indiziert sind!

Üben sollte man, möglichst ruhig zu bleiben und diese Ruhe und Sicherheit aufs Kind zu übertragen - was erfahrungsgemäß die schwierigste Aufgabe ist.
Kind wenn möglich in Seitenlage stabilisieren/ sichern, um Verletzungen und Aspirationen zu vermeiden. Notfallmedikament nach der vom Arzt angesetzten Zeit verabreichen und (ggf.) den Notarzt rufen.
Verlauf mit Angabe der Uhrzeit (von einer 2. Person) sofort/ nebenher dokumentieren.

Wenn man zu zweit ist, kann es auch hilfreich sein, den Anfall mit dem Handy zu filmen, um dem behandelnden Arzt den Anfall wirklich vor Augen zu führen

Übrigens - mein wichtigstes Hilfsmittel im Anfall bei Jessy ist wenn überhaupt das Absauggerät, um die Atemwege schneller wieder frei zu bekommen.

Grüßle
Ursula
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Beitragvon Chrissi43 » 10.02.2019, 15:03

Vielen Dank für die Antworten.

Ja genau für eine Freundin. Ein erste Hilfe Kurs wurde bereits gemacht mit 2 Beatmungen a 15 Herzdruckmassagen bei Säuglingen wohl. Doch man liest ja öfter das die Kinder bläulich werden bei Abfällen. Wie lange setzt eine Atmung denn aus bis sich die Haut anders verfärbt?

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Beitragvon LarissaD » 10.02.2019, 15:19

Am einfachsten ist wohl, die Sättigung per Pulsoxy zu überprüfen, wenn das Kind regelmäßig Abfälle hat.
Viele Grüße, LarissaD

Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 10.02.2019, 15:26

Chrissi43 hat geschrieben:Vielen Dank für die Antworten.

Ja genau für eine Freundin. Ein erste Hilfe Kurs wurde bereits gemacht mit 2 Beatmungen a 15 Herzdruckmassagen bei Säuglingen wohl. Doch man liest ja öfter das die Kinder bläulich werden bei Abfällen. Wie lange setzt eine Atmung denn aus bis sich die Haut anders verfärbt?


1. Wie alt ist das Kind?
2. Der Reanimationszyklus beim Säugling ist:
5 x beatmen
30 x Herzdruck.assage (2 x pro Sekunde!)
2 x beatmen
30 x ...
2 x...

3. Man wird auch schon "blau", wenn man zwar noch atmet, aber nicht mehr so effizient.

4. Wenn man nicht atmet, hilft Sauerstoff gar nichts

Man bekommt auch nicht ohne weiteres Sauerstoff und Co. verordnet.

Wie lange braucht den der Notarzt i.d. R.?

Wird ein Mensch tatsächlich reanimationspflichtig, erschlafft in aller Regel die Muskulatur. Wenn das Kind also "Nichts mehr macht", macht es Sinn zu reanimieren. In der Regel reicht da eine Mund zu Nase Beatmung und eine Herzdruckmassage. Dabei leitet aber meist die"Leitstelle" durchs Telefon.

Grüßle Ursula, die hofft, dass Deine Freundin nie in eine so dramatische Situation kommt!
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Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 10.02.2019, 15:29

LarissaD hat geschrieben:Am einfachsten ist wohl, die Sättigung per Pulsoxy zu überprüfen, wenn das Kind regelmäßig Abfälle hat.


Funktioniert im Anfall meist nur mäßig, ist aber oft ein privates Mittel, um Anfälle im Schlaf mitzubekommen.

Sollte man aber eigentlich stationär entscheiden, wenn wirklich häufig Anfälle passieren. Ansonsten stressen Fehlalarme nur zusätzlich.

Die Verunsicherung scheint mir schon groß.

Grüßle
Ursula
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