Regelschule ruft Förderschulen (Schweigepflicht)

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Anna-Nina
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Regelschule ruft Förderschulen (Schweigepflicht)

Beitragvon Anna-Nina » 06.02.2019, 17:12

Hallo zusammen,

ich wollte mal fragen, wie es bei euch so gelaufen ist, als ihr den SBBZ-Antrag gestellt habt.
Ich habe einen gestellt über eine Schule welche mir von der Frühförderstelle und vom Arzt empfohlen wurde.
Da die Regelschule nicht auf mich zukam und sich nicht darum gekümmert hat, habe ich das damals so gemacht.
Jetzt ist es aber so, dass der Regelschule das ganze Prozedere zu lange dauert und sie u. a. eine Schule FSP Sozial-Emotional angerufen haben und jemanden einbestellt haben, der mein Kind beurteilen soll unter dem Vorwand sie würden sich da Tips zum umgang erhoffen. (Das wurde mir vor Weihnachten auf den AB gesprochen und das sollte ich so hinnnehmen) Ich war entsetzt, weil ja die andere Schule schon zuständig war für die Begutachtung und ich dem ganzen nicht zugestimmt habe.
Also rief ich an besagter Schule an und habe erklärt, dass ich das nicht möchte aus o.g Grund.
Damals war ich schon sauer, weil ich der Meinung bin, dass die Schule dazu kein Recht hat ohne meine Einwilligung. (Beamte haben ja Schweigepflicht).
Jetzt ging es weiter, dass die Beauftragte Schule mir eine Inclusionsschule genannt hat in die mein Kind evtl. kann.
Beim Elterngespräch in der Schule habe ich davon erzählt um den Lehrern zu signalisieren, dass ich alles tue, dass mein Kind zügig wechselt.
Jetzt ruft die Schuleiterin unserer jetztigen Schule einfach die Inclusionsschule an und plaudert da über mein Kind - obwohl es noch gar nicht geklärt ist, dass sie da hin kann/soll. Weil wir auch noch keinen Förderbedaft zugewiesen bekommen haben....
Ich finde das nicht ok - das die Schulen untereinander so kommunizieren - die neue Schule soll doch unvoreingenommen sein - aus diesen Grunden gibt es ja den Datenschut für Beamte und Ärzte.
Reagiere ich da jetzt über oder ist das so überall üblich, dass die Regelschulen überall anrufen und einfach über Problemkinder sprechen?

Wir war das bei Euch?
Danke für eure Antworten.
LG
Anna

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kati543
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Beitragvon kati543 » 06.02.2019, 17:57

Hallo,
du reagierst nicht zimperlich.
Ich würde an deiner Stelle aufhören mit reden. Du SCHREIBST (!) der Schule einen netten Brief und weist vorsorglich auf die Schweigepflicht hin und erinnerst nochmals, dass weder du, noch der Vater eine Schweigepflichtsentbindung unterschrieben haben. Du stimmst ausdrücklich keinem Informationsaustausch zwischen den Schulen zu.
Woher weißt du, dass die Schulleiterin dort angerufen hat? Bist du dir sicher?
Ich weiß noch wie das bei dem Schulwechsel meiner Jungs war. Ich musste eine Schweigepflichtsentbindung der abgebenden Schule unterschreiben und der annehmenden Schule - erst dann durften die kommunizieren.
Ansonsten weiß ich nicht, wodurch wohnst, aber bei uns ist es so, dass nach der Einschulung die Schule durchaus eine Förderschule anrufen und um eine sonderpädagogische Begutachtung eines Schülers bitten darf...ohne Zustimmung der Eltern. Sie müssen nur informiert werden. Der Lehrer darf nur keine medizinischen Tests ohne ausdrückliche Zustimmung der Eltern durchführen. Wenn das Verfahren aber an einer Schule schon läuft, ist das ja nun nicht gerade hilfreich, es sei denn der Förderbedarf stimmt nicht, den ihr beantragt habt und die Schule versucht das nun zu korrigieren. Aber persönliche Daten dürfen nur mit Zustimmung der Eltern weitergegeben werden.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Anna-Nina
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Beitragvon Anna-Nina » 06.02.2019, 19:08

Vorweg: entschuldigung für das Wort "Problemkinder" ich wollte auf keinen Fall abwerten. Tut mir Leid - ich hätte es anders Formlieren müssen....

@Katrin:
Danke für deine Antwort.
Mir wurde von der Grundschule schriftlich über E´s Schulbegleitung mitgeteilt, dass ich mich bei der evtl. Inclusionsschule melden soll, weil die Rektorin der aktuellen GS das so sagt. Ich habe dann bei der Inclusionsschule angerufen und gefragt, wie sie jetzt zu meinen Infos kommen. Die Rektorin meinte, dass die Schulleitung der jetzigen Schule auf sie zugekommen sei. Die haben da gar kein Geheimnis draus gemacht.
Ich hab der Rektorin dann erklärt, dass es im Moment alles noch nicht geklärt ist. Auch noch kein Förderschwerpunkt da ist und ich deswegen erstmal noch keinen Kontakt möchte. Sobald der Schwerpunkt feststeht macht es ja auch erst Sinn mit den Schulen zu komunizieren.
Mich nervt im Moment wirklich, dass sich keiner an die Abläufe hält und jeder alles an sich reißt und meint er wisse wie es läuf. Jeder will mit mir reden und ich soll über mein Kind infos Preisgeben, derweil weiß man noch gar nicht wer schlussendlich zuständig ist.
Laut Schulamt war es auch nicht Ok von der Lehrerin/Rektorin - weder die eine noch die andere Schule anzurufen.
Ich bin mir im Moment nur nicht sicher wie ich darauf reagieren soll - soll ich mir das alles gefallen lassen und überall mit unseren Problemen Hausieren gehen oder darauf bestehen, dass die Abläufe eingehlten werden und den Beteiligten jetzt mal etwas druck machen.

Mich stresst es enorm, mich ständig mit anderen Leuten über mein Kind unterhalten zu müssen. Es ist doch noch gar nichts geklärt....Wenn geklärt ist in welchen Förderschwerpunkt meine Tochter geht, dann möchte ich mit den zuständigen Leuten komunizieren. Finde das so müsig - das setzt mich alles enorm unter druck....
Ich bin auch noch nicht sicher, ob Inclusion wirklch das richtige ist für meine Tochter oder doch die Förderschule erstmal besser wäre - nicht, dass sie dann schon wieder überfordert ist als Inclusionskind....
Ich konnte mir erst vorgestern das erste mal die Förderschule anschauen und war da auch recht angetan. Und jetzt kommt diese Rektorin und bringt wieder alles durcheinander....
Das ist halt keine Entscheidung die ich von heute auf morgen treffen kann -da spielen ja viele Faktoren mit rein -und die setzten mich so unter druck...

Ich habe einfach auch das Gefühl, dass die Rektorin der GS bei der anderen Schule nicht unbedingt positiv über meine Tochter gesprochen - sie will E. ja schnellst möglich loshaben. Klar das weiß ich nicht - aber liegt doch auf der Hand eigentlich?

Ich hoffe das sich bald alles hier klärt und ich weiß wer zuständig sein wird.

nataschawolle
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Beitragvon nataschawolle » 06.02.2019, 22:51

hi,

mich würde das auch ärgern.
Sind das beides staatliche Schulen, dann ist es aber keine Verletzung der Schweigepflicht, da sie ja alle den selben Arbeitgeber haben.

Dennoch ist es auch irgendwie eine Frage des Respektes.
Vor allem wenn du ausdrücklich mitteilst, dass du das nicht möchtest.


ich wünsche euch gute nerven


liebe Grüsse
Natascha
natascha mit julia 93, gina 97 mageneingangfehlbildung mit reflux (hiatushernie) morotrische defizite, maria und anna 02, zehenfehlstellung, empfindliche lungen, maria extrem mit narbenbildung nach lungenentzündung, die 4 sind das wundervollste chaos dieser welt

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Beitragvon RikemitSohn » 06.02.2019, 23:30

Hallo,
ich bin kein Experte, aber ich glaube nicht, dass Schulen sich ohne Einverständnis der Eltern austauschen dürfen. Da wäre man als Eltern ja komplett aussen vor. Ich habe nie erlaubt, dass Institutionen ohne mich über mein Kind reden. Gerne konnten wir uns alle zusammensetzen.
An eurer Stelle würde ich einen deutlichen Brief an die Schulleitung schicken, dass ihr nicht erlaubt mit anderen Schulen über euer Kind zu sprechen.
Ich habe das im letzten Schuljahr auch gemacht. Da ging es darum, dass Vertraulichkeiten nicht im Schulflur oder vor anderen Schülern beredet werden. Ich habe damals auch verboten, dass in Konferenzen vor Schülern oder Eltern über die Diagnosen meines Kindes gesprochen wird. Natürlich waren beiden Herren sehr erbost und haben alles abgestritten. Das war nicht schön. Allerdings die Folgen für mein Kind wären schlimmer gewesen, wenn etwas durchgesickert wäre.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB


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