Grundsicherung Neu beantragen

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Sabine1970
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Beitragvon Sabine1970 » 12.02.2019, 14:16

Hallo an alle,

ich hänge mich hie rmal an....
Antrag auf Grusi beim Jobcenter für meinen Sohn gestellt.
Heute kamen X Formulare hier an, die von allen im Haushalt lebenden Personen ausgefüllt werden sollen.
Es werden hier Infos zum Einkommen abgefragt. Ebenso werden Lohnabrechnungen der erwerbstätigen Mitbewohner verlangt und Kontoauszüge.
Ich bin schockiert. Ist das rechtens ?

Wer kann helfen ?

Viele Grüße
Sabine

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AngelikaB
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Beitragvon AngelikaB » 12.02.2019, 14:22

Hallo Sabine,
Ich habe nichts dergleichen angegeben. Ich habe zwar uns als Eltern angegeben, aber keinerlei Lohnabrechnungen oder so übersandt. Nur die Kontounterlagen unserer Tochter habe ich beigefügt.

LG, Angelika

P.S. Ich habe beim Sozialamt den Antrag gestellt.

Rita2
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Beitragvon Rita2 » 12.02.2019, 14:29

Hallo Sabine,

Sozialämter schicken gerne für alles ihr Standardformular raus.
Bei der Grundsicherung müssen nur die Einkommen und das Vermögen des Antragstellers angegeben werden.
Für alle anderen Personen reicht es aus zu erklären, daß sie ein Jahreseinkommen unter 100000 Euro haben.
Ich habe damals einfach quer über das Feld in dem man die Einkünfte der anderen Mitbewohner (in unserem Fall wir Eltern) erklären sollte reingeschrieben "Einkünfte unter 100000 Euro.
Kontoauszüge und Lohnabrechnungen habe ich nur vom Antragsteller beigefügt.
Es wurde so einfach akzeptiert.
Es gibt vom bvkm eine gute Broschüre zum Thema Grundsicherung. Wenn du die noch nicht kennst, einfach mit Google danach suchen.

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
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Beitragvon Rita2 » 12.02.2019, 14:31

Hallo Sabine,

ich sehe gerade, daß du beim Jobcenter beantragt hast. Beim Jobcenter beantragt man Hartz 4. Da muß man alles angeben.
Der Vorteil von Grundsicherung ist ja, daß die Eltern, außer sie verdienen richtig viel Geld, nicht zahlen müssen.
Grundsicherung muß man beim Sozialamt beantragen.

LG
Rita
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Sabine1970
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Beitragvon Sabine1970 » 12.02.2019, 15:04

Hallo Rita,

ich habe den Antrag auf Grundsicherung dem zustöndigen Sozialamt per Einschreiben mit RS geschickt.
Von dort kam dann die Rückfrage, ob mein Sohn noch Schüler sei, was so ist, und die Info, dann sei das Jobcenter zuständig..... :roll:
Die Dame hat also alle Unterlagen an das Jobcenter geschickt...

Und nun ?

LG Sabine

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Beitragvon sandra8374 » 12.02.2019, 15:42

War bei uns auch. Antrag auf Schülerbafög und parallel auf ALG2 stellen.

Grundsicherung greift erst, wenn die Beiden nicht mehr zahlen.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

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Beitragvon Rita2 » 12.02.2019, 20:07

Nur weil eine Behörde etwas auch so macht, heißt es nicht, daß es rechtlich in Ordnung ist.

Ab 18 Jahren steht jemanden der auf Dauer keiner normalen Arbeit nachgehen kann und eine wesentliche Behinderung hat Grundsicherung zu.
Die Frage ist, ob man das mit 18 schon sicher feststellen kann. Es gibt sicher Personen bei denen das geht. Bei anderen muß man die Entwicklung noch abwarten.
Wenn das Sozialamt ohne Prüfung an das Jobcenter weiterleitet, dann mußt du das Sozialamt auffordern die Erwerbsunfähigkeit feststellen zu lassen.

Durch eine Gesetzesänderung durch das neue Bundesteilhabegesetz meinen jetzt viele Sozialämter das bis zum Beginn des Arbeitsbereiches der WfbM die Erwerbsunfähigkeit nicht mehr geprüft werden muß. Es gibt aber schon anders lautende Gerichtsurteile. Hier im Forum gibt es auch schon Threads dazu.

LG
Rita
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Beitragvon sandra8374 » 13.02.2019, 01:40

Unsere Grosse geht noch zur Schule. Wir und auch Schule gehen davon aus das sie in der Werkstatt am Besten aufgehoben sein wird.
Aber aktuell bekommen wir dazu nichts so schriftlich das das Jobcenter sie ablehnen würde. Aktuell bekommt sie trotz GB–Schule sogar Schülerbafög.

Wir hätten vielleicht klagen können, aber ehrlich fehlt uns aktuell dazu die Kraft. Wir wurden eh komplett hängen gelassen, weil hier scheinbar keiner einen Plan hat.
Die Kombination Pflegekind und Behinderung und Pflegeeltern, die das Kind mit 18 nicht einfach ins Heim geben wollen – hier unbekannt. Jugendamt keinen Plan wie es ab 18 weitergeht. Jobcenter völlig ahnungslos. Bafögamt nett, aber scheinbar auch nicht fit.
VdK sagt: Jobcenter haben wir keine Ahnung von und wir klagen nur bei Aussicht auf Erfolg.
Grundsicherungsamt sehr freundlich, aber mit der Aussage: wir sind erst zuständig, wenn alle anderen definitiv raus sind.
Leben in Gastfamilien hier fast komplett unbekannt, selbst beim LVR hat niemand wirklich dazu Ahnung. Aussage zuständiger Abteilungsleiter: sie sind hier erst die 8. Familie. Antworten auf schriftliche Fragen –Bearbeitungszeit 6 Monate. Und wir wollten in dem Fall falsch bezahle Mittel zurück zahlen.

Aktuell sind wir froh, das unsere Große krankenversichert ist (war zwischenzeitlich durch Fehlentscheidung Jobcenter nicht) und ihr Lebensunterhalt halbwegs gesichert ist. Sogar wir bekommen über Leben in Gastfamilien eine Aufwandsentschädigung (die eigentlich ein Witz ist).
Und das Wichtigste, unserer Großen geht es gut!

Wollten wir klagen, müsste ich mich dazu belesen etc., damit ich den Fachleuten sagen kann, was korrekt ist. Das mache ich nun seid Jahren und im letzten Jahr vermehrt, um den Lebensunterhalt sichern zu können. Ich muss aber gestehen, so langsam bin ich da raus, weil mein Kopf dicht ist.

Und soweit ich recherchiert habe, waren die Aussagen erst Bafög, dann ALG2 und danach erst Grundsicherung korrekt.

Mir graut schon vor den nächsten Schritten (Werkstatt und dann passende Wohnform). Durch das BTHG ist da soviel in Bewegung und einiges scheint nicht gut durchdacht.

Sorry, man merkt das es mich/uns aktuell belastet.
LG Sandra



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Beitragvon Sabine1970 » 13.02.2019, 08:08

Hallo an alle, (besonders an Sandra, die in der Nacht hier unterwegs ist),

ich werde heute meine Rechtsschutzversicherung kontaktieren und nachfragen, ob ich mir eine Beratung bei einem Fachwanwalt holen kann.

Schon das ( vorformulierte ) Anschreiben ist frech formuliert, so von wegen, wehe Du machst diese Angaben nicht und traust Dich, etwas gefordertes nicht beizulegen...).

Und dass hier keiner den Durchblick hat, das vermute ich auch.

Bitte schickt mir dennoch weiter eure Erfahrungen.

LG Sabine

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sandra8374
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Beitragvon sandra8374 » 13.02.2019, 08:20

Die Schreiben sind so.

Ich saß beim Jobcenter und habe mehrfach nachgefragt warum wir als Pflegefamilie eine Bedarfsgemeinschaft bilden und wir Hauskauf etc offenlegen müssen. Antworten: „ wenn wir das anfordern, ist das so“, „wir müssen doch prüfen ob noch jemandem ALG2 zusteht“ und die Krönung „weil ich das so sage“.

In der Ausfüllhilfe des Formulars steht übrigens ausdrücklich drin, das Pflegefamilien eine Hausgemeinschaft und keine Bedarfsgemeinschaft bilden.

Rechtsschutz hätte bei uns erst ab Klage gezahlt. Widerspruch zählte nicht. VdK s.o.

Also hab ich mich mal wieder eingelesen und entsprechende Briefe verfasst bis hin zur Dienstaufsichtsbeschwerde als sie unsere Große rausgeschmissen haben und sie ohne Unterhalt und Krankenversicherung da stand. Und es klar war, das Jobcenter zuständig ist.
Aktuell ein hin und her, wenn Bafög gezahlt wird, kommt sie in die Familienkrankenvefsicherung und wenn ALG2 gezahlt wird, ist sie alleine versichert. Zum 01.01. bis 30.06. Bafög und dann bis zur Klärung wieder ALG2. Klärung Bafög dauerte zuletzt 5–6 Monate. Und ich stelle schon zum frühsten Termin die Anträge.

Gute Nerven!
LG Sandra



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