§35a erneuern Autismus-komplette Diagnostik neu!!

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Lorelei
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§35a erneuern Autismus-komplette Diagnostik neu!!

Beitragvon Lorelei » 06.02.2019, 12:37

Hallo Leute, ich war hier laaaange nicht mehr online, und wahrscheinlich kann niemand was raten,w eil es nun mal absurd ist und nicht zu ändern?

Mein Sohn ist Asperger Autist, hat Dyskalkulie und ADS. Wir leben in Berlin, er geht in die 7. Klasse. Wir haben den Sonderpädagogischen Förderstatus Autismus ohne Beschränkung. Das heißt egal wie seine Bildungslaufbahn aussieht, er hat den Status bis zum Ende dieser.
Außerdem haben wir eine Zuweisung zum §35a SGB VIII, er hat also Anspruch auf Eingliederungsmaßnahmen über die Jugendhilfe, was bei uns Schulhelferstunden bedeutet.

Nun läuft die Zuweisung zum 35a aus, was an sich schon recht absurd ist bei der Diagnose. Ich muss ihn vom KJP neu "empfohlen" bekommen, damit das Jugendamt den Wisch ausstellt. Und nun sagt mir das KJP, dass diese Empfehlung nur auszusprechen ist, wenn der Doc die Diagnose neu stellen kann. Das heißt, mein Sohn soll die komplette Diagnostik erneut durchlaufen. Natürlich sind die KJPs völlig überlaufen, ergo dauert es ewig bis wir genug psychologische Gesprächstermine abgehalten haben. Die Anträge auf Schulhelferstunden für das Schuljahr 2019/2020 laufen aber bereits und es ist absehbar, dass wir es möglicherweise nicht mal bis zum Schuljahreswechsel schaffen würden. Das erste Mal brauchten wir in Berlin für die komplette Diagnostik fast ein Jahr. Ich bin allein erziehend und berufstätig, ich kann daher auch nicht zwingend jeden Termin nehmen.

Wie kann das sein, dass das so läuft. Autismus ist nicht heilbar, aber ich muss es neu diagnostizieren lassen, obwohl niemand die Diagnose anzweifelt? Und selbst, wenn der Doc jetzt zB die Empfehlung nicht aussprechen würde, der Sonderpädagogische Förderstatus und die Nachteilsausgleiche bleiben erhalten. Was ist das für ein Quatsch???

Hey Berliner, hat jemand andere Erfahrungen gemacht? Musstet ihr auch alles nochmal durchlaufen? Echt? Ich kann das kaum glauben. Die Sozialarbeiter im JA sind sich der Tatsache, dass das bescheuert ist, durchaus im Klaren, aber was bringt es. Deren Vorschriften sind so. Aber mein KJP, die kennen meinen Sohn seit nunmehr 8 Jahren. Ne dicke Akte mit etlichen Gutachten auch durch die Autismusambulanz. Das muss doch auch anders gehen? Oder nicht?

:?
Lore mit Sohnemann 1- Asperger plus Dyskalkulie, ADS und alles und so und Sohnemann 2 - *01/2005

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HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 06.02.2019, 12:45

Hallo Lorelei,

schalte mal die Servicestellen der Rentenversicherungsträger ein. Gerade, wenn so ein Quatsch abgeht, hilft ein Dreizeiler von denen manchmal wieder Ordnung in die Sache zu bringen. Bei uns hat es zweimal funktioniert. Aer Baden-Württemberg.

Liebe Grüße
Heike

Annika1
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Beitragvon Annika1 » 06.02.2019, 12:49

Hallo Lorelei,

Das ist wirklich absurd! Allerdings verstehe ich auch die Position des KJP nicht, diese(r) sollte doch am allerbesten wissen, dass die Diagnose nicht heilbar ist???? Warum will er dann eine erneute Diagnostik? Eine Möglichkeit wäre an dieser Stelle nochmal anzusetzen - das Jugendamt braucht ja nur die erneute Empfehlung? Wieso kann der KJP die nicht ohne erneute - sinnlose - Diagnostik aussprechen? (Es geht ja nicht nur darum, dass das für Euch belastend, lästig und organisatorisch schwierig ist, sondern auch darum dass andere die überlaufenen KJPs dringend für notwendige Dinge brauchen.)
Und wenn Du bei Eurem KJP nicht weiterkommst, kannst Du die Autismusambulanz nicht um die entsprechende Empfehlung bitten?

Gute Nerven und bleib hartnäckig! Gruß,
Annika

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Lorelei
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Beitragvon Lorelei » 06.02.2019, 12:49

Doofe Frage: Wieso Rentenversicherung?
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kati543
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Beitragvon kati543 » 06.02.2019, 12:59

Hallo,
ich kann dir nicht von Berlin berichten, aber in Hessen brauche ich auch alle 2-3 Jahre eine „neue, alte“ Diagnose inklusive aller Testungen. Also bis jetzt gab es keine Wunderheilung :lol: .
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Beitragvon Lorelei » 06.02.2019, 13:05

Hallo Annika,

die Autismusambulanz ist noch viel überlaufener. Die haben nicht mal Zeit für die Dinge, die sie eigentlich auch machen sollten zB Aufklärungsgespräche in den Schulklassen. Die haben ja die Feststellung des SoPä Förderbedarfs gemacht und einiges mehr. Aber no way.

Mein Hauptproblem ist wirklich Zeit. Ohne Schulhelferstunden haben wir echt ein Problem.
Aber ja ich werde dem Arzt mal ne ausführliche Nachricht schreiben. Denn ja, alles was wir brauchen ist die Empfehlung für die Zuweisung.

Kati, die Diagnose akzeptiert das Jugendamt ja vollumfänglich, die brauche ich nicht neu. Nur der KJP sagt, dann muss!!! er neu diagnostizieren um das empfehlen zu können. Ich meine, ein KJP hat ja nicht nötig mit sowas Geld zu machen, die sind doch eh völlig überlaufen und diagnostizieren nur und helfen nicht wirklich im Sinne von "Behandlungstipps" oder Rat oder so.

Woher erfahre ich denn, ob das stimmt? Wer könnte mir da juristisch weiterhelfen, hat da jemand ne Idee??


LG Lore
Lore mit Sohnemann 1- Asperger plus Dyskalkulie, ADS und alles und so und Sohnemann 2 - *01/2005

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Beitragvon IlonaN » 06.02.2019, 13:24

Hallo Lorelei,
bin zwar aus Brandenburg, aber hier läuft zur Zeit das gleiche jedoch bezüglich FASD. Boah. Aber ein glück hat sich unsere KJP nicht so zugeknöpft.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

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Beitragvon CarolaBerlin » 06.02.2019, 13:25

Hallo Lore,

Versuches es mal mit allen möglichen Unterlagen beim KJPD deines Bezirkes.
Offene Sprechstunde und weiter vermitteln lassen.
Vielleicht geht das schneller?
Ist nur eine Idee...
LG Carola

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Beitragvon Lorelei » 06.02.2019, 14:27

Hallo Carola,

das war eine gute Idee. Vielen Dank. :D

Ich habe nun mit einer Ärztin beim KJPD gesprochen, die zu unserem KJP Kontakt aufnehmen wird. Es ist nämlich nicht so, dass unser Doc diagnostizieren muss, er will das offensichtlich. Sie wird nun mit ihm sprechen, dass er sich meinen Sohn gern mal wieder ausführlich ansehen kann, aber dass die aktuelle Zuweisung drängt.
Sie selbst würde sich ein unbekanntes Kind neben der Aktenlage zweimal ansehen, wenn es nicht eindeutig ist (was es bei uns sicher wäre). Da aber die Autismusambulanz mein Kind ab und an in der Schule sieht und mit den Lehrern Kontakt hat, sieht sie da kein Problem, sonst hätten die schon lange mal die Diagnose angezweifelt, denn die Schulhelferstunden usw. sind ja rar.

Theoretisch könnte ich es auch dort machen lassen, aber die haben eine Warteliste, die mehr Zeit beanspruchen würde als 2 Termine bei meinem KJP. Das ist so das, was sie nun erwirken will. Ich hoffe Sie erreicht was bei ihm.
Lore mit Sohnemann 1- Asperger plus Dyskalkulie, ADS und alles und so und Sohnemann 2 - *01/2005

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Beitragvon HeikeLeo » 06.02.2019, 14:49

Lorelei hat geschrieben:Doofe Frage: Wieso Rentenversicherung?


Keine doofe Frage. Aber: Die Servicestellen der Rentenversicherungen sind allgemeine Servicestellen der Sozialversicherungen aller Art, also auch der Jugendhilfe - sie werden nur vornehmlich von den Rentenversicherungen bezahlt. Sie sind so eine Art Kontrollinstanz, gerade, wenn es unrund läuft.

Liebe Grüße
Heike


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