Schulleiter verweigert den Eltern Unterstützung durch Dritte

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Mioundich
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Schulleiter verweigert den Eltern Unterstützung durch Dritte

Beitragvon Mioundich » 05.02.2019, 21:56

Hallo,

ich habe folgendes Problem. Kind wird an der weiterführenden Schule mit Begleitung inkludiert.

Wie das jeder kennt, hapert es öfters an der Kommunikation.


Jetzt möchte die Schulleitung inklusive Unterstufenleitung und sonderpädagogische Leitung ein Gespräch.

Welches nicht wirklich schlimm ist, wenn nicht da eine Tatsache wäre, dass es den Eltern untersagt ist, mit der Unterstützung von Dritten zu erscheinen.
Die Begründung ist, da es nicht um die Beschulung an sich, sondern um die Art der Kommunikation handelt.


Es sind keine Beleidigungen oder ähnliches gefallen, allenfalls wurde schriftlich Kritikpunkte geäußert, welches im Prinzip jetzt dazu führt, dass die Eltern eingeladen werden, ob sie ihre Kommunikationsart ändern können.
Hat jemand außer die Rechtsgrundlage im SchulG NRW noch weitere Ideen, die die Eltern befugt, mit der Unterstützung von Dritten zu diesem Gespräch zu erscheinen?

Liebe Grüße

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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 05.02.2019, 23:28

Die genannte Begründung ist für mich keine. Hat die Schule die Begleitung von vornherein abgelehnt oder erst auf deine Nachfrage, ob du sie mitbringen darfst?

Wenn du das Bedürfnis hast, jemanden mitzunehmen, dann tu es. Und wenn sie dann nicht mit dir sprechen wollen, findet das Gespräch eben nicht statt, dann können sie dir einen Brief schreiben.

Ich denke nicht, dass es eine gesetzliche Bestimmung dazu gibt. Im Sozialrecht darf man eine Begleitperson zu allen Gesprächen mitnehmen.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

Mioundich
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Beitragvon Mioundich » 06.02.2019, 05:48

Guten Morgen Michaela44,

ja, die Schule wurde von mir in Kenntnis gesetzt, wen ich mitbringen möchte, dieses wurde abgelehnt.

Es änderte sich auch der Gesprächsgrund, erst war es ein allgemeines Gespräch, um die Rahmenbedingungen zur Förderung meines Sohnes und die Zusammenarbeit Schule - Eltern.

Danach war es auf einmal ein Kennenlernwunsch um ins Gespräch zu kommen.

Und jetzt in der letzten E-Mail geht es nur um mich, meine Art zu kommunizieren.
Ich mache alles gerne schriftlich, gebe auch schon gerne Paragraphen an, wegen der Nachweisbarkeit. Allerdings kritisiere ich auch, wenn ich etwas unlogisch finde, bzw. der Ablauf nicht in Ordnung ist.

Auf die Ablehnung der Begleitung, habe ich bei der Bezirksregierung angefragt, daraufhin bekam ich die Nachricht, dass es nur um mich geht.

LG

Beate139
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Beitragvon Beate139 » 06.02.2019, 05:56

Hallo,

das kommt mir bekannt vor. Ich hatte damals auch mal einen Termin beim Schulleiter meines Sohnes.
Und da hieß es auch, ich solle allein kommen. Ich hab dann die Familienhelferin mitgenommen und war froh, das sie dabei war. Denn es saßen neben dem Schulleiter noch 3 Lehrer und die Schulpsychologin.
Wäre ich alleine dort gewesen, dann hätten insgesamt 5 Leute vor mir gesessen. Und da es um das Verhalten meines Sohnes in der Schule ging, hätte ich mich dann vor diesen vielen Leuten rechtfertigen müssen. 5 gegen 1 sozusagen.
Nun war aber meine Familienhelferin dabei, die dann natürlich auf meiner Seite stand.

Ich würde an deiner Stelle auch jemanden mitnehmen. Gespräche in den Schulen, wo dann mehrere Leute auf dich einreden, ist genauso, als ob man dich direkt zur Schlachtbank führt. Nimmst du jemanden mit, hast du jemanden an deiner Seite, der dich stärkt

Mioundich
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Beitragvon Mioundich » 06.02.2019, 06:46

Hallo Beate,

ich gehe auch nicht alleine hin, das Problem ist, der Schulleiter besteht explizit da drauf, dass die Eltern ohne Begleitung zu kommen haben. Ich kann schlecht die Personen von weit her anreisen lassen und ihnen wird seitens der Schulleitung der Zutritt verwehrt.

Weswegen ich mich jetzt mit der Bezirksregierung Köln, Dezernat 44, in Verbindung gesetzt habe.

Ich werde natürlich keinen Termin ohne Unterstützung Dritter wahr nehmen.

Es ist nur so, meine Art der Kommunikation wird bemägelt und es wird behauptet, dass die Arbeit der Lehrer behindert wird.


Vorfälle gab es. SB wurde 2 Stunden abgezogen, das Kind benötigt eine 1:1 Betreuung, das Kind ging von der Grundschule und schrieb Steckbriefe, Texte und rechnete im Millionenraum, 10er-Übergang haperte noch etwas, klappt aber jetzt.

In der Schule rechnet er im 100-er Bereich, jetzt auch bis 1000, weil ich einfach ihm im Buch arbeiten lies.

In Deutsch hatten die auch Steckbriefe, Silbenklatschen - ich denke er verweigert die ständigen Wiederholungen, da es für Autisten unlogisch ist. Es ist ein Drahtseilakt, zu leichtes Material geht nicht, zu schweres auch nicht.

Kommuniziere ich schriftlich, mit Nachweisbarkeit, wird das kritisch gesehen. Die Schule schreibt in einem Formular, dass sie sich Kritik wünscht, da es eine Form der Entwicklung und Verbesserung ist. Alles unlogisch.

Da ich keine Fachkraft zur Begleitung habe und das Persönliche Budget, bin ich davon abhängig, dass die Lehrkräfte für den anstehenden Entwicklungsbericht mit mir kommunizieren.

Wahrscheinlich möchte die Schule, dass ich nichts hinterfrage, nichts kritisiere und wir uns nur berieseln lassen sollen und bestätigen sollen, dass alles toll ist.

LG

MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 06.02.2019, 07:09

Hallo,
was ich nach mehr als 14 Schuljahren bei beiden Kindern in unterschiedlichsten Schulen festgestellt habe: Lehrer können zu mehr als 90% nicht mit Kritik - auch wenn sie noch so sachlich ist - umgehen. Sie sehen alles als persönlichen Angriff und spiegeln dieses gerne, dh sie machen den Eltern klar, dass es deren Schuld ist.
Gespräche von 3 oder mehr zu 1 ist ein sehr häufig verwendetes Stilmittel - nach dem Motto "die Mehrheit hat ja Recht, das müssen Sie doch einsehen".
Nachweisbarkeit ist daher auch ein sehr großes Problem - denn das kann man nicht "mal eben wegreden".

Sorry, wenn ich das so schreiben muss. Aber es gibt nur sehr sehr wenige Lehrer, die so nicht ticken.
Gerade wenn es um dich und deine Kommunikation geht, ist es meiner Meinung nach ganz wichtig, jemanden dabei zu haben. Denn es betrifft dich ja persönlich und damit kann das sehr schnell sehr emotional werden. Da hilft mir dann zB nur jemand, den ich vertrauwn kann, der mich kennt und daher weiss, wann ich besser ruhig sein sollte. Auch hören generell 4 Ohren mehr als 2, so dass dann mehr angesprochene Punkte behalten werden - denn ein Protokoll hab ich bei solchen Gesprächen noch nie bekommen! Daher fertige ich das immer (ggf im Nachgang) an und lass es ggf unterschreiben - wegen der Nachweisbarkeit!
Traurig, aber leider wahr.

Kurz um: ein Gespräch ohne eine Vertrauensperson deinerseits gibt es einfach nicht. Und wenn es ein (Familien)anwalt ist. Begründung: emotionaler Halt, Protokoll, kein klassisches mehrere gegen eins. Wenn das Gespräch Ernst und gesittet ablaufen soll, ist eine weitere Person kein Problem.
Du kannst ihnen ja gerne eine schriftliche Bescheinigung geben, dass die betreffende Person eine Schweigepflichtsvereinbarung unterschrieben hab.
Oder du fragst, ob das Gespeäch mit einer Videokamera aufgezeichnet werden darf - denn es ist natürlich auch in deinem Interesse, dass es langfristig gut läuft und du dahwr das Gespräch später erneut zwecks Erinnerung ansehen möchtest.
(Zu 99% wird das erst Recht abgelehnt und eher die Begleitung gewünscht!!)

Viel Erfolg!

IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 06.02.2019, 07:11

Hallo Mioundich,
ohje, wie ich das kenne. Fühl dich mal virtuell von mir gedrückt. Schlimm wenn die Kommukation mit der Schule nicht funktioniert.
Ich hatte 4 Schuljahre lang eine super Kommunikation mit der Schule zum Wohle meines schwergeschädigten aber durchschnittlich inteligenten Pflegekindes. Leider verausgabte er sich dort dermaßen emotional um es den geliebten Lehrer ja recht zu machen und zu sein wie alle anderen, das er regelmäßig sich selbst überforderte und zu Hause förmlich zusammenbrach. Ein Familienleben war nicht mehr möglich. Sein Verbleib in der Familie stand auf dem Spiel. Schweren Herzens gab ich ihn auf eine Schule für emotional soziale Entwicklung. Kleine Klassen und Lehrer die mit diesen Kindern ungehen können, damit er entspannter zur Schule geht und es zu Hause entschärft wird.
Tja, leider falsch gedacht. Zu Hause funktioniert zwar Prima seit diesem Schuljahr weil er sein "Pulver In der der Schule verschießt", aber die Schule ist ne Katastrophe. Er hatte immer gern gelernt. nun hat er eine Fehlstunde nach der anderen, keine Rückzugsmöglichkeit u.s.w.
Kommunikatiom gleich Null. Sie wollen keinen Schulbegleiter, keinen runden Tisch mit allen die am Kind drann sind, keine Hospitation der Ärzte , keine Arztgespräche. Sie sind die größten und besten und nur wir sind schuld das das Kind ist wie es ist. Er würde sich hinter seiner Erkrankung verkriechen und wir wären Schuld..........
Es ist schlimm und das ean einer Schule wie dieser. Das erinnert mich an einen Satz von Prof. Spohr:" geben Sie ihn niemals an eine Erziehungshilfeschule, dort wird immer von korrigierender Erziehung ausgegangen und nicht seine Behinderung bedacht werden" Tja so sieht es leider aus
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

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Mioundich
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Beitragvon Mioundich » 06.02.2019, 15:02

Hallo,

wie ich jetzt erfahren habe, kann ich auch wirklich handeln ohne mit den Lehrern groß zu kommunizieren - alles über meine Mitarbeiterin.

Ich werde jetzt einfach mit ihr ein Kommunikationsheft einführen - und da lesen nur sie und ich und wenn Dinge sind, wird die mit der Schulbegleitung und den Lehrern besprochen - allerdings dürfen dann wirklich nicht so Dinge laufen, dass sie vom Kind abgezogen wird. Wenn die 1,5 Std. Zeit zum Reden haben - hätten sie auch ein ordentliches Gespräch mit den Arbeitgebern führen können.


LG


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