Wieder die falsche Jacke

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Andrea
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Wieder die falsche Jacke

Beitragvon Andrea » 01.02.2019, 15:56

Hallo zusammen ,

Unser Kind lebt von Montag bis Freitag im Wohnheim .
Sie hat in beiden Armen starke Spastik.
Das Wohnheim war mit der Jacke die unser Kind hatte nicht einverstanden weil es zu lange dauert die Jacke anzuziehen .
Man hat mich gebeten eine neue zu kaufen. Habe ich auch getan eine Skijacke 2 Nummern grösser für 50euro .
Nun war ich vorhin im Wohnheim um das Kind fürs Wochenende abzuholen und was musste ich mir anhören das auch diese Jacke... ist .
Es würde wieder zulange dauern eh man unserem Kind die Jacke angezogen hat .

Was soll ich nur tun durch die Spastik ist es eben schwieriger als bei anderen Kindern.
Und dort im Heim wird so getan als ob es ne halbe Stunde dauert eh man die Jacke an hat.
Alles muss immer super schnell gehen es kommt mir vor als ob dort niemand Verständnis für die schwere Behinderung unseres Kindes hat .
Aber gerade in so einer Einrichtung die extra für schwerbehinderte Jugendliche und Erwachsene ist kann man doch sowas erwarten oder?
Das Sozialamt zahlt für unser Kind für den Platz der in " schwerste Pflege " ein geordnet ist mega viel Geld jeden Monat.
Es gibt in letzter Zeit oft Diskussionen im Wohnheim selbst wenn ich jetzt noch 2 Jacken kaufen würde wären die auch nur nicht richtig.
Was würdet ihr tun?

LG Andrea

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Beitragvon MiriamP » 01.02.2019, 16:18

Hallo,

ich würde der Wohngruppe den Auftrag geben eine entsprechende Jacke zu besorgen... wenn du das scheinbar nie richtig machst und sie der Meinung sind, dass es besser geeignete Jacken gibt, dann sollen die dir doch mal zeigen, welche denn besser ist!

Senem
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Beitragvon Senem » 01.02.2019, 16:41

Hallo Andrea,

würde auch vorschlagen, das Wohnheim zu beauftragen eine geeignete Jacke zu kaufen!!

Ich glaube deren Problem ist einfach, das die bestimmt Personalmangel haben und unter Zeitdruck stehen!! Ist bei uns nicht anders!!

Kann auch nicht verstehen, wo das ganze Geld landet :roll:
Gruß

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Beitragvon Jaqueline » 01.02.2019, 16:58

Hallo Andrea,

ich schließe mich dem an bevor, du da jetzt zig Jacken kaufst und einen Haufen Geld ausgibst.
Ich wette, dann ist deine Jacke aufeinmal gar nicht mehr so doof :wink: .
Du weißt ja selber am besten was man ihr anziehen kann.
LG Jaqueline
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Beitragvon Ullaskids » 01.02.2019, 17:08

Hallo,
hat sich das Wohnheim evtl. eine Rolli-Sitzschalenjacke vorgestellt?
https://inpetto-store.de/rollstuhl-outd ... terjacken/
Die sind wirklich deutlich leichter anzuziehen als herkömmliche Jacken.

Wobei man sowas dann ja auch den Eltern gegenüber vorab kommunizieren könnte :roll:
Viele Grüße,
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Beitragvon Jaqueline » 01.02.2019, 18:55

Hallo Ullaskids,

auch hier muss man die Arme durchstecken und das ist - wie ich es verstanden habe - das Hauptproblem beim Kind.
LG Jaqueline
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Beitragvon die_ottilie » 01.02.2019, 18:59

Hallo,
Ich hätte eine Idee, weiß aber nicht, ob die praxistauglich ist. Wenn die Arme das Problem sind, könnte man nicht einen Reißverschluss unten am Arm verlaufend bis zum Bund unten einnähen. Dann kann man die Arme "reinpacken und zumachen".?

Vg
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Beitragvon maditajasminthiel » 01.02.2019, 19:04

Guck Mal bei eBay oder in Facebookgruppen da gibt es die Rolli Sitzschalenjacken teilweise günstig gebraucht wie neu . Wir haben auch eine seit ca 2 / 3 Jahren . Mein Bruder ist 15 und hat Tetraspastik und die Rollijacke gerade die Winterjacke ist wirklich VIEL leichter anzuziehen ,als jede normale Jacke ...

Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 01.02.2019, 19:22

Jaqueline hat geschrieben:Hallo Ullaskids,

auch hier muss man die Arme durchstecken und das ist - wie ich es verstanden habe - das Hauptproblem beim Kind.

Nein,
hier kann eine andere Person vom Bündchen aus durch den Ärmel greifen, die Hand nehmen und die Jacke am Arm hochziehen.
Das kann man bei herkömmlichen Jacken nur beim ersten Arm, für den zweiten hat die Jacke dann hintenrum nicht mehr genug Spiel. Bei einer (hinten geteilten) Sitzschalenjacke macht man diese dann erst anschließend hinten zu.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (14): Gendefekt, Epilepsie etc.

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monerl
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Beitragvon monerl » 01.02.2019, 19:46

Hallo Andrea,

wir sind schon seit vielen Jahren Wohnheimerfahren und ich weiß von was du sprichst und wie es dir geht. Der ganze Tagesablauf hängt von den Betreuern ab. Leider immer noch viel zu wenig Personal, zu wenig ausgebildete Fachkräfte, die Betreuten müssen zur bestimmten Zeit fertig sein .....morgens Frühstück...waschen...Schule oder Werkstatt....mittags und abends das selbe. Sie stehen immer irgendwie in Zeitdruck und dann darf kein Krankheitsfall dazukommen. Eigentlich soll es in einem Land wie unserem so was nicht geben, denn es ist genügend Geld vorhanden. Unsere Kinder ....Jugendlichen oder Erwachsenen sind die schwächsten im Glied und können sich nicht wehren.
Entschuldigung das ich abgewichen bin.......aber wäre eine Rollijacke nicht eine Alternative zur normalen Jacke?
Ich wünsche euch alles Gute.

LG Monika
Ein Weg entsteht indem man ihn geht
(chinesisches Sprichwort)

Monika mit Christina geb. 11.2.91 Chromomsomenanomalie 10p+ und Engelchen Tanja geb. 10.8.88 gest. 31.8.88


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