Schulwechsel - wie leicht/schwer ist das wirklich?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Silvia & Iris
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Schulwechsel - wie leicht/schwer ist das wirklich?

Beitragvon Silvia & Iris » 01.02.2019, 08:08

Hallo ihr Lieben,

Ich beziehe mich hier auf die Pflichtschule.

Manch einer von uns hat schon daran gedacht... manch einer hat auch schon alles mögliche unternommen... doch wie leicht, wie schwer, ist es wirklich? - Ausgenommen einmal der Wohnortwechsel...

Es fängt doch damit an, dass eine Schule einen Vertrag eingeht mit den Eltern: Die Schule ist verpflichtet den Kindern ein gewisses Wissen zu vermitteln.

Wann darf nun wer diesen Vertrag auflösen?

Die Schule, wenn der Schüler aufgrund mangelnder Mitarbeit und massenhafter (vielleicht auch krankheitsbedingter) Fehlzeiten nicht beurteilbar ist?

Wenn der Schüler - oder auch die Eltern kriminelle Handlungen setzen?
Wenn der Schüler sozial nicht integrierbar ist?


Die Eltern:
Wenn das Lernziel nicht erreicht wird?
Wenn man mit der Schule absolut nicht kann? (Klassenlehrer, Direktion)


Welche Lösungen können bzw müssen von der Seite der Pflichtschule angeboten werden?
Integration? - Schulbegleiter?
Muss überhaupt etwas in die Richtung angeboten werden?
Wie schnell kann ein Pflichtschüler einer Schule verwiesen werden? Welcher Art von Vergehen müssen da statt finden?

Nein, bei uns steht das jetzt nicht im Raum, dennoch ist ein gewisser Handlungsbedarf erforderlich, aber ich weiß nicht, ob das einfach an der Gesamtkonstellation liegt, oder nicht?

Ich kann mir lebhaft vorstellen, dass es gar nicht so einfach ist Tag für Tag in einer Klasse der 7. Schulstufe zu stehen, wo die Kinder gerade üben erwachsen zu werden und ganz sicher nicht immer mit dem Kopf bei der Sache sind...


Welche Rechte und welche Pflichten hat da wer und in welcher Situation?

Es sollen da ja weder Lehrer noch Schüler in Gefahrensituationen kommen...
(zumindest nicht in vorhersehbare Gefahren...)

Liebe Grüße
Silvia
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Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 01.02.2019, 08:26

Hallo Silvia,

ich finde es sehr schwer, auf so eine Frage hypothetisch zu antworten.
Wenn man nicht weiß, worum es nun genau geht, gibt es sicher einige mögliche Szenarien, die dieses oder jenes nach sich ziehen. Müßig, auf jeden einzelnen potentiellen Fall einzugehen.

Bei uns war ein Schulwechsel nicht schwer. Trotz bestehendem Vertrag mit einer Privatschule, sind wir quasi von Heute auf Morgen gewechselt. Wir waren mit der Förderung nicht zufrieden und Hilfsmittel wurde nicht eingesetzt, das war unsere Begründung.

Von Seiten der Schule stellt Eigen- und Fremdgefährdung immer ein Problem dar. Sich um eine Schulbegleitung zu kümmern, ist aber Sache der Eltern. Die Schule gibt dazu nur einen Bericht ans Amt, ob sie auch der Meinung ist, ob und wofür eine Schulbegleitung nötig ist.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Elke35
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Beitragvon Elke35 » 01.02.2019, 08:27

Die Gründe für einen Ausschluss sind so geregelt: Der Schüler muss schwerwiegende Schülerpflichten verletzt haben, und/oder eine Gefährdung für die körperliche Sicherheit der anderen, für deren Sittlichkeit oder hinsichtlich des Eigentums sein. Mit “die anderen” sind in dem Fall Schüler, Lehrer und sonstige Mitarbeiter gemeint. Und die Anwendung sämtlicher anderer Erziehungsmittel muss zuvor erfolglos geblieben sein.

Das Prozedere ist so, dass ein Ausschluss nur durch die Schulbehörde erfolgen darf. Zuerst gibt es eine Konferenz in der Schule, an der Lehrer, Direktion und Schülervertreter teilnehmen und entscheiden, ob ein Antrag auf Ausschluss gestellt werden soll. Dieser geht dann an die Schulbehörde, die darüber entscheidet. Kommt es zum Ausschluss, werden die Eltern des Schülers informiert. Diese können ihre Einwände dagegen beim Bundesverwaltungsgericht geltend machen.

Elke35
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Beitragvon Elke35 » 01.02.2019, 08:27

Auszug aus Webseite Schülerrechte

Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 01.02.2019, 11:22

Liebe Elke,

fällt unter schwerwiegend z. B. bereits permanent Verweigerung der Hausaufgabe? -

Ist das Verlassen des Schulgebäudes während der Unterrichtszeiten bereits schwerwiegend? (Aufsichtspflicht)


Ist es schwerwiegend, wenn man aufgrund von einer gewissen Bewegungseinschränkung, oder auch wegen Problemen in der Koordination - zum Bsp. ein paar Mal dermaßen stolpert im Unterricht (Turnen) - dass andere Schüler dabei blaue Flecken danach haben?

… und kann dann so ein Schüler verpflichtet werden außerhalb der Unterrichtszeit - also um 18 Uhr - schultags Therapien annehmen zu müssen? und dabei selbständig (mit nur mangelhaften öffentlichen Verkehrsmitteln einen Weg einfach (22 km) zurück legen zu müssen? - Ist das zumutbar? (Rückfahrt 20.41)... Bus fährt 40 min... (wenn er fährt)… oder sind dann die Eltern verpflichtet diese Strecke mit dem Auto zu fahren? - Kind hat davor noch Unterricht in der Schule...

- Ich sehe hier einfach eine drohende Überforderung... und dann dadurch noch mehr Probleme...


Das Gegenargument der (nicht der Schule) - Förderung der Selbständigkeit? :roll:

Ja, ich sehe auch, dass in gewissen Bereichen eine Bequemlichkeit da ist... - aber muss man dann so agieren?
Liebe Grüße

Silvia

Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein

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Elke35
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Beitragvon Elke35 » 01.02.2019, 11:24

Wiederholtes provokantes Verhalten gegenüber Mitschüler/innen, Lehrpersonen oder dem Personal (trotz mehrfacher Ermahnung und Verständigung der Eltern)
Ausländerfeindliche oder sexistische Äußerungen
Ausüben verbaler und psychischer Gewalt, Einschüchterung von Mitschülern
Beabsichtigtes, wiederholtes Stören des Unterrichts
Diebstahl
Ausübung körperlicher Gewalt mit Verletzungen, bewusstes Zufügen von Schmerzen
Sexuelle Übergriffe
Erhöhtes Aggressionspotential, Gefährdung anderer (Schlägereien)
Sittliche Gefährdung
Nötigung anderer Schüler/innen


Also das würd ich unter schwerwiegend verstehen.

Bastelia
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Beitragvon Bastelia » 01.02.2019, 19:57

Hallo,

Wie Alex schon geschrieben hat, das ist hypothetisch schwer zu sagen und kommt sicher auf den individuellen Fall an, aber das Verlassen des Gebäudes während der Unterrichtszeiten (also einfach weglaufen , wenn du das damit meinst??) ist sicher schwerwiegend!
Der Lehrer kann seiner Aufsichtspflicht nicht nachkommen und theoretisch muss bei so einem Fall die Polizei verständigt werden!
Wobei natürlich wieder ein riesen Unterschied besteht zwischen einem Kind, das laufend mitten im Unterricht davonläuft oder einem JUgendlichen, der nach einer Freistunde einfach nicht mehr zum Nachmittagsunterricht kommt....
Stolpern und keine Hüs machen führen sicher nicht zum Schulausschluss!


Aber bis 18.00 Uhr hat doch auch keine Ganztagesschule Unterricht?? Regelmäßige Therapien während der Schulzeit werden in einer Regelschule bei Kind mit Regelschullehrplan wohl nur selten genehmigt werden!

Liebe Grüße
Bastelia mit Sohn (geb. Mai 2011) , kombinierte Entwicklungsstörung, myoklonische Epilepsie (erkannt Jänner 2015) und seit 2017: Störung des Knochenstoffwechsels - idiopathische Osteoporose
Tochter (geb. August 2015)

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Beitragvon Silvia & Iris » 01.02.2019, 20:09

... Nein, die Idee mit weiterer Therapie kommt von anderer Seite... und hier habe ich geblockt, denn nach 11 Jahren permanenten Therapien muss ja auch mal eine Ende sein... - es ist weiter entfernt, und er blockt... und was habe ich davon, wenn dann weder Aufgaben erledigt werden, noch ... - es treffen sicher mehrere Faktoren zusammen...

Unterricht wäre 17 Uhr... 18 Uhr Therapiebeginn - dazwischen 40 min Fahrt mit dem Bus... - wie soll denn da jemand zur Ruhe kommen? - Gerade wenn eh schon so lange Unterricht ist... - 7.10 - 7.50 - Förderunterricht... dann regulär, dann 1 Stunde Pause, dann Turnen... - und dann... also was soll das dann bringen??? - Dagegen wehre ich mich eben... - und wann wäre er denn dann wieder zu Hause?? :roll:
Liebe Grüße

Silvia

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Beitragvon _Marta » 02.02.2019, 00:03

Alexandra2014 hat geschrieben:Sich um eine Schulbegleitung zu kümmern, ist aber Sache der Eltern. Die Schule gibt dazu nur einen Bericht ans Amt, ob sie auch der Meinung ist, ob und wofür eine Schulbegleitung nötig ist.


Vielleicht als Ergänzung: In Hamburg ist das nicht so. Hier können Eltern sich nicht um eine Schulbegleitung kümmern. Das ist auschließlich Sache der Schule. Sie muss es initiieren.
Erst wenn die Schulbegleitung abgelehnt wird (hier in HH von den ReBBZs), dann gibt es wohl Möglichkeiten, dass die Eltern Widerspruch einlegen und/oder den Rechtsweg beschreiten. Aber ehrlich - das habe ich noch nicht so richtig verstanden, da muss ich noch mal die Inklusionsmutter unserer Klasse fragen, die auch Juristin ist.

Gruß, Marta
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Beitragvon mel1220 » 02.02.2019, 00:38

Hallo Silvia & Iris,

ich finde es auch schwer ohne genaue Infos zu raten. Um was genau und warum geht es denn? Wir kommen bisher mit Kooperation Schule / Lehrer einigermasen klar. Gerade letzte Woche habe ich bei der Steuererklärung 2200 km für Fahrten zu Therapien / Ärzten angesetzt. Ausser Haus von 07.00 bis 18.00 Uhr finde ich jetzt auch daneben. Wer kommt denn auf solche Ideen und warum?


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