Fachlehrer fragt großen Bruder aus

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Familiekühl
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Fachlehrer fragt großen Bruder aus

Beitragvon Familiekühl » 31.01.2019, 20:24

Hallo,

Ein Fachlehrer (nicht die Klassenlehrerin) von unserem 2. Bub bat unseren großen Buben getroffen. Sie haben ein wenig Smalltalk gehalten. Dann kam der Lehrer auf unseren 2. Sohn zu sprechen und fragte unseren Grössen aus.

Bekommt er Medikamente? Welche Therapien bekommt dein Bruder? Zu welchen Ärzt3n geht er wie oft usw. Medikamente wären gut. Das sollten sich deine Eltern aber mal überlegen so wird's ja auch nicht besser .


Mein Mann und ich sind beide der Meinung, dass der Lehrer eine Grenze überschritten hat. Um solche Dinge kümmern wir uns und nicht der Große Bruder.

Während mein Mann sagt, schönen Gruß an den Lehrer, so was besprechen wir a nicht auf der Strasse und b nicht mit Fachlehrern, sondern mit medizinischem Fachpersonal.
Da hat er ja so gar nicht unrecht.

Ich würde das ganze vielleicht etwas anders neutraler formulieren. Allerdings möchten wir ihm nichts von einem völlig in die hose gegangen Medikamenten versuch erzählen. In etwa so:

Vielen Dank Für Ihren Hinweis! Gehen Sie davon aus, dass wir uns bestmöglich um unser Kind kümmern und bereits in Abstimmung mit Fachleuten sind. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir dieses nicht mit allen Personen besprechen werden bzw. Können.

Für uns haben Sie eine Grenze überschritten. Unser Sohn ist nicht für die Versorgung seines Bruders zuständig. Er kann auch nicht über alle eingeleiteten Maßnahmen Auskunft geben.
Deshalb unsere Bitte an Sie, solche Dinge in Zukunft nicht mit unserem Sohn zu besprechen. Sollten Sie ein Interesse an einem persönlichen Gespräch mit uns haben um solche Dinge zu besprechen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Oder soll ich das ignorieren ? Bin ich zu dünnhäutig bzw. Pingelig?

Viele Grüße

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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 31.01.2019, 20:44

Ich finde das Verhalten des Lehrers mehr als übergriffig. Übergriffig wäre es gewesen, wenn er euch gefragt hätte. Ein Geschwisterkind über Dinge auszufragen, die den Lehrer gar nichts angehen, ist absolut tabu.

Ich würde ganz sachlich und ohne Ironie den Direktor anschreiben, den Vorfall sachlich schildern und fordern, dass sich dies nicht wiederholt.
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 31.01.2019, 20:46

Hallo,

Ich würde ganz sachlich und ohne Ironie den Direktor anschreiben
ich auch.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon Jörg75 » 31.01.2019, 20:51

Moin,
Michaela44 hat geschrieben:Ich würde ganz sachlich und ohne Ironie den Direktor anschreiben, den Vorfall sachlich schildern und fordern, dass sich dies nicht wiederholt.

mit Durchschrift des Schreibens an den betreffenden Lehrer!

Gruß
Jörg
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Beitragvon JohannaG » 31.01.2019, 20:52

Hallo Familikühl,

nein, ihr seid nicht pingelig. Was der Lehrer gemacht hat, ist nicht ok. Und das würde ich auch deutlich so sagen und mir verbitten, daß eine Lehrkraft die Geschwister so ausfragt.

Grüße, Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

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Beitragvon Familiekühl » 31.01.2019, 20:59

Hallo,

Mit so schnellen Antworten habe ich gar nicht gerechnet. Danke!

Auch mit diesen Reaktionen habe ich nicht gerechnet. Bei so etwas habe ich immer die Sorge, dass mein Kind das ausbaden muss. Der Lehrer ist eigentlich nett und verständnisvoll.

Aber wenn ich so nachdenke habt ihr natürlich Recht! Irgendwie fällt mir das aber nicht so leicht. Ich bin da eher der sehr diplomatische Typ, der gerne eine gewisse Reihenfolge einhält. :roll:

Viele Grüße

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Beitragvon Sandra73 » 31.01.2019, 21:12

Hallo,

ich würde auf jeden Fall reagieren , allerdings tatsächlich erst mit dem Fachlehrer direkt, übergehen würde ich ihn nicht. Was du im Eingangspost geschrieben hast, finde ich z. B. gut!
PS, *99, Gb,ADHS, seit 2017 Diagnose frühkindlicher Autismus,Epilepsie
PT, *02, PTBS

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Beitragvon JennyK » 31.01.2019, 21:19

Ich finde deine im ersten Beitrag geschriebene Antwort echt gut. Ich würde auch direkt an den Fachlehrer schreiben. Sollte der dann blöd reagieren, könnt ihr immer noch weiter gehen.
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
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Beitragvon JohannaG » 31.01.2019, 21:20

Naja, man kann auch diplomatisch deutlich sein ;-)

Ich selber würde vermutlich auch nicht gleich zum Direktor gehen, sondern erst mit der Lehrkraft sprechen. Freundlich aber deutlich. Ich halte es für gut möglich, daß diese Person dann recht erschrocken ist und das vermutlich gar nicht böse gemeint hat. Aber trotzdem gehts nicht.

Viel Erfolg!

LG Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;

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Kati_Li
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Beitragvon Kati_Li » 31.01.2019, 21:57

Ich würde auch den Lehrer direkt ansprechen und es versuchen zu klären.
Ich bezweifle dass es wirklich dienlich wäre, jetzt schon die Eskalation voranzutreiben indem man den Rektor einschaltet.

Niemand ist unfehlbar. Manchmal ist man vielleicht einfach neugieriger, als einem zu steht. Ich würde mich an der Stelle des Lehrers freuen, wenn man es direkt mit mir zu klären versucht.

Ich fände es spannend, wenn du berichtest was tatsächlich seine Beweggründe waren oder wie die Geschichte ausgeht.

LG Kati
Jeder neue Tag ist ein Geschenk, ganz egal welche Farbe der Himmel hat, der über dir hängt. -Matze Rossi


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