Welche Logo bei Wahrnehmungsstörung?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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PaulaW
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Welche Logo bei Wahrnehmungsstörung?

Beitragvon PaulaW » 30.01.2019, 10:46

Ihr Lieben,

unser Sohn ist 9 und bekommt seit 5 Jahren Logopädie. Leider ist seine Aussprache gar nicht deutlicher geworden seitdem, er stottert ausserdem.
:cry:

Deshalb werden wir jetzt auch bald eine Intensiv Logo in Lindlar starten, worauf ich mich schon freue.

Parallel möchte ich Euch fragen, ob Ihr für Eure Kinder mit Wahrnehmungsproblematik eine besondere Logopädin habt. Bis dato haben wir eine "Normale" und ich frage mich, ob wir das mal ändern sollten.

Natürlich werde ich das in der Kur die Fachleute auch fragen, aber für mich ist immer sehr hilfreich, von betroffenen Eltern Feedback zu erhalten.

Herzlichen Dank und
liebe Grüsse

Paula

ps:
Die Unterkunftskosten werden wir wohl selber zahlen müssen. Wir haben alles versucht. Auch die Stiftungen kommen nicht in Frage aus den verschiedensten Gründen. Eine zB da man dort ein Jahr vorher den Antrag stellen muss.
Wenigstens kann man die Kosten steuerlich geltend machen.
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Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 30.01.2019, 10:52

Liebe Paula,

es hängt viel zusammen mit dem Spracherwerb.... zuerst müssen auch alle anderen Fähigkeiten gut beherrscht werden... wie schauen denn die Handlungs- und Bewegungsabläufe bei deinem Sohn aus?

Häufig wird auch Ergotherapie angeboten um die Dyspraxie zu bearbeiten...

- Wie tut er sich denn bei so Alltagsaufgaben wie Schuhe binden, Handlungsabläufe planen... ?

Wo liegen seine Stärken, seine Schwächen? - z. B. Perlen auffädeln, Puzzle spielen, gibt es da Auffälligkeiten?
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

PaulaW
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Beitragvon PaulaW » 30.01.2019, 11:08

Liebe Silvia,
herzlichen Dank für Deine nette Nachricht.
Ja, das hätte ich mal besser dazugeschrieben. :D
Wir benötigen das volle Programm da wir folgende Baustellen haben: Grobmotorische Probleme, Feinmotorik, Handlungsabläufe, Konzentration, Ablenkung, Ausdauer etc.
Seit Jahren hat er Ergo, Logo Physio.
Deshalb bin ich auch froh, dass er jetzt eine ganzheitliche Logo bekommt bei der auch Physio und Ergo mit inkludiert sind.
Wir machen aktuell viel in der Küche zusammen, ich merke dass ihm riesigen Spass macht und nebenbei können wir die Hände ein bisschen mit ins Spiel bringen bzw Handlungsabläufe üben.
Er ist trotz seiner Sprachproblematik sehr redegewandt und hat einen sehr guten Wortschatz sagt seine Logo. (Er liebt Bücher seit er ein Baby ist)
Zudem hat er ein sehr gutes Namens- bzw Wortgedächtnis. (Heisst das so ? Egal)
Alles Liebe
Paula
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Beitragvon Tanja2014 » 30.01.2019, 13:32

Hallo Paula,

wenn sich nach fünf Jahren Logo keine Verbesserung zeigt, würde ich ganz dringend die Logopädin wechseln. Meist geben die Logopäden doch auf ihrer Website an, ob sie z.B. auf AVWS spezialisiert sind. Ansonsten hilft vielleicht insgesamt bei Euren Baustellen am besten eine Ergotherapeutin mit Zusatzqualifikation in Sensorischer Integration (SI).
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)

PaulaW
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Danke

Beitragvon PaulaW » 30.01.2019, 14:15

Hallo Tanja,

auch Dir ganz lieben Dank.

Ja, genau. Seine Ergotherapeutin ist auch auf SI spezialisiert und
wir haben die Logo vor zwei Jahren gewechselt.

Ich werde nochmal im Netz suchen, ob in unserer Gegend jemand
ist der sich auf AVWS spezialisiert hat.

Liebe Grüsse

Paula
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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 31.01.2019, 12:57

Hallo Paula, es kommt m.M.n. darauf an, in welche Richtung die Wahrnehmungstörungen bei eurem Kind gehen. In deiner Signatur lese ich jetzt nicht unbedingt, dass es in Richtung AVWS gehen würde oder ich habe etwas in deinen Beiträgen überlesen. Ansonsten denke ich, dass das mit AVWS nur ein Beispiel dafür war, worauf Sprachtherapeuten spezialisiert sein können.

Wenn ich deine Signatur so lese, dann hat unser Junge (knapp 9) ganz ähnliche Schwerpunkte.
Unsere Logopraxis bietet z.B. u.a. Heilpädagogik an, sie haben allerlei Schwerpunkte, darunter auch Stottern bei (Schul-) Kindern und AVWS. Sie betreuen allerlei Kinder mit Behinderungen, haben einen Therapiehund und arbeiten in Kooperation mit einem Gestüt (Therapiepferde/bewegte Logopädie).
Selbstverständlich arbeiten sie auch mit Elementen der sensorischen Integration.

Unser Junge stottert nicht, hat aber eine überwiegend schwer verständliche Aussprache und einen Rhotazismus. Auf AVWS wurde er bereits getestet (wurde das euer Kind bereits bspw in der Pädaudiologie)? Unser Kind hat zwar kein AVWS, aber es kristallisierten sich durchaus Schwierigkeiten mit dem beidseitigem Hören (dichotischem Hören) heraus und in der Logo haben wir jetzt dort unseren Schwerpunkt vorläufig gesetzt und arbeiten mit Audiolog. Denn irgendwo müssen wir einen Anfang machen und einen Schwerpunkt setzen und die Logopädie mit Schwerpunkt Rhotazismus im Vorfeld, brachte uns gar nichts. Das "R" isoliert sprechen kann und konnte er.
Also arbeiten wir jetzt erst mal an einer Hörverbesserung, doch auch hier orientieren sich die 1:1 Arbeiten direkt an ihm und sie stimmen es mit seinen Bedürfnissen ab (z.B. motorische Unruhe - kurzes Ballspiel).

Aussprachefehler zu korrigieren wird laut Pädaudiologie und unseren Sprachtherapeuten mit zunehmenden Alter des Kindes zwar schwieriger, weil sich mit zunehmenden Alter Aussprachestörungen festigen. Mit 9 Jahren ist es also in der Regel schwieriger als mit 6 Jahren. Und ganz ehrlich? Das merke ich auch. Unser Sohn kann auf das "R" mittlerweile zurückgreifen wenn er sich auf das korrekte (Aus-)Sprechen des Wortes konzentriert, aber seine Aussprache hat sich im Alltag so sehr gefestigt, dass er es in der Spontansprache nicht etablieren kann. Daher sind häusliche Übungen/häusliche Kooperation und Mitarbeit unheimlich wichtig. Wir hatten das anfänglich leider etwas schleifen lassen, weil wir einfach zu viel um die Ohren hatten.
Als wir wieder mehr Luft hatten, hatten wir zu Hause auch wieder zuverlässiger mit ihm geübt und unsere Logohausaufgaben mit ihm gemacht. Das ist wirklich das A und O, denn Logobesuch alleine kann das nicht kitten.
Dennoch erzielte die Therapie im Alltag kaum Erfolge, eher gesagt gar keine.
Aber mittlerweile wissen wir, wie viel Konzentration ihm das Hören abverlangte, die Konzentrationsstörungen spielen da freilich auch noch mit rein.

Du musst meiner Meinung nach erstmal überlegen, welche Schwerpunkte bei eurem Kind Sinn machen würden und dich dann dementsprechend nach einer Logopraxis umschauen. Aber alleine an dem Schwerpunkt zu arbeiten bringt nicht viel, wenn die Therapeuten fachlich nur das eine im Blick haben. Würde in unserem Falle heißen: Eine Therapeutin/ein Therapeut welcher nur das dichotische Hören mit ihm trainiert, aber sich fachlich nicht mit seinen ganzheitlichen Problemen auskennt und sich somit nicht auf ihn einstimmen kann, wäre wohl auch nicht unser Therapeut/unsere Therapeutin.

Unser Sohn hat zum Beispiel u.a. eine Fein-, Grob- und Graphomotorische Entwicklungsstörung (sehr schwaches Gleichgewicht, Auffälligkeiten in der Koordination) , Verdacht auf eine einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (Konzentrationsstörungen und geringe Ausdauer), ein pathologisches EEG III (Verdacht auf eine Hirnfunktionsstörung) und noch dies und das. Klar hat er Wahrnehmungsstörungen und laut Phsyio sind einige Muskelareale zu schwach ausgeprägt (er ist hochwüchsig) und mittlerweile entwickelt er X-Beine.

Doch ehe ich wusste, in welche Richtung es bei uns gehen soll bzw. ehe ich überhaupt "Suchen" konnte, musste ich/mussten wir einige Testungen wie eben auf ADHS oder AVWS hinter uns bringen und einige Stellen konsultieren, welche ihn fachlich anschauen und testen. So konnte ja der Verdacht auf AVWS ausgeräumt werden, was uns ein großes Stück weiter brachte.
Durch die Testungen erhellte sich eben sein großes Problem im dichotischem Hören, welches wir jetzt ganz gezielt mit dem richtigen Programm und darauf ausgerichteter Therapie verbessern können.
Auch Augenarzt war bei uns ein wichtiger Baustein, dies erhellte eine Hyperopie und einen Astigmatismus was eine Brillenkorrektur ausmachte.
Zu uns wurde schon von vielen Seiten gesagt: Man muss bei Wahrnehumgstörungen an den Rädchen drehen, wo es geht und bekannt ist, dass es eine Erleichterung erzielt bzw. erzielen könnte.
Die Wahrnehmung also da erleichtern wo es geht, manchmal mit so einfachen Hilfsmitteln wie eine Sehhilfe oder in unserem Falle ein gezieltes Umsetzen im Klassenzimmer, damit sein besseres Ohr dem Lehrer zugewandt ist und sein schlechteres Ohr gegen die Wand (ohne Störquellen wie Räuspern oder das Rascheln eines Federmäppchens) gerichtet ist.

Da seine auditive Merkfähigkeit auch sehr schlecht war (mehrfach in Testungen klar geworden), arbeitet die Logo jetzt auch begleitend diesen Schwerpunkt mit. Ich finde das super, denn weniger ist manchmal mehr. Jetzt haben wir also das Hören in diesen beiden Bereichen schwerpunktmäßig in der Logo und die reine Aussprache fließt da spielerisch, aber nicht schwerpunktmäßig mit - weil es einfach zu viel wäre. Wenn seine Wahrnehmung in Punkto Hören besser geworden ist, was wir hoffen, dann orientieren wir uns wieder schwerpunktmäßig an der Aussprache. Aber bis dato hat das andere Vorrang.

In der Ergo (bzw begleitend zur regulären Ergo mit SI) beginnt er jetzt mit INPP (Schwerpunkt frühkindliche Reflexe).
Aber ohne diese vielen Testungen würden wir keinen Schwerpunkt ausmachen können und primär allgemein in Richtung Wahrnehmungsstörung + Aussprache suchen. Wahrnehmungsstörung an sich ist aber ein sehr unspezifischer Begriff und kann so vieles betreffen und beinhalten.

Unser jüngeres Kind hat auch Wahrnehmungsstörungen, aber andere Schwerpunkte. Er erhält von der Logopraxis Heilpädagogik und Sprachttherapie u.a. mit Elementen der sensorischen Integration.
Also bei beiden Kindern gezielt abgestimmt.

Liebe Grüße und alles Gute

Sheila


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