Flugreise mit besonderem Kind

Mit einem besonderen Kind in den Urlaub zu fahren ist gar nicht so einfach - schließlich müssen tausend Dinge berücksichtigt werden. Welcher Urlaubsort ist besonders behindertenfreundlich?

Wo habt ihr gute Erfahrungen gemacht?

Eure Infos sind für so manche Familie mit einem besonderen Kind sicherlich Gold wert!

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Joel's Mama
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Beitragvon Joel's Mama » 30.01.2019, 15:18

Hallo

Solch lange Flugzeiten könnte ich meinen 2 Jungs auch noch nicht zumuten. Wenn es auf 2 Stunden zugeht fangen sie nämlich an zappelig zu werden. Es sei denn sie sind mal ne Weile ins Land der Träume gegangen.

Liebe Grüße
Sylvie
(2013) Joel entwicklungsverzögert, enuresis (2011) Maurice enuresis

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Anna-Nina
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Beitragvon Anna-Nina » 30.01.2019, 15:19

Hi Alex,

wir haben ja recht ähnliche Kinder....Und wir fliegen jetzt in der ersten März Woche nach Ägypten (Flugzeit 4,5 h) - Hinflug ist zu guten Zeiten um 11 Uhr - da werden unsere Kinder mit dem Tablet und Filmen bespaßt. Da habe ich auch keine Bedenken.
Rückflug ist bei uns leider schon um 6 Uhr dh um 3 Uhr einchecken (Sinai will 3 h vor Flug einchecken). Dh. wir müssen um 2 Uhr aus dem Hotel weg. Ich hoffe E. schläft dann einfach, wenn wir sie tragen erstmal noch eine Weile - sie ist total verschlafen nachts und Wacht so schnell nicht auf.
Leider haben wir das mit der Rückflugzeit erst nach dem Buchen gemerkt - es gibt aber keine späteren Rückflüge in den Faschingsferien aus Ägypten. Wir haben nochmal umgebucht von 4 uhr auf den Rückflug um 6 Uhr aber anders geht es nicht....
Ich hab auch bammel - allerdings möchte ich mir das jetzt auch nicht entgehen lassen. Ich habe für mich beschlossen das Tavor einzupacken und im Notfall das einfach so zu machen. Allerdings glaube ich, dass E. es ohne packt (sie ist ja im Moment sehr gut eingestellt und hat kaum Ausraster - vorallem nicht mehr in der Öffentlichkeit).
Karibik würde mich auch sehr reizen - aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das dem Kind, mir und den anderen Fluggästen nicht zumuten würde. Wir haben auch Dubai überlegt - aber das sind auch 6 h - ist mir auch zu lange. Ägypten ist ein guter Kompromiss für uns - wir sind schon seit 15 Jahren regelmäßig dort. Das Wetter ist immer gut - und die Fische sind immer bunt - das reicht uns.....Zumindest als Kompromiss....
Was ich mir bestellen wollte sind so aufblasbare Kissen die man in den Fussraum der Kinder stellen kann, dass die einfach bequemer sitzen können (gerade am Rückflug)....Wenn die Beine so in der Luft baumeln ist das Schafen doch nicht ganz so einfach.....

PS: es ist auch unsere erste Flugreise seit die Epilepsie bekannt ist - unsere Neuropädiater sagt es ist kein Problem und wir sollen auch wegen den Medikamenten keine Bescheinigung vorlegen usw.

LG
Anna

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 30.01.2019, 15:41

Hallo MarcelundMama,

also Kind ist „schon“ 11 und ja, warum USA? Wir haben in den USA einen Haufen Verwandte. In Florida, in Washington D.C., in New York, eigentlich fast überall... :lol:

Aber wir planen das auch nicht für jetzt. Es ist eher ein langfristiges Ziel.
In unserer Nähe wird dieses Jahr ein Flug nach Sylt angeboten, 55 Minuten. Werden wir testen..
Als nächstes steht Disneyland Paris auf dem Plan. Ob Flug oder Auto ist noch nicht ganz klar.

Alles, was näher ist, haben wir durch, also schon ohne Kind. Wir sind einfach auch keine Strandurlauber und langweilen uns tierisch. Ob Teneriffa, Marbella, Rhodos, Korsika, also alles im Süden - ist nichts für uns. Mal ganz abgesehen von der Vollheit dort in den Schulferien. :x

Schiffsreisen sind auch gar nichts für uns.

Was ich mir gut vorstellen könnte, wäre z.B. Norwegen oder Island, Schottland oder Cornwall.

Man verdrängt ja auch immer ganz schnell und erinnert sich nur an die netten Sachen gerne. Aber wenn ich darüber nachdenke, wie heftig der Jetlag nach Rückkehr aus den USA immer ist, hab ich schon keine Lust mehr... :lol:

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Alexandra2014 » 30.01.2019, 15:49

Anne_mit_2 hat geschrieben:Liebe Alex,

Alexandra2014 hat geschrieben:Hallo Anne,

Sitzen tut sie eigentlich gut. Inzwischen ist sie knapp 1,60m (hauptsächlich Beine :lol: ) :shock: und kommt mit den Füßen locker auf den Boden.

Und auch das stille Sitzen ist sehr anstrengend für sie. Eine Ergotherapeutin sagte mal, dass es aufgrund der Rumpfhypotonie für sie anstrengender sei, still zu sitzen, als den ganzen Tag durch die Gegend zu rennen. :shock:



Das ist genau das, was ich meinte: Sie sitzt subjektiv für sich nicht gut und ermüdet dadurch übermäßig schnell. Dass die Rumpfhypothonie der Grund ist und nicht zu kurze Beine, ist einfach eine andere Spielart desselben Problems und bedarf einer anderen Abhilfe. Vielleicht weiss Eure Physio oder Ergo einen Rat.

Viele Grüße,
Anne


Das ist natürlich richtig! Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.
Diese nicht sichtbaren „Kleinigkeiten“ vergisst man neben all den großen Diagnosen sehr schnell...

Eine Lösung sehe ich da allerdings so direkt nicht, denn Kind würde sich am hellichten Tage nicht freiwillig hinlegen. :lol: Und die Bewegungsfreiheit im Flieger ist ja schon auch stark eingeschränkt. :?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 30.01.2019, 17:16

Hallo Alex,

wenn ich da mal so seitlich reinquatschen darf:
Diese nicht sichtbaren „Kleinigkeiten“ vergisst man neben all den großen Diagnosen sehr schnell...
Ich habe über die Jahre mit meinem Junior die Erfahrung gemacht, dass zwei parallele Blickwinkel ganz wichtig sind. Erstens den Blick quasi aus der Distanz auf Autismus allgemein, und was da passt auf‘s Kind. Zweitens den Blick quasi bottom-up von den einzelnen Detailproblemen und wie sie ins große Ganze passen. Es hat IMMER mit dem Autismus zu tun, und es braucht immer einen konkreten Ansatz, konkrete Fragestellungen.
Ich sehe da also kein Nebeneinander, sondern es ist alles immer verschränkt ...
Ich würde mir da auch von einer gewieften Ergo und/oder Physio Ideen einholen. Vielleicht gibt es was zum „Stabilisieren“.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Beitragvon Alexandra2014 » 30.01.2019, 17:54

Hallo Engrid,

jaaa, du darfst immer reinquatschen, auch seitlich... :lol:

Ich glaube, das Problem bei uns ist, dass wir so unendlich viele „Kleinigkeiten“ haben, von denen ich inzwischen weiß, dass ein Großteil direkt zum Autismus gehört, wie die visuelle und auditive Wahrnehmungsstörung, die verbale und motorische Dyspraxie usw.
Die Hypotonie hatte ich aber irgendwie schon lange nicht mehr auf dem Schirm, weil sie einfach nie „eigenständig“ auffällt. Hören, Sehen, Fein- und Grobmotorik, emotionale Ausbrüche - das alles ist irgendwie vordergründiger und offensichtlicher.
Die Hypotonie merkt man nicht, sieht man nicht, „stört“ nicht.

Ob das tatsächlich das „Problem“ auf längeren Fahrten ist, glaube ich gerade gar nicht. Denn die Flüge, bei denen wir dieses Verhalten auch hatten, waren ja im Vergleich sehr kurz. 4-5 Stunden Autofahrt sind ok, aber knapp 2 Stunden Sitzen während des Fluges nicht?
Ich denke, da spielen doch noch ganz andere Dinge mit rein.
Ich mag das „Gefühl“ im Flugzeug auch nicht, die Lautstärke, die Gerüche, die Luft im Flieger...

Was wir beide viel besser leiden können, ist das Fliegen im Heli! Wo immer es Rundflüge gibt, will sie mit. Und oft machen wir das dann auch - da traue ich mich sogar allein mit ihr rein! :lol:

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

LarissaD
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Beitragvon LarissaD » 30.01.2019, 21:28

Wie oft fliegt Ihr denn? Bei einem Rückflug pro Jahr hätte ich mit dem Tavor wohl eher kein Problem.
Viele Grüße, LarissaD

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 30.01.2019, 22:11

... mein Sohn ist ja übrigens so drauf, wenn der zwei- dreimal an derselben Stelle geschimpft hat oder Streit angefangen, dann setzt der das auf Wiederholungsschaltung, weil das muss dann immer so sein an der Stelle. Kein Witz. :roll: Das ist gaaaanz schwer wieder rauszukriegen, wo es sich mal festgefressen hat ...
Das kann es nicht sein, als einer vom mehreren Aspekten?
Engrid
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Beitragvon melly210 » 30.01.2019, 23:40

Ich persönlich würde für ",nur" Urlaub wohl nähere Ziele wählen. Bzw machen wir auch so. Unserer ist 4. Zugfahren tut er gern, auch stundenlang, Auto und Flugzeug ist problematisch.
Wenn man natürlich konkret Familie hat ubd da irgendwas Wichtiges ansteht wie eine Hochzeit oder so käme ich wohl aber auch ins Überlegen.

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else
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Beitragvon else » 31.01.2019, 10:37

Hallo,
also ich möchte auch mal reinquatschen. Ich finde es total wichtig, dass sich mehr Eltern mit behinderten Kindern in der Öffentlichkeit zeigen. Wir haben oft das Gefühl, wir sind da draußen ganz allein unterwegs, weil eben genau aus diesen Gründen viele zuhause bleiben oder ohne ihre Kinder wegfahren. Und außerdem wird es nicht besser, macht das jetzt. Mit kleineren behinderten Kindern ist es noch besser. Mit zunehmenden Alter nimmt das Verständnis immer mehr ab. Ich finde die anderen Fluggäste können das ruhig mal für ein paar Stunden aushalten. Normale Menschen schätzen danach bestimmt ihr eigenes Leben wieder mehr.
Wir haben uns einmal nach einem Flug überlegt, ob wir nächstes Mal Ohropax verkaufen, dann ist der Flug gleich finanziert.
LG
Else


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