Überforderung durch Schulwahl: vermeiden oder hinnehmen?

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Nadine.mit.Tino
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Überforderung durch Schulwahl: vermeiden oder hinnehmen?

Beitragvon Nadine.mit.Tino » 29.01.2019, 08:06

Guten Morgen!

Mich umtreibt immer noch latent die Wahl der weiterführenden Schule.
Ich habe ja bereits etwas weiter unten in der Themenliste die Frage nach "Ganztagsschule bei ADS - positiv oder negativ" gestellt. Da ging es zwar auch schon in die Richtung mit dem Thema Schulwahl, aber ich habe mich dann doch für die Eröffnung eines neuen Themas entschieden.

Meine Tochter ist nun in der dritten Klasse und gestaltet ihr Schulleben weiterhin eher minimalistisch. Das heißt, wenn ein sogenannter "Vor-Test" geschrieben wird, dann bearbeitet sie diesen eher halbherzig, denn es gibt es eh keine Note dafür. Die richtigen Test schreibt sie sehr gut bis gut.
Dies spiegelt ihre gesamte Arbeits-Einstellung, die Hausaufgaben sind für sie schon schlimm genug, zusätzliches Üben wäre der Horror, ist aufgrund ihrer guten Leistungen aber auch nicht nötig (und machen wir auch nicht).

Wir müssen nun aber die Dosis vom Medikinet Retard hochsetzen, da 10mg anscheinend nicht mehr ausreichen, der KJP sagte, dass würde in der dritten Klasse häufig der Fall sein, da die Anforderungen steigen würden.
Auslassversuche von Medikinet enden weiterhin im Chaos.

Nun bin ich ja der Meinung, dass eine Realschule für meine Tochter die richtige Wahl wäre, selbst in dem Fall, wenn sie eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen würde.
In dem oben genannten anderen Thema wurde ja auch darüber diskutiert, dass man doch erst die Möglichkeit eines Gymnasiums geben solle, da die Kinder sich häufig dem Leistungsstand anpassen, der gefordert ist, so denn sie in Lage dazu sind.

Aber wenn ich mir nun anschaue, dass die diesen Leistungsstand ja nur durch das Hochdosieren vom Medikinet halten kann, fragen ich mich, ob das das Ziel sein sollte?

Es wäre doch besser, wenn sie mit weniger Medikamenten ihr Leben und ihren Schulalltag meistern würde und nicht das Gymnasium zwar wuppt, aber dann nur mit der doppelten Dosis? (Wenn dem denn so wäre, wissen kann ich das ja vorher nicht).

Hat da schon mal jemand mit Erfahrungen gemacht, also dass die Schulwahl tatsächlich die Dosis der Medikamente beeinflusst?

Nicht falsch verstehen, ich finde Ritalin und Co. gut und richtig aber eine Realschule ebenso und denke nur, dass ein Gymnasium nicht mit Medikamenten "erkauft" werden sollte.

Viele Grüße
Nadine
Unsere Familie:
Nadine (*1979) und J. (*1975)
L. (*05/2010) 34. SSW, ADS
L. (*05/2010 - 07/2010) 34. SSW, Omphalozele, Fallot-Tetralogie, Multi-Organ-Versagen nach Herz-Katheter-OP
T. (*11/2014) Infektasthma

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Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 29.01.2019, 08:20

Hallo Nadine,

vertraue deinem Bauchgefühl! - Hinter welcher Entscheidung du auch immer stehst, dein Kind spürt es! - Wenn du dich einer Schule positiv näherst, dann wird es auch dem Kind helfen. - Auch ich habe jetzt die Schiene gewählt, wo die Latte nicht ganz so hoch liegt! - Ich habe auch so einen Minimalisten, der sicherlich mehr könnte... - aber er macht es nicht! - Sicherlich muss man die Kinder auch führen, anleiten, zum Teil wirklich sehr dahinter sein, aber - was habe ich von einem Kind, welches nur neben der Spur ist und keine Kindheit hatte? Und dann auch noch dazu einen Sack voll Minderwertigkeitskomplexe mit sich rumträgt, weil es merkt, dass die anderen es "leichter" schaffen?


- Wenn deine Tochter später einmal will und kann, hat sie immer noch Möglichkeiten! - Sicher, es ist dann schwerer, aber wenn sie es dann wirklich von sich aus will wird sie es dann auch schaffen! - Was will sie denn?

Und wozu rät die Lehrerin?


Manchmal ist der Eindruck den man selbst von seinem Kind hat nicht ident mit dem was die anderen sehen...


LG

Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Nadine.mit.Tino
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Beitragvon Nadine.mit.Tino » 29.01.2019, 09:09

Hallo Silvia!

Danke für deine Antwort!

Ich habe meiner Tochter vor ein paar Wochen mal erzählt, dass ihr bester Freund seit dem Kindergarten auf ein Gymnasium gehen wird (das ist allerdings auch eins mit sehr hohem Niveau) und dass sie, wenn sie auch dorthin möchte, auf jeden Fall auch noch zusätzlich etwas für die Schule tun muss und neben den Hausaufgaben auch noch so lernen muss. Da hat sie sofort gesagt, dass sie das auf gar keinen Fall will und in die Schule sicherlich nicht gehen wird. :roll:
Dieselbe Reaktion gab es auch, als ihr eine Ganztagsschule erklärt habe.

Die Grundschullehrerin ist vom alten Schlag, zwar sehr nett aber sie hat nicht viel Ahnung von AD(H)S. Und da meine Tochter in der Schule auch unheimlich viel kompensiert und dann erst zu Hause die sprichwörtliche Sau rauslässt, hat die Lehrerin noch nicht mal von der ganz schlimmen Phase vor der Diagnosestellung etwas mitbekommen und war ganz überrascht, dass meine Tochter überhaupt die Diagnose erhalten hat.
Die endgültige Empfehlung gibt es ja auch erst in einem Jahr.

Viele Grüße
Nadine
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IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 29.01.2019, 09:45

Hallo Nadine.mit.Tino,
da jedes Kind anders ist, kann ich nur von meinem Jungen reden(ADHS) er hat die ersten Grundschuljahre und dann später auf der Realschule nie lernen müssen, alles aus dem Ärmel geschüttelt. Die Lehrer haben ihn jedoch nicht als ein Gym-Kind gesehen. Ich war zwiegespalten und er ging dann erstmal bis zur 10. zur realschule, wie gesagt mit super Leistungen ohne Lernen ooder irgendeinen Handgriff zuviel zu machen für die Schule. Er war dazu einfach nicht zu bewegen.
Tja, er wollte dann sein Abi und wechselte nach der 10. Von da an ging es bergab. Da er nicht gelernt hat zu Lernen, brach er total ein. Mit ach und Krach schaffte er zwar dann wenigstens sein Fachabi, aber für mehr reichte es dann nicht. Es war keine schöne Zeit für ihn, obwohl ich sehr stolz bin das er überhaubt bis zum Fachabi durchgehalten hat.
Mein Fazieht aus dieser Zeit,wenn ein Kind nicht gewillt ist zusätzlich zu lernen, zusatzaufgaben zu übernnehmen, tja ich glaub dann sollte man das mit dem Abi sein lassen.
Aber wie gesagt ich kann nur von meinem ausgehen. Und Medikamentös war er gut eingestellt.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

Kerstin74
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Beitragvon Kerstin74 » 29.01.2019, 10:01

Hallo Nadine,

Meiner Meinung nach beeinflusst die Dosis nicht die Schulwahl. Unsere Kinder haben ihre Besonderheiten und die Medis versetzen sie schlicht in die Lage ihre Konzentrationsfähigkeit zu steigern und sich selbst besser zu regulieren. Aber auch mit bester Konzentrations- und Regulationsfähigkeit sind die Anforderungen der verschiedenen Schularten eben total unterschiedlich! Mein Großer (ADS) hätte sicher die Realschule wuppen können, aber er ist keiner, der von Ehrgeiz getrieben wird oder mehr als unbedingt nötig macht oder machen kann. Dazu hat er die Ausdauer nicht und schafft es auch nicht (niedrige Frustrationstoleranz und ein ganz miserabler Umgang mit Druck, da wird er wahlweise fast schon depressiv oder bockig). Auch mit Planung oder Selbstorganisation ist er schnell überfordert.

Wir hätten ihn gerne in der Gemeinschaftsschule gehabt, aber die war im Jahr des Schulwechsels so überlaufen, dass sie viele Anmeldungen gar nicht annehmen konnten. Er ist jetzt in der 7. Klasse Werkrealschule, bei der er ebenfalls seinen mittleren Bildungsabschluss machen kann. Aber die Lehrmethoden unterscheiden sich doch von den Realschulen und mit ADS hat man dort Erfahrung. In manchen Fächern könnte er sicher mehr leisten, in anderen Fächern kämpft er bereits mit den steigenden Anforderungen, erschwert durch LRS und eine senso-/grafomotorische Schwäche (und dadurch ein ziemlich bescheidenes Schriftbild - in Verbindung mit LRS wirklich nicht immer leicht zu lesen).

Ich bin froh, dass wir uns für den niedrigschwelligere Schulweg entschieden haben. Sollte er Lust haben, kann er auch nach dem Abschluss noch weiter aufbauen. Aber Druck von Anfang an hätten ihn zum Schulverweigerer werden lassen können. Momentan ist es "nur" heftiger Schulfrust, was sicher die Kombination ADS, LRS, Schriftbild und Pubertät mit sich bringt :roll:

Wie Silvia schon schrieb:
Hör auf deinen Bauch und lass dir nicht rein reden, du kennst dein Kind am besten!

LG
Kerstin
der Große (10/06) mit ADS, LRS und senso-/graphomotorischer Schwäche

der Kleine (10/11) mit pFAS, ADHS, SIS, Hyperakusis, Hypermobilität, Beckenschiefstand mit skoliotischer Fehlhaltung, Vorhofseptumdefekt (ASD II), Fruktoseintoleranz, globale Entwicklungsverzögerung, Hypomotilität des Ösophagus, V.a. ASS => PG 3, GdB 70%

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 29.01.2019, 10:19

Meine persönliche Erfahrung (als nicht diagnostizierte ADHSlerin): die Anforderungen einer Schule bestehen nicht nur aus lernen und Schulstoff, sondern auch aus sozialem mit- oder gegeneinander. Ich war schulisch immer minimalistisch, habe nur das Allernotwendigste gemacht. An der Hauptschule (die Möglichkeit Realschule gab es damals nicht) war Ich schulisch zwar nicht überfordert aber grottenunglücklich wegen wenig Zusammenhalt und Mobbing. Später, an der höheren Schule war ich sozial- emotional glücklich, aber schulisch total überfordert, weil ich nicht gelernt hatte, zu "lernen" und ich mit 14 auch noch weniger motivierbar war, als ich mit 10 gewesen wäre.

Das würde ich auch in Bezug auf die Medikation mitbedenken. Mein ADHS-Sohn braucht Medikation mehr für soziale "Aufgaben" als für schulische.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Bika
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Beitragvon Bika » 29.01.2019, 14:43

Hallo Nadine,

Ich hatte dich im unteren Thread ja gefragt, warum du das Gymnasium ausschließt.
Deine Tochter muss sehr schlau sein, wenn sie früher, trotz unbehandelter ADS, sehr gute Schulleistungen erbringen konnte und dort kaum auffiel.

Meine Tochter ist mit eher durchwachsenen Leistungen und ebenfalls mäßiger Anstrengungsbereitschaft auf das Gymnasium gewechselt.
Der Unterschied zu euch war jedoch, dass mein Kind unbedingt und um jeden Preis, wollte. Es gab für sie keine Alternative.
Die Motivationskomponente ist bei Aufmerksamkeitsstörungen enorm wichig.
ADS- Kinder sind stur und wenn sie nicht wollen, hilft oft gar nichts (im Zweifelsfall auch keine Dosiserhöhung von Methylphenidat).

Daher würde ich in eurem Fall
meinem Kind vermutlich signalisieren, dass ich von seinen Fähigkeiten überzeugt bin, aber seine grundsätzliche Einstellung akzeptiere.

Als Eltern kann man doch sowieso nicht richtig entscheiden.
Schickst du sie aufs Gym., macht sie dir nachfolgend Vorwürfe, dass sie so unter Druck gesetzt wird,
schickst du sie auf die Realschule, macht sie dir später Vorwürfe , weil sie nie gelernt hat zu lernen unter unter ihren Möglichkeiten blieb. :wink:

Meine Tochter hatte ihre Diagnose erst Ende Klasse 6 erhalten und für eine Medikation haben wir uns damals tatsächlich entschieden, damit sie auf dem Gymnasium bleiben konnte und kann. Wir haben es daher wirklich “mit Medikamenten erkauft“.
Das war es aus unserer Warte aber wert, weil Töchterlein dort unbedingt bleiben wollte. Wäre das anders gewesen, hätten wir sie niemals gedrängt.

euch gutes Gelingen bei der Entscheidung
LG
Bika

JennyK
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Beitragvon JennyK » 29.01.2019, 17:00

Ich kann mich Lisaneu anschließen, was Lernfelder in der Schule und Medikamente angeht. Unser Großer hatte es immer schon schwer in der Schule, hatte aber immer Noten im guten Durchschnitt, trotz Verweigerungshaltung etc. Die ADS Diagnose hat er erst Ende der 5. Klasse erhalten. Nachdem er sehr differenziert äußern könnte, dass ihn alleine die Anwesenheit in der Klasse so anstrenge, dass er gar nicht mehr lernen kann, haben wir uns dann für eine Medikation entschieden. Das war echt seine Rettung, seitdem kann er endlich zeigen, was er kann, ist Teil der Klassengemeinschaft und einfach zufrieden (meistens).

Wir hatten uns trotz Gymnasialempfehlung gegen das Gymnasium und für eine Gesamtschule entschieden, eben weil uns klar war, dass er neben der sozialen Problematik nicht noch Leistungsdruck aushalten würde. Er ist jetzt in Klasse 7, kommt mit Medikamenten und Schulbegleitung gut zurecht und geht sogar ganz gerne in die Schule, auch wenn es für ihn anstrengend bleibt. Er hat viele Erfolgserlebnisse, tut sich im Umgang mit Gleichaltrigen aber immer noch schwer, daher sind wir momentan echt überzeugt, dass dieser Weg der beste für ihn ist...
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

Nadine.mit.Tino
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Beitragvon Nadine.mit.Tino » 29.01.2019, 17:21

@Kerstin
Meine Tochter kann auch gaaanz schlecht mit Druck umgehen ist aber auch ganz toll darin, selbst Druck zu produzieren, indem sie wort- und tränenreich ausführlich darlegt, weshalb sie etwas nicht kann. Dann verrinnt die Zeit und die Aufgaben machen sich nun einmal nicht von alleine.

@lisaneu
Die soziale Komponente ist für meine Tochter nicht problematisch, sie braucht die Medikamente tatsächlich dafür, um sich nicht ständig wegzuträumen und sich halbwegs organisieren zu können.

@Bika
Ich würde gar nicht sagen, dass sie nun eine Überfliegerin war in der ersten und zweiten Klasse, aber es wurde da ja auch noch nicht so bewertbar dargelegt.

Sowieso habe ich manchmal den Eindruck, dass meine Tochter in der Schule ein anderes Kind als hier zuhause ist. Das macht es nicht einfacher eine Entscheidung zu treffen. Das erste Schuljahr hat uns aber ganz klar gezeigt, dass das ständige Kompensieren ihr unmenschlich viel Kraft abverlangt hat (sie war zu keinen Hobbies mehr fähig, ständig nur müde und dauernd gesundheitlich angeschlagen).

Allerdings ist sie in der Schule bei Klassenarbeiten noch nie unter dem Zeitdruck eingeknickt und hat Heul- und Schreiattacken wie zu Hause bei den Hausaufgaben bekommen. Dabei ist der Zeitdruck bei einer Klassenarbeit doch viel erdrückender als der bei den Hausaufgaben, sollte man meinen. Daher tippe ich auch da wieder auf Kompensation.

Der KJP sagte mal, wenn ihre Tochter zuhause die Sau raus lässt, dann sehen Sie das als Kompliment, denn das ist auch ein Vertrauensbeweis. Daher denke ich schon, dass die Situation zuhause die realitätsnähere ist.

Ich war allerdings selbst überrascht, wie wenig sie nachdenken musste, auf die Frage, ob sie mit ihrem allerbesten Freund zusammen auf das Gymnasium gehen wollen würde, wenn sie dafür fleißiger sein müsste. Dieser Freund ist eigentlich ihr ein und alles.

Ich finde es ganz toll, was für einen Input ihr mir gebt, danke!

Viele Grüße
Nadine
Unsere Familie:
Nadine (*1979) und J. (*1975)
L. (*05/2010) 34. SSW, ADS
L. (*05/2010 - 07/2010) 34. SSW, Omphalozele, Fallot-Tetralogie, Multi-Organ-Versagen nach Herz-Katheter-OP
T. (*11/2014) Infektasthma

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RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 30.01.2019, 09:32

Hallo,

ich stand vor ein paar Jahren vor genau dem gleichen Dilemma. Mein Sohn hatte in der vierten Klasse allerdings noch keine Diagnose und keine Medikamente.
Er hat sich auch immer selber stark unter Druck gesetzt und hat sehr unter Stress gelitten. Dabei war er ein sehr guter Schüler. Ich habe auch überlegt, dass der Leistungsdruck eines Gymnasiums für ihn zuviel ist. Ich habe ihn unteranderem deshalb auf eine IGS gegeben.
Die fünfte Klasse war gut für ihn, denn es gab weniger Druck. Leider wurde er aber dort unter seinem Niveau unterrichtet. Ich hatte mit Differenzierung gerechnet. Letztendlich war das eher Realschulniveau, unter dem er sehr gelitten hat. Wir haben dann aufs Gymnasium gewechselt und es war trotz mehr Druck das Richtige. Es ist aber so, dass mein Sohn seine Medikamente braucht um so zu funktionieren, wie seine Mitschüler. Ohne würde er scheitern.
Ein Tipp von mir: ermutige deine Tochter Dinge anzugehen, die auch mal schwierig sind. Ausweichen wird nicht ein Leben lang funktionieren oder einen sehr einschränken. Sie sollte lernen mit weniger Perfektion zurecht zu kommen. Mein Sohn kommt dank viel Training, Therapie damit viel besser zurecht. Und das macht ihn insgesamt, nicht nur in der Schule, zufriedener.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB


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