Überforderung durch Schulwahl: vermeiden oder hinnehmen?

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Anna-Nina
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Beitrag von Anna-Nina »

Ich finde Realschule immer eine gute Alternative. Der Stoff ist gut machbar und trotzdem kann man nach der 10 Klasse auf die Oberstufe ohne Probleme wechseln und hat dann gar nichts verloren.
Ich werde es bei meiner fitten Tochter wahrscheinlich auch so machen - warum soll ich sie ins Gymnasium stecken - wo sie dann regelmäßig an ihre Grenzen kommt - wenn sie einfach durch die Realschule durchrutschen kann. Danach kann sie noch die Oberstufe machen. Bei uns in BW gibt es sehr viele Möglichkeiten das Abitur nach der Realschule zu machen.
Mir macht eher sorgen, dass es keine Realschulen mehr gibt - bei uns gibt es nur noch eine der Rest sind Gemeinschaftsschulen :(. Diese eine ist leider beinahe unerreichbar.
Gibt es bei euch noch Realschulen? Bei uns sind es jetzt die letzten beiden Jahrgänge - danach sind es Gemeinschaftschulen....

LG

Nadine.mit.Tino
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Beitrag von Nadine.mit.Tino »

Hallo!

Nun möchte ich mich auch noch einmal zurück melden. Ich hatte leider sehr viel um die Ohren in den letzten Tagen.

Mehrere haben ja geschrieben, dass man tatsächlich vorher nicht wissen kann, welche die richtige Entscheidung ist. So blöd es klingt, aber das hat mir schon sehr geholfen. Denn auch bei der Spielgruppe von meiner Tochter damals sagte die Erzieherin immer: „ Du kannst planen soviel du willst, dann bekommst du deine Wunsch-Schule (oder –Kindergarten) und es ist ein Arschloch-Kind in dieser Gruppe, was es auf dein Kind abgesehen hat und alles ist dahin. Oder der Klassenlehrer/die Erzieherin ist ne Niete. Es liegt einfach nicht alles in unserer Hand.“
Darauf habe ich mich mal wieder besonnen, dank euch.

@Markus
Bezüglich der Kurswahl und damit verbunden der größen Interessen-Befriedigung habe ich bei meinem Abi die Erfahrung gemacht, dass man in dem Alter auch noch oft die LK’s von den Freundinnen abhängig macht und auch manche LK’s gar nicht erst zustande kommen. Daher sind die gebotenen Möglichkeiten doch sehr überschaubar, das kommt natürlich auch auf die Größe der Schule an.

@Anna-Nina
Wir haben tatsächlich zwei Realschulen im nahen Umkreis. Eine hat einen sehr guten Ruf und auch der Wechsel auf das Gymnasium soll von dort unproblematisch sein. Die andere ist eine mit nicht ganz so gutem Ruf und da gehen auch wohl viele Kinder aus einem Brennpunkt-Stadtteil hin. Dort gibt es natürlich immer Plätze.


Wir haben gestern mit der Klassenlehrerin von meiner Tochter gesprochen und sie sagte, dass meine Tochter zu Anfang der Höherdosierung der Medikamente fitter gewirkt habe, aber dieser Effekt nun wieder weg sei und sie wieder sehr still und blass im Unterricht sitzt. Auch streitet sie sich wohl immer wieder mit ihren wenigen Freundinnen, die sie hat.

Ich denke, wenn nicht noch etwas bahnbrechendes passiert, dann wird es eine der Realschulen werden. Meine Tochter bricht unter Druck einfach oft zusammen und ich denke, Motivation durch gute Leistungen bei mittlerem Pensum tut ihr besser als von an Anfang bei hohem Pensum unter Druck zu stehen.

Vielen Dank für eure zahlreichen Beiträge!

Viele Grüße
Nadine
Unsere Familie:
Nadine (*1979) und J. (*1975)
L. (*05/2010) 34. SSW, ADS
L. (*05/2010 - 07/2010) 34. SSW, Omphalozele, Fallot-Tetralogie, Multi-Organ-Versagen nach Herz-Katheter-OP
T. (*11/2014) Infektasthma

Nadine.mit.Tino
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Re: Überforderung durch Schulwahl: vermeiden oder hinnehmen?

Beitrag von Nadine.mit.Tino »

Guten Morgen!

Es ist nun fast ein Jahr her und die Entscheidung ist gefallen. Dies möchte ich euch nicht vorenthalten.

Meine Tochter wird auf eine Gesamtschule mit gebundenem Ganztag gehen. Die Grundschullehrerin hat dies als beste Möglichkeit gesehen, da meine Tochter in ihren Augen ein Kind ist, bei dem man sich jetzt noch gar nicht festlegen kann, was die weitere Schullaufbahn angeht und wir in ihr dieser Hinsicht zustimmen, war das die beste Wahl. Wir hatten nun auch noch das Glück und haben auf einer vollkommen überlaufenen Schule, was die Bewerbungen angeht, einen Platz bekommen. Und es ist auch noch die Schule, die meine Tochter um jeden Preis besuchen möchte und das obwohl keine ihrer Freundinnen dort mit hin geht (die verteilen sich allesamt auf verschiedene andere Schulen).

Ein Gymnasium kam letztendlich überhaupt nicht mehr in frage, da das letzte Jahr gezeigt hat, dass meine Tochter sich im guten bis befriedigenden Bereich eingependelt hat und vor allen Dingen ihre wirklich ausbaufähige Arbeitsgeschwindigkeit (laut Klassenlehrerin ist sie sehr langsam im Vergleich zum Rest der Klasse) ist hier ein deutliches Zeichen für uns gewesen.

Wir sind sehr happy und hoffen nun, dass sie den Ganztag wuppt. Aber das sie selber das unbedingt möchte, habe ich da keine Zweifel dran.

Viele Grüße
Nadine
Unsere Familie:
Nadine (*1979) und J. (*1975)
L. (*05/2010) 34. SSW, ADS
L. (*05/2010 - 07/2010) 34. SSW, Omphalozele, Fallot-Tetralogie, Multi-Organ-Versagen nach Herz-Katheter-OP
T. (*11/2014) Infektasthma

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Regina Regenbogen
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Re: Überforderung durch Schulwahl: vermeiden oder hinnehmen?

Beitrag von Regina Regenbogen »

Sehr schön. Wenn ihr alle ein gutes Gefühl mit dieser Wahl habt, ist es die richtige Entscheidung.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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