Wie zum Zeichnen motivieren? (VWS)

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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MarinaH
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Beitragvon MarinaH » 29.01.2019, 10:00

Hallo!

Vorbild hilft viel. Das mit der Sütterlinschirft ist ja witzig- das hat mein Mann für unseren Sohn auch gemacht. Der wollte sogar freiwillig Texte schreiben, weil Papa das auch gemacht hat. Das sie verschiedenfarbige Tinte benutzt haben, hat auch geholfen. Inzwischen scheiben die Kinder beim Spielen- Speisekarten, Fahrpläne- was ihnen eben so einfällt.

LG Marina
Kinderärztin im SPZ

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 29.01.2019, 13:35

FriedasMami hat geschrieben:Hallo,

unsere Tochter hat auch Schwierigkeiten etwas "echtes" auf ein leeres Blatt zu zeichnen. Zu Weihnachten gabs dann so einen Leuchttisch für Kinder. Man legt ein weißes Blatt auf eine Art Lichttisch. Auf das Blatt wird dann eine einfache Form projeziert, die das Kind nachspuren kann. Ist Schritt 1 gezeichnet, kann man an einem Rad eine Stufe weiter drehen und hat neue Linien. In vier Schritten malt das Kind so die verschiedensten Dinge nach Vorlage. Unsere Tochter ist super stolz auf ihre Werke und malt nun mit viel Freude. Vielleicht ist das auch für Euren Sohn etwas: Jumbo 19573 Dessineo

LG


Das ist ja eine süße Idee. Werde ich mal testen. Danke!

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Afina
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Beitragvon Afina » 29.01.2019, 15:14

Vielen Dank für Eure tollen Ideen!

@ Alex
Dass die Sehfrühförderung auch für "gesunde" Augen ist, wusste ich nicht. Da mach ich mich mal bei uns schlau.

Das Motivationsproblem haben wir auch bei allem. Laufrad wurde erst gefahren, als Kind meinte, es zu können. Das Gleiche beim Fahrrad, beim Skifahren...

Genauso ist es bei uns. Fahrradfahren, aufs Pferd setzen, auswärts übernachten (mit uns), Windeln weg (obwohl schon monatelang trocken) ... Ich vermute auch, dass das eher aus der Asperger-Ecke kommt. Bisher haben wir dafür den Anfangsverdacht einer KJP, die uns zur Autismusambulanz geschickt hat. Dort haben wir im Mai den ersten Termin (noch ohne Kind).

@ Marina
Er ist frische 5 :wink: und ich lasse ihn immer machen. Vorschriften hat er in der Kita, Zuhause kann er malen was und wie er möchte. Er macht das auch wirklich sehr gern - den Prozess genießt er. Am liebsten mit Fingerfarben oder Pinsel und gaaaaanz vielen Farbschichten übereinander. Ich sitze auch immer mit am Tisch und male oder zeichne mit. Basteln ist nicht so meins, das ist das Revier vom großen Bruder :wink:
Was er super gern macht, ist zu schnippeln. Er hat mit zwei Jahren angefangen, die Schere zu benutzen und schnipselt seit dem alles kurz und klein. Auch da schneidet er nicht auf irgendwelchen Linien, sondern einfach alles in winzige Schnipsel, die dann überall rumliegen ...
Wir haben im Flur auch eine Wand mit Kinderkunstwerken. Da hängen dann immer mal andere Werke der Kinder.

@ joris
Ausschneiden und kleben findet er toll. Die Idee mit einer Collage oder einem Einkaufszettel find ich gut. Das probieren wir aus. Vielleicht kann der Kleine schneiden und kleben und der Große beschriftet anschließend. Mal sehen, was die Jungs meinen.

@ HeikeLeo
Nachspuren, Zahlen verbinden, Ausmalen - alles das reizt ihn gar nicht. Oder vielleicht schon, aber er lehnt es ab, weil er weiß, dass er es nicht schafft :cry: Handführung mag er nicht - höchsten mal für ein Linie, aber das macht ihn nicht wirklich zufrieden.

@ Engrid
Ich denke, Du hast Recht. Ich hab nach Deinem Tipp mal einige Perfektions-Themen durchgelesen und das passt gut auf den Kurzen. Dazu passt ja auch, dass er eben viele Dinge in der Vergangenheit erst ewig lange abgelehnt hat und als er beschlossen hat, sie zu können, da ging es auch sofort.
Wie kann ich mir das mit dem Erklärfilm vorstellen?
Wir Erwachsenen leben den Kindern ja auch vor, dass eben nicht alles sofort klappt. Wir spielen beide Instrumente und da gibt es viel Gelegenheit über Erfolge und "Noch-nicht-Erfolge" zu reden :wink: Irgendwie kommt es beim Kleinen aber noch nicht so an. Er lässt sich (finde ich) auch generell schwer beeinflussen. Wenn er entschieden hat, etwas nicht zu wollen (zu können), dann ist das auch - und wenn sich der Rest der Welt auf den Kopf stellt.

@GretchenM
Gebasteltes anzumalen mag mein Sohn auch. Aber eher huschhusch und ganz schnell und überall ein bißchen (er würde niemals etwas korrigieren) und am Ende muss es zerschnippelt werden. Er kann nichts langsam machen ... höchsten mal für einige wenige Sekunden. Bei geht ihm ganz klar Masse vor Klasse :wink:
Besucherkinder als Anreiz - das probiere ich! Bisher stürzen sich immer alle auf den Fuhrpark (selbst die Mädels hantieren dann hingebungsvoll mit Kranlaster und Co. :wink: ). Aber ich werde beim nächsten Mal den Küchentisch etwas vorbereiten. Bin gespannt!

@FriedasMami
Der Leuchttisch ist ja toll! Mensch, und der Geburtstag ist vorbei. Aber das könnte ihm vielleicht wirklich gefallen. Da gibt es ja auch verschiedene Motive. Da stöber ich mal. Mit Anna und Elsa oder Tabaluga wäre es der Hit, aber ich könnte mir vorstellen, dass auch die vorhandenen Motive ihn animieren könnten. Danke!

Wirklich toll, wie viele Ideen und Anregungen hier zusammenkommen!

Herzliche Grüße
Afina mit den wilden Männern
Afina mit Sohn, 2014, vis. Wahrnehmungsstörung, V.a. ASS

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 29.01.2019, 18:30

Hallo Afina,

das ist wirklich interessant, wie ähnlich unsere Kinder sind.

Die Klassenlehrerin meinte mal vor 2 Jahren, mein Kind sei künstlerisch sehr begabt. Ihre Farbkonstellationen seien der Wahnsinn. :lol:

Ja, das Hand führen ist ja auch nicht „selbst gemacht“. Worauf soll man dann „stolz“ sein (aus Sicht des Kindes)... :?

Frische 5 - ja worauf soll man warten? Nächstes Jahr kommt dann die Einschulung (Regelschule?) und plötzlich MUSS geschrieben werden, in Linien, ordentlich, leserlich. Es muss ausgemalt und ausgeschnitten werden. Wieder Linien.
Macht schon Sinn zu schauen, ob man da schon irgendwie konkreter fördern kann, als zu warten, bis alles auf einmal kommt.
Bei uns wurde die visuelle Wahrnehmungsstörung erst bei der Einschulungsuntersuchung überhaupt vermutet (im SPZ hat sich leider niemand die Mühe gemacht, das zu überprüfen) und wenige Tage später diagnostiziert. Wir hatten dann bis zur Einschulung nur noch wenige Monate...

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Afina
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Beitragvon Afina » 29.01.2019, 20:11

Alexandra2014 hat geschrieben:Die Klassenlehrerin meinte mal vor 2 Jahren, mein Kind sei künstlerisch sehr begabt. Ihre Farbkonstellationen seien der Wahnsinn. :lol:

Alles eine Frage der Perspektive :lol:

Alexandra2014 hat geschrieben:Ja, das Hand führen ist ja auch nicht „selbst gemacht“. Worauf soll man dann „stolz“ sein (aus Sicht des Kindes)... :?

Genau. Wir haben mal gemeinsam seinen Namen in Großbuchstaben geschrieben (sind nur vier). Den letzten hat er allein gemacht und auf den war er wirklich stolz.

Alexandra2014 hat geschrieben:Frische 5 - ja worauf soll man warten? Nächstes Jahr kommt dann die Einschulung (Regelschule?) und plötzlich MUSS geschrieben werden, in Linien, ordentlich, leserlich. Es muss ausgemalt und ausgeschnitten werden. Wieder Linien.

Manchmal denke ich, das ist ja noch ewig hin und der große Bruder hat im letzten Jahr vor der Schule auch riesige Sprünge in vielen Bereichen gemacht. Aber anderseits ist der eben auch ein ganz anderer Typ und hat definitiv keine Probleme mit Auge-Hand-Koordination oder Ausdauer und Konzentration. Den brauche ich nur etwas zu ermutigen und dann geht das schon. Bei dem Kleinen geht das nicht so.

Alexandra2014 hat geschrieben:Macht schon Sinn zu schauen, ob man da schon irgendwie konkreter fördern kann, als zu warten, bis alles auf einmal kommt.

Denke ich auch. Ergo hat jetzt begonnen und da bin ich auch sehr gespannt, wie es sich entwickelt.

Alexandra2014 hat geschrieben:Bei uns wurde die visuelle Wahrnehmungsstörung erst bei der Einschulungsuntersuchung überhaupt vermutet (im SPZ hat sich leider niemand die Mühe gemacht, das zu überprüfen) und wenige Tage später diagnostiziert. Wir hatten dann bis zur Einschulung nur noch wenige Monate...

Puh, das ist wirklich nicht viel Zeit. Bei uns sieht der Kindergarten aktuell auch überhaupt keinen Förderbedarf. Konzentration, Feinmotorik ... alles sei völlig normal. Er ist bei der U-Untersuchung der Kinderärztin aufgefallen. Mann-Zeichentest weit weg von altersgerecht. Ganz große Probleme beim Puzzlen. Und während der ganzen Zeit sprang er (körperlich und gedanklich) von einem Thema zum anderen. Der Ergo fielen diese Dinge auch gleich im ersten Termin auf. Ich dachte ja immer, Kinder sind halt verschieden und er vielleicht ein bißchen spezieller :wink:

Herzliche Grüße
Afina
Afina mit Sohn, 2014, vis. Wahrnehmungsstörung, V.a. ASS

GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 29.01.2019, 20:17

Hallo,

Mir fällt da noch etwas ein: mein Sohn wollte schon mit vier unbedingt Geige lernen, durfte er dann mit fünf. Damals war sein Geigenlehrer dann der erste, der mir sagte: Ihn müsste man in einem leeren, fensterlosen Kellerraum unterrichten, so ablenkbar ist er.

Und: er stellte fest, das mein Sohn unheimlich steife Handgelenke hatte - Überbleibsel einer Muskelhypertonie, von der man nach einer Krankengymnastik im Babyalter sonst nichts mehr merkte.

Er hat dann wochenlang statt direkter Geigenübungen Entspannunsübungen für die Hände bzw Arme mit ihm gemacht und auch später noch am Anfang jeder Stunde - ich glaube bis heute, dass er ohne die ständige Übung auch durch das Geigespielen heute nicht so flüssig Schreibschrift schreiben könnte.

Lg

GretchenM

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Beitragvon Afina » 29.01.2019, 20:26

Hallo,
GretchenM hat geschrieben:Mir fällt da noch etwas ein: mein Sohn wollte schon mit vier unbedingt Geige lernen, durfte er dann mit fünf. Damals war sein Geigenlehrer dann der erste, der mir sagte: Ihn müsste man in einem leeren, fensterlosen Kellerraum unterrichten, so ablenkbar ist er.

Darauf wird es hier wahrscheinlich auch irgendwann hinauslaufen. Wir haben nur weder Keller noch fensterlosen noch leeren Raum :wink:

GretchenM hat geschrieben:ich glaube bis heute, dass er ohne die ständige Übung auch durch das Geigespielen heute nicht so flüssig Schreibschrift schreiben könnte.

Der Geigenlehrer ist ja toll. Wenn eines meiner Kinder sich für ein Instrument entscheiden würde, wäre ich begeistert - aber danach sieht es aktuell nicht aus. Gern Zuhause mal zupfen, klimpern oder pusten, aber bloß nicht irgendwie auch nur ganz klein wenig lenken lassen. Da sind sie dann wirklich Brüder :roll:
Mein Sohn hatte als Baby einen sehr guten Muskeltonus. So ab 6 Monate war er leicht hypoton, aber nicht dramatisch und vor allem auffällig im Beinbereich. Nach 2,5 Jahren Physio (und dem Kauf eines Gartentrampolins :D ) ist die Hypotonie verschwunden. Er neigt jetzt eher dazu, sich bei Konzentration am ganzen Körper zu versteifen. Das sieht man dann auch manchmal beim Zeichnen. Wahrscheinlich ist es ihm deshalb auch angenehmer einfach schnell große wilde Zickzacklinien und Kreise zu zeichnen.

Herzliche Grüße
Afina
Afina mit Sohn, 2014, vis. Wahrnehmungsstörung, V.a. ASS

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Beitragvon melly210 » 29.01.2019, 22:45

Mein Sohn ist auch so ein Perfektionist der Dinge erst macht wenn er sich sicher ist daß er sie kann. Und auch er hat eine visuelle Wahrnehmungsstörung. Bei ihm hilft eigentlich nur verdchiedene Spiele/Möglichkeiten etwas zu üben durchprobieren bis man was gefunden hat daß so spannend ist daß er es trotzdem es etwas schwierig ist machen möchte.

betty33
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Beitragvon betty33 » 30.01.2019, 13:06

Hallo zusammen,

auch mein Sohn ist einer von der Sorte der einfach nichts malt, weil er weiß dass das Ergebnis nie der Realität entsprechen würde. Ihn kann man auch schlecht dazu motivieren ein Bild von sich aus zu malen. Er hat da praktisch keine Idee. Er bekam Schablonen geschenkt und hat damit dann seine ersten Autos gemalt. Letztes Jahr bei der Einschulungsuntersuchung mit 6,5 Jahren, hatte er im Mannzeichen-Test ein Alter von 4,9. Das war schon ein riesen Fortschritt, dass er da nicht vollkommen verweigerte und überhaupt was zu Papier brachte. Durch seine große Schwester hat er viel dazu lernen können. Sie hat ihn immer zum mitmalen motiviert ;) Und Dinge wie ein Dreieck, malte er nicht eckig sondern rund. Aber dafür hat er ein großes Interesse an Zahlen und Buchstaben. Die wollte er seit er 4 Jahre alt ist unbedingt schreiben lernen und hat so lange an der Tafel geübt bis sie akkurat aussahen.

Seit 5 Monaten geht er in die 1.Klasse. Wenn man sich heute seine Schreibhefte anschaut, glaubt echt keiner das er Probleme in der Feinmotorik bzw. mit der visuellen Wahrnehmung hat *Perfektionist halt*. Das alles geht natürlich zu Lasten der Geschwindigkeit und Ausdauer. Er ist dadurch sehr langsam und es ist mega anstrengend für ihn. Dann kann das auch mal in Verweigerung umschlagen.

Also in Richtung Schule habt ihr ja noch etwas Zeit, bis dahin kann mit Ergo noch viel erreicht werden.

LG Betty
Tochter: ADS, Dyskalkulie
Sohn: Gehörlos, vis. Wahrnehmungsstörung, F82.1, F83, V.a. ADS/ASS

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 30.01.2019, 13:45

Hallo zusammen,

der Wirbelwind malt auch nicht gern, weil das Gemalte nie seinen eigenen Ansprüchen gerecht wird. Bei ihm funktioniert "Zwei kleine Kreise gehen auf die Reise" ( https://www.buecher.de/shop/kindergarte ... /40303461/ ) gut. Da zeichnet man Schritt für Schritt mit recht einfachen Formen Bilder und sagt zu jedem Schritt einen kleinen Reim dazu. Solche Schritt-für-Schritt-Anleitungen gab es auch mal beim Aldi als kleines Kartenspiel.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
und Wirbelwind (*2013)


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