Alles zeitgleich bei der KK beantragen oder lieber warten?

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Emily Tree
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Alles zeitgleich bei der KK beantragen oder lieber warten?

Beitragvon Emily Tree » 25.01.2019, 10:10

Guten Morgen liebes Forum!

Dies ist mein 1. Beitrag, eine Weile lese ich schon etwas mit, und konnte schon viele hilfreiche Informationen finden, vielen Dank dafür! :D

Meine Tochter ist 8, wir haben seit kurzem die Asperger-Diagnose. Momentan bin ich noch dabei, mich durch den Dschungel an Bürokratie zu kämpfen und nach und nach alles zu beantragen, was geht bzw. nötig ist.

Antrag auf Festsetzung des Pflegegrades schicke ich heute an meine Krankenkasse (Barmer, gesetzlich versichert). Parallel würde ich gerne endlich - schon Jahre aufgeschoben aber jetzt ist es echt fällig :( - eine Mutter-Kind-Kur beantragen (in der Hoffnung, dass wir dann im Sommer irgendwo unterkommen).

Was ich für meine Tochter total sinnvoll fände, wäre ein spezieller Schwimmkurs bzw. therapeutisches Schwimmen, gibt es sogar explizit für Autisten! Super Sache! Wird in der Regel auch über die Krankenkasse abgedeckt. Sie wird im Frühjahr 9, und kann noch nicht richtig schwimmen, normale Schwimmkurse waren für sie aufgrund ihrer Persönlichkeit und ihrer Ängste nie geeignet, den Schwimmunterricht in der Schule hat sie oft verpasst, und da wird sie es aufgrund der Umstände auch nicht richtig lernen...

Jetzt allerdings meine Überlegung, vielleicht habt Ihr da ja Erfahrung mit: Ist es sinnvoll, das quasi alles parallel zu beantragen, oder ist das taktisch eher unklug, weil die Krankenkasse das dann evtl. eher abschmettert, weil zu viele Leistungen parallel...? Bin mir da irgendwie unsicher.

Ach so, eine Ergo-Therapie (zur allgemeinen Steigerung der Sozialkompetenz, unabhängig von der Asperger-Diagnose) läuft seit einigen Monaten auch über die Kasse.

Vielen herzlichen Dank und liebe Grüße!

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Regina Regenbogen
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Beitragvon Regina Regenbogen » 26.01.2019, 11:24

Hat deine Tochter bereits einen Schwerbehindertenausweis?

Grundsätzlich würde ich schon alles auf einmal beantragen, mir stellt sich aber die Frage ob der Schwimmkurs überhaupt eine Leistung der Krankenkasse ist. Diese Frage sollte aber der Träger des Schwimmkurses beantworten können.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Emily Tree
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Beitragvon Emily Tree » 26.01.2019, 16:33

Hallo Regina, vielen Dank für Deine Antwort!

Der Schwerbehindertenausweis ist in Beantragung, alle Unterlagen sind schon beim Versorgungsamt.

Bezüglich dieser Schwimmkurse habe ich bei uns in der Nähe 2 Anbieter bzw. Praxen gefunden, die das explizit auch für Autisten anbieten, und auf deren Homepage war der Vermerk, dass dies in der Regel über die KK gedeckt ist.

Weiß auch nicht, irgendwie habe ich Hemmungen, gleich so viele Leistungen auf einmal zu "verlangen"... Fühlt sich für mich noch alles etwas seltsam an, in dieser Position als "Mutter eines (schwer-)behinderten Kindes" zu sein... :oops: Auch wenn wir mit der Diagnose bereits Frieden geschlossen haben.

Danke!

Markus_1974
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Beitragvon Markus_1974 » 26.01.2019, 17:01

Hallo Emily Tree,
ob du die Leistungen hintereinander oder gleichzeitig beantragst, ist egal.
Aber um unnötiges "Drandenken" zu reduzieren, empfiehlt es sich schon alles auf einmal zu beantragen.
Du wirst sowieso im Lauf der Zeit immer mal wieder was beantragen müssen.
Vielleicht hast du auch Glück und es landet alles beim gleichen Sachbearbeiter welcher den Zusammenhang der beantragten Leistungen sieht und alles ohne Rückfragen genehmigt.

viele Grüße
Markus

Emily Tree
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Beitragvon Emily Tree » 27.01.2019, 16:10

Hallo Markus, vielen Dank...! Das ist auch ein guter Denkanstoß. Bin grade dabei, mich durch die unzähligen Kliniken zu googeln und zu informieren... :)

Schwimmkurs spreche ich demnächst bei der Kinderärztin an.

JennyK
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Beitragvon JennyK » 27.01.2019, 16:38

Das Gefühl, das du gerade hast, kenne ich auch. Ich habe die Sachen unabhängig voneinander gemacht, erst eine Mutter-Kind-Kur und dann später, nach der Diagnose, den Pflegegrad. Zeitlich ist es dann zusammen gefallen, den Termin für den MDK habe ich auf dem Weg zur Kur erhalten. Dort habe ich auch dieses Gefühl thematisiert, dass wir die Krankenkasse gerade so viel Geld kosten. Glücklicherweise war eine Mutter dort bei einer Krankenkasse beschäftigt und hat mich total beruhigt, es seien ja alles Pflichtleistungen, die uns zustehen. Ich bräuchte kein schlechtes Gewissen haben. Das hat mir echt geholfen, auch wenn ich es auch heute noch "komisch" finde. Letztlich hilft es uns aber sehr und kommt unser aller Gesundheit zugute, dass wir zumindest finanziell etwas Erleichterung haben, von der Anerkennung unserer Leistung ganz zu schweigen.
Ich würde es zusammen beantragen, denn die Anträge hängen ja auch ursächlich zusammen.
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

Emily Tree
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Beitragvon Emily Tree » 28.01.2019, 16:39

Vielen lieben Dank für Deine Worte, Jenny! Genau, das trifft es auf den Punkt... Grundsätzlich sind es ja Pflichtleistungen, die man in Anspruch nimmt, aber das "schlechte Gewissen" ist irgendwie trotzdem da... Damit muss ich mich erstmal anfreunden, und in die Rolle der Mutter eines Kindes mit Autismus hineinfinden...

Danke Euch sehr! :)


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