Stat. betreutes Wohnen für erwachsenes Kind - wie finden?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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AnnaLuisa
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Stat. betreutes Wohnen für erwachsenes Kind - wie finden?

Beitragvon AnnaLuisa » 24.01.2019, 10:29

Hi,

wir suchen einen Platz im stationär betreutem Wohnen für ein erwachsenes Kind (27J) mit psychischen Problemen. Wir telefonieren verschiedene Einrichtungen ab, aber das kostet unfassbar viel Zeit. Nicht immer ist der richtige Ansprechpartner da und oft gibt es lange Wartelisten. Gibt es wohl eine zentrale Stelle bei der freie Plätze gemeldet werden können?
Wäre auch für andere Tipps sehr dankbar!

Viele Grüße AL

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Beitragvon IlonaN » 24.01.2019, 10:40

Hallo AnnaLuisa,
es gibt eine I-Seite "Freiplatzmeldungen" Aber das Abtelefonieren, Anfragen und ellenlange Wartelisten sind leider doch oft nötig.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern

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Beitragvon AnnaLuisa » 24.01.2019, 11:21

Vielen Dank für den Tipp! Hab gerade mal geschaut - die Ausbeute war nicht gerade groß.
Aber im Grunde reicht ja schon ein richtiger Treffer :)

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Beitragvon IlonaN » 24.01.2019, 11:29

genau, dadurch hatte ich auch erstmal die Möglichkeit wo es solche Einrichtungen übehaubt gibt
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Stationär betr. Wohnen Vollj. - Ablauf und Geld

Beitragvon AnnaLuisa » 04.02.2019, 14:44

Hallo zusammen,

wir haben einen schönen Platz im stationär betreuten Wohnen für einen jungen Erwachsenen gefunden. Nun stellen sich viele Fragen, die villeicht ein bisschen blöd klingen...Der Erwachsene bekommt ja einen Barbetrag von ~ 100 Euro. Was ist, wenn:
- Verwandte kleinere Geldbeträge zukommen lassen (in Bar oder aufs Konto)
- Eine Urlaubsreise mit der Familie unternommen wird
- HEimfahrten bezahlen

Besteht die Gefahr, dass es wie bei der Grundsicherung als Einkommen gewertet wird?

Zum Thema Heimfahrten und Urlaub: Darf der Bewohner immer nur an einem Wochenende nach Hause oder kann er auch zb. 2 Tage länger dort bleiben (bei 5 Stunden fahrt, wurde sich Fr-So sich kaum lohnen). Darf er in den Ferien mit in den Urlaub kommen (zB Ostern, Sommer, Herbst, Weihnachten)?
Natürlich fährt man nicht jeder Ferien in den Urlaub, aber mich interessiert einfach der "Rahmen". Und natürlich geht das nicht, wenn es eine Werkstattbeschäftigung gibt oder so...

VIELEN DANK für eure ANtworten.

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Beitragvon Michaela44 » 04.02.2019, 16:57

Schön, dass ihr so schnell einen Platz gefunden habt!

Ich kann jetzt nur aus dem Bauch heraus antworten:

- Gebt eurem Sohn Taschengeldaufbesserungen in bar, dann habt ihr keine Probleme.
- Euer Sohn ist kein Gefangener, sondern ein freier Mensch. Von daher kann er euch besuchen, so oft er will. Ausnahme: er hat vertraglich etwas anderes mit der Einrichtung geregelt. Es könnte zum Beispiel sein, dass es zum Konzept der Einrichtung gehört, dass die Bewohner nur x Tage im Jahr oder am Stück abwesend sein "dürfen" (zum Beispiel, weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass das Zusammenleben nach der Rückkehr sonst schwierig ist, oder weil das Amt Gelder für Abwesenheitstage streicht und das dann für die Einrichtung unrentabel ist). Da guckst du am besten in die Verträge.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

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Beitragvon ManuelaH85 » 04.02.2019, 16:59

Hallo,
Nein das interessiert das Sozialamt nicht solange ihr unter den Schonbetrag bleibt. Ist alles in Ordnung nur wenn ohr etwas teures kaufen wollt das den Freibetrag sprengen würde, würde ich das Geld dafür wo anders sparen als auf dem Namen des Bewohners.
Bei meinem Bruder war es ein Vorspannrad da haben wir ein Sparkonto dafür auf meinen Namen eingerichtet. Und er bekam es dann “geschenkt“
Mit dem Nachhause fahren dürft ihr das Hand haben wie ihr es möchtet. Es darf gerne auch ein langes We sein oder mal 14 Tage zum in den Urlaub fahren. Ab einer gewissen Anzahl an Fehltagen bezahlt das Sozialamt nicht mehr aber das ist in erster Linie dann nicht euer Problem und ich bin mir nicht sicher das We wird da nicht mit rein gezählt.
Lg
Manuela
Ich Erzieherin in einer WG für Erwachsene, selbst als Kind kleine Start Schwierigkeiten mit Zwillingsbruder durch O² Mangel eine Sonderedition zum liebhaben.

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Beitragvon RikemitSohn » 04.02.2019, 20:43

Hallo,

ich gehe davon aus, dass dein Kind Grundsicherung bekommt. Da muss alles an Geld angegeben werden und es wird gefragt, woher Geld herkommt, wenn es auf dem Konto landet. Das könnte dann wahrscheinlich als Einkommen gewertet werden. Also lieber in die Hand drücken und nicht sagen. Wenn dein Kind arbeiten geht, hat es einen gewissen Freibetrag bevor Geld abgezogen wird.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

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Beitragvon AnnaLuisa » 05.02.2019, 08:19

Hallo,

vielen Dank für die Antworten.
@Rike: genau da habe ich noch einen Knoten im Hirn. Ich verstehe noch nicht wie sich die Leistungen zusammensetzen. Der Träger ist bei uns der LWL und ich dachte, dieser würde alle Kosten übernehmen (wir den entpsrechenden Unterhaltsbeitrag). Ich habe aber auch mehrfach gelsen, dass es sein kann, dass der Betroffene auch Grundischerung bekommt (die dann verrechnet wird) und dann wären wir ja wieder bei den Vermögensgrenzen des Sozialamtes etc...ich verstehe aber nicht, ob es der Regelfall ist, dass ein Erwachsener im stationär betreuten Wohnen Grundsicherung bekommt oder wann das nicht so ist.

Liebe Grüße,
AL

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Rita2
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Beitragvon Rita2 » 05.02.2019, 12:40

Hallo AnnaLuisa,

auch wenn der Wohnheimplatz komplett vom LWL bezahlt werden würde (ohne Grundsicherung) erhält dein Kind Sozialleistungen. Daher gelten für ihn die Vermögensgrenzen. Daher spielt es so gesehen keine Rolle, ob er Grundsicherung erhält und der LWL den Rest bezahlt oder ob alles der LWL bezahlt.

Sobald jemand Sozialleistungen erhält muß alles was er als Geld bekommt (auch geschenktes Geld) als Einnahme beim Sozialamt angegeben werden. Ausnahme sind Sachen die geschenkt werden und z. B. das Bezahlen einer Reise.

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel


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