Recht auf einen I-Platz im Kiga?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
Erica
Moderator
Moderator
Beiträge: 8144
Registriert: 13.12.2004, 00:31
Wohnort: Hamburg

Recht auf einen I-Platz im Kiga?

Beitragvon Erica » 07.01.2005, 22:30

Hallo!
Ich habe eine Frage zum Thema "I-Platz im Kindergarten...
und leider ist es etwas länger geworden...
Also, unsere Lena ist im Dezember vier Jahre geworden und wird zur Zeit von einer Tagesmutter betreut.
Wir hatten letztes Jahr im Sommer, als sie dreieinhalb war erst überlegt, sie im Kiga anzumelden und haben das dann aber noch ein Jahr zurückgestellt, da unsere Frühförderin meinte, sie wäre zu jung und würde sowieso noch keinen I-Platz bekommen, weil sie hier im Kreis eh schon so wenig Plätze hätten und da erst mal die Kinder dran kämen, die knapp vor der Schule sind.
Okay, da Lena auch eine tolle Tagesmutter hat, haben wir sie halt noch dagelassen. Mittlerweile ist sie wirklich kindergartenreif und da die Tagesmutter nur noch jüngere Kinder betreut fehlen Lena die gleichaltrigen und ältere doch sehr. Und da die Tagesmutter im Sommer aufhört, brauchen wir also einen Kigaplatz.

Und da fangen die Fragen an:
Das einzig klare ist, daß Lena einen I-Platz braucht, zumindest für das erste Jahr. Das sagen ihr Kinderarzt, die Klinikärztin, die Ergo und die Amtsärztin.
Bloß die Frühförderin ist so halb dagegen... Weil sie findet, daß die anderen Kinder, die sie betreut, "viel schlimmer dran sind " und Lena "nicht behindert genug ist" (Muß man sich echt mal auf der Zunge zergehen lassen... :?: )
Aus anderen Bundesländern weiß ich, daß dort die Eltern sich die Kigas anschauen, sich anmelden und dann die Integration mit dem Kiga beantragen, oder?
Hier bei uns (Schleswig-Holstein) wurde uns aber von der Frühförderin gesagt, daß es im Januar immer eine Konferenz im Kreis gäbe, bei der die Kigaleitungen sich mit den Frühförderinnen und der Amtsärztin treffen und die freien I-Plätze vergeben.
Da käme es dann halt immer drauf an, wie viel Kampfgeist die jeweilige FF für "ihr Kind" hätte, denn es gäbe immer weniger Plätze als Kinder.

Läuft das sonst noch irgendwo so ab???
Ich finde das Prinzip ja ziemlich merkwürdig, denn ich möchte schon mitbestimmen, in welchen Kiga Lena kommen soll, ich wil nicht, daß das von "Fremden" bestimmt wird.
Womöglich ist der Kiga dann auch bis zu 30 km weit weg, das könne uns auch passieren.
Die FF meinte auch zu uns, wir sollten vor der Konferenz keinen Kontakt zu den Kigas suchen, da das alles auf der Konferenz geregelt wurde.
Ich hab das natürlich -heimlich, ohne es der FF zu sagen- trotzdem gemacht und weiß daher, daß in unserer Umgebung wahrscheinlich nur 1-2 Plätze frei werden.
Was passiert denn, wenn Lena keinen Platz bekommt??? Sie wäre im Sommer 4,9 Jahre, da kann ich doch nicht noch ein Jahr warten, bis sie fündeinhalb ist und ich brauche ja die Betreuung auch, da ich Examen machen muß.
Daher meine Frage: Gibt es ein Recht auf einen I-Platz??
Kann man das evt. einklagen? Ich finde das zwar ziemlich blöd, aber was bleibt uns sonst übrig?
Ein I-Platz läuft ja über Eingliederungshilfe und wenn Lena den festgestellten Bedarf geltendmacht, kann man den verwehren, nur weil das Sozialamt nicht genug Geld für weitere Plätze hat?
Ich meine doof gefragt, ein Anspruch auf z.B. Sozialhilfe wird doch auch nicht zurückgestellt, weil kein Geld vorhanden ist, oder sehe ich das völlig falsch?
Was mich hier im Kreis auch verwundert ist, daß es keinerlei Bedarfsplanung gibt und auch keinen Überblick, wieviel I-Plätze vorhanden sein werden. Und die FF hat uns auch erklärt, daß im Prinzip jeder Kiga jedes Jahr neu beschließen könne, ob er I-Kinder nehmen wolle oder nicht, das sei dem Kiga überlassen.
Und wenn nicht, dann hätte man eben Pech...
Weiß da jemand irgendwas????
Liebe Grüße
Erica

Werbung
 
Benutzeravatar
shone
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1717
Registriert: 22.04.2004, 19:30
Wohnort: Hessen
Kontaktdaten:

Beitragvon shone » 09.01.2005, 14:40

Hallo Erica,
ich kann Dir hierzu keinen einwandfreien Tip geben und hoffe andere werden Dir etwas schlaues schreiben können.
Trotzdem wünsche ich Euch viel Erfolg und dass Ihr den Platz für Lena bekommt den sie braucht.
LG Inci
(http://www.inci-auth.de - Mama von Dennis, geboren 28.01.1999;
komplexer Herzfehler (Shone-Komplex) mit Lungenhochdruck, Autismus mit Zwangsstörung, Thorakal-lumbal-Skoliose, Epilepsie mit fokalen Anfällen; unser "kleiner" Sonnenschein)

Helmut
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1353
Registriert: 30.04.2004, 22:55
Wohnort: Borken / NRW

Re: "Recht auf einen I--Platz im Kiga"????

Beitragvon Helmut » 09.01.2005, 19:40

Erica hat geschrieben:Bloß die Frühförderin ist so halb dagegen... Weil sie findet, daß die anderen Kinder, die sie betreut, "viel schlimmer dran sind " und Lena "nicht behindert genug ist" (Muß man sich echt mal auf der Zunge zergehen lassen... :?: )


Hallo Erica,

bevor man sich so einen Satz auf der Zunge zergehen lassen kann, muß man wissen, was für Kinder die Frühförderin denn sonst noch betreut. Ich würde mit den "zergehen lassen" sehr vorsichtig sein ;-) .

In Gegenden, wo I-Plätze besonders knapp sind, sprechen die Vergabestellen nicht selten mit der Frühförderung ab, für welche Kinder die I-Plätze am sinnvollsten sind. Dann kann man so einen Satz noch so merkwürdig finden.... dann läift das so, und das ist gut so. Bevor man sich dann auf die Suche nach einen I-Platz macht, sollte man die nächstgelegenen Einrichtungen besuchen, und das Kind in denen mit der passendsten Gruppengröße, da ggf. mal ein Paar Probetaqge verbringen lassen. So kann man sich das ganze gerenne nach einen I-Platz vielleicht sogar sparen.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

Benutzeravatar
Erica
Moderator
Moderator
Beiträge: 8144
Registriert: 13.12.2004, 00:31
Wohnort: Hamburg

Re: "Recht auf einen I--Platz im Kiga"????

Beitragvon Erica » 09.01.2005, 20:29

Ich würde mit den "zergehen lassen" sehr vorsichtig sein ;-) .



Hallo Helmut,
eigentlich hatte ich ja gehofft, hier hilfreiche Tipps zu bekommen, aber stattdessen muß ich mich nun auch noch rechtfertigen??
Mache ich dann mal...
Also, ich bin vorsichtig, was das "auf der Zunge zergehen lassen" betrifft.
Ich bin aber nicht damit einverstanden, daß die Frühförderin oder jemand anderes Lena das Recht auf eine I-Platz abspricht, nur weil sie anscheinend zu der "falschen Kategorie Kind" gehört. Jedenfalls hört es sich für mich so an.
Fakt ist, daß letztendlich die Amtsärztin entscheidet, für wen ein I-Platz sinnvoll ist und diese Entscheidung hat sie bei Lena getroffen.
Also kann man da doch keine Unterteilung machen, für wen es sinnvoller ist und für wen nicht. Ich verstehe, daß man schaut, wer in welcher Einrichtung, die ja verschiede Rahmenbedingungen haben, besser aufgehoben ist, aber grundsätzlich zu sagen, daß bestimmten Kindern der Platz nicht zusteht, wegen o.g. Begründung finde ich nicht in Ordnung.



Bevor man sich dann auf die Suche nach einen I-Platz macht, sollte man die nächstgelegenen Einrichtungen besuchen, und das Kind in denen mit der passendsten Gruppengröße, da ggf. mal ein Paar Probetaqge verbringen lassen. So kann man sich das ganze gerenne nach einen I-Platz vielleicht sogar sparen.



Ich verstehe jetzt nicht so ganz, warum Du uns jetzt vorschlägst, daß wir es mit einem Regelplatz versuchen sollen???
Falls es Dich beruhigt, den von Dir vorgeschlagenen Weg sind wir schon gegangen, ich habe Lena ursprünglich als Regelkind in unserer Gemeinde angemeldet, da damals auch gar nicht klar war, ob sie nicht vielleicht so viel aufholt, daß es auch so geht.
Der Gemeindekindergarten allerdings hat mir die Anmeldung gleich wieder mit zurückgegeben, als ich auf Nachfrage erzählte, daß Lena ein Frühchen ist. Da wurde mir gesagt, ich bräuchte sie nicht anzumelden, denn man würde sie sowieso nicht nehmen. Bei einer Gruppenstärke von 25 Kindern mit anderthalb Erzieherinnen würde man nur Kinder nehmen, die 100 % normal entwickelt wären.
Für den Sportkindergarten kommt sie auch nicht in Frage und die anderen sind nur vier Stunden offen, in der Zeit komme ich grade mal zur Hochschule und zurück...ohen Seminar allerdings...
Dann habe ich versucht, sie in den Nachbargemeinden als Regelkind in I-Gruppen unterzubringen, da diese nur 15 Kinder haben. Das geht aber nicht, weil wir dort nicht wohnen und ein Regelplatz nur für Kinder mit Wohnsitz im jeweiligen Dorf möglich ist.
Ich habe sogar mit der Heimaufsicht gesprochen, ob man da nicht eine Ausnahme machen könne. Ergebnis: Kann man nicht und wenn Lena so viele Einschränkungen hätte, daß sie in einer Regelgruppe nicht klar käme, dann sollten wir ihr doch einen I-Platz gönnen, wo sie auch entsprechend gefördert würde.
Und so suche ich also einen I-Platz, alles klar?
Im Übrigen sind sich alle einig, daß auch keine Einzelintegration in einer größeren Gruppe in Frage kommt, sondern halt eine kleine Gruppe, die überschaubar ist. Ist also alles nicht so einfach...
Erica

Benutzeravatar
Erica
Moderator
Moderator
Beiträge: 8144
Registriert: 13.12.2004, 00:31
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Erica » 09.01.2005, 20:35

Hallo Inci,
vielen Dank für Deine lieben Wünsche!
Ja, es ist halt schwierig, den richtigen Platz für Lena zu finden.
Und oft habe ich das Gefühl, daß ich vorher wissen muß, was möglich ist und wie der Weg ist, da wir sonst nicht das bekommen, was Lena braucht.
LG
Erica :wink:
Mama von Lena (18 Jahre), Frühchen, occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, Herzrhythmusstörungen, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, Gesichtsfelddefekte, etc

Benutzeravatar
dieMeike
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1094
Registriert: 04.11.2004, 12:43
Wohnort: Sachsen-Anhalt

Beitragvon dieMeike » 09.01.2005, 22:23

Hallo Erica,

:) Trink erst mal ein Tässchen Tee und hau nicht gleich um Dich :)

sicherlich hat die Heilpädagogin der Frühförderstelle nicht die gleiche Entscheidungsgewalt wie die Amtsärztin. Aber der Amtsärztin liegen ja die Berichte der Frühförderung regelmässig vor und diese werden auch zur Begutachtung herangezogen.


Da bei euch die I-Plätze anscheinend rar gesät sind werden die Plätze an "schwerer behinderte" Kinder gegeben.
Da bei Euch auch noch die Regelkindergärten dünn gesät sind ist es natürlich doppelt schwer überhaupt eine Betreuungsmöglichkeit in einem KiGa zu finden.

Hat Lena denn einen Schwerbehindertenausweis, mit welchen Grad der Behinderung?
Da die Vergabepraxis und die Kriterien in den Kommunen überall anders ist, wende Dich doch mal an die Behindertenhilfe, vielleicht können sie Dir weiterhelfen.

Viel Glück bei der Suche...

Liebe Grüße
dieMeike mit

der Große, an der Grenze zur leichten Schwerhörigkeit ADS und LRS

Der Kleine, Muskelhypoton,
unklare Genese, einseitiger HG Träger

"Nicht behindert zu sein, ist kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das uns jederzeit genommen werden kann."

Richard von Weizsäcker

Helmut
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1353
Registriert: 30.04.2004, 22:55
Wohnort: Borken / NRW

Beitragvon Helmut » 10.01.2005, 08:20

Hallo Erica,

niemad verlangt das du dich rechtfertigs. Es ist nur so, das wenn I-Plätze knapp sind, und jemand für sein "nicht besonders schwer behindertes Kind" unbedingt so einen I-Platz will, dann spricht er damit schwerer behinderten Kindern.. die so einen Platz nötiger brauchen, das selbe recht ab, das er für sein Kind in Anspruch nimmt.... Ändern kann man daran nur was auf politischem Weg, in dem man sich für mehr I-Plätze einsetzt.

Dann ist es noch so, das ihr zwar einen Platz in einem "passenden" Kiga bekommen könnt, du ihn aber nicht willst, weil du dann nicht so weiter studieren... oder arbeiten kannst wie gewünscht.... Das alles unter einen Hut zu bekommen ist sicher nicht leicht, nur ändert das nichts daran, das es so ist. Da hilft nur, seine Wünsche den vorhandenen Möglichkeiten anzupassen.

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.

Benutzeravatar
Erica
Moderator
Moderator
Beiträge: 8144
Registriert: 13.12.2004, 00:31
Wohnort: Hamburg

Beitragvon Erica » 10.01.2005, 09:19

Es ist nur so, das wenn I-Plätze knapp sind, und jemand für sein "nicht besonders schwer behindertes Kind" unbedingt so einen I-Platz will, dann spricht er damit schwerer behinderten Kindern.. die so einen Platz nötiger brauchen, das selbe recht ab, das er für sein Kind in Anspruch nimmt


Hallo Helmut,
irgendwie verstehe ich nicht, worauf Du hinauswillst?
Warum brauchen schwerer behinderte Kinder einen I-Platz nötiger als leichter behinderte?
Bei beiden ist doch festgestellt worden, ,daß sie auf einem Regelplatz nicht zurechtkommen können, nur aus unterschiedlichen Gründen.
Warum hat dann das eine Kind den Platz nötiger als das andere?

Ich will den I-Platz nicht aus irgendwelchen Gründen, sondern weil Lena ihn braucht, um überhaupt in einen Kiga gehen zu können und das geht einem schwerer behinderten Kind genauso. Das bedeutet nicht, daß ich einem anderen Kind den Platz abspreche, ich möchte nur das Recht in Anspruch nehmen, das leicht und schwer behinderten Kindern zusteht.


Dann ist es noch so, das ihr zwar einen Platz in einem "passenden" Kiga bekommen könnt, du ihn aber nicht willst, weil du dann nicht so weiter studieren... oder arbeiten kannst wie gewünscht


Sorry, da habe ich mich falsch ausgedrückt.
Die in unserer Gemeinde vorhandenen 4-Stunden-Plätze sind auch "nur" Regelplätze, halt 25 Kinder mit eineinhalb Erzieherinnen.
Da ist auch keine Einzelintegration möglich. Als ich Lena mit knapp zwei Jahren angemeldet habe bzw. anmelden wollte, wußte ich noch nicht, daß sie in einer Regelgruppe nicht klarkommen würde, daher habe ich diese Kigas damals auch in Betracht gezogen.

Ändern kann man daran nur was auf politischem Weg, in dem man sich für mehr I-Plätze einsetzt.


Auch dahingehend zielte meine Frage ja ab, nämlich wie man als Eltern das eigentlich gesetzlich verankerte Recht unserer Kinder auf eine Eingliederungshilfe in Form des I-Platzes besser durchsetzen kann.
Ich fände es auch schöner,wenn da alle Eltern zusammenhalten würden, statt die Kinder, die spezielle Hilfen brauchen, in "nicht so nötig" und "nötiger" zu unterteilen. :P
Erica

Lisa Maier
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1997
Registriert: 29.09.2004, 21:07
Kontaktdaten:

Beitragvon Lisa Maier » 10.01.2005, 18:45

Hallo Erica,

wegen welcher Einschränkungen deines Kindes ist denn die Amtsärztin der Meinung, daß es einen I-Platz braucht? Es würde der Sachlichkeit der Diskussion gut tun dies zu wissen. Da sind nämlich mitunter ganz schöne 'Spezialisten' am Werk. Ich habe sogar mal im Internet von einem Kind, dem nur eine Hand von Geburt an fehlte, gelesen, dem man für den Kindergarten einen eigenen Zivi stellte und das bei der bekannten Zivi-Knappheit! Das ist eindeutig eine Überversorgung. Wo anders muß dann vielleicht z.B. ein Spastiker, der den Zivi als Hilfe für alles inklusive Schreiben braucht, in eine Sonderschule, weil keine finanzierbare Hilfe zur Verfügung steht.
In meiner Kindheit gab es noch keine I-Kinder und ich ging folglich, trotz einiger Bedenken einer Amtsärztin, in eine ganz normale Grundschule. Ich konnte nur mit Unterstützung sehr kurze Wege gehen und zum Kloo mußte immer eine Klassenkameradin mit. Es hat mir absolut nicht geschadet. Integrierter wäre ich als I-Kind bestimmt nicht gewesen, eher das Gegenteil, da ich dann noch wegen der Sonderbehandlung aufgefallen wäre. Allerdings war ich damals geistig deutlich fitter wie der Klassendurchschnitt, was sich bestimmt positiv auf meine Stellung im Klassenverband auswirkte.
Was ist denn dein persönlicher Eindruck von deinem Kind? Wie kommt es deiner Meinung nach mit Gleichaltrigen zurecht? Wäre es deiner persönlichen Meinung nach (vergiß mal einen Moment die 'Spezialisten') in der Lage sich durchzubeißen oder würde es wahrscheinlich gnadenlos untergehen? Wo braucht es Unterstützung? Wenn es untergehen würde, dann ist es eigentlich wurst, ob es noch stärker behinderte Anwärter auf einen I-Platz gibt. Alle, die ohne I-Platz nicht durchkommen können sitzen im gleichen Boot.

Viele Grüße

Lisa

Werbung
 
Helmut
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1353
Registriert: 30.04.2004, 22:55
Wohnort: Borken / NRW

Beitragvon Helmut » 10.01.2005, 19:38

Erica hat geschrieben:
Hallo Helmut,
irgendwie verstehe ich nicht, worauf Du hinauswillst?
Warum brauchen schwerer behinderte Kinder einen I-Platz nötiger als leichter behinderte?
Bei beiden ist doch festgestellt worden, ,daß sie auf einem Regelplatz nicht zurechtkommen können, nur aus unterschiedlichen Gründen.
Warum hat dann das eine Kind den Platz nötiger als das andere?


Hallo Erica,

I-Plätze wurden eingeführt, weil man angefangen hat genauer hin zu kucken, was ein Kind kann und was nicht. Da es die merkwürdigsten Kombinationen von Behinderungen gibt, kann bei der Vergabe von I-Plätzen durchaus heraus kommen, das so ein Platz für ein schwerer behindertes Kind als deines besser ist, als für ein "leicht behindertes" Kind, wie deines. Damit die wenigen Plätze so sinnvoll wie möglich vergeben werden, entscheiden bei euch die Therapeuten und die Vergabestelle anscheinend gemeinsam daräber, welches Kind einen I-Platz bekommt, und welches nicht. Das mag für den Einzelnen nicht schön sein, dennoch ist es die Sinnvollste Art, mit dem wohl überall bestehenden Mangel an I-Plätzen um zu gehen.

Wenn dein Kind ohne einen I-platz keinen "einfachen Kiga" besuchen kann, gibt es immer noch die Möglichkeit, ... wenn es bei euch so einen gibt.... einen Sonderkiga zu versuchen. Das sind zudem meistens Vollzeit Einrichtungen, so das du dann besser wieder arbeiten, oder studieren könntest.

Dann gibt es vielleicht noch die Möglichkeit, stundenweise einen normalen Kiga zu versuchen. Wenn 4 Std. in einer großen Gruppe zu viel ist, sind 2 Std. in so einer Gruppe vielleicht besser als kein Platz in einem Kiga.

Wie man "sein Recht" auf einen I-Platz durchsetzt, ist "ganz einfach" : Antrag stellen, bei Ablehnung Wiederspruch einlegen, und ggf. Klagen. Wenn man Glück hat bekommt man 2 Jahre später Bescheid, das man das Recht auf so einen Platz hat, wenn es eine Gibt, wenn nicht..... nicht. ;-)

:-) Helmut
Vater von Sonja, 22.J. alt, nach einer schweren Erkrankung im Alter von 2 Wochen aber auf dem Stand von 9 - 15 Monaten. ICP, HC, Epi. gehörlos, kaum Verständigung. Schwerstmehrfachbehindert.


Zurück zu „Kindergarten und Schule“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast