Darf der Kindergarten über den Schulbesuch entscheiden?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Moni2006
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Darf der Kindergarten über den Schulbesuch entscheiden?

Beitragvon Moni2006 » 22.01.2019, 22:53

Hallo zusammen,

ich brauche mal wieder eure Hilfe/Rat. Ich habe Freunde aus Syrien die in Deutschland seit 2015 leben. Das eine Kind ist gehörlos. Wurde mit CIs 10/2016 versorgt. Das Kind spricht bis heute nicht. Das Mädchen besucht eine SVE (Kindergarten) mit Schwerpunkt hören. Letztes Jahr hat der Kindergarten schon gesagt, mit dem Gebärden klappt es nicht so gut und die Eltern müssen daheim gebärden. Der Vater ist jedoch Woche in den Kindergarten gegangen und die Erzieherin hat dem Vater jedesmal 3 Wörter beigebracht.

Jedes mal wenn der Vater gefragt hat, ist mit meinem Kind alles okey, wann kann es sprechen und kann Sie nach dem Kindergarten zu euch in die Schule? Da hieß es immer mit dem Kind ist alles okey, sie wird sprechen, es dauert halt einbisschen und ja sie kann auf die Schule Schwerpunkt hören dann nach dem Kindergarten.

Heute hatte die Familie ein Termin in Kindergarten. Dort hieß es, dass das Mädchen sich nicht viele Gebärden merken kann, langsam lernt und viel zusammenhänge nicht versteht.

Sie haben angeraten das Kind auf eine anderen Schule geben, wo Sie langsamer lernen kann und auch Kinder sind die mehrere Behinderungen haben. Das Mädchen hat auch noch Probleme mit Sehen. Sie bekommt Frühförderung wegen dem Sehen und einmal im Monat hat Sie eine Reha. Dort sind mehrere Kinder die CIs haben.

Die Kindergartenleiterin hat gesagt, auf der Schule für Schwerpunkt hören kann das Kind nicht auf die Schule gehen. Schule und Kindergarten sind im gleichen Gelände. Meine Frage ist, kann das der Kindergarten bestimmen?

Die Eltern wollten, dass das Kind auf die Schule mit Schwerpunkt hören geht und es zu mindestens versucht wird, ob Sie nicht doch klar kommt in der Schule, weil daheim gebärdet Sie mit ihrem Vater ab und zu mit der Mutter auch.

Es war auch eine Psychologin dabei. Es gäbe auch die Möglichkeit einen Test zu machen, wie gut das Mädchen lernt. Auf meine Frage, dass der Test ja Konsequenzen hätte und die Konsequenz ja dann wäre, dass wenn eine Lernbehinderung oder geistige Behinderung der Test ergeben würde, würde die Schule für hören nicht in Frage kommen und Sie somit ein Ablehnungsgrund gebe würde für die Schule hören und somit nur die andere Schule in Frage käme.

Aber auf die Frage wurde nicht so eingegangen. Es hieß dann, man wüsste dann nur wie gut das Mädchen lernt und das beste ist aber, da das Mädchen ja keine Sprache hat, würde nur ein Teil des Testest gemacht werden, was lt. Psychologin ausreichen wäre für ein Beurteilung, sry wer glaubt wird selig.

Die Frage der Eltern war auch, wenn sich das Kind soweit stabilisiert in der Schule wo es lt. Kindergarten eingeschult werden soll und dann zurück in die Schule hören möchte, ob der wechseln dann möglich ist. Lt. Leiterin des Kindergartens ja. Das wäre nicht schwer der Wechsel. Dem bin ich aber nicht so der Meinung und habe das auch mitgeteilt, den schließlich bekommen ja auch die Förderschulen Geld und da immer mehr die Regelschulen besuchen, brauchen die Förderschulen das Geld wahrscheinlich jetzt dringender als früher. Das mit dem Geld habe ich nicht erwähnt.

Kann der Kindergarten oder eine andere Stelle die Eltern zu einem IQ Test ihres Kindes zwingen und kann der Kindergarten bestimmen, auf die Schule für hören, kann das Kind nicht gehen? Ich habe überlegt, ob nicht ein Schulbegleiter für das Kind sinnvoll wäre. Leider hat der Kindergarten ja erst heute mitgeteilt, dass eine Einschulung lt. des Kindergartens in der Schule hören nicht möglich ist.

Die Familie kommt aus Bayern. Vielleicht könnt ihr über eure Erfahrungen berichten oder Tipps geben. Wo kann man sich zur Schullaufbahn an Förderschulen beraten?

Vielen Dank schon mal.

LG

Moni
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CarolaBerlin
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Beitragvon CarolaBerlin » 22.01.2019, 23:05

Hallo Moni,

Es ist die Frage , ob die Schule mit Schwerpunkt Gebärdensprache oder lautsprachliche Entwicklung ist.
Im 2. Fall könnte ich die Ablehnung verstehen.

LG Carola

JohannaG
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Beitragvon JohannaG » 22.01.2019, 23:10

Hallo Moni,

ganz kurz ein paar Punkte:

- der Kindergarten kann nicht über den Schulbesuch des Kindes entscheiden. Aber er kann eine Empfehlung geben. Das wird die Schule schon ernstnehmen, ist ja die gleiche Einrichtung.
- es gibt an jedem Schulamt eine Inklusionsberatung. Vielleicht mal beim zuständigen Schulamt nachfragen.
- IQ-Testung würde ich nicht in der Einrichtung machen, sondern extern.
- Förderschulen sind relativ stark reglemetiert, wen sie nehmen dürfen. Es kommt auf die Förderschwerpunkte an. Wenn es nur Förderschwerpunkt hören ist, dann kann es sein, daß sie lernbehinderte Schüler tatsächlich nicht aufnehmen dürfen. Allerdings würde ich da noch mal genauer nachfragen, ob das wirklich! so stimmt. Meine Töchter gehen z.B. auf eine Förderschule für Körperbehinderte. Aufnahmevoraussetzung ist eine körperliche Behinderung, wie auch immer. Aber da gibt es natürlich eine große Bandbreite im kognitiven Spektrum, darum werden halt die Lehrpläne angewandt, die für die jeweiligen Kinder passen. Bei meiner großen ist es eine Klasse aus Mittel- und Förderschülern (Förderbereich lernen), es gibt parallell auch eine Gruppe mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Kann mir gut vorstellen, daß das an der Förderschule Hören ähnlich ist.

Liebe Grüße, Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 22.01.2019, 23:18

Hallo Moni,

niemand kann die Eltern zwingen, dass das Kind einen IQ-Test macht. Wirklich niemand. Außer vielleicht in der Schule, aber bestimmt nicht im Kindergarten.

Bei uns kann man sich als Eltern die Förderschule nicht aussuchen. Die Entscheidung trifft der Förderschulausschuss nach Anhörung der Eltern und nach Feststellung des Förderbedarfes. Bei dieser Feststellung wird bestimmt auch die Meinung des Kindergartens gehört. Dafür wird die Zustimmung der Eltern benötigt (Schweigepflicht), außer es gibt in Bayern ein Gesetz, dass den Datenaustausch zw. Kita und Schule erlaubt. Bei uns ist das nicht so.

Was passiert, wenn die Eltern der Feststellung des Förderbedarfes nicht zustimmen oder nicht zustimmen, dass die Kita befragt wird, weiß ich nicht. So oder so würde bei uns ein Förderschullehrer in der Kita hospitieren.

Ich bin kein Freund von IQ-Test bei kommunikationseingeschränkten Kindern. Da kommt selten ein vernünftiges Ergebnis heraus. Es macht aber auch kein Sinn, sich Einschränkungen "wegzuerhoffen".

Was spätere Schulwechsel angeht, stelle ich es mir einfacher vor, von einer Schule mit Schwerpunkt Hören zu einer LB oder GB Schule zu wechseln als umgekehrt (wegen des Lernstoffes).
Asperger Autistin
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Beitragvon Moni2006 » 22.01.2019, 23:25

Hallo zusammen,

schon mal vielen Dank für eure antworten. Ich werde morgen antworten.

Liebe Grüße und gute Nacht an alle.

Moni
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Beitragvon Tanja2014 » 23.01.2019, 08:29

Hallo,

wie schätzen denn die Eltern ihre Tochter ein? Gehen Sie davon aus, dass sie dem Regel-Grundschulunterricht folgen könnte?


Gibt es Erfahrungswerte, wie lange Kinder mit CIs brauchen, um quasi die Teile der Entwicklung nachzuholen, die sie bis zur Implantation nicht machen konnten? Also kann man davon ausgehen, dass dieser Aufholprozess nach zwei Jahren abgeschlossen ist oder ist sie da noch mittendrin? Dann würde man ja davon ausgehen, dass da noch größere Entwicklungssprünge kommen, die ein Kind ohne diese Vorgeschichte nicht machen würde.
Viele Grüße
Tanja
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Beitragvon Susanne1887 » 23.01.2019, 09:48

Hallo,

hier im rückschrittlichen Bayern dürfen nur Kinder mit einem normalen IQ die Schule für hörgeschädigte Kinder besuchen :-(. Zur Aufnahme braucht man einen nonverbalen IQ Test. Dieser wird im SPZ gemacht, evtl kommen auch Psychologen in die SVE.

Dann wird aussortiert: normaler IQ = Förderschule Hören. IQ unter 85 = Förderschule Lernen.

Nur wie soll in dem Fall die Förderschule Lernen funtionieren, wenn dort nicht gebärdet werden kann ? Die Hörnerven im Gehirn benötigen in diesem Fall auch erst mal 1-2 Jahre bis die Sprache tatsächlich verarbeitet werden kann.
Ein Beispiel wie unsinnig das Aussortieren der Kinder nach IQ ist. Und ja ich hatte in unserer Zeit immer wieder das Gefühl, dass man an behinderten Kindern gerne Geld verdient. :evil:

LG Susanne
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Beitragvon Anne_mit_2 » 23.01.2019, 10:54

Hallo Moni,

wenn neben der Gehörlosigkeit noch Probleme im Sehen bestehen, die ggf auch erst relativ spät erkannt/korrigiert wurden, dann würde ich
1) vor einem IQ-Test von einem qualifizierten und erfahrenen Tester überprüfen lassen, ob das Kind überhaupt testbar ist
2) wenn es testbar ist, den Test keinesfalls im KiGa oder der Schule durchführen lassen

Gerade in so diffizilen Fällen (Migrationshintergrund plus Hör- und Seh-Einschränkung) würde ich nur einen absoluten Spezialisten ranlassen. IQ-Tests sind extrem kompliziert auszuwerten, wenn die Stellungnahme der gesamten Situation gerecht werden soll, und Migrationshintergrund ist genausowenig vorgesehen im Raster wie Zweisprachigkeit.

Viele Grüße,
Anne

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 23.01.2019, 11:26

Hallo Tanja2014,

ganz ehrlich - wenn das Kind Ende 10/2016 mit CIs versorgt wurde und 2019 immer noch keinerlei aktive Sprache hat, ist die Chance sehr gering, dass das Kind noch NORMAL lautsprachlich sprechen lernt. Wenn das Kind in irgendeiner Weise von CI profitieren kann, dann merkt man das spätestens 1/2 Jahr nach der Erstanpassung. Wenn nach 2 Jahren noch keinerlei aktive Sprache da ist dann ist entweder das CI nutzlos (ja, das gibt es auch!) oder es ist eine andere "Baustelle" da. Da jetzt von einem plötzlichen Entwicklungssprung auszugehen wäre schlichtweg naiv.

Dabei gehe ich davon aus, dass die CIs immer ordentlich eingestellt und gewartet wurden und das Kind auch in irgendeiner Form Hör-Förderung (durch eine LogopädIn oder SprachheiltherapeutIn) bekommen hat.

Hallo Moni2006,

meiner Meinung nach muss man bei der Schul-Entscheidung vorher klären, ob das Kind mit den CIs überhaupt etwas hört oder nicht. Das ist z.B. mit einem Sprachverständnistest vom Tonband möglich, wie er in manchen Logopädieabteilungen von Krankenhäusern angeboten wird. Auch Spiel-Audiogramme werden dort gemacht und das Kind muss dafür NICHT sprechen können. Das würde ich an Stelle der Eltern so schnell wie möglich machen lassen.

Wenn das Kind trotz CIs nichts bzw. fast nichts hören sollte macht eine LAUTSPRACHLICH orientierte Schule mit Förderschwerpunkt hören mMn nicht viel Sinn. Die Schule bzw. die Klasse, in die das Kind kommt, muss dann bilingual ausgerichtet sein.

Es gibt spezielle Zentren bzw. Kliniken, welche auch die Gebärdensprachkompetenz eines Kindes testen können. Bei uns ist Österreich ist das z.B. die neurolinguistische Ambulanz des Krankenhaus der barmherzigen Brüder in Linz.

Wenn das Kind nur nicht hört, aber gute Gebärdensprachkompetenz hat, dann ist eben eine bilinguale Klasse vermutlich das Beste. Zum Vergleich - mein Sohn konnte bei der Einschulung aktiv ca. 400 Gebärden (passiv mindestens das 3fache), das war "wenig". Wenn das Mädchen nur zu Hause und auch dort nur rudimentär gebärdet, wie soll man es dann sinnvoll beschulen? Da kann auch der Versuch an einer falschen Schule ganz viel kaputt machen. Viele Monate gehen verloren, wo das Kind gar nichts lernt und dann muss es sich eventuell noch mitten im Schuljahr in einer neuen Schule bzw. Klasse zurecht finden.

Versetz dich mal in die Lage der KindergärtnerInnen. Könntest du einem Kind, welches offensichtlich NICHT spricht und auch NICHT gebärdet ohne zu hinterfragen einfach weil sich die Eltern das wünschen eine Schule empfehlen, die du für ungeeignet hältst. Auch wenn die KindergärtnerInnen selbst anfangs noch gehofft haben, dass das Kind noch sprechen lernen wird, sie sind keine Hellseher und auch keine Ärzte (die sich mit solchen Prophezeiungen ohnehin meistens vorsichtig zurückhalten). Aber Fakt ist nun mal dass das Kind NICHT spricht und auch offensichtlich nicht viel gebärdet.

Ganz ehrlich - ich würde mit dem Kind nicht nur einen Intelligenztest machen sondern eine kompletten Entwicklungsdiagnostik. Der IQ-Test allein ist auch wenn er nonverbal gewählt wird (z.B. SON-R 2 1/2-7) nicht aussagekräfig, weil bei einem Kind in dem Alter auch ohne Auffälligkeiten keine Mitarbeit gewährleistet ist.

Warum sind die Eltern der Ansicht, dass die Schule mir Förderschwerpunkt hören für ihre Tochter passend ist? Was gibt es für Alternativen?
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Beitragvon Elli157 » 23.01.2019, 12:11

Hallo Moni,

ich kann da bei Lisaneu nur unterschreiben. Wie alt ist das Kind denn eigentlich und wann müsste es in die Schule?

Bei einem Kind, das auch mehr als zwei Jahre nach der CI-Implantation kein Wort spricht, würde ich auch davon ausgehen, dass eine normale lautsprachliche Entwicklung nicht mehr erreicht wird. Und wenn zudem auch Gebärden nicht so richtig aktiv eingesetzt werden nach dieser Zeit, wird es sicher selbst in einem bilingualen Zweig schwierig dem Regelunterricht an einer Förderschule Hören zu folgen.

Unser Sohn hat ähnliche Einschränkungen wie das Kind eurer Bekannten. Er ist gehörlos, CI-versorgt und hat eine Sehbeeinträchtgung. Implantiert wurde er zwei Monate vor dem Kind eurer Bekannten. Er versteht recht gut mit dem CI, spricht inzwischen 3-Wort Sätze, allerdings sehr verwaschen. Und das ist insgesamt im Vergleich zu den meisten zu einem ähnlichen Zeitpunkt implantierten Kindern wenig. Zusätzlich kann er vermutlich so um die 80 Gebärden.
Ich glaube, dass es später für ihn aufgrund der ganzen Einschränkungen schwierig wäre, an der Förderschule Hören im Regelbereich zurecht zu kommen. Ich habe bei der für uns zuständigen Schule schon hospitiert und da sehe ich ihn eher nicht. Allerdings gibt es bei uns an der Förderschule Hören auch noch andere Bildungszweige. Ich kenne aus Bayern Kinder mit Hör- und Seheinschränkungen, aber sofern sie ohne aktive Lautsprache bzw. Kommunikation sind besuchen sie nicht die Förderschule Hören. Ich kann daher die Skepsis der Erzieherinnen durchaus nachvollziehen.

Ich finde auch, dass eine gute Entwicklungsdiagnostik sinnvoll wäre. Wir werden z.B. vom Taubblindenwerk beraten, das steht einem bei Hör- und Seheinschränkungen zu und die kennen sich wirklich gut mit diesem komplexen Thema aus.
Das SPZ verzichtet bei uns nämlich bisher auch auf Testungen, da sie der Meinung sind, dass diese unserem Sohn nicht gerecht werden.

Fazit: Anstatt jetzt auf eine Einschulung dort zu beharren, würde ich versuchen, eine gute Entwicklungsdiagnostik zu bekommen. Außerdem würde ich auch mit dem betreuenden CI-Zentrum und den Frühförderinnen Hören/Sehen in das Gespräch gehen, welche Schule sie sich für das Kind vorstellen können.

Liebe Grüße
Elli
E. mit großem Sohn (2010) und kleinem Sohn (2015),
33. SSW, Asphyxie, Choanalatresie, gehörlos (einseitig CI versorgt), Kolobome, Netzhautablösung, Schluckstörung, PEG


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