Darf der Kindergarten über den Schulbesuch entscheiden?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Moni2006
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Beitragvon Moni2006 » 23.01.2019, 19:27

Hallo zusammen,

erstmal vielen vielen lieben Dank für eure Antworten. Ich weiß gar nicht, ob es schaffe alle Fragen zu beantworten. Also sry, wenn ich eine Frage vergesse :oops:

Danke auch für den Tipp mit der Entwicklungsdiagnostik, ich glaube, dass wäre wirklich eine sehr gute Idee. Bekommt man für sowas eine Überweisung vom Kinderarzt? Meistens machen das wohl die SPZ oder?

Das der IQ Test nicht in der Einrichtung gemacht werden soll, auch Danke für die Info. Den Test hätte die Psychologin der SVE durchgeführt, wenn die Eltern zugestimmt hätten bzw. sie sollten sich ja gestern gar nicht entscheiden.

Nun die Kindergärtnerin/Kindergartenleiterin gaben an, dass Kinder die auch in der Zeit die CIs bekommen haben in eurer Einwicklung was hören und sprechen angeht weiter sind.

Ich bin ehrlich, ich stelle es mir auch schwierig vor für das Mädchen, bin aber der Meinung, man könnte es probieren, weil wie hier schon geschrieben, von Schule Schwerpunkt hören, auf Schule Schwerpunkt lernen zu wechseln ist einfacher als andersrum. Zumal das Blindi wie es in Würzburg genannt wird zum Teil ein Auffangbecken ist und das ist meine persönliche Meinung, da wäre Sie schon unterfordert.

Es ist schwierig, ich sehe den Wunsch der Eltern, kann dies auch verstehen, anderseits sind natürlich die Defizite da und Schule ist definitiv anderes als Kindergarten, dass ist klar.

Ich glaube die Eltern sind gestern in so ein Schockzustand geraten, weil es immer hieß, dass wird schon, wir schaffen das. Bis zur Einschulung wird das und gestern nun eine ganz andere Option.

Die Grundschulzeit dauert an der Schule Schwerpunkt hören 5 Jahre. Also sogar ja ein Jahr Zeit mehr zu lernen.

Ob das Mädchen hört? Nun lt. Kindergarten merkt Sie nicht, wenn die Batterien leer sind, es macht für Sie lt Kindergarten kein unterschied. Lt. Kindergarten reagiert sie manchmal auf Ihren Namen nicht immer. Zuhause, ich bin sehr oft bei der Familie reagiert sie auf ihren Namen wenn die Eltern Sie rufen, auch wenn ich Sie rufe. Früher nur wenn Sie hingeschaut hat gestern habe ich festgestellt, dass Sie die Mutter hört, wenn Sie Ihr Gesicht nicht sieht und auch nicht neben ihr ist sonder 5 oder mehr Meter weiter entfernt ist.

Sie hält sich auch immer öfters wenn ihr ein Geräusch zu laut wird z.B die Mutter benutzt den Staubsauger oder das Rührgerät die Hände vor den Ohren, damit es nicht so laut ist. Von den Lippen ablesen kann Sie leider aber nicht.

Das mit den Spiel-Audiogramme ist eine gute Idee. Ich war bis jetzt nie dabei wenn die Familie in die HNO Klinik (CI Zentrum) gegangen sind, aber gestern hat mich die Mutter gebeten, dass nächste Mal dabei zu sein, damit man besprechen kann, warum das Kind noch immer nicht richtig hört und spricht.

Lt. der SVE kann an der Schule wo das Mädchen gehen soll auch einige gebärden. Angeblich kann die Frühförderinn die von der Einrichtung sehen kommt auch gebärden. Sie kann es definitiv nicht. Ich war bei einigen Förderstunden dabei. Die Frühförderrin kommt von dem Blindi.

Ich habe den Eltern empfohlen sich zumindest die andere Schule mal anzuschauen.

Ich habe jetzt Dank den Tipp von euch mal das Schulamt und sein Inklusionsmitarbeiter angeschrieben. Mal schauen, ob er was sagen kann.

Falls ihr noch Ideen oder Anregungen habt, wäre ich auch dankbar. Schon mal vielen lieben Dank dafür.

Schönen Abend euch allen und euren Familien

LG

Moni
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Katja_S
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Beitragvon Katja_S » 23.01.2019, 19:51

Hallo Moni,
mein Sohn hat ja auch 2 CIs und hat das 1. mit 1 Jahr bekommen. Er hat 2 Jahre nach Implantation definitiv mehr gesprochen als das Mädchen (obwohl er unbestritten zusätzlich eine geistige Behinderung hat). Er war im Höralter von 2 Jahren (also nachdem er 2 Jahre das CI hatte) sprachlich auf dem Stand einen 2jährigen normalhörenden Kindes. Danach hat sich das verlangsamt (ich denke, eher wegen der geistigen Einschränkungen), aber heute erzählt er, stellt Fragen, singt, bildet zusammengesetzte Sätze (wenn auch nicht immer grammatikalisch korrekt und mit ein paar Aussprachefehlern (aber verständlich). Das ist ja aber leider ganz unterschiedlich, wie der Erfolg mit den CIs ist.
Von daher würde ich (auch) nicht erwarten, dass es bei dem Mädchen noch plötzlich Klick macht :? .

Was mich wundert ist, dass bei dem Mädchen anscheinend keine regelmäßge Diagnostik (und dazu gehört ja die Spielaudiometrie) stattfindet. Zumindest im CI Zentrum müsste das doch gemacht worden sein :shock: . Und auch eine Einrichtung Hören müsste das doch machen können und auch regelmäßig machen, denke ich. Oder wurde das den Eltern nicht richtig mitgeteilt. Verstehen sie gut Deutsch? Hat sie gar keine "richtige" CI-Reha? Hat sie zu Hause regelmäßg Logopädie? Das wäre ja wichtig, gerade wenn sie sprachlich keine Fortschritte macht.
Mit E. fahre ich regelmäßig zur CI Reha in unser CI-Zenrtrum (am Anfang nach der Implantation häufiger, heute nur noch 2 x im Jahr). Dort sind wir dann für 3 Tage und E. hat jeden Tag Logopädie, Anpassung (wo die SPs neu eingestellt werden) und eben auch einen Hörtest.
Zur Schulfrage kann ich wenig sagen. E. konnte damals auch nicht auf eine Schule mit dem Schwerpunkt Hören gehen, schon mal alleine, weil diese nicht barrierefrei sind und zumindest die 1 in unserem Umkreis nur nach Regelschullehrplan (oder höchstens Förderschullehrplan) unterrichtet. War bei ihm aber auch nicht so entscheidend, weil er mit den CIs ja recht gut hört und schon bei Einschulung ganz gut lautsprachlich kommunizieren konnte (besser als viele Kinder in der Schule, in der er damals eingeschult wurde (Schule für sehgeschädigte und mehrfachbehinderte Kinder).
Ich wünsche dem Kind und seinen Eltern, dass die passende Schule gefunden werden kann :D .
Ihr wisst, dass es auch Sehhörfrühförderung gibt?
Gruß
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

Anne_mit_2
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Beitragvon Anne_mit_2 » 23.01.2019, 21:19

Hallo Moni,

wenn die Eltern mit dem Kind nur in ihrer Muttersprache sprechen (können) und es im KiGa nur Deutsch hört, dann kann es nicht vorangehen wie bei einem Kind mit einsprachigem Umfeld, weil das Mädchen gleichzeitig zur Hörverarbeitung auch noch die 2-Sprachigkeit sortieren muss -- dazu dann noch Gebärdensprache als dritte Sprache mit wieder einer komplett anderen Grammatik. Dazu kommt erschwerend hinzu, dass die CI wohl auch noch relativ spät (nicht als Baby oder Krabbler) eingesetzt wurden und noch eine Sehbeeinträchtigung vorliegt.

Hier müsste mal jemand mit sehr viel Erfahrung ganz genau hinschauen, wie dem Kind am besten geholfen werden kann. Damit sind vermutlich nicht nur die Kindergärtnerinnen und die Hörfrühförderung überfordert, sondern auch die Spezialisten für Migrationshintergrund, weil sie immer nur einen Teilbereich sehen. Wenn Du die Eltern mal dorthin begleitest, kannst Du Dich in der HNO-Klinik / beim CI-Zentrum erkundigen, wen sie für so eine Einschätzung/Beratung empfehlen?

Viele Grüße,
Anne

s.till
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Beitragvon s.till » 23.01.2019, 22:04

Hallo Moni,

könnte das Kind in Würzburg auf die Schule gehen? Dann wäre doch die Karl Kroiß Schule die richte Anlaufstelle. Das FDZ in Würzburg kann ich nicht so empfehlen. Da würd ich lieber nach Erlangen ins SPZ fahren. Allerdings haben wir mit der Pädaudiologie in Würzburg bis jetzt gute Erfahrungen gemacht.

Lg
Susanne
M *2010 Frühchen der 27SSW, Pneumothorax, Meningitis, diverse RSV Infektionen, Pneumonien, dystroph, kleinwüchsig, stimulationsbedürftige Apnoen, Asperger Autismus, Koordinationsstörung, PEG/PEJ seit 07/16 weg :D Pflegegrad 4 und SBA von 80% G,aG,B,H
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Beitragvon Moni2006 » 23.01.2019, 23:24

Hallo Susanne,

das Mädchen besucht bereits die SVE der Karl Krioß Schule. Danke für deine Einschätzung bzw. deine Erfahrung, was das SPZ in Würzburg angeht. Danke auch mit dem Tipp nach Erlangen zu fahren.

LG

Moni
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Beitragvon Moni2006 » 23.01.2019, 23:33

Anne_mit_2 hat geschrieben:Hallo Moni,

wenn die Eltern mit dem Kind nur in ihrer Muttersprache sprechen (können) und es im KiGa nur Deutsch hört, dann kann es nicht vorangehen wie bei einem Kind mit einsprachigem Umfeld, weil das Mädchen gleichzeitig zur Hörverarbeitung auch noch die 2-Sprachigkeit sortieren muss -- dazu dann noch Gebärdensprache als dritte Sprache mit wieder einer komplett anderen Grammatik. Dazu kommt erschwerend hinzu, dass die CI wohl auch noch relativ spät (nicht als Baby oder Krabbler) eingesetzt wurden und noch eine Sehbeeinträchtigung vorliegt.

Hier müsste mal jemand mit sehr viel Erfahrung ganz genau hinschauen, wie dem Kind am besten geholfen werden kann. Damit sind vermutlich nicht nur die Kindergärtnerinnen und die Hörfrühförderung überfordert, sondern auch die Spezialisten für Migrationshintergrund, weil sie immer nur einen Teilbereich sehen. Wenn Du die Eltern mal dorthin begleitest, kannst Du Dich in der HNO-Klinik / beim CI-Zentrum erkundigen, wen sie für so eine Einschätzung/Beratung empfehlen?

Viele Grüße,
Anne


Hallo Anne,

dies habe ich auch schon mal im Kindergarten in den Raum geworfen, vielleicht liegt es daran, dass die Eltern in ihrer Muttersprache sprechen, Kindergarten Deutsch und dann noch gebärden. Aber da ich zu hören bekommen, dass kann nicht sein, da Sie ja keine Sprache hat :?: :?:

Ja ich werde wohl mitgehen müssen in die HNO Klinik gehen. Möchte auch mit der Prof. sprechen, die das Mädchen operiert hat. Habe auf der Homepage die der Uniklinik Würzburg gehört gelesen, dass wenn die ICs vor dem 18 LJ implantiert werden, dann kann das Kind in der Regel 2-3 Jahre nach der OP normal reden :?

Auch mit den Damen von der Reha muss ich mal reden. Ich weiß, dass die Eltern die Kinder, dass ist einmal im Monat in die Reha bringen müssen. Dort auch bleiben müssen die Eltern, aber die sind nicht bei den Kindern schauen zu oder sind aktiv dabei, nein die müssen draußen warten.

Logo bekommt Sie im Kindergarten 1x die Woche, sowie einmal die Woche Moto und 1x Woche kommt jemand von der Frühförderung für den Schwerpunkt sehen nachhause.

Ich kann aber leider nicht feststellen, dass Sie irgendwas besonders für Bereich sehen mit dem Kind macht. Ich war bei der Frühförderung dabei und habe auch gefragt, was für Spiele ect soll man nehmen um das sehen zu trainieren. Antwort, es ist nichts besonderes nötig.

Die Eltern sollen auch bei der Frühförderung dabei sein und die Schwester. Die Schwester darf und soll mitmachen bei den spielen, beim basteln und malen. Mehr macht die Frühfördererin nicht. Das mache ich mit den Kindern auch. Sie hat keine extra Material oder so.

Leider sind jetzt sowohl Frühförderin als auch Logopädin länger krank.

Also danke nochmal für eure Hilfe. Wenn euch noch was einfällt, schreibt gerne weiter.

LG an alle

Moni
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Beitragvon Moni2006 » 23.01.2019, 23:37

Anne_mit_2 hat geschrieben:

Hier müsste mal jemand mit sehr viel Erfahrung ganz genau hinschauen, wie dem Kind am besten geholfen werden kann. Damit sind vermutlich nicht nur die Kindergärtnerinnen und die Hörfrühförderung überfordert, sondern auch die Spezialisten für Migrationshintergrund, weil sie immer nur einen Teilbereich sehen. Wenn Du die Eltern mal dorthin begleitest, kannst Du Dich in der HNO-Klinik / beim CI-Zentrum erkundigen, wen sie für so eine Einschätzung/Beratung empfehlen?

Viele Grüße,
Anne


Einen Spezialisten für Migrationshintergrund hat die Familie nicht. Wusste nicht, dass es sowas gibt.

Ja könnte mir vorstellen, dass diese überfordert sind. Ja da müsste in der Tat mal jemand schauen, der viel Erfahrungen hat. Nur ob es den gibt. Ich werde suchen.

LG

Moni
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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 24.01.2019, 10:26

Moni2006 hat geschrieben:Ob das Mädchen hört? Nun lt. Kindergarten merkt Sie nicht, wenn die Batterien leer sind, es macht für Sie lt Kindergarten kein unterschied. Lt. Kindergarten reagiert sie manchmal auf Ihren Namen nicht immer. Zuhause, ich bin sehr oft bei der Familie reagiert sie auf ihren Namen wenn die Eltern Sie rufen, auch wenn ich Sie rufe. Früher nur wenn Sie hingeschaut hat gestern habe ich festgestellt, dass Sie die Mutter hört, wenn Sie Ihr Gesicht nicht sieht und auch nicht neben ihr ist sonder 5 oder mehr Meter weiter entfernt ist.

Sie hält sich auch immer öfters wenn ihr ein Geräusch zu laut wird z.B die Mutter benutzt den Staubsauger oder das Rührgerät die Hände vor den Ohren, damit es nicht so laut ist. Von den Lippen ablesen kann Sie leider aber nicht.


Mein 6j 1/2jähriger Sohn hat seit bald 5 beidseitig CIs. es ist bei ihm ähnlich, er reagiert auf seinen Namen und nimmt teilweise auch Lärm wahr, wenn er die CIs trägt. Das reicht aber bei ihm bei weitem nicht für eine lautsprachliche Beschulung.

Ich bin mit einer Frau mit Usher Syndrom befreundet, die beidseitig CIS hat, aber trotzdem nicht ausreichend für den Spracherwerb hört. Und das trotz jahrzehntelanger, regelmäßiger Logopädie bei einer sehr guten (gebärdensprachkompetenten) Logopädin. Sie trägt die CIs trotzdem, hat sich auf einer Seite auch re-implantieren lassen (weil das Implantat technisch total veraltet war) und bekommt auch bald neue Prozessoren. Sie ist Mutter von zwei Kleinkindern und mit den CIs hört sie, wenn ein Kind schreit oder wenn was schweres runterfällt, und kann reagieren. Da sie durch das Usher Syndrom auch fast blind ist will sie auf diese zusätzliche Möglichkeit, Geräusche zu hören, nicht verzichten.

Sie wurde übrigens in einer guten bilingualen Klassen beschult, hat Hauptschulabschluss und arbeitet am ersten Arbeitsmarkt in einem Bürojob (trotz ihrer Behinderung!).

Moni2006 hat geschrieben:Das mit den Spiel-Audiogramme ist eine gute Idee. Ich war bis jetzt nie dabei wenn die Familie in die HNO Klinik (CI Zentrum) gegangen sind, aber gestern hat mich die Mutter gebeten, dass nächste Mal dabei zu sein, damit man besprechen kann, warum das Kind noch immer nicht richtig hört und spricht.

Lt. der SVE kann an der Schule wo das Mädchen gehen soll auch einige gebärden. Angeblich kann die Frühförderinn die von der Einrichtung sehen kommt auch gebärden. Sie kann es definitiv nicht. Ich war bei einigen Förderstunden dabei. Die Frühförderrin kommt von dem Blindi.


Achtung, es reicht nicht wenn "einige" Leute, mit denen das Kind hin und wieder mal zu tun hat "ein bißchen" gebärden können! Wenn das Kind bisher nicht ordentlich Gebärdensprache gelernt hat (ob wegen zu wenig Möglichkeiten oder aus anderen Gründen sei dahingestellt) dann VERSTEHT es nicht und muss erst mal die Sprache lernen, BEVOR sie in dieser Sprache beschult werden kann! Da ist es, wie mit jeder Sprache: es müssen Personen da sein, die die Sprache GUT beherrschen, damit das Kind sie lernen! Und zwar nicht nur eine (Förder-)Stunde pro Woche, oder eine "Gebärde der Woche" als Tralala im Kindergarten, sondern täglich! Wenn das trotzdem nicht klappen sollte, hat es eine andere Ursache.

Vergiss nicht, dass das Kind dann in DIESER Sprache den gesamten Grundschulstoff lernen soll! Auch wenn sie statt 4 Jahre dazu 5 Jahre Zeit hat, ist das gewaltig viel. Und es gibt vermutlich jetzt schon Defizite in Sachen Wissen, weil das Mädchen bisher nicht gehört hat. Es muss eine Möglichkeit zur Kommunikation gefunden werden, um ein Kind zu beschulen. Ob das (deutsche) Lautsprache ist, Gebärdensprache (in eurem Fall vermutlich DGS) schriftliches deutsch (bei meinem gehörlosen, autistischen Sohn der beste Kommunikationskanal) oder über einen Talker,...

...solange es diese Kommunikationsmöglichkeit nicht gibt kann man nicht sinnvoll beschulen, Förderschwerpunkt egal!

Wie erklären die Eltern dem Kind was? Wie weiß es, was als nächstes passieren wird, was für morgen geplant ist, wann sie in den Kindergarten geht und wann nicht,...?

Manche Dinge lassen sich in Gebärdensprache leicht ausdrücken: DU-SCHWIMMEN ist eine einfache Gebärde, um zu fragen, ob das Kind schwimmen gehen will oder um es dazu aufzufordern. Aber wie fragt man: "Willst du einmal in der Woche mit mir ins Schwimmbad fahren, um dort an einem Kinder-Schwimmkurs teilzunehmen, damit du schwimmen ohne Schwimmflügerl lernst?".

Es ist einfach einem Kind zu erklären, dass es krank ist: DU-KRANK - 2 Gebärden. Aber wie erklärt man "Du kannst jetzt 2 Wochen nicht in den Kindergarten weil du eine ansteckende Augenentzündung hast!".

Führe dir vor Augen, dass ansonsten gesunde gehörlose Kinder (wie sie die "Förderschule hören" besuchen) zum Zeitpunkt des Schuleintritts das alles nicht nur verstehen, sondern auch selbst auf diesem Niveau gebärden können!

Moni2006 hat geschrieben:Ich habe den Eltern empfohlen sich zumindest die andere Schule mal anzuschauen.

Ich habe jetzt Dank den Tipp von euch mal das Schulamt und sein Inklusionsmitarbeiter angeschrieben. Mal schauen, ob er was sagen kann.

Falls ihr noch Ideen oder Anregungen habt, wäre ich auch dankbar. Schon mal vielen lieben Dank dafür.


Bei allen Bedenken wegen der Schulwünsche der Eltern: ich finde ganz toll, wie du dich für diese Familie einsetzt!

Eine Anregung wäre, dich mal mit einer regionalen Gehörlosen-Vereinigung zu vernetzen um eine Möglichkeit zu finden, wie das Kind seine Gebärdensprachkenntnisse bis zum Schuleintritt noch deutlich verbesseren kann.

Parallel würde ich nach Organisationen oder Personen suchen, die euch bzw. die Eltern des Mädchens in Sachen "unterstütze Kommunikation" beraten können.

Nach einigen Monaten wird sich zeigen, welche Kommunikationmöglichkeit vom Mädchen besser angenommen werden kann. Dann braucht ihr vermutlich nur noch dort "weiter arbeiten".

Alles, alles Gute, ich wünsche Dir die bestmögliche Schule für das Kind!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

s.till
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Beitragvon s.till » 24.01.2019, 10:45

Hallo Moni,

das verstehe ich dann wirklich nicht warum sie nicht weiter auf die Schule gehen soll! Ein Nachbarskind geht mit dem Schwerpunkt Geistigeentwicklung, Störung der Kommunikation und Sozialverhalten auf die Schule. Sie hat FAS.

Lg
Susanne
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Beitragvon Anne_mit_2 » 24.01.2019, 14:07

Hallo Moni,

ich möchte nochmal in dieselbe Kerbe wie Lisaneu schlagen: Wenn ein normales Kleinkind (nicht Baby!) eine Sprache lernen muss (Umzug in anderes Land etc), dann ist das wirksamste, es in eine Umgebung zu bringen, wo sich alle in dieser einen Sprache verständigen, und es dieser Sprache täglich lange Zeit -- natürlich in der notwendigen Geborgenheit -- auszusetzen. Es wird dann aus dem, was es sieht, seine ersten Schlüsse ziehen und soviel aufsaugen, dass es irgendwann anfangen kann erste aktive Kommunikationsversuche zu starten.

Wenn die visuelle Wahrnehmung eingeschränkt ist, mehrere (im schlimmsten Fall strukturell sehr verschiedene) Sprachen darum herum sind und es noch dazu wenig 1:1 gibt, dann sind also die Chancen um ein Vielfaches schlechter.

Viele Grüße,
Anne


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