Antrag auf Schulrückstellung BaWü soll abgelehnt werden

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 22.01.2019, 17:36

Hallo,
Ich kenne das Verfahren in BaWü nicht, hier in NRW hat die Schulleitung das letzte Wort. Allerdings hat sich die Schulleitung bei uns stark an der Empfehlung der Amtsärztin orientiert. Deshalb ist es vielleicht auch bei Euch noch möglich, über die Amtsärztin etwas zu erreichen. Kannst Du einen vorgezogenen Termin zur Schuleingangsuntersuchung bekommen? Und dann ist wirklich wichtig, was Engrid schon geschrieben hat. Man muss dann dort wirklich gute Argumente vorbringen, in welchen Bereichen sich das Kind so gut weiterentwickeln wird, dass es sich gravierend auf die Möglichkeiten der Beschulung auswirken wird. schätzt Ihr denn die Situation so ein, dass er dann im Sommer 2020 auf einer Regelschule eingeschult werden könnte? In den Förderschulen gibt es meist ja drei statt zwei Jahre Schuleingangsphase. Also die ersten beiden Schuljahre werden auf drei Jahre gestreckt. Das solltet Ihr auch bedenken, da wäre er ja dann bis zur weiterführenden Schule dann fast drei Jahre älter als die Klassenkameraden.
Viele Grüße
Tanja
mit B. (*2012) - Extremfrühchen, spastische ICP beinbetont GMFCS Level 1
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UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 22.01.2019, 17:43

Hallo

Ich kenne viele Kinder, die mit FS (Förderschwerpunkt) Sprache rückgestellt wurden, einige mit L und KB, Regelschüler sowieso, aber kein einziges GE-Kind... reine E-Kinder kenne ich so keine...


Da habe ich andere Erfahrungen gemacht. Ich kenne einige Kinder, bei denen klar war, daß sie auch nach der Rückstellung den Förderbedarf Geistige Entwicklung haben werden. Trotzdem wurden sie zurückgestellt. Aus meiner Sicht wäre das auch eine Ungleichbehandlung gegenüber Regelschulkindern, wenn behinderte Kinder nicht zurückgestellt werden dürfen. Nur weil man irgendwann man festgelegt hat, daß die Kinder mit 6 Jahren in die Schule gehen sollen, ist das noch lange nicht für alle Kinder toll.

Das Problem sehe ich hier so, es hängt leider sehr stark von der individuellen Meinung der Schulleiter ab, wie leicht oder schwer eine Rückstellung durchzusetzen ist.

Hast du die Ablehnung schon schriftlich? Dann Widerspruch einlegen! Die Befürwortung vom Kindergarten, Therapeuten usw. hast du ja!
Aus meiner Sicht hängt es jetzt auch davon ab, wie weit du gehen willst, also z.B. auch mit einem Anwalt agieren möchtest oder nicht.

VG, Ursula
Eric, (März 2005), Autismus Spektrum Störung, Verbale Dyspraxie, Dysgrammatismus

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 22.01.2019, 17:53

BeatriceB hat geschrieben:
Lisaneu hat geschrieben:Wie schaut es bei euch aus? Ist der Plan, ihn das zusätzliche Jahr noch im Kindergarten zu belassen und ist das rechtlich überhaupt möglich?


Möglich laut Schulgesetz ist es schon. Aber in allen Bundesländern anders geregelt.


Ich meinte nicht laut Schulgesetz (obwohl das natürlich auch wichtig ist), sondern ob ihr fix einen Kindergarten habt, der bereit ist, dein Kind bis zur Einschulung zu behalten.

Bei uns DÜRFTEN das z.B. städtische Kindergärten gar nicht, selbst wenn man eine Ausnahmegenehmigung für schulische Rückstellung hätte.

Private Kindergärten DÜRFTEN zwar, aber man müsste den Besuch komplett selbst finanzieren, bekäme also keinerlei Förderung. In Wien ist der KIGA-Besuch ja gratis, weil von der Gemeinde gefördert. Da würden dann für den Besuch statt Euro 65,- (Essensbeitrag für ganztags) glatt Euro 400,- bis 600,- anfallen.

Warum ist Vorschule keine Option? Gibt es an der Schule, wo dein Sohn angemeldet ist, keine Vorschulklassen? Dann könntest du das (dass es die Möglichkeit der Vorschule in Wohnortnähe nicht gibt) als Argument für die Rückstellung anführen, idealerweise mit einem "Förderplan" vom Kindergarten, wo festgeschrieben ist, an welchen Kompetenzen dein Sohn in diesem Jahr noch arbeiten wird.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 22.01.2019, 18:01

Hallo,

sicherheitshalber nochmal ganz klar:
Zu dem Antrag habe ich einen Bericht der Logo, der Ergo, der Frühförderung und einer Kinderpsych. beigefügt, die allesamt eine Rückstellung befürworten.
Therapien können ja auch bei Schülern weiterlaufen. Das hätte bei uns nicht genügt. Nötig war eine konzeptionelle Stellungnahme des heilpädagogischen KiGa, was genau (!) an Förderung in dem zusätzlichen Jahr gemacht wird, aufbauend auf den vorigen, und welche Fortschritte ganz konkret (!) erwartet werden.

Ich kann das sogar nachvollziehen, denn ein Jahr HPK kostet einen Batzen Geld, und „von selber“ einfach durch Reifung wäre beim Junior nicht viel passiert.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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rena99
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Beitragvon rena99 » 22.01.2019, 18:22

Im Schulbereich ist es immer gut, im jeweiligen Schulgesetz zu lesen:

Schulgesetz für Baden-Württemberg (SchG) hat geschrieben:§ 74 Vorzeitige Aufnahme und Zurückstellung

(2) Kinder, von denen bei Beginn der Schulpflicht auf Grund ihres geistigen oder körperlichen Entwicklungsstandes nicht erwartet werden kann, daß sie mit Erfolg am Unterricht teilnehmen, können um ein Jahr vom Schulbesuch zurückgestellt werden; mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten können auch Kinder zurückgestellt werden, bei denen sich dies während des ersten Schulhalbjahres zeigt. Die Entscheidung trifft die Schule unter Beiziehung eines Gutachtens des Gesundheitsamtes. Die Zeit der Zurückstellung wird auf die Dauer der Pflicht zum Besuch der Grundschule nicht angerechnet.


Also: die Entscheidung trifft due Schulleitung. Aber sie braucht ein Gutachten des Gesundheitsamtes. Habt ihr das schon?

Ansonsten ist der einzige Grund für eine Rückstellung, dass nicht erwartet werden kann, dass aufgrund des Entwicklungsstandes dem Unterricht gefolgt werden kann. Wenn sich also auch ein Jahr später daran nichts geändert haben wird, dann macht eine Rückstellung tatsächlich wenig Sinn. Und wenn es keinen inhaltlichen Sinn macht, dann werden weitere Argumente wichtig, wie z.B. das Alter, das mit 8 dann ja tatsächlich schon vergleichsweise hoch ist. Kann eine Förderung nicht tatsächlich auch in der Grundschule erfolgen? Welche konkreten Argumente wurden in den Einschätzungen der Therapeuten etc. denn genannt und haben die Bezug auf das Schulgesetz genommen (Aufholung des Entwicklungsrückstandes möglich).

Kommt für euch ggf. sonderpädagogischer Fürderbedarf in Betracht?

Es wird jetzt auch darauf ankommen, was das Gesundheitsamt sagt.

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

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Beitragvon kmotley » 22.01.2019, 18:36

Hallo,

wir haben gestern in einer GB Schule einen Infoabend besucht wo genau dieses Thema dran kam. Es waren der Schulleiter der GB Schule sowie eine Dame der Inklusion vom Landratsamt und jemand vom Schulamt. Wir gehen zwar nicht in diese Schule aber das System ist ja das selbe wie K-Schule.

Und natürlich viele Eltern. Da wurde dann in die Runde gefragt wie viele Kinder denn bereits eine Rückstellung letztes Jahr hatten. Es haben sich nahezu alle gemeldet.


Ich war dann auch sehr verwundert, weil ich hier ja genau das Gegenteil lesen teilweise.
Ich habe mich dann an die Schulleiterin gewandt am Ende und auch sie hat mir erklärt dass Sie seit Jahren ca. 2/3 der Kinder Rückstellen in der GB Schule.

Und wir sind Bayern



lg

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Beitragvon MamavonNoelia » 22.01.2019, 19:21

hatte ich damlas bei unserem sohn ich hätte ihn auch gerne erst mit 7 jahren in der schulke gehabt da er ja zurück ist und denke ein jahr mehr kita und förderung hätte gut getn begrpndung war es gibt ja sonderschulen da ist es dann egalö.
hatte auch keine lust deswegen zu diskutieren aber es ist wohl nehute kaum noch möglich irgendwie zurück zu stellen.

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Beitragvon SonjaSo » 22.01.2019, 19:40

Hier Hessen,Rückstellung problemlos,lief über den Amtsarzt.
Für uns hat’s gepasst.
Sonja(*03/78)mit Chaos-Chefengel R.(*01/09).SSW 34+1,Mikrodeletion 2p 16.3,ASS und ADHS,Pflegegrad 5
"Normalität ist wie eine gepflasterte Straße,man kann gut drauf gehen, aber es wachsen keine Blumen drauf.
Vincent van Gogh

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Beitragvon Annemaries Mama » 22.01.2019, 19:49

In Ba-Wü braucht man normal für eine Rückstellung kein Gutachten o.ä. vom Amtsarzt. Wenn der Kiga es befürwortet und durch die Kooperationslehrerin der Grundschule das Ganze bestätigt wird, ist das hier vor Ort normal kein Problem, dass die Schule zustimmt. Da müssen dann die Eltern nur bei der Schulanmeldung den Antrag auf Rückstellung stellen. Wir haben dieses Kiga-Jahr auch einen Rücksteller, der im April schon 7 wird und hatten vorher ein Kind, dass im Oktober 7 wurde und demnach kurz nach der Einschulung 8.
LG Kerstin

mit Annemarie *2011 (ADS) und Konrad *2015

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finnja
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Beitragvon finnja » 22.01.2019, 20:06

Hallo,
kmotley hat geschrieben:Hallo,

wir haben gestern in einer GB Schule einen Infoabend besucht wo genau dieses Thema dran kam. Es waren der Schulleiter der GB Schule sowie eine Dame der Inklusion vom Landratsamt und jemand vom Schulamt. Wir gehen zwar nicht in diese Schule aber das System ist ja das selbe wie K-Schule.

Und natürlich viele Eltern. Da wurde dann in die Runde gefragt wie viele Kinder denn bereits eine Rückstellung letztes Jahr hatten. Es haben sich nahezu alle gemeldet.


Ich war dann auch sehr verwundert, weil ich hier ja genau das Gegenteil lesen teilweise.
Ich habe mich dann an die Schulleiterin gewandt am Ende und auch sie hat mir erklärt dass Sie seit Jahren ca. 2/3 der Kinder Rückstellen in der GB Schule.

Und wir sind Bayern



lg


In BW stellt der Leiter der zuständigen Grundschule zurück, nicht die Leiter der SBBZs, die werden höchstens angehört (und dann auch eher die Lehrer im Kollegium, die das Kind begutachten oder unterrichten werden). Hier wäre gar nicht möglich, dass eine GE-Schule rückstellt.

Und K-Schule ist wieder ne völlig andere Baustelle als die G-Schulen, weil in BW mit dem Förderschwerpunkt KME alle Lehrpläne unterrichtet werden können (zumindest theoretisch, die Praxis ist wieder ne andere Geschichte).

LG, Finnja
Sohn 06 ,SBA seit 06 mit 100 GdB und PS II (die nicht seit 06), Mutation, mit Auswirkungen in allen möglichen Bereichen,
PS 06, AVWS, V.a. FAS(D)
PT 07, FAS mit gB, lebt inzwischen in einer Einrichtung
LT 12, so normal, wie bei uns als Eltern möglich ;-)


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