Antrag auf Schulrückstellung BaWü soll abgelehnt werden

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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BeatriceB
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Antrag auf Schulrückstellung BaWü soll abgelehnt werden

Beitragvon BeatriceB » 22.01.2019, 14:55

Hallo zusammen

unser Sohn wurde im Nov 2018 6 Jahre. Er hat eine kombinierte Entwicklungsstörung ohne Ursache. Wir Eltern organisieren seine Therapien (Ergo, Logo, therap. Reiten, Osteopath), die Frühförderung geht mittlerweile in den Kindergarten zu ihm. Er hat eine Integrationshilfe für 9 h /Woche.

Nun haben wir einen Antrag auf Schulrückstellung gestellt, im Dezember noch in der Grundschule hier abgegeben. Zu dem Antrag habe ich einen Bericht der Logo, der Ergo, der Frühförderung und einer Kinderpsych. beigefügt, die allesamt eine Rückstellung befürworten.
Heute hatten wir einen Termin bei der Rektorin der Grundschule, wir mussten noch was unterschreiben. Da hat sie uns dann auch gesagt, dass sie den Antrag ablehen wird, da er zum einen zu alt ist für eine Rückstellung (er würde ja dann 2 Monate nach Einschulung schon 8 werden, und so alt wird niemand eingeschult) und eine Rückstellung nur dann genehmigt wird, wenn klar ist, dass er in dem weiteren Jahr seinen Rückstand aufholen wird. Dies sei bei ihm nicht der Fall.

Nun möchte ich hier keine Diskussion um Rückstellung oder nicht entfachen. Mir geht es hier um die Gründe der bevorstehnden Ablehnung. Angeblich hat sich die Rektorin auch beim Schulamt rückversichert.

Ich würde gerne hier eure Meinungungen hören/lesen zu den oben genannten Ablehnungsgründen.

Vielen Dank an euch alle.
Sonnenschein *11/2012, Entwicklungsstörung global ohne weitere Diagnose + Zwerg *11/2014

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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 22.01.2019, 15:47

Mit der Situation in BaWü kenne ich mich nicht aus (ich weiß nur, dass das alles in Deutschland Ländersache ist). Aber kommt nicht eine Vorschule in Frage? In Österreich gibt es Rückstellungen gar nicht mehr, wenn ein Kind zum regulären Einschulungstermin nicht "schulreif" erachtet wird MUSS es aber eine Vorschule besuchen.

Noch ein Kindergartenjahr geht nicht - zumindest in Wien und bei städtischen Kindergärten, die dürfen gar keine Kinder nehmen, die mit dem Stichtag älter als 6 Jahre sind.

Wie schaut es bei euch aus? Ist der Plan, ihn das zusätzliche Jahr noch im Kindergarten zu belassen und ist das rechtlich überhaupt möglich?
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Chrissy1282
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Beitragvon Chrissy1282 » 22.01.2019, 15:48

Hallo Beatrice,
das Vorgehen ist leider in BaWü sehr üblich. Allerdings fehlt soweit ich gelesen haben eine Vorstellung beim Amtsarzt. Das könnte das Schulamt umstimmen und Grundschulen gibt es mehr als eine...
Wenn es dir wichtig ist kannst du das noch probieren ansonsten fängt die Schulpflicht an die in Deutschland leider für alle Kinder gilt und nur äußerst schwer zu umgehen ist - Selbst das 1. Jahr.
Nachdem ich nun schon 9 Jahre besondere Kinder im deutschen Schulsystem habe fühlt sich die Schulpflicht eher wie ein Schulzwang ohne Rücksicht auf Verluste an....

BeatriceB
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Beitragvon BeatriceB » 22.01.2019, 15:52

Chrissy1282 hat geschrieben:Hallo Beatrice,
das Vorgehen ist leider in BaWü sehr üblich. Allerdings fehlt soweit ich gelesen haben eine Vorstellung beim Amtsarzt. Das könnte das Schulamt umstimmen und Grundschulen gibt es mehr als eine...
Wenn es dir wichtig ist kannst du das noch probieren ansonsten fängt die Schulpflicht an die in Deutschland leider für alle Kinder gilt und nur äußerst schwer zu umgehen ist - Selbst das 1. Jahr.
Nachdem ich nun schon 9 Jahre besondere Kinder im deutschen Schulsystem habe fühlt sich die Schulpflicht eher wie ein Schulzwang ohne Rücksicht auf Verluste an....


Ok, wer aber "ordnet" eine Vortellung beim Amtsarzt an? Und ja, es gibt mehr wie eine Grundschule. Mir wurde aber vom Schulamt gesagt, dass ich bei der uns zuständigen (Regel)Grundschule den Antrag stellen soll. Das habe ich getan.

Ich habe das Internet nun ein wenig durchforstet und rein gar nichts gefunden, dass man "in dem Alter" nicht zurückstellen darf. Ich fand die Aussage einfach seltsam heute..... Und ich fühle mich wieder in einer Hinhaltetaktik..... alles schön in die Länge ziehen. Aber das habe ich schon häufiger gelesen, dass das viele machen.
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Beitragvon BeatriceB » 22.01.2019, 15:54

Lisaneu hat geschrieben:Mit der Situation in BaWü kenne ich mich nicht aus (ich weiß nur, dass das alles in Deutschland Ländersache ist). Aber kommt nicht eine Vorschule in Frage? In Österreich gibt es Rückstellungen gar nicht mehr, wenn ein Kind zum regulären Einschulungstermin nicht "schulreif" erachtet wird MUSS es aber eine Vorschule besuchen.

Noch ein Kindergartenjahr geht nicht - zumindest in Wien und bei städtischen Kindergärten, die dürfen gar keine Kinder nehmen, die mit dem Stichtag älter als 6 Jahre sind.

Wie schaut es bei euch aus? Ist der Plan, ihn das zusätzliche Jahr noch im Kindergarten zu belassen und ist das rechtlich überhaupt möglich?


Möglich laut Schulgesetz ist es schon. Aber in allen Bundesländern anders geregelt.
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Beitragvon finnja » 22.01.2019, 16:14

Hallo Beatrice,

die Frage, die sich stellt, ist was in diesem Rückstellungsjahr erreicht werden soll; in der Regel ist das die Grundschulreife...

Ein Kind, bei dem der sonderpädagogische Förderbedarf klar zu erwarten ist, wird nur aus ganz trifftigen Gründen zurückgestellt, bei uns waren dies gesundheitliche (Kind wurde im Rückstellungsjahr operiert, hätte viele Fehlzeiten gehabt, war auch ganz nah am Stichtag).

Manchmal ist es auch sinnvoll, ein Kind zurückzustellen bzw in den Grundschulförderklassen nach dem genauen sonderpädagogischen Förderbedarf zu schauen (gerade bei Grenzgängern).

Was musstet ihr denn unterschreiben? Den Antrag auf Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs?

Leider ist es so, dass zwar sehr viel auf den Elternwillen gehört wird, er aber nicht verpflichtend ist, die örtliche Grundschule entscheidet über Rückstellung oder nicht, ihr müsst sie überzeugen, warum das für euer Kind und die Schule besser ist.

Habt ihr einen Plan b? Könnt ihr im Kindi bleiben? Was sagt denn die Frühförderung bzw die Stelle, die die Integration im Kindi fachlich betreut? In der Regel hat deren Aussage Gewicht, da sie auch beim Amt angesiedelt sind (auch je nach Region, in unserem Kreis gibt solche und solche).

Was waren denn die Gründe, die für die Rückstellung sprechen (die sind maßgeblich)?

Wie ist denn generell Euer Plan?

Ich kenne viele Kinder, die mit FS (Förderschwerpunkt) Sprache rückgestellt wurden, einige mit L und KB, Regelschüler sowieso, aber kein einziges GE-Kind... reine E-Kinder kenne ich so keine...

LG, Finnja
Sohn 06 ,SBA seit 06 mit 100 GdB und PS II (die nicht seit 06), Mutation, mit Auswirkungen in allen möglichen Bereichen,
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Beitragvon finnja » 22.01.2019, 16:19

Hi,
BeatriceB hat geschrieben:
Möglich laut Schulgesetz ist es schon. Aber in allen Bundesländern anders geregelt.


Ja, im Schulgesetz steht können, nicht sollen... Das ist die Krux daran...
Das Gute ist, es steht nicht drin, dass Grundschulreife erreicht werden MUSS, aber halt leider auch nicht, das Kinder zurückgestellt werden sollen....

:cry:

Ihr werdet ums Überzeugen nicht rumkommen.
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Beitragvon HeikeLeo » 22.01.2019, 16:35

BeatriceB hat geschrieben: Und ich fühle mich wieder in einer Hinhaltetaktik

Könnt Ihr nicht auch so zurückspielen? Eventuell einen Schulplatz in einer Privatschule beantragen und dann zur Einschulung ist der plötzlich besetzt oder so? Nur so eine Idee? Und manche Waldorfschulen führen ähnlich weiter wie Kindergarten....

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon Engrid » 22.01.2019, 16:45

Hallo,

hier Bayern, aber ähnlich.
da er zum einen zu alt ist für eine Rückstellung (er würde ja dann 2 Monate nach Einschulung schon 8 werden, und so alt wird niemand eingeschult) und eine Rückstellung nur dann genehmigt wird, wenn klar ist, dass er in dem weiteren Jahr seinen Rückstand aufholen wird.
Junior war bei seiner Einschulung nach Rückstellung 7 Jahre und 8 Monate. Wesentlich für die - auch in Bayern schwierig durchzusetzende - Rückstellung war eine Stellungnahme des HPK, welche konkrete Förderung in dem einen Jahr noch passieren wird, und welche schulreiferelevanten Fortschritte entsprechend noch zu erwarten sind. Dass er seinen KOMPLETTEN Rückstand zu Gleichaltrigen aufholt, war niemals zu erwarten. Die engagierte und gewiefte Leitung des HPK hat versichert, sie rufe bei besonders uneinsichtigen Schulleitern schon auch mal im Ministerium an, gewöhnlich mit Erfolg.
Bei uns hat aber die Stellungnahme gereicht.

Grüße
Engrid
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Chrissy1282
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Beitragvon Chrissy1282 » 22.01.2019, 16:51

zum Thema wer ordnet den Amtsarzt an...
das ist tatsächlich im jedem Landkreis anders. Aber du kannst dich in jedem Fall selbst dort melden und die müssen dir das Prozedere erklären.
ich würde parallel einen Schulplatz in einer Nischenschule suchen (Privat, Walldorf,ect)
denn das du mit der Rückstellung durchkommst ist nicht sehr wahrscheinlich aber vielleicht kannst du einen Platz in einer Grundschulförderklasse oder eben einer speziellen Schule bekommen der den harten Einstieg erstmal abfedert.


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