Übergang Schule Beruf

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Filiz2004
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Übergang Schule Beruf

Beitragvon Filiz2004 » 22.01.2019, 12:30

Hallo zusammen,
meine Tochter ist als Frühchen auf die Welt gekommen (720g) und das Gehirn hat sich nicht so entwickelt, wie es sollte. Die Herausforderungen, vor die man gestellt wird, werden viele kennen.
Nun ist meine Tochter 14 Jahre alt, besucht die 8. Klasse einer Regelschule und wird in Teilen sogar zielgleich unterrichtet. Das ändern nichts daran, dass sie alleine nicht zurecht kommt. Sie hat leider gar keinen Orientierungssinn, kann ihren Alltag nicht organisieren und Zahlen sind noch immer ein Mysterium.
Gespräche mit verschiedenen Personen, wie es weitergehen soll, enden immer in einer Werkstatt für angepasste Arbeit. Das will ich auch gar nicht ausschließen. Ich frage mich nur, ob es nicht noch andere Alternativen gibt. Grund hierfür ist, dass meine Tochter eine Heidenangst vor Menschen mit Mehrfachbehinderungen hat, besonders, wenn diese nicht sprechen können. Das war schon immer so, und bis heute hat sie es nicht abgelegt, obwohl sie damit immer wieder konfrontiert wird.
Wir leben in NRW und eigentlich sollte 2018 KAoA-Star eingeführt werden. Bis heute ist nix passiert... Davon hatte ich mir auch eine ungefähre Marschrichtung erhofft.
Wie sind Eure Erfahrungen mit dem Übergang Schule-Beruf? Kennt jemand Ausbildungsbetriebe im Raum Düsseldorf/Neuss, die Jugendliche mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung aufnehmen? Oder wer hat gute Erfahrungen mit Werkstätten für angepasste Arbeit gemacht?
Ich würde mich freuen, wenn Ihr mich ein wenig mit Input versorgen könntet. Wir sind mit meiner Tochter so weit gekommen, und sie ist ein glückliches Kind. Ich würde mir wünschen, dass das auch in ihrem zukünftigen Berufsleben so bleibt.
LG
Filiz

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Iris15
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Beitragvon Iris15 » 22.01.2019, 13:57

Hallo! Ich hab dir eine pn geschickt.
Sohn mit ideophat. generalisierter GM-Epi

r.bircher
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Beitragvon r.bircher » 22.01.2019, 14:39

Hallo Filz

Du hast nun viel über die Defizite geschrieben. Aber was sind die Stärken, was kann sie vielleicht sogar besser als Nichtbehinderte? Das ist sehr entscheidend bei der Frage nach der beruflichen Zukunft.

Gruss Raphael
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Silke H-S
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Beitragvon Silke H-S » 22.01.2019, 15:30

Hallo Filiz,
wir haben/hatten ähnliche Probleme mit unserer Tochter, vielleicht etwas weniger ausgeprägt. Sie war auch eine FG (27 SSW) und hat mittlere Reife. Nach einigem Hin- und Her macht sie jetzt ein FSJ in einem Kindergarten. Von Anfang an gefällt es ihr (hätten wir nie im Leben gedacht) und sie bekommt gute Bestätigung (was in der Schule nicht wirklich so war) und möchte in dem Bereich auch ihre Ausbildung machen. Langer Rede, kurzer Sinn; vielleicht gebt ihr Eurer Tochter noch etwas Zeit und lasst sie FSJ o.ä. machen, einfach um auch ihr Selbstbewußtsein, Selbständigkeit zu stärken und andere Frühchentypische Probleme indirekt anzugehen.
Alles Gute
Silke

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Beitragvon IlonaN » 23.01.2019, 08:24

Hallo Filiz2004,
ich kann deine Sorgen gut verstehen habe selbst ein Kind(bald 26 :D ) mit der ich auch mal vor dieser Entscheidung stand. Deine Tochter wird bald mit Schulpraktika beginnen, das ist die Chance sie schon mal in Firmen reinschnuppern zu lassen. Meine hat damals in Kindertagesstätten und Blumenläden ihr Praktikum gemacht. Im Endeffekt ist es zwar doch die WfbM geworden, aber sie ist glücklich dort.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

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Jakob05
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Beitragvon Jakob05 » 23.01.2019, 10:57

Praktika sind nun das A und O. Sie kann auch selbstorganisierte Praktika zusätzlich machen. Einfach mal im Bekanntenkreis herumfragen und alles ausprobieren. Man wird NIE dümmer davon und Spass macht es meist auch. Meine (gesunde) Tochter hat dies auch gemacht und nie bereut. JEDER Berufswunsch wurde von mir mit einem Praktikum (manchmal nur wenige Tage) erlebbar gemacht. Von Kindergarten über Rechtsanwaltsgehilfin bis zur Arzthelferin entpuppte sich alles als gar nicht so toll wie erwartet und konnte abgehakt werden. Es macht schon glücklich, dass man nach einem Praktikum sicher sein kann, nichts versäumt zu haben. Letztlich wurde es ein technischer Beruf, was sie - entgegen meiner Empfehlung - IMMER abgelehnt hat "Da sind ja nur Jungs!". Nach den Praktikas in den Mädchenberufen, wurde sie "unter Männern" richtig glücklich !!! Mütter kennen Ihre Kinder doch manchmal. :lol: :lol: :lol:
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

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Beitragvon Sanne1411 » 23.01.2019, 13:51

Hallo, wende Dich mal an den örtlichen IFD (Integrationsfachdienst) und lass Dich dort beraten. Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, Dein Kind auf dem Weg auf den ersten Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Wenn Du dort nicht "weiterkommst" ruf bei der Koordinierungsstelle Star des LVR an, da wirst Du bestimmt über die Möglichkeiten informiert. Dein Kind kann auf jeden Fall an KaoA Star teilnehmen, das ist schulbegleitend und wird vom Integrationsfachdienst (zusätzlich) intensiv begleitet.
Wenn noch Fragen sind, gerne. Kenne mich auf dem Gebiet aus...

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Beitragvon Iris15 » 23.01.2019, 14:19

Hallo liebe Sanne1411,

worauf stützt Du Deine Aussage, dass die Tochter auf jeden Fall an KAoA teilnehmen kann?

VG
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Sanne1411
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Beitragvon Sanne1411 » 23.01.2019, 14:27

Hallo, weil sie nach der Schule in eine WfbM einmünden soll und das Programm Star zielt u.a. darauf ab, Alternativen zur WfbM zu finden (Werkstattalternative).

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Iris15
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Beitragvon Iris15 » 23.01.2019, 14:55

Ah, ok - ist KAoA-Star etwas anders als das "normale" KAoA? Ich google mal.
Sohn mit ideophat. generalisierter GM-Epi


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