HAWIK

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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rena99
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Beitragvon rena99 » 21.01.2019, 12:58

Hallo,

schaust du hier:
https://www.amazon.de/s/?ie=UTF8&keywor ... mmxlu1f3_e

oder hier:
https://www.finken.de/logico.html

und die klassischen PC-Spiele:
http://lernspiele.org/lernspiele-fuer-pc.html

Dass es nicht sinnvoll ist, mit IQ-Material zu arbeiten (von den Kosten mal ganz abgesehen), haben ja schon einige erläutert.

Wobei man solches Material, wie ich es verlinkt habe, eher mal zwischendurch einsetzen sollte (also wenn es regnet oder man selber gerade keine Zeit hat). Besser ist es, die Erfahrungen im gewohnten Alltag machen zu lassen (beim Kochen, waschen, einkaufen, was auch immer). Dann wird das Wissen auch passend vernetzt.

LG
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Ainslie2009
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Beitragvon Ainslie2009 » 21.01.2019, 14:54

Ich bin kein Freund von dem HAWIK-Test. Er berücksichtigt in keinster Weise wenn das Kind Wahrnehmungsstörungen hat. Ainslie z.B. hat eine AVWS und versteht die Aufgabenerklärungen nicht. Wurde nicht berücksichtigt. Da brauche ich mich über einen IQ von 74 nicht wundern.

Nächstes Jahr werde ich darauf bestehen, dass es berücksichtigt wird.
Arlett 8/78 starke Störung der Grob- und Feinmotorik, Sehstörung (GdB 50) mit Marc Fabian 7/07 ADHS, GdB 50, PG 3 und Ainslie Lucy 5/09 Kombinierte Entwicklungsstörung, ADHS, Atypischer Autismus, AVWS, Sprachentwicklungsstörung, Epilespie, GdB 60 mit Mz. H, B, PG 3

rena99
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Beitragvon rena99 » 21.01.2019, 15:19

Ainslie2009 hat geschrieben:ch bin kein Freund von dem HAWIK-Test.


Der HAWIK (oder WISC, wie er jetzt im Schulalter heißt) ist an und für sich ein guter und auch gut differenzierender IQ-Test. Das Problem ist nicht der Test, sondern die Psychologen, die ihn nicht korrekt anwenden. Für ein Kind mit AVWS sollten man ihn erst überhaupt nicht einsetzen. Da gibt es ganz andere Möglichkeiten.

Ich wundere mich schon seit Jahren, wie manchmal mit solchen Tests umgegangen wird, gerade von Profis. Aber am Test selbst liegt es nicht. Gerade der HAWIK (WISC) gibt einem eine Menge Ensichten, wenn er denn für das Kind geeignet und korrekt durchgeführt wird.

Aber das ist ja hier gar nicht das Hauptthema.

LG
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Marielouisa
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Beitragvon Marielouisa » 21.01.2019, 19:54

Hallo,

vielleicht zur Erklärung einmal die Sicht einer Sonderpädagogin: Wir haben oft nur wenige Tests zur Hand, da sie sehr teuer sind und das Schulbudget nicht besonders hoch ist. Da kann man den Test leider nicht immer an das Kind anpassen. Dass das Ergebnis dann nicht passt, wissen die KollegInnen auch und sind dementsprechend frustriert. Auf einer frischen Fortbildung war das gerade ein ganz großes Thema...

Liebe Grüße
Rehabilitations- und Integrationslehrerin (Förderpädagogin)

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 21.01.2019, 20:23

Marielouisa hat geschrieben:Hallo,

vielleicht zur Erklärung einmal die Sicht einer Sonderpädagogin: Wir haben oft nur wenige Tests zur Hand, da sie sehr teuer sind und das Schulbudget nicht besonders hoch ist. Da kann man den Test leider nicht immer an das Kind anpassen. Dass das Ergebnis dann nicht passt, wissen die KollegInnen auch und sind dementsprechend frustriert. Auf einer frischen Fortbildung war das gerade ein ganz großes Thema...

Liebe Grüße


Hallo!

Wozu wird der Test dann überhaupt durchgeführt, wenn man vorher weiß, dass er nicht passt und somit überhaupt keine Rückschlüsse zulässt?

Bei meinem Kind wurde z.B. der SON-R durchgeführt, bekanntlich nonverbal und dafür stark visuell/visuomotorisch.
Mein Kind hat eine visuelle Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung, entsprechend das Ergebnis. Das hätte man genauso gut lassen können.

Der Bericht ging mit IQ-Wert an den Kinderarzt, obwohl wir ausdrücklich gesagt haben, dass wir das nicht möchten. Jetzt steht der IQ in jedem Bericht, obwohl er nicht stimmt.

Mich ärgert sowas maßlos, ganz ehrlich!

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Anne_mit_2 » 21.01.2019, 20:39

Hallo Marielouisa,

aus meiner zweifachen Sicht als Mutter und als Dozentin in der Lehrerbildung ist Deine Erklärung zwar nachvollziehbar. ABER dann erwarte ich die Größe von der sonderpädagogischen Lehrkraft, dass sie vor dem Test zumindest hinreichend verständigen und engagierten Eltern klar kommuniziert, dass es besser für das Kind wäre, wenn eine externe Testung mit einem geeigneteren Test vorläge, als wenn mit dem für den Fall ungeeigneten Standardtest in der Schule getestet würde.

Diese Botschaft habe ich bzgl. meiner Großen vor 15 Jahren erhalten und danach gehandelt. Es war sehr gut für meine Tochter, dass sie den IQ-Test bei einem KJP in Ruhe, am nicht zu frühen Vormittag und ausserhalb der Schule machen durfte. Sie hatte viel Spass dabei und empfand es in keinster Weise als Test, sondern als netten Vormittag mit Spielen und Rätseln. Es konnte auch Rücksicht darauf genommen werden, dass sie wegen ihrer orthopädischen Probleme nicht so lange in einer Position sitzen konnte und daher immer wieder auch Teile im Stehen absolvieren durfte. (Die Lehrerin in der Schule mißverstand dieses Aufstehen übrigens trotz eines ärztlichen Schreibens und mehrfacher Erklärung fast 1 Jahr lang als Provokation und unerlaubtes Verlassen des Unterrichts.)

Das Testergebnis meiner Tochter war dann so, dass (wie von Eltern und KiGa erwartet) am Regellehrplan nicht zu deuteln war und allen klar war, dass nur die körperlichen Probleme, die damals noch viel dominanter waren als heute, umschifft werden müssen.

Viele Grüße,
Anne

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 21.01.2019, 20:55

Hallo nochmal,

Also bei den "Lernspielzwerge"-Blocks bekommt man so einiges an "Rätseln" geboten, wofür man woanders (wenn Fördermaterial draufsteht) das doppelte oder dreifache zahlt. Ansonsten kannst Du vielleicht mal noch auf der Website des Persen-Verlags gucken. Da gibt es eine ganze Menge Auswahl an Fördermaterial für die visuelle Visuelle Wahrnehmung etc.

Bei den Fragen zum Allgemeinwissen tut es vielleicht auch ein Quizspiel wie dieses hier: https://www.amazon.de/Clementoni-69808- ... 263&sr=8-5
Viele Grüße
Tanja
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Beitragvon Ainslie2009 » 21.01.2019, 21:11

Anne_mit_2 hat geschrieben:Hallo Marielouisa,

aus meiner zweifachen Sicht als Mutter und als Dozentin in der Lehrerbildung ist Deine Erklärung zwar nachvollziehbar. ABER dann erwarte ich die Größe von der sonderpädagogischen Lehrkraft, dass sie vor dem Test zumindest hinreichend verständigen und engagierten Eltern klar kommuniziert, dass es besser für das Kind wäre, wenn eine externe Testung mit einem geeigneteren Test vorläge, als wenn mit dem für den Fall ungeeigneten Standardtest in der Schule getestet würde.

Diese Botschaft habe ich bzgl. meiner Großen vor 15 Jahren erhalten und danach gehandelt. Es war sehr gut für meine Tochter, dass sie den IQ-Test bei einem KJP in Ruhe, am nicht zu frühen Vormittag und ausserhalb der Schule machen durfte. Sie hatte viel Spass dabei und empfand es in keinster Weise als Test, sondern als netten Vormittag mit Spielen und Rätseln. Es konnte auch Rücksicht darauf genommen werden, dass sie wegen ihrer orthopädischen Probleme nicht so lange in einer Position sitzen konnte und daher immer wieder auch Teile im Stehen absolvieren durfte. (Die Lehrerin in der Schule mißverstand dieses Aufstehen übrigens trotz eines ärztlichen Schreibens und mehrfacher Erklärung fast 1 Jahr lang als Provokation und unerlaubtes Verlassen des Unterrichts.)

Das Testergebnis meiner Tochter war dann so, dass (wie von Eltern und KiGa erwartet) am Regellehrplan nicht zu deuteln war und allen klar war, dass nur die körperlichen Probleme, die damals noch viel dominanter waren als heute, umschifft werden müssen.

Viele Grüße,
Anne


Also wir haben den HAWIK im SPZ machen lassen. Den Son-R haben wir auch schon machen lassen (da war Ainslie 6 Jahre alt und im Kindergarten, jetzt ist sie 9). Da hat sie noch schlechter abgeschnitten (72). Ainslie hat ne verbale Dyspraxie und ne AVWS und ich dachte, der nonverbale ist besser, aber ich irrte. Der Test wurde im SPZ von einer Sozialpädagogin gemacht, die Dyspraxie wurde berücksichtigt, die AVWS (da erst im November 2018 diagnostiziert, der letzte Test war im Februar 2018) wurde nicht berücksichtigt.

Wir sind uns aber alle einig, dass Ainslie nicht nur einen IQ von 74 hat, sondern wesentlich höher wenn man die Wahrnehmungsstörung und die Dyspraxie berücksichtigt. Aber jetzt steht es halt überall bis hin im Förderplan in der Schule. Und das ist das was mich stört.

Ach so im visuellen Bereich hat Ainslie einen IQ von 100.
Arlett 8/78 starke Störung der Grob- und Feinmotorik, Sehstörung (GdB 50) mit Marc Fabian 7/07 ADHS, GdB 50, PG 3 und Ainslie Lucy 5/09 Kombinierte Entwicklungsstörung, ADHS, Atypischer Autismus, AVWS, Sprachentwicklungsstörung, Epilespie, GdB 60 mit Mz. H, B, PG 3

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Beitragvon Marielouisa » 30.01.2019, 07:02

Hallo,

entschuldigt bitte meine späte Antwort, ich war privat wie beruflich sehr eingespannt.

Warum machen wir die IQ- Tests überhaupt? -> weil sie, zumindest in unserer Stadt, verlangt werden, sonst wird der Antrag auf Feststellung des Förderbedarfs Lernen direkt abgewiesen. Uns macht es auch keinen Spaß, wenn wir sehen, dass das Kind aufgrund individueller Schwierigkeiten mit einem niedrigeren Wert abschneidet, als wir es für realistisch halten.

Und damit sind wir beim zweiten Punkt: Allen Sonderpädagogen, die ich in meiner bisherigen Laufbahn kennengelernt habe. ist es wichtig, das Kind vor allen Beteiligten möglichst umfassend und fair darzustellen. Dazu gehören Eltern, Ärzte, SPZ usw. Schwarze Schafe gibt es natürlich immer. Ich habe das große Glück, an einer sehr gut ausgestatteten und engagierten Schule zu arbeiten. Leider gibt es auch oft Eltern, die davon überzeugt sind, dass ihr Kind keinen Förderbedarf Lernen hat und einen entsprechenden Antrag komplett abblocken. In solchen Fällen ist es manchmal hilfreich, einen in der Schule durchgeführten IQ-Test vorzeigen zu können, um den Hilfebedarf zu verdeutlichen. Der entsprechende Testwert wird jedoch offiziell nicht verwendet.

Liebe Grüße,
Marielouisa
Rehabilitations- und Integrationslehrerin (Förderpädagogin)

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 30.01.2019, 07:47

Marielouisa hat geschrieben:Hallo,

entschuldigt bitte meine späte Antwort, ich war privat wie beruflich sehr eingespannt.

Warum machen wir die IQ- Tests überhaupt? -> weil sie, zumindest in unserer Stadt, verlangt werden, sonst wird der Antrag auf Feststellung des Förderbedarfs Lernen direkt abgewiesen. Uns macht es auch keinen Spaß, wenn wir sehen, dass das Kind aufgrund individueller Schwierigkeiten mit einem niedrigeren Wert abschneidet, als wir es für realistisch halten.

Und damit sind wir beim zweiten Punkt: Allen Sonderpädagogen, die ich in meiner bisherigen Laufbahn kennengelernt habe. ist es wichtig, das Kind vor allen Beteiligten möglichst umfassend und fair darzustellen. Dazu gehören Eltern, Ärzte, SPZ usw. Schwarze Schafe gibt es natürlich immer. Ich habe das große Glück, an einer sehr gut ausgestatteten und engagierten Schule zu arbeiten. Leider gibt es auch oft Eltern, die davon überzeugt sind, dass ihr Kind keinen Förderbedarf Lernen hat und einen entsprechenden Antrag komplett abblocken. In solchen Fällen ist es manchmal hilfreich, einen in der Schule durchgeführten IQ-Test vorzeigen zu können, um den Hilfebedarf zu verdeutlichen. Der entsprechende Testwert wird jedoch offiziell nicht verwendet.

Liebe Grüße,
Marielouisa


Hallo!

Dass ein IQ Test verlangt wird, wenn Förderbedarf Lernen festgestellt werden soll, ist glaube jedem klar.

Aber was sagt so ein Test aus, wenn er nicht zum Kind passt und somit nicht barrierefrei ist?
Ihr haltet den Eltern das Testergebnis vor die Nase, um ihnen zu „beweisen“, dass ihr Kind Förderbedarf Lernen hat, obwohl ihr wisst, dass es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit falsch negativ ist!
Wie viel falsch negativ, könnt auch ihr doch gar nicht beurteilen. Zwischen Förderbedarf Lernen Untergrenze und Normal-IQ liegen ja ohnehin nur 15 Punkte. Je nach gewähltem Test schwanken die Ergebnisse beim gleichen Kind teilweise um 20 Punkte und mehr...

Der einzig richtige Weg ist in meinen Augen, den Eltern den IQ Test in der Schule anzubieten, ihnen aber auch zu sagen, dass er für ihr Kind nicht der richtige, weil nicht barrierefrei, ist.
Dann kann man Alternativen aufzeigen, wo ein anderer, besser passender Test, durchgeführt werden kann.
Lehnen die Eltern dies ab, bin ich der Meinung, dass ihr das hinnehmen und das Beste draus machen müsst.

Dieses „gegen die Eltern“ arbeiten, finde ich unmöglich. Es wird dann ja gerne argumentiert, dass es das Beste für das Kind ist. Tatsächlich geht es doch nur um Ressourcen, um sonderpädagogische Stunden, darum, Inklusionskinder zu schaffen, die eigentlich keine sind.
Denn wenn wir ganz ehrlich sind, bringen diese 1-2 Förderstunden pro Woche für das Kind überhaupt nichts. Mit dem Förderschwerpunkt L hat es aber lebenslang einen Stempel.

Macht ihr den Test hinter dem Rücken der Eltern, werden sie unter Druck gesetzt oder stimmen sie dem freiwillig zu, obwohl sie dem Antrag auf Feststellung des Förderbedarfs nicht mal zustimmen wollen, weil sie selbst keinen Förderbedarf sehen?

Und da wundert man sich, warum Eltern kein Vertrauen mehr zur Schule haben!

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral


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