Die Blicke der anderen....

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Senem
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Beitragvon Senem » 20.01.2019, 17:14

Andrea5 hat geschrieben:
einziges Mal, als mein Jüngster im Supermarkt mal wieder so laut war und neben einer Kinderkarre mit schlafenden Kleinkind seine Geräusche machte, wurde er gleich von zwei Männer fast bedroht und wollten ihn beinahe ans Leder. Da ging ich dazwischen und fragte die beiden ob hier noch geht und denen erzählt, dass mein Kind eine Schwerbehinderung hatte



Wie haben denn die Männer anschließend reagiert, Andrea?
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Andrea5
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Beitragvon Andrea5 » 20.01.2019, 17:33

Senem hat geschrieben:
Wie haben denn die Männer anschließend reagiert, Andrea?


Hallo Senem,

die sagten nur, ist ja gut ist ja gut und trollten sich. Entschuldigung nein.
Für mich sind das Pflosten

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS
/Ben 01/04 KISS(KIDD)2 Jahre blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis
"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)

Annemaries Mama
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Beitragvon Annemaries Mama » 20.01.2019, 17:39

Hallo Luisa,

komische Blicke kenne ich auch, vor allem, wenn wir im "Kommandoton" mit unserer Großen sprechen, weil sie nicht auf normale Ansprache reagiert. Die ignoriere ich. Kommentare gab es bisher nicht von Fremden. Nervig finde ich eher, dass meine Eltern immer meinen, dass sich das schon verwächst. Als würden wir übertreiben. Ich habe es um meiner Nerven Willen aufgegeben, sie aufklären zu wollen. Nützt ja eh nix.
LG Kerstin

mit Annemarie *2011 (ADS) und Konrad *2015

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Beitragvon FranziF » 20.01.2019, 18:37

Hey,
ein gewisser Sarkasmus hilft... auch die Leute direkt ansprechen.
zB wenn ich in Bus einsteige, ausm Rolli raus und jmd lästert "die kann
ja gehen, dann soll sie auch keinen RS benutzen" die Antwort
"oh verdammt, jetzt hab ich doch glatt vergessen, dass ich meine
Beine nicht bewegen kann!"
Oder wenn dir ein ganz toller Tipp gegeben wird ganz schockiert,
sarkastisch ... oh!... echt?... krass!... das wusssst ich ja noch garnicht
irgendwann merken sie, dass sie verarscht werden und haun ab...
Wenn jmd nur helfen will, versuch ich natürlich auch nett zu sein,
da kommt dann meistens "alles gut, danke!" oder "weiß ich, danke!"
auch da kann man nen Tonfall wählen, der keine weiteren Worte duldet...
Bei Fremden geht das alles ganz gut, schwieriger find ich familienangehörige
die mir den 348. Link zu irgendner Wundertherapie schicken... da bedanke
ich mich anfangs noch (ohne weiter drauf einzugehen), irgendwann erklär ich,
warum das nicht funktionieren kann (nein, wenn mein körper nichts mitm
Kollagen anfangen kann, hilfts auch nichts wenn ich davon 1kg pro Tag fress)
und irgendwann raste ich dann doch aus, auch wenns meistens nichts bringt.
Ich versuch zwar im Hinterkopf zu behalten, dass die nur helfen wollen aber
iwann wirds schwierig.
Viel Erfolg beim Finden deiner Methode.
Liebe Grüße
Ich (1996)
Ehlers Danlos Syndrom, Myasthenia Gravis (IIb), Allergien & UV, versch. Augenerkrankungen, Hashimoto, AVWS
siehe meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic120256.html

Tina&Andi
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Beitragvon Tina&Andi » 20.01.2019, 18:40

Hallo,

uns schauen auch immer an.

Gerade weil Andreas noch ein Sprachbehinderung hat, ist es oft noch schlimmer.

Letzte Jahr waren paar Freundinnen und ich in ein Cafe das sind wir rausgeflogen.
Das fande ich schlimm, aber dann sind wir ins nächste gegangen und hatten ein schönen Mittag.

So komisches sich anhört wir haben uns daran gewöhnt.

LG
Tina
Tina : Tetraspastik, beinbetont,

Andi : Tetraspastik, armbeton, vorallem schreibfaul

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 20.01.2019, 19:06

Andrea5 hat geschrieben:
Senem hat geschrieben:
Wie haben denn die Männer anschließend reagiert, Andrea?


Hallo Senem,

die sagten nur, ist ja gut ist ja gut und trollten sich. Entschuldigung nein.
Für mich sind das Pflosten

LG Andrea


Bei mir haben sich schon einige Male Leute auch entschuldigt.

Einmal hat Alexander im Bus 2x den Aussteige-Knopf gedrückt hat, obwohl wir nicht aussteigen wollten. Eine alte Frau hat sich mit einem alten Mann lautstark über die "heutige Erziehung" ausgelassen, was ich noch ignoriert habe. Der Bus war ziemlich leer, wir sind weit vorne gesessen, und ich habe dem Busfahrer beide Male laut genug gesagt, dass es keiner aussteigen will. Die alten Leute sind dann ausgestiegen. Und als wir bei der Endstation ausgestiegen sind hat mich der Busfahren angefahren und gemeint, er habe selbst 3 Jungs, aber bei denen sei "so was" nie passiert (als wäre 2x den Aussteigeknopf drücken ein Schwerverbrechen)! Da habe ich dann die Gegenfrage gestellt ob seine Jungs denn auch gehörlos und autistisch wären. Da hat er mal blöd geschaut, gemeint, das hätte er nicht gewusst und sich entschuldigt. Er hat sogar noch irgendwas von "Meine Hochachtung!" gesagt (was ich wieder übertrieben fand, aber bitte!).

Das andere Mal war Alexander aus dem Klo in der Schnellbahn nicht rauszukriegen. Da ohnehin gerade niemand aufs Klo musste habe ich nur aufgepasst, dass er die Tür nicht von innen zusperrt (und ich ihn nicht rauskriege, wenn wir aussteigen müssen). Alexander hat im Klo rumgespielt (nichts verdreckt) und dann kam natürlich die Meldung eines anderen Fahrgastes, dass das kein Spielplatz sei. Der Typ hat nicht mal mitbekommen, dass ich meinem Sohn einige Male gebärdet habe, er solle rauskommen (was er beflissentlich ignoriert hat). Ich fragte den Mann, ob er denn aufs Klo müsse, was er verneinte. Also habe ich nichts weiter gemacht, da fing der nochmal an, was das denn für eine Erziehung sein, usw. Da habe ich dann gemeint, wenn er Gebärdensprache beherrscht und Blickkontakt herstellen kann, dann solle er meinem Sohn doch selbst sagen, dass er rauskommen soll. Da kam dann auch erst mal ein blödes Gesicht und dann - siehe da! - eine Enschuldigung.

Beim letzten Meltdown in einer U-Bahn-Station gab es zwar keine blöden Kommentare aber doch einige Male empörtes Kopfschütteln. Als wüsste ich nichts besseres als bei Minusgraden 45min in einer eiskalten U-Bahn-Station darauf zu achten, dass mein Sohn weder sich noch andere ernsthaft verletzt! Aber immerhin haben mich in derselben Zeit auch insgesamt 3 Personen gefragt, ob bzw. wie sie uns helfen können :) .

Generell erwarten viele Leute, dass man mit einem "schlimmen" Kind schimpft. Aber ich schimpfe doch nicht nur aus Show-Gründen für das Puplikum mit einem Kind, das mich ohnehin nicht hört!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Sandra73
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Beitragvon Sandra73 » 20.01.2019, 19:15

Meinem Sohn sieht man seine Behinderung nicht an und es gab im Laufe der Jahre häufig Kommentare von außen. Ich habe in meinen Reaktionen stets das Wort behindert benutzt. Die schamfilen Blicke, die Selbstvorwürfe, die die anderen sich dann machen, entschädigen mich für vieles. Mein Sohn hat schon sehr früh ganz von alleine hervorragend reagiert, wenn ihn jemand angestarrt hat. Er hat lauthals ( leise geht bei ihm nicht :D ) zu mir gesagt, : Mama, der Mann/die Frau da starrt so doof. :D :D
PS, *99, Gb,ADHS, seit 2017 Diagnose frühkindlicher Autismus,Epilepsie
PT, *02, PTBS

Lena_K
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Beitragvon Lena_K » 20.01.2019, 21:02

Uns ist das gsd in 4 1/2 Jahren noch nicht oft passiert. Vielleicht weil ich auch genug zu tun habe mit der Rasselbande- evtl blende ich es stumpf aus. Einmal in der Stadt ist mein Mann mit Kind im Rolli vorgelaufen und ich mit anderem Kind ein Stück hinterher...da war dann eine Gruppe Geschäftsmänner im Anzug die just in dem Moment meinten...wie schlimm das das Kind so jung im RS sitzt...da war ich geplättet...weil es für uns so normal ist...aber natürlich haben sie ja recht.
Und das andere mal- und da war ich platt und sprachlos- spricht eine besonders hippe Mutti meinen Sohn vorm Kiga an mit den Worten...die katalina wollte fragen warum du im Rolli sitzt die kennt das gar nicht und dachte nur alte Männer sitzen im Rolli....aahh ja wenn die Katalina das wissen will soll sie doch fragen...aber das ist mir leider zu spät eingefallen...mist...

Grundsätzlich find ich aber das unser Umfeld eigentlich positiv reagiert- und dafür bin ich echt dankbar ♡ auch wenn's von denen hier niemand lesen wird...

Also kämpft euch durch, auch wenn's komische Blicke gibt- es lohnt sich doch am Leben Teil zu nehmen...vielleicht hilft in deinem Fall 1- 2 Spielplatzeltern mit ins Boot zu holen?
Evtl trauen sie sich ja nur nicht zu fragen...
Viele Grüße

die_ottilie
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Beitragvon die_ottilie » 20.01.2019, 22:31

Hallo...
Mein Sohn hat eine recht geringe Frustrationsschwelle, immer schon. Mit 7 Monaten wollte er krabbeln, kam aber keinen cm vorwärts (Was ja in dem Alter noch völlig normal ist, aber er sah das anders). Er hat sehr viel geschimpft und ich konnte nicht wirklich helfen. Da sagt so ne über-Mutter in der Krabbelgruppe "Boa ist der nervig, da kriegt man ja voll Kopfschmerzen. Wie hälst du den bloß den ganzen Tag aus?"

Blöde Kuh! Sowas wird es aber immer wieder geben. Ich hätte sagen sollen, dass man die defekte Lautstärke-funktion bei nem
Kind leider nicht reklamieren kann....aber schlagfertig ist man dann doch zu selten.
ergotherapeutin, selbst mit NF1 betroffen

-don't be afraid to be different-

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LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 20.01.2019, 23:44

😂
Einige Sachen sind mir zum Thema doch noch eingefallen: etwas wollte ich auch schon tun: zum Krankenhaus fahren, das Kind abgeben mit den Worten:" Ihr habt es kaputt gemacht, dann dürft ihr ihn auch behalten..."
Letztens hab ich dann doch laut er gesagt, dass das Kind nichts für sein Verhalten kann, das wäre da Medikament was er bekäme..."
Irgendwie fanden es Leute beim Einkaufen seltsam, das ein winziges Kind seine Eltern und Geschwister entwender angespuckt, gekniffen, gebissen oder unverständlich laut gebrüllt hat... und die bösen Eltern sind relativ ruhig geblieben. Was soll man auch machen- ich kann den Knirps nicht wegen Nebenwirkungen bestrafen, er wusste selbst nicht was mit ihm geschieht...
Dann war da noch eine ältere Frau, die es nicht verstanden hat, warum das Kind beim Einkaufen den ganzen Laden mit seinem "Brrrr" und "uiooo" unterhalten hat. Der Kleine liebt ein Groschengrab (Feuerwehrauto) beim REWE und klettert dort gerne hinein, während wir noch in der Kassenschlange stehen. Dass er ziemlich laut und im ganzen Laden hörbar Feuerwehr spielt ist für mich eher lustig. Die Dame wurde von der Kassiererin aufgeklärt, dass es dem Kleinen gut geht und er Spaß hat...
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt


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