Marie mit Julia (5 Jahre, unklare Diagnose)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Jody
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Marie mit Julia (5 Jahre, unklare Diagnose)

Beitragvon Jody » 17.01.2019, 20:58

Hallo zusammen!

Unser Problemkind ist unsere 5jährige Tochter. Sie ist enorm sprachverzögert- auf dem Stand einer 3jährigen. Sonst ist nichts. sie motorisch top. Das einzige ist, dass sie etwas klein ist (aber noch über der 3% Perzentile), sie schläft schlecht und ist sehr impulsiv und hibbelig. Die potentielle Diagnose geht in Richtung ADHS. Aber kann mit keinem -auch für Kinder unter 6- vorgesehenen Testverfahren bestätigt werden.Sie bekommt seit 2 Jahren Logo bislang ohne signifikanten Fortschritt und Ergotherapie- einen Unterschied sehen wir bislang nicht...Ansonsten haben wir einen Non verbalen Intelligenztest machen lassen. Unauffällig- eher Richtung höherer IQ, aber nicht hochbegabt (wie einer ihrer Geschwister). Pädaudiologische Gutachten sind ebenfalls unauffällig. Autismus ist auch ausgeschlossen. Das EEG ist ebenfalls unauffällig. Die Schwangerschaft war ohne Probleme. Ebenso die Geburt.

Das ganze war vielleicht etwas wirr. Ich bin irgendwie total verzweifelt ,weil ich nicht weiß wie es weiter gehen soll. SVE mit HPT ist der Plan. Aber ich weiß nicht wie das mit der Schule werden soll nächstes Jahr. Ich möchte ihr so gerne helfen aber ich kann nicht bzw weiß nicht wie. Wenn sie nur besser "sprechen" würde... Ansonsten "passt " alles bis auf diese Impulsivität etc., die uns wieder zu ADHS bringen.

Hat irgendjemand vielleicht eine ähnliche Symptomatik? Oder einen Rat ?denn irgendwie muss es weiter gehen und wir hängen schon so lange im Status quo fest. Keine Therapie hilft weiter momentan. Das ist sehr frustrierend für uns.

Viele liebe Grüße

Marie mit Julia

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 17.01.2019, 21:40

Hallo Marie,

wenn Logo seit zwei Jahren nichts bringt, würde ich mir schleunist eine andere Logo suchen.
Hast Du schon mal von verbaler Entwicklungsdyspraxie (VED, grade ist ein Thread dazu wieder aufgeploppt) gehört? Könnte das passen?
Oder vielleicht könnte es in diese Richtung gehen: https://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopi ... 24#2159824

Der AD(H)S-Verdacht ist ja keine Erklärung fürs Nichtsprechen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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s.till
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Beitragvon s.till » 17.01.2019, 21:54

Hallo Marie,

eine Bekannte von uns deren Tochter hatte und hat auch fürchterlichen Sprachschwierigkeiten. Es hieß immer in der Pädaudiologie das alles ok wäre. Vor einem Jahr haben sie jetzt die Diagnose auditive neuropathie bekommen. Das wäre wohl ein seltener genetisch bedingter Hörfehler, welcher mit den standart Hörtests nicht erkannt wird. Das Problem warum es erst so spät erkannt wurde war, dass die Hörfähigkeit Schwankungen unterliegt. Jetzt hat sie spezielle Hörgeräte und geht auf eine spezielle Schule mit Hör und Sprachförderung.

LG
Susanne
M *2010 Frühchen der 27SSW, Pneumothorax, Meningitis, diverse RSV Infektionen, Pneumonien, dystroph, kleinwüchsig, stimulationsbedürftige Apnoen, Asperger Autismus, Koordinationsstörung, PEG/PEJ seit 07/16 weg :D Pflegegrad 4 und SBA von 80% G,aG,B,H
B*2008 ADS

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Jakob05
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Beitragvon Jakob05 » 18.01.2019, 13:05

Hallo Marie,
so eine Situation ist immer sehr kräftezehrend, das kenne ich aus eigener Erfahrung. Vielleicht würde noch vor der Schule ein Aufenthalt in der KLinik für Hör- und Kommunikationsstörungen der Uni Mainz helfen, denn die testen über längere Zeiträume sehr intensiv und gewissenhaft.
Das 2.wäre eine Reha in der Klinik Werscherberg. die sich auf die Reha von Sprachstörungen spezialisiert hat. Bei beiden werden die Kosten normalerweise übernommen.
Seid ihr an eine Frühförderstelle angebunden oder ein SPZ ? Nur Kinderarzt und Logo finde ich in Eurem Fall etwas zu wenig. Hier muss ganzheitlicher geschaut werden.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†28.07.05,*02.08.05,37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, Rachenfehlbildung,Tracheostoma)

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Beitragvon jonasb » 18.01.2019, 13:56

Hallo,
was ist mit unterstützter Kommunikation?
Das könnte bei der Sprachentwicklung helfen.
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
Vorstellung

_Marta
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Beitragvon _Marta » 18.01.2019, 23:19

Liebe Jody,

ich geh jetzt mal davon aus, dass Hören funktioniert. Das muss - wie schon geschrieben - als erstes gewährleistet sein.

Dann kommt die Frage auf: Was genau in der Sprachentwicklung ist denn verzögert? Verständnis/Rezeption, Sprechen/Produktion oder beides?

Ist die jeweilige Entwicklung "nur" verzögert - also ganz normaler Ablauf? Ist der Ablauf dann langsamer, oder ging er bis zu einem Alter ganz normal, und stockte/verlangsamte sich dann? Oder ist die Entwicklung nicht normativ wie vorgesehen und irgendwie anders und auffällig?

Für den Punkt "Sprechentwicklung" zB fallen mir diese Fragen ein: werden Silben nicht gesprochen oder Laute verkehrt oder manche Laugte (vor allem Konsonanten) gar nicht? In dem Fall könnte man an eine Sprechapraxie denken.

Im Urlaub traf ich eine Mutter, deren Sohn eine Sprechapraxie hatte, er kam mit einem Talker gut zurecht. Das hilft aber doch eher, wenn beim betroffenen Kind das Verstehen wenig/nicht beeinträchtigt ist, es wirklich nur und die Sprachproduktion geht.

Ich weiß von dieser Mutter und von einer aus unserer Schule, dass es sehr schwierig ist, jemanden zu finden, der fundiert diagnostizieren kann. Und Sprachproduktion ist noch recht einfach zu testen und zu hören, beim Sprachverständnis muss man aber auch genau hinschauen.

Ich drücke sehr die Daumen, dass du gute Diagnostiker findest!

Gruß von Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
F90.0G, F84.1V, Entwicklungsverzögerung Feinmotorik, HB, Funktionsniveau: 3 - 4


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