Mobbing in der 1. Klasse (Adoptiertes Kind)

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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PaulaW
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Mobbing in der 1. Klasse (Adoptiertes Kind)

Beitragvon PaulaW » 17.01.2019, 20:34

Ihr Lieben,

heute schreibe ich mal stellvertretend für meine Freundin, die ein Kind adoptiert hat, das leider bereits in der ersten Klasse bereits übelst gemobbt wird.
Sieht so aus als hätte es mit seinem andersartigen Aussehen und der Tatsache dass er adoptiert ist zu tun.

Ich finde das so schrecklich ! Aber das hilft leider nicht.

Wer kann mir sagen wo es Hilfe gibt ? Vielleicht spezielle Beratung für Eltern adoptierter Kinder ? Ich könnte mir vorstellen, dass es öfter Thema ist.

Es wurde natürlich schon das Gespräch mit den Lehrern gesucht aber das ist eher unzufriedenstellend. Es wird so dargestellt als sei der "Fehler" auf der Seite des gemobbten Kindes.

Bin dankbar für jeden Tipp,
liebe Grüsse

Paula
Muskelschwäche, Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörung, Feinmotorische Probleme, Konzentration, PG3, 70% GdB, GBH

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Chantal-Marie
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Beitragvon Chantal-Marie » 17.01.2019, 20:43

Die Eltern sollen sich eine Stufe höher wenden und evtl. mit der Zeitung drohen. Rektor, Schulamt oder gleich ans Kultusminiserium. Es ist leider so dass Lehrer nicht genug Mumm haben einzugreifen sondern dem gemobbten Kind die Schuld geben. Die Eltern sollen ja nicht nachgeben und sich vertrösten lassen. Das Kind hat KEINE Schuld. Oh man da kriege ich einen Hals wenn ich sowas lese.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

die_ottilie
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Beitragvon die_ottilie » 17.01.2019, 20:49

Hallo,
Ist das Kind "anders" weil es eine Behinderung hat oder weil es aus dem Ausland kommt?

Ist es ein Mobber oder mehrere?

Sie soll auch versuchen, andere Eltern und die Elternvertreter ins Boot zu holen!

Vg
ergotherapeutin, selbst mit NF1 betroffen

-don't be afraid to be different-

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 17.01.2019, 20:52

Hallo Paula,

ich finde es immer schwer zu beurteilen, was genau vorgefallen ist, wenn man nicht dabei war.
Freunde von uns haben auch ein Kind adoptiert, das jetzt in der ersten Klasse ist. Die leiblichen Eltern sind türkischer Abstammung und das sieht man dem Kind auch an. Es ist offensichtlich, dass seine Adoptiveltern (Papa ist hellblond) nicht seine leiblichen Eltern sind. Soweit zur Vorgeschichte.

Ich kenne den Jungen ganz gut und er ist vom Verhalten selbst für Erwachsene nur schwer „aushaltbar“. Er darf bei Mama alles, hat eine riesengroße Klappe und setzt diese auch permanent ein. Er ist sehr frech und herablassend, kann sich nicht an Regeln halten und es würde mich nicht wundern, wenn er in der Schule von Mitschülern ausgegrenzt würde.
Das hätte aber weder mit seinem Aussehen, noch mit der Tatsache der Adoption zu tun, sondern einfach mit seiner Art.
Deswegen wäre ich mit solchen pauschalen Urteilen sehr vorsichtig.

Mobbing geht natürlich in keinem Fall. Wenn die Schule nichts unternimmt, würde ich mich an den Schulrat wenden.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon nataschawolle » 18.01.2019, 08:01

hi,

egal aus welchen Gründen das Kind gemobbt wird, das geht gar nicht,
adoptiert hin oder her, es gibt immer Kinder, die anecken, egal aus welchen Gründen,
eigentlich ist es Sache der Lehrkraft und der Schule, da entgegenzusteuern, gerade in der ersten Klasse muss oft viel getan werden, um eine Gemeinschaft und auch eine akzeptanz zu schaffen,
Man muss nicht jeden mögen, aber jeden respektvoll behandeln.
Einen "Fehler" seh ich nur im Verhalten der Lehrkraft.
es gibt normal in jeder Stadt oder Landkreis einen Schulsozialarbeiter oderso etwas, den könnte man auch um Rat fragen.
Erst mal die Schulleitung bitten, einzugreifen.

das gilt für alle Kinder.

Liebe Grüsse Natascha
natascha mit julia 93, gina 97 mageneingangfehlbildung mit reflux (hiatushernie) morotrische defizite, maria und anna 02, zehenfehlstellung, empfindliche lungen, maria extrem mit narbenbildung nach lungenentzündung, die 4 sind das wundervollste chaos dieser welt

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Beitragvon IlonaN » 18.01.2019, 08:11

Hallo PaulaW,
erster Anlauf nach dem Lehrer wäre der Schulleiter und Schulsozialarbeiter.
Kannten sich einige Kinder bereits aus der KITA? Ich kenne sowas von meinem heute 11 jährigen Pflegesohn. Er war 1,5 Jahre vor Einschulung erst zu uns gekommen und hatte durch seine "andere Art" es sehr schwer in der KITA. als die Schule begann war er schon abgestempelt. Es gab 3 erste Klassen und alle KITA Eltern der Gruppe wollten ihr Kind nicht mit ihm in einer Klasse haben und sind schon vor Schulbeginn der Schulleitung die Türen eingerannt. Ein GLück stießen sie dort auf taube Ohren.................., will sagen wenn so kleine Kinder ein Kind mobbingmäßig ausgrenzen, kommt das meist von den Eltern. Ich habe damals in einer Elternversammlung auch das Gespräch mit den Eltern gesucht. Es wurde nach und nach besser, er ging gerne dort zur Schule auch wenn er keine großen Freundschaften hatte.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

Senem
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Beitragvon Senem » 18.01.2019, 08:21

Hallo,

mich macht so etwas einfach nur traurig und fassungslos!! Ich wünsche dem Jungen viel Kraft und alles Liebe!!

@nataschawolle

ich Stimme dir voll, das man nicht jeden mögen muss, aber jeden respektvoll behandeln sollte!! Leider sehen das nicht alle Menschen!!
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 18.01.2019, 08:33

Hallo,

wenn Kinder geärgert und ausgegrenzt werden, wird sich oft auf die Besonderheiten gestürzt. Was in diesem Fall nun leider die Herkunft und das Aussehen ist.
Im Zusammenhang mit der Adoption würde vielleicht Aufklärung helfen. Die meisten Kinder werden sich damit noch nicht auseinandergesetzt haben und sie müssen erst lernen, dass dies nicht Schlimmes ist. Da muss aber die Lehrerin mitmachen, was sie anscheinend nicht tut. Also würde ich mich damit an Sozialarbeiter, Leitung oder schulpsychologischen Dienst wenden.
Zu dem Aussehen des Kindes wird es wahrscheinlich schwieriger. Es ist in den letzten Jahren sehr viel Intoleranz in unsere Gesellschaft eingezogen. Es wird viele Eltern geben, die ZUhause Menschen anderer Länder aburteilen. Das werden Kinder natürlich übernehmen. Wie sollen sie verstehen, dass sie etwas nicht dürfen, was Erwachsene täglich tun. In dem Punkt würde ich sehr genau schauen und notfalls eine andere Klasse suchen. Meine Erfahrung mit Mobbing (allerdings bei älteren Kindern)ist, dass eine Lösung innerhalb der Klasse schwierig ist. In der ersten Klasse kann man mit guten Willen jedoch noch gut regulieren.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB


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