Werkstatt - Länge der Arbeitszeit

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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bosko
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Werkstatt - Länge der Arbeitszeit

Beitragvon bosko » 17.01.2019, 19:45

Vielleicht gibt es dieses Thema schon, ich habe es leider nicht gefunden.

Unsere Tochter kommt im Sommer wahrscheinlich in eine WfB, macht derzeitig ein Praktikum dort.

In der Reha ist ihr sozialmedizinisch bescheinigt wurden, dass ihre Arbeitszeit zwischen 3 - 5 Stunden betragen soll, allerdings hat man sie da eher in einer begleitenden Arbeit gesehen.

Sie kommt bei 8 Stunden Arbeit ( 9,5 Stunden außer Haus) an ihre Belastungsgrenzen.
Wer stellt die mögliche Arbeitszeit fest?
Ist das eher für eine Werkstatt ein Vor- oder Nachteil, wenn jemand verkürzt käme?

Vielen Dank für eure Antwort!
Viele Grüße!
bosko

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Re: Werkstatt - Länge der Arbeitszeit

Beitragvon Senem » 17.01.2019, 19:54

Hallo Bosko,

eine Bescheinigung vom Arzt, mit einer entsprechenden Begründung, müsste reichen. Diese dann einfach in der WfbM vorlegen und dann müsste es klappen!

Ist das eher für eine Werkstatt ein Vor- oder Nachteil, wenn jemand verkürzt käme?
Ich denke schon. Denn jeder Beschäftigte bringt auch Geld ein. Wenn dein Kind nun halbe Tage arbeitet, bekommt die Werkstatt auch nur die Hälfte des Geldes! Deine Tochter übrigens auch (Lohn).

Ich arbeite selber in der Werkstatt.
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

Chantal-Marie
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Beitragvon Chantal-Marie » 17.01.2019, 20:47

Bei meinem Mädel ist ein junger Mann der nur halbtags arbeitet da er eine Histaminunverträglichkeit hat und das Kantinenessen nicht verträgt. Die Mutter hat durchgesetzt dass er um 12 Feierabend hat. Inzwischen sind es schon mehrere Arbeiter die nur noch halbtags arbeiten so dass ein eigener Bus dafür eingesetzt wird.

Wie die Mutter das geschafft hat weiß ich allerdings nicht.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

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Re: Werkstatt - Länge der Arbeitszeit

Beitragvon bosko » 17.01.2019, 21:15

Hallo Bosko,

eine Bescheinigung vom Arzt, mit einer entsprechenden Begründung, müsste reichen. Diese dann einfach in der WfbM vorlegen und dann müsste es klappen!

Ist das eher für eine Werkstatt ein Vor- oder Nachteil, wenn jemand verkürzt käme?
Ich denke schon. Denn jeder Beschäftigte bringt auch Geld ein. Wenn dein Kind nun halbe Tage arbeitet, bekommt die Werkstatt auch nur die Hälfte des Geldes! Deine Tochter übrigens auch (Lohn).


Ich arbeite selber in der Werkstatt.
Lohn wäre wahrscheinlich egal, da sie eh aufstockend Grundsicherung bekommen wird. Oder sehe ich das falsch?
Viele Grüße!
bosko

Senem
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Beitragvon Senem » 17.01.2019, 21:17

Hallo bosko,

nein, siehst du nicht. Allerdings müsstet ihr das extra beantragen.
Gruß

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anner
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Beitragvon anner » 17.01.2019, 21:33

Hallo,

da Deine Tochter zuerst in den Berufsbildungsbereich kommt und dieser Platz von der Arbeitsagentur bezahlt wird, würde ich da nachfragen.

Später ist das Sozialamt der Träger und ein ärztliches Attest zur Arbeitszeitreduzierung notwendig.
Benedict 06/99, Osteopathia striata, Z. n. Analatresie,neurogene Blasenentleerungsstörung, tracheotomiert, re. blind., Syndakt. beider Hände, Fibulaapplasie beidseits, Makrocephalie, Gaumenspalt, Skoliose, Kleinwuchs, Epilepsie u. e. mehr
Tochter A. 01/96, in der Grundschulzeit Absencen

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Re: Werkstatt - Länge der Arbeitszeit

Beitragvon isa » 03.04.2019, 13:24

Hallo,
nach langer Zeit schreibe ich hier mal wieder da dieses bzw ähnliches Thema bei uns z.Zt. auch ansteht.Mein Sohn ist weder geistig noch körperlich beeinträchtigt und körperlich mehr als fit.Er würde gern in einer Werkstatt(Bauernhof)arbeiten da er sich dort körperlich betätigen könnte.Dort arbeiten ,mit einigen Ausnahmen,im wesentlichen Menschen die geistig beeinträchtigt sind.Meinem Sohn ist es aber unmöglich morgens um 8.00Uhr anzufangen da er immense Schlafstörungen hat und er aufgrund weiterer Probleme dann morgens schon um 5.00Uhr aufstehen müsste.Ihm wurde aber mitgeteilt das es keinen anderen Arbeitsbeginn gibt.Ich kann nicht verstehen das es gerade in einer Einrichtung die die Teilhabe an der Arbeitswelt ermöglichen soll dieses nicht möglich ist.Auf dem 1.Arbeitsmarkt gibt es zig Arbeitszeitmodelle und hier nicht.Barrieren bestehen nicht nur aus Stufen und schwerer Sprache.
Er möchte jetzt eine Mail an die Werkstatt schreiben und darauf aufmerksam machen und fragen ob er nicht wenigstens ein Praktikum machen kann.Mich machen diese Einschränkungen mittlerweile wütend weil überhaupt nicht auf die besonderen Bedürfnisse von psychisch beeinträchtigten Menschen eingegangen wird . Er kann auch nicht 8 Std.täglich arbeiten ,jedenfalls im Moment nicht.Wennn er sich körperlich auspowern kann geht es ihm immer gut,von daher bestünde ja die Möglichkeit das sich das ändern würde,aber das weis man erst wenn man ihm auch die Chance dazu gibt.
Gruß
Isa
Isa u Sohn

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Re: Werkstatt - Länge der Arbeitszeit

Beitragvon Petra62 » 03.04.2019, 20:57

Hallo Isa
Das ist in der Tat ein schweres Thema. Ich würde es mal so sehen. Die Werkstatt will euch ja nicht ärgern. Es ist halt so, das den Teilnehmern ja auch eine feste Struktur geboten werden muss. Da gehört nunmal ein fester Arbeitsbeginn dazu. Er würde sicher auch vom Fahrdienst abgeholt werden, wie soll das gehen, wenn vielleicht mehrere Teilnehmer später anfangen würden. Ich kann nur aus der Erfahrung mit meinem Sohn sprechen. Er hat vor seinem Eintritt in die Werkstatt, zwei Jahre in einem Berufsbildungswerk verbracht. Auch dort gab es den festen Arbeitsbeginn sowie feste Pausenzeiten. Dadurch wurde die Selbstständigkeit gefördert, denn WENN später der erste Arbeitsmarkt angestrebt wird, muss man auch pünktlich da sein. Mein Sohn hat genau wie deiner, massive Schlafstörungen. Er kann schlecht ein und durchschlafen. Manchmal schafft er e nicht, aufzustehen, alleine schon gar nicht. Dennoch muss er um 7:30 Uhr am Bus stehen. Auch seine Arbeitszeit von 8:00 - 16:00 Uhr muss er durchstehen. Am Wochenende schläft er oft bis 12:00 Uhr, weil er so kaputt ist. Ich finde das auch nicht toll, aber was sol man machen. redet mit den Mitarbeitern der Werkstatt, vielleicht findet sich ein Weg. Ich drücke die Daumen.
Viele Grüße
Petra
Wenn jeder Tag mit einem Lächeln beginnt
ist es ein guter Tag.
Petra ( 1962 )
Sohn (1998) Asperger Autist ( Diagnose 2016 ), ADS Träumer, Scoliose, Rechtsschenkelblock, fehlender Brustmuskel.
Sohn (2002) Fit
Sohn (2004) Fit

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 04.04.2019, 07:24

Hallo Isa,

habt Ihr schon überlegt, ob es einen inklusiven Arbeitsplatz für ihn geben könnte, gefördert vom IFD, evtl auch unterstützte Beschäftigung (bin noch nicht so drin im Thema, deshalb keine Links, aber die ehemalige Userin Kirsten Jakob setzt das ja zb grade für ihren Sohn durch. Und es gibt ja viele Bauern, die gut jemanden gebrauchen können.

Das könnte man dann individuell maßschneidern.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Re: Werkstatt - Länge der Arbeitszeit

Beitragvon isa » 04.04.2019, 11:16

Hallo Engrid,
danke für deine Antwort.Mein Sohn ist selbständig und wenn er aufstehen kann auch in der Lage seinen Tag zu strukturieren.Er hat einen Bekannten der kann mit psychischen Problemen
der kann erst gegen 17.00uhr aufstehen,das ist für unsereins schwer begreiflich,aber es ist so. Mein Sohn sagt immer das es für ihn schon eine immense Leistung ist wenn er aufgestanden ist und sich fertig gemacht hat.Ebeso sagt mein Sohn,und ich finde da hat er Recht:Von jemandem im Rollstuhl verlangt niemand das er aufsteht und geht aber von ihm und anderen verlangt man Dinge die sie genauso wenig leisten können,aber man sieht die Beeinträchtigung halt nicht und daher werden die Problerme aucgh oft nicht verstanden . Immer rechtfertigen und erklären will sich natürlich auch niemand.Ich hoffe der Bauernhof gibtb ihm die Chance das er wenigstens ein Praktikum machen kann.Wenn er um 10.00 anfangen könnte würde ich ihn auch fahren.Auf dem ersten Arbeitsmarkt wird mein Sohn aufgrund diverser anderer Dinge nie arbeiten können.Leider!!Er sagt von sich selbst das er kein 0815 Mensch sei und diese ,ich sag mal "andersartigen "Menschen die in keine Norm passen ,werden in unserer Gesellschaft in der es nur darauf ankommt was man ist nichtr wer man ist ,nicht akzeptiert.
Ausgrenzungserfahrungen hat mein Sohn in der Vergangenheit ztu Genüge gehabt,und auch jetzt fühlt er sich ausgegrenzt da auch in der Werkstatt auf seine Problematik nicht eingegangen wird.
Tut mir Leid wenn ich euch jetzt zu getextet habe.Wünsche allen eine gute Zeit

Gruß
Isa
Isa u Sohn


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