ADS und sehr gutes Arbeitsgedächtnis

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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_Marta
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Beitrag von _Marta »

Hallo Angela,

ich unterschreibe bei Bika :-)
Bika hat geschrieben: Ein homogenes Hawik-Profil ist kein Ausschlußkriterium für eine ADS.
Mein Sohn hat (wie hier auch schon geschrieben) einen besonders guten Wert beim Arbeitsgedächtnis, und da ich so oft im Netz lese, das schlechte AG ist Grund für so viele Auffälligkeiten bei ADHS, dachte ich lange: Widerspricht das nicht der Diagnose ADHS?

Inzwischen habe ich eine Studie aus der Uni Bielefeld von 2012 gefunden. In der Studie geht es um die Leistungen von AD(H)S-Kindern im HAWIK-IV. Schlussfolgerungen:

"Die Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass AD(H)S mit Defiziten in der Verarbeitungsgeschwindigkeit assoziiert ist. Das Arbeitsgedächtnis scheint nur bei Vorliegen komorbider Störungen ein signifikantes Defizit darzustellen."

"Mit der fehlenden Spezifität des AD(H)S-Profils gegenüber dem Profil der klinischen Kontrollgruppe und dem Befund, dass auf Individualebene das Gruppenprofil mit Schwächen in den Indices Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit nur bei einem Teil der Kinder vorlag, wird für die klinische Praxis bestätigt, dass im Zuge der Aufmerksamkeitsdiagnostik die Profilanalyse nur zusätzliche Hinweise liefern kann. Eine Aufmerksamkeitsstörungs-Diagnose aufgrund des Intelligenztestprofils ist daher nicht zulässig."

Die gesamte Studie findest du hier:
https://www.adhspedia.de/Downloads/stud ... K_-_IV.pdf

Gruß von Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
Verschiedene Ärzte, verschiedene Diagnosen:
2018 - F90.0G, F84.1V, F82.1 (KJP)
2019 - F92.8, F82.1 (SPZ) - (hält die KJP für falsch)

Angela77
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Beitrag von Angela77 »

Halo Marta,
danke für den Link :wink: Allerdings war auch ihre Verarbeitungsgeschwindigkeit im Test sehr hoch :wink: Wobei ja auch das keine Ausschusskriterium wäre :P
Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Nadine.mit.Tino
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Beitrag von Nadine.mit.Tino »

Hallo!

Meine Tochter hat diagnostiziertes ADS und eine signifikante Stärke bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit (PR 90,9).
Das Arbeitsgedächtnis ist aber mies gewesen (PR 32).

Viele Grüße
Nadine
Unsere Familie:
Nadine (*1979) und J. (*1975)
L. (*05/2010) 34. SSW, ADS
L. (*05/2010 - 07/2010) 34. SSW, Omphalozele, Fallot-Tetralogie, Multi-Organ-Versagen nach Herz-Katheter-OP
T. (*11/2014) Infektasthma

Hermine.Rein
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Re: ADS und sehr gutes Arbeitsgedächtnis

Beitrag von Hermine.Rein »

Hallo,
ich bin gerade auf deinen Beitrag gestoßen. Bei uns ist es ganz ähnlich. Meine Tochter wurde auch getestet und es kam beim Hawik Test sowohl ein überdurchschnittliches Arbeitsgedächtnis als auch Verarbeitungsgeschwindigkeit heraus. Auch die anderen beiden Bereiche sind im oberen und überdurchschnittlichen Bereich. Also insgesamt auch ein homogenes Ergebnis. Der Aufmerksamkeitstest war aber sehr auffällig. Es ist wohl ein Grenzfall.
Auch hypotone Muskulatur kommt bei uns auch hin. Nicht ganz so ausgeprägt vielleicht aber schon erkennbar.
Wie ging es bei euch weiter? Habt ihr eine Therapie begonnen und hat es geholfen?

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Sia
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Re: ADS und sehr gutes Arbeitsgedächtnis

Beitrag von Sia »

Hallo Zusammen

Mein Sohn ist Autist und hat in der Verarbeitungsgeschwindigkeit und Auffassungsgabe eine Hochbegabung! Die Diagnose ADS wurde auch diskutiert ... wäre möglich ... ist aber hier nicht relevant. Bei uns werden keine Doppeldiagnosen ASS und ADS vergeben.
Also von daher kann ich aus Erfahrung sagen, dass es möglich ist, dass man ADS oder ASS mit einem guten Arbeitsgedächtnis / Verarbeitungsgeschwindigkeit haben kann.
Eine schöne Zeit wünscht
Sia (aus der Schweiz :wink:)
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Geh' lachend durch den Regen und du überwindest die Flut
J. 2004 MPS3a / K. 2005 hochfunktionale ASS / M. 2010 ADHS

Angela77
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Re: ADS und sehr gutes Arbeitsgedächtnis

Beitrag von Angela77 »

Hallo Hermine,
bei uns ging es gut weiter ;)
Sie hat bislang keine Medikamente und/oder ADSspezifische Therapie bekommen.
Den Straßenverkehr hat sie mittlerweile super im Griff, ebenso wie den Übergang ins Gymnasium: Ok, Arbeitsorganisation und Heftführung sind ein einziger Graus. Schriftlich ist sie durchwegs hervorragend (denn sie kann sich ja auf den Punkt konzentrieren), mündlich eher so 2 bis 3. Sie träumt halt gerne ... und ist auch nicht besonders ehrgeizig ... Alltagsorganisation ist manchmal auch noch ziemlich schwierig, aber sie ist ja auch erst zehn ;)
Sie hat sich in den letzten beiden Jahren echt gut entwickelt :)
LG
Angie, die immer noch glaubt, dass ihre Tochter ADS hat, aber eben auch sehr gut kompensieren kann...
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
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Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

JosephinM
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Re: ADS und sehr gutes Arbeitsgedächtnis

Beitrag von JosephinM »

Hallo,

ich kann Dir umgekehrt nur berichten, unser Lütt hat auch einige andere Baustellen und ist körperlich sehr zart, auch er ermüdet daher leicht, daher wirkt es bei ihm auch für viele wie AD(H)S, weil er eben schnell ermüdet. Mit Verbesserung der jeweiligen Fähigkeit verschwinden auch die Konzentrationsprobleme.

LG
Josy

Nora M
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Re: ADS und sehr gutes Arbeitsgedächtnis

Beitrag von Nora M »

Hallo,

Unser Sohn hat recht sicher ADHS. Wir sind grade das 3. Mal in Diagnostik und die Frsgebögen und bisherige Beobachtung der KJP fallen sehr eindeutig aus. Allerdings wissen wir noch nicht, ob das schon alles war..

Mein Sogn hatte in seinem ersten IQ-Test (WISC 4) mit grade noxh 5( noch Vorschule) Sprachverständnis lag bei 147, VG 91, AgD 115 (oder so). Logisches denken war überdurchschnittlich, weiß nicht mehr genau die Zahl. Aufgrund der ADHS-Fragebögen wurde er damals knapp NICHT diagnostiziert, da das Intelligenzprofil so heterogen war, konnte ein Gesamt-IQ nicht ermittelt werden (Motivation war beim Kind auch sehr schwankend). Die doch recht hohe Diskrepsnz zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert „entschuldigte“ die damalige Psych. mit der schwankenden Mitivation und dass er eben bei stupiden Aufgaben gern schnell abschaltet.

Ich hatte damals schon das Gefühl, dass die recht hohe Intelligenz nicht alleiniges Problem sein kann.

Nach Zunahme seiner Probleme bis zum 1. HJ des 1. Schuljahres sind wir zu einem Begsbungsdiagnostiker, der auf die Kombi HB mit Wahrnehmungsstörungen spezialisiert sein wollte. Heraus kam ein IQ 128, mit Spitze in SV und AGD und VG lagen „nur“ im Durchschnitt, der Rest über dem Durchschnitt. Es war also das selbe Profil wie beim ersten Test, nur die Werte fast überall höher (außer AGD, das fiel niedriger aus als beim
1. Mal). Er tat meine ADHS-Vermutung ab, da müssen die Werte AGD und VG niedriger sein...

Ich habe mich nun viel eingelesen. Bei einer vorliegenden hohen Begsbung ist ADS oder ADHS oder auch andere Entwicklungs-Wahrnehmungs oder Teilleistungsstörungen sehr viel schwieriger über das Intelligenzmessungsverfahren zu ermitteln, da die Kinder eben viele ihrer „Defizite“ nach außen kompensieren. So ist aber zumindest bei uns immer auffällig gewesen, dass das Intelligenzprofil sehr heterogen ist. Und das deutet sehr wohl auf eine Pathologie hin (egal ob physisch oder psychisch).

Deine Tochter hat ein homogenes Intelligenzorofil und scheint nach deiner Beschreibubg gut intelligent zu sein. Das homogene Profil deutet eindeutig NICHT auf AD(H)S hin. Meine Frage an dich: wie hoch sind die einzelnen Werte? Sind sie deutlich höher als der Durchscbnitt? Vielleicht sogar im HB-Bereich? Dann könnten ihre Aufmerksamkeitsptopleme auch damit zu tun haben. Mehr dazu gern per PN...

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