Behindertenparkplatz vor der Haustüre, trotz Garage

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Uschi & Moritz
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Behindertenparkplatz vor der Haustüre, trotz Garage

Beitragvon Uschi & Moritz » 12.01.2019, 15:29

Hallo Zusammen,
wir bewohnen ein Einfamilienhaus mit kleiner Einfahrt und einer Garage (direkt neben dem Haus) und haben zwei Autos.
Das Rollstuhlauto passt aufgrund der Länge nicht in die Einfahrt und aufgrund der Höhe wenn der Kofferraumdeckel zum "Ausladen" geöffnet ist, nicht in die Garage.
Wir hatten vor einiger Zeit einen Rollstuhlparkplatz vor unserem Haus beantragt. Dieser wurde abgelehnt, da wir ja eine Garage haben. Es sei zumutbar, das Auto ein Stück in die Garage zu fahren, das Kind herauszuholen und das Auto dann anschließend komplett in die Garage zu fahren.
Wie seht ihr das?
Gibt es Argumente trotz vorhandener Garage oder sogar einen Gesetzestext oder ist der besondere Parkplatz tatsächlich aussichtslos?
Vielen Dank im Voraus und liebe Grüße, Uschi
Es wird schon wieder, wieder, wieder wie was?!
Wieder wie vorher?! Es wird nie wieder wie vorher! Irgentwann wird es, aber nicht wieder!
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Uschi (1975), - Selbsthilfegruppe Epi-Kids Duisburg -
Lukas (2000) gesund, Moritz (2002) Pseudo- Lennox- Syndrom, High-Functioning-Autismus

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Beitragvon MichaelK » 12.01.2019, 19:53

Hallo Uschi,

wir wurden auch abgewiesen mit der Begründung, es wären in zumutbarer Nähe ausreichend öffentliche Parkplätze.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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Beitragvon Senem » 12.01.2019, 20:15

Hallo Uschi & Moritz,

ich würde sagen, die Begründung, warum der Parkplatz abgelehnt wurde, ist nachvollziehbar!
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

Mama Ursula
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Beitragvon Mama Ursula » 12.01.2019, 20:32

Hallo Uschi,

da wir Jessy nicht alleine/ unbeaufsichtigt lassen können, war die Variante "Ausladen, Umpacken" unmöglich.

Ich weiß nicht, in wie fern das auch auf Moritz und Lars zutrifft, weiß ich nicht, wäre aber möglicherweise ein "neues" Argument.

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 12.01.2019, 20:57

Hallo Uschi,
das Rollstuhlauto? In einem anderen Beitrag hast du mal geschrieben, dass dein Sohn Fahrrad fährt und Fußball spielt.
Irgendwie fällt es mir gerade schwer, eure Situation beim Aussteigen aus dem Auto bildlich nachzuvollziehen.
Kann dein Kind von der Garage zum Haus laufen?
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter: Gendefekt, Epilepsie etc.

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Uschi & Moritz
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Beitragvon Uschi & Moritz » 13.01.2019, 17:42

Hallo Zusammen,

herzlichen Dank für Eure Antworten. Unser Anliegen scheint dann wohl eher aussichtslos.

Ulla, bei meinem Anliegen geht es nicht um Moritz. Das Kind kann leider nicht selbstständig laufen und ist auf einen Rollstuhl angewiesen.

Viele Grüße, Uschi
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Kaja
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Re: Behindertenparkplatz vor der Haustüre, trotz Garage

Beitragvon Kaja » 17.01.2019, 22:05

Hallo Uschi,

Uschi & Moritz hat geschrieben:Gibt es Argumente trotz vorhandener Garage oder sogar einen Gesetzestext oder ist der besondere Parkplatz tatsächlich aussichtslos?i

die Regelung findest du hier:

https://www.stvo.de/strassenverkehrsord ... richtungen

Parkplätze für bestimmte schwerbehinderte Menschen des oben erwähnten Personenkreises, z. B. vor der Wohnung oder in der Nähe der Arbeitsstätte, setzen eine Prüfung voraus, ob ein Parksonderrecht erforderlich ist. Das ist z. B. nicht der Fall, wenn Parkraummangel nicht besteht oder der schwerbehinderte Mensch in zumutbarer Entfernung eine Garage oder einen Abstellplatz außerhalb des öffentlichen Verkehrsraumes hat,

Abzustellen ist also auf die konkreten Verhältnisse vor Ort. Hier ist zu prüfen, ob im konkreten Fall ein Parkraummangel besteht. Das ist grundsätzlich nicht der Fall, wenn eine Garage vorhanden ist. Ist aber die konkrete Garage als Parkplatz für den konkreten Behinderten nicht geeignet, so liegt im konkreten Einzelfall trotz Garage ein Parkraummangel vor.

Viele Grüße Kaja

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Beitragvon Kim55 » 17.01.2019, 23:27

Hallo,

ich habe ebenfalls eine Frage bzgl. Parken :

Zu unserer Haushälfte gehört ein richtiger Parkplatz. Offiziell darf man hier aber auch auf der Straße parken, wenn so geparkt wird, dass noch genug Platz zum Durchfahren ist. Z. zt. habe ich noch kein Auto , aber wie sieht es aus, wenn ich dort parke und jemand parkt mir die Fahrertür zu ? Das Fahrzeug müsste mit der Fahrertür zur Fahrbahn abgestellt werden, weil man sonst nicht zum Beladen an das Heck kommt ( Rollstuhltransport ).

LG

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Mamamarti
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Beitragvon Mamamarti » 18.01.2019, 15:58

Hallo Uschi,
Falls es mit der Garage nicht machbar ist, würde ich versuchen es zu begründen. Gesunde Menschen können sich unsere Schwierigkeiten oftmals nicht vorstellen. Ich habe bei uns einen Brief geschickt, es wurde ein Termin ausgemacht, in einer Woche war es erledigt. Leider hat jede Kommune eigene Vorgehensweise.
Was ihr auch versuchen könnt ist einen Parkplatz vor eurer Haustür zu mieten. Bei uns kostet so ein Platz circa 50 Euro im Jahr, das ist echt machbar.
Der Herr vom Amt erklärte mir, das der Behinderten Parkplatz vor unserer Tür von jedem Behinderten benutzt werden kann und ist deshalb kostenlos. Der gemietete Parkplatz wird mit unserer Autonummer versehen und nur wir dürfen dort parken.
Wir haben uns für den normalen Behinderten Parkplatz entschieden.
Aber vielleicht wäre die andere Option etwas für euch?
Liebe Grüße Marti


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