stundenw. Verhinderungspflege, BARMER - Verwandte 2. Grades

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Daniel7005
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stundenw. Verhinderungspflege, BARMER - Verwandte 2. Grades

Beitragvon Daniel7005 » 12.01.2019, 07:33

Moin Zusammen,

Hat jemand tatsächlich die Erfahrungen gemacht, dass die Krankenkasse die stundenweise Verhinderungspflege ohne der Nutzung 1/42 Tagessätze bei Verwandten bis zu 2 Grades anerkannt und abgerechnet hat? Hat das evtl. jemand von euch durchgezogen und Recht bekommen?

Die gesetzliche Lage ist mir klar und die bekannten Urteile sind mir ebenfalls bekannt. Die Barmer zieht es bei uns durch und will die stundenweise Verhinderungspflege unter Verwandten nicht anerkennen. Der Klassiker quasi.

Gruß
Daniel

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s.till
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Beitragvon s.till » 12.01.2019, 09:19

Hallo Daniel,

letzte Woche habe ich von dwr Barmer folgende Information bekommen. Sie übernehmen für Verwande bis zum 2. Grad die NICHT im Haushalt leben maximal 42 Tage im Jahr und pro Tag wird 26€ vergütet. Man kann also vom Budget aus der Verhinderungspflege maximal 1092€ dafür ausgeben.
Uns wurde geraten erst das Budget von einer "fremden" Person aufzubrauchen und dann erst über das Verwandtschaftsverhältnis.
Was nicht geht ist, dass z.B. die größeren Geschwister aufpassen solange sie noch mit im Haushalt leben.
Ich verstehe das auch nicht so ganz, da ich das Anschreiben so aufgefasst habe, dass es jetzt doch möglich ist, dass jemand aus dsr direkten Verwandtschaft aufpasst und man es normal vergüten kann.

Lg
Susanne
M *2010 Frühchen der 27SSW, Pneumothorax, Meningitis, diverse RSV Infektionen, Pneumonien, dystroph, kleinwüchsig, stimulationsbedürftige Apnoen, Verhaltensauffälligkeiten, Wahrnehmumgsstörung, V.d. auf Autismus, Koordinationsstörung, PEG/PEJ seit 07/16 weg 😀 Pflegegrad 4 und SBA von 80% G,B,H.
B*2008 ADS

Daniel7005
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Beitragvon Daniel7005 » 12.01.2019, 11:27

Hallo Susanne,
Hallo Zusammen,

vielen Dank für dein Feedback. Ich denke wie sollen nicht so sehr auf die teilweise selbsterfundenen rechtlichen Bestimmungen der Krankenkasse verlassen.
Ich würde ganz gerne das Ganze in meinem Fall mit der Barmer durchziehen.

Kurz z. unserem Fall.

Meine Frau (Pflegeperson von meinem Sohn) wurde am Bandscheibe operiert. Für die Tage, wo Sie im Krankenhaus war und im vollstationären REHA Zentrum, habe ich Ganztagsverhinderungspflege eingereicht. Das sind die Abrechnungen 1 + 4. Für die Zeiten wo, Sie zwischen den Krankenhausaufenthalt und REHA noch zuhause war, habe ich die stundenweise Verhinderungspflege eingereicht. Das sind die Abrechnungen 2 + 3

Eingereicht bei der BARMER habe ich folgende Abrechnungen:

Abrechnung.1: 15.11.-20.11.2018 – Ganztags mehr als 8 Std. – 6 Tage (4 Tage für
die Kürzung des regulären Pflegegeldes um 50% zu berücksichtigen)

Abrechnung.2: 21.11, 23.11, 24.11, 26.11, 28.11, 29.11.2018 – Stundenweise (keine
Kürzung des regulären Pflegegeldes)

Abrechnung.3: 30.11, 02.12, 03.12.2018 – Stundenweise (keine Kürzung des
regulären Pflegegeldes)

Abrechnung.4: 04.12.-24.12.2018 – Ganztags mehr als 8 Std. – 21 Tage (19 Tage für
die Kürzung des regulären Pflegegeldes um 50% zu berücksichtigen).

Gesamtwert: 920,00 EUR. Natürlich begrenzt auf 817,50 EUR (1,5 Faches des Pflegegeldes).
Die Barmer hat natürlich alles auf Tagesätze umgerechnet um mir einfach 36 Tage der 1/42
Tagessätze erstattet. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Kürzung des regulären Pflegegeldes ebenfalls um 50% auf alle/volle 36 Tage erfolgen wird. Also auch zugunsten der Kasse. Die Erstattung kam über 700,72 EUR, also 116,78 EUR weniger als erwartet.
Den Widerspruch rechtezeitig eingereicht, mit der Begründung usw. Nun kommt die Rückmeldung von der BARMER. Dieses original Schreieben möchte ich gerne mit euch teilen, damit Ihr seht, wie so was im Original-Format aussieht (siehe Anhang).

Das spannendste befinden sich auf der Seite.2, wo BARMER mich fragt, ob ich mit der Entscheidung einverstanden bin oder nicht.

Bin gespannt was Ihr dazu sagt.

Viele Grüße
Daniel
Dateianhänge
Barmer.pdf
Barmer Sschreiben. Antwort auf Widerspruch
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heidipet
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Beitragvon heidipet » 12.01.2019, 12:09

Hallo,
aber das im Schreiben zitierte Urteil des BSG hat doch genau diese Deckelung ausdrücklich gekippt?????
Auch aus dem Text des Rundschreibens kann ich nur in den Beispielen die Deckelung sehen, aber keine Begründung dafür. Im Gesetz schon gar nicht.

Gibt es denn ein neues BSG-Urteil?? Welche rechtliche Bedeutung hat denn ein Rundschreiben der KK, es kann ja wohl kaum Bundesrecht brechen.
Bloß nicht aufgeben!

Wir haben grade die Abrechnung für 2018 eingereicht, sie ist noch unterwegs. In den vergangenen Jahren war es nie ein Problem.

Gruß
Heidi
Gruß
Heidi

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Beitragvon TanjaJ1972 » 12.01.2019, 12:10

Hallo Daniel,

nur für mich zum Verständnis: Wäre es nicht möglich gewesen, das Ganze über das Budget "Haushaltshilfe"/Verdienstausfall abzurechnen, statt über den Weg der Verhinderungspflege?

VG
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Daniel7005
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Beitragvon Daniel7005 » 12.01.2019, 12:24

TanjaJ1972 hat geschrieben:Hallo Daniel,

nur für mich zum Verständnis: Wäre es nicht möglich gewesen, das Ganze über das Budget "Haushaltshilfe"/Verdienstausfall abzurechnen, statt über den Weg der Verhinderungspflege?

VG
Tanja


Hallo Tanja,

Ging leider nicht, da ich im Sinne des Haushaltshilfe keinen Verdienstausfall hatte. Ich hatte viele Überstunden, die ich teilweise abbumeln durfte and dadurch weiter gearbeitet habe.

Gruß
Daniel

Sinale
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Beitragvon Sinale » 12.01.2019, 12:57

Hallo Daniel,

evtl. ist dir dies bereits bekannt:

Die Frage, ob der Widerspruch aufrechterhalten wird, oder nicht, bezieht sich darauf , ob der Widerspruch dem kasseninternen Widerspruchsausschuss vorgelegt wird, oder nicht.

Wie du bereits geschrieben hast: Es ist der Klassiker!
Viele Grüße
Sinale

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Beitragvon MichaelK » 12.01.2019, 14:07

Daniel7005 hat geschrieben:Gesamtwert: 920,00 EUR. Natürlich begrenzt auf 817,50 EUR (1,5 Faches des Pflegegeldes).
Die Barmer hat natürlich alles auf Tagesätze umgerechnet um mir einfach 36 Tage der 1/42
Tagessätze erstattet. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass die Kürzung des regulären Pflegegeldes ebenfalls um 50% auf alle/volle 36 Tage erfolgen wird. Also auch zugunsten der Kasse. Die Erstattung kam über 700,72 EUR, also 116,78 EUR weniger als erwartet.---


Hallo Daniel,

Die Kürzung auf Tagessätze begründen die kassen damit, dass das BSG-Urteil nicht mehr anwendbar wäre, weil zwischenzeitlich das Gesetz geändert wurde. Auch der Gesetzgeber hat sich ähnlich geäußert. Ob die Gerichte das nunmehr so oder so auslegen, ist unsicher.
Jedenfalls war meine Petition an den Bundestag in genau dieser Sache (gesetzliche Klarstellung) abgewiesen worden. Die Begründung des Petitionsausschusses kannst du hier gerne nachlesen.
https://epetitionen.bundestag.de/petiti ... $.a.u.html

Die Kürzung des Pflegegeldes um die Hälfte darf an Tagen mit stundenweiser Verhinderung nicht erfolgen. Ebenso auch an dem ersten und letzten Tag jedes Zeitraumes mit ganztägiger Verhinderung.

LG Michael
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"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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Beitragvon JennyK » 12.01.2019, 17:06

Ich hatte in einer Herbstferienwoche meine Schwiegermutter täglich für 6 Stunden hier, um auf den Großen zu schauen, da ich arbeiten musste. Ich hatte ihr 10€ pro Stunde gegeben und die Quittung mit der Abrechnung zur Pflegekasse geschickt. Überwiesen haben sie allerdings nicht den kompletten Betrag, sondern nur 92, irgendwas €. Da ich diese Summe nicht nachvollziehen konnte, habe ich recherchiert und bin darauf gestoßen, dass es für Verwandte bis zum 2. Grad nur Tageshöchstsätze gibt, die sich aus Summe monatlichem Pflegegeld mal 1,5 geteilt durch 42 ergeben. Leider habe ich nirgendwo ein Dokument gefunden, das dieses Vorgehen als gesetzeswiedrig bestätigt, nur Hinweise von anderen Usern, die es kritisieren.
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), gesund

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Beitragvon MichaelK » 12.01.2019, 17:48

JennyK hat geschrieben:dass es für Verwandte bis zum 2. Grad nur Tageshöchstsätze gibt, die sich aus Summe monatlichem Pflegegeld mal 1,5 geteilt durch 42 ergeben.


Hallo,

falls die Schwiegermutter Fahrkosten zu euch hat, kannst du diese zusätzlich abrechnen.

LG Michael
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