IQ Tests...

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Sinale
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Re: IQ Tests...

Beitragvon Sinale » 29.04.2019, 12:46

Hallo Valerie,

von mir kann ich berichten, daß ich gemäß eines psychologischen Gutachtens, welches erstellt wurde, als ich 2,5 Jahre alt war, als nicht bildungsfähig eingestuft wurde. Ein Test in der 4-Grundschulklasse stellte die Gymnasialreife fest. Ein Test beim Arbeitsamt nach der Schulzeit stellte fest, daß eine Ausbildungsreife von der Intelligenz her, dauerhaft nicht vorliege, hier wurde deshalb eine Beschäftigung in einer Behindertenwerkstatt vorgeschlagen. Ein weiterer Test im Erwachsenenalter ergab einen Überdurchschnittlichen-IQ.

Vielleicht kannst Du nachvollziehen, daß ich aufgrund dieser sehr persönlichen Erfahrungen nichts von entsprechenden Tests und zu frühen Zuschreibungen halte.

Und du solltest meiner Ansicht nach ebenfalls nicht darauf vertrauen!
Viele Grüße
Sinale

Diagnose: Tetraspastik
Rollstuhlnutzerin

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Bika
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Re: IQ Tests...

Beitragvon Bika » 29.04.2019, 14:12

Hallo Valerie,

Dieser einmalig erhobene Wert sagt über deine Kinder nur aus, dass sie im Vergleich zu ihrer Altersgruppe sehr viel weniger Leistungsoutput gezeigt haben als der Durchschnitt.
Sehr viel weniger. Mit einem gemessenen IQ von 60 liegt man ca. im Prozentrang 0,4.
Das heißt, 99,6 Prozent der 4jährigen schneiden in dem gleichen Test besser ab als deine Kinder.

Deckt sich das auch nur annähernd mit DEINER Wahrnehmung, der eures Umfeldes oder der Einschätzung der Erzieher im KiGa?

Ich finde es verantwortungslos und extrem gedankenlos, Eltern so einen IQ um die Ohren zu hauen.

Du weißt jetzt nur eines sicher, deine Kinder haben im Test ihr Potential nicht gezeigt.

Dafür kann es unzählige Ursachen geben und daher würde ich die Entwicklung genau beobachten und jede Hilfe annehmen, die ihr für die Sprachdefizite bekommen könnt.

Vielleicht sind deine Zwillinge einfach nur Latetalker, die während der Testung total verweigert haben, weil sie den Tester/in bescheuert fanden.
Vielleicht stecken Wahrnehmungsstörungen dahinter.
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten.

Eine geistige Behinderung empfinde ich als Aussenstehende als die unwahrscheinlichste aller Optionen.

Vertrau auf deine Einschätzung als Mutter und gib einer Zahl keine Deutungshoheit über deine Wahrnehmung.

LG

Valerie2019
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Re: IQ Tests...

Beitragvon Valerie2019 » 29.04.2019, 14:21

Hallo und danke für eure Rückmeldungen. Das beruhigt mich schon etwas. Ich habe gerade viel telefoniert und weiß nun auch überhaupt nicht, was der nächste Schritt wäre. Beim SPZ ist die Wartezeit über ein Jahr! D.h. über ein Jahr Wartezeit, um überhaupt einen Gesprächstermin zu bekommen. Mein Bauchgefühl sagt mir gerade, dass es meinen Kindern besser tut, mit ihnen reine Mama-Zeit zu verbringen anstatt von Termin zu Termin zu hetzen, vielleicht Logopädie zu machen, aber nicht mehr.

LG Valerie

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Engrid
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Re: IQ Tests...

Beitragvon Engrid » 29.04.2019, 20:22

Hallo Valerie,

Den Psychiater hatte ich eigentlich aufgesucht, um die Sprachentwicklung der Kinder beurteilen zu lassen, da sie erst relativ spät angefangen haben zu sprechen (erst mit ca. 2,5 Jahren mit Kindergarteneintritt) und lispeln, nicht alle Buchstaben richtig aussprechen können und bei Aufregung stottern.
Du wolltest die Sprachentwicklung fördern, Du solltest Dich von einem danebenliegenden Psychiater nicht davon abbringen lassen. Für Logopädie brauchst Du keinen Psychiater, das kann auch der KiA verordnen. Suche Dir die Logopädie gut aus. Eine gute Logopädin kann die Sprachentwicklung gut beurteilen, und macht eine entsprechende Diagnostik.
Gab es denn noch andere Gründe für den Gang zum Kinderpsychiater?

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Valerie2019
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Re: IQ Tests...

Beitragvon Valerie2019 » 29.04.2019, 21:04

Hallo Engrid,

ja, noch andere Gründe. Ich bin alleinerziehend und es besteht nur sporadisch Kontakt zum Vater. Die Kinder klammern extrem an mir, sind sehr auf mich fixiert. Im Kindergarten klappt es sehr gut, ich kann sie auch problemlos abgeben. Aber in anderen Situationen merkt man, dass es ihnen an Selbstbewusstsein fehlt und sie sich einfach nicht trauen. Zum Beispiel toben und spielen sie auf dem Spielplatz, wenn dort noch kein anderes Kind ist. Sobald aber auch nur ein anderes Kind dabei ist, hören sie auf, stehen am Rand und bestaunen das andere Kind. Ich wollte mit den Kindern zum Sport gehen, das ist aber nicht möglich: Sie klammern sich an mir fest, kletten richtig an mir und jammern "ich trau mich nicht". Das sind nur ein paar Beispiele.

Aber deshalb dachte ich, dass ich dann zwei Fliegen mit einer Klappe schlage und mal den Kinderpsychiater sprechen lasse.

LG Valerie


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