IQ Tests...

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 19.01.2019, 18:21

HeikeLeo hat geschrieben:
AnnalenaO hat geschrieben:Ich kann verstehen dass du verbittert bist.

Das hat doch mit Verbitterung nichts zu tun, dass ein Test falsch benutzt wird. Alexandra darf doch sagen, dass ein Fehler oder mehrere Fehler gemacht werden, ohne dass an ihrer Bewertung gedeutelt wird. Der Fehler liegt eben nicht bei Alexandra, sondern bei der Verwendung des IQ-Tests.

Alexandra sagt eben nur deutlich:
Dann ist dieser Baustein wertlos...

Dass sie sich darüber ärgert ist auch klar. In Verbitterung schwingt immer auch eine ungelöste psychische Verarbeitung mit - das ist hier aber nicht das Problem.
Sie darf doch sagen, dass der Test Mist ist, ohne dass dieser Vorwurf auf sie zurück fällt.

Liebe Grüße
Heike


Stimmt!
Das habe ich gerade beim Lesen auch so empfunden...

Ich bin nicht verbittert. Das klingt, als hätte man sich zurückgezogen und aufgegeben. Ich bin genau das Gegenteil! Stinksauer! :lol:

Natürlich kann man den Leuten die Schuld geben, die diese Tests zu hoch und ultimativ bewerten.
Gäbe es die Tests nicht, gäbe es auch meine Fehlinterpretationen.

In meinen Augen gehören diese Tests abgeschafft und von Eltern verweigert.
Egal bei welchem Kind, auch bei hochbegabten.
Wie merkt man denn, dass ein Kind hochbegabt sein könnte? Genau, weil es Leistungen bringt, die überdurchschnittlich sind. Kann man das nicht fördern, ohne dem Ganzen eine x-beliebige Zahl zu verleihen, die man IQ-Wert nennt?
Wo Hilfe benötigt wird, wird diese gegeben, egal ob Förderung bei Tief- oder Hochbegabung.

Ich bin hb, war aber stinkefaul in der Schule, meine Freundin war durchschnittlich begabt (ich habe ihr oft Nachhilfe in Fremdsprachen und Mathe gegeben) aber extrem fleißig. Unsere Abi Ergebnisse liegen nicht weit auseinander. :wink:

Wichtig - bei jedem Kind - ist die Förderung des Selbstbewusstseins. Und diese Tests machen da einfach viel kaputt, außer bei denen, die tatsächlich unerwartet überdurchschnittlich abschneiden...

Mein Kind hat z.B. ganz feine Antennen und merkt sofort, ob das Lob echt ist oder nur nicht frustrieren soll. :wink:

Gruß,
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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AnnalenaO
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Beitragvon AnnalenaO » 19.01.2019, 19:12

Oh je, ich habe eigentlich nichts anderes geschrieben als dass diese Tests überflüssig und überbewertet sind.
Gut, egal, ihr habt natürlich vollkommen Recht und ich meine Ruhe :)
Liebe Grüsse, AnnalenaO
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 19.01.2019, 19:34

Das schriebst Du, ja! Das hat glaube auch jeder verstanden...

Aber eben auch, dass du verstehen kannst, dass ich „verbittert“ sei.
Und da liegst du vollkommen daneben. Ich bin weder verbittert, noch frustriert (das ist ja ganz nah an verbittert).  8) :wink:
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon AnnalenaO » 19.01.2019, 19:50

Liebe Alexandra,

Ich entschuldige mich bei dir, ich habe das falsche Wort gewählt.

Liebe Grüsse, AnnalenaO
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Beitragvon Alexandra2014 » 19.01.2019, 22:10

Hallo Annalena,

eine Entschuldigung hätte es jetzt nicht gebraucht, aber dennoch Danke! :wink:

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Susanne1887
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Beitragvon Susanne1887 » 20.01.2019, 09:09

Hallo :hand:

ich lese gerade das Buch: Was wir unseren Kindern in der Schule antun von Sabine Czerny.

https://www.amazon.de/Was-unseren-Kinde ... 3517086339

Es ist wirklich sehr interessant. Frau Czerny ist seit Jahren Grundschullehrerin in Bayern und erklärt das Schulsystem des "Aussortierens" sehr gut und verständlich.

Frau Czerny ist der vollen Überzeugung, dass Jedes Kinder lernen kann. In Jedem Kind steckt viel Potential. Sie geht auch darauf ein, dass der Entwicklungsspielraum von Kindern im selben Alter enorm ist. So dass ein IQ Test eigentlich gar nicht aussagefähig sein kann. Schon ein paar Wochen später, einen Entwicklungsschritt weiter und aus einem IQ-Testergebnis von vielleicht 75 wäre plötzlich ein Ergebnis von 85 und mehr geworden :!: .
Nur der Fehler besteht darin: Es kommt zu einem niedrigen Ergebnis (aus welchen Gründen auch immer, Bauchweh, schlecht geschlafen, schlechter Tag etc...) Das Ergebnis ist dann in Stein gemeißelt für alle Ewigkeit. Und bedeutet im Umkehrschluss: Förderschule Lernen. Viele Eltern und Pädagogen haben nach diesem Ergebnis die Überzeugung, das Kind sei eben "dumm". Viele geben auf, fördern das Kind nicht mehr richtig.

Und da liegt der fatale Fehler.

Auch sehr lesenswert zu dem Thema ist das Buch vom Kinderarzt Dr. Hauch: "Kindheit ist keine Krankheit" und mit ähnlichen Inhalten wie o. g. Buch:

https://www.amazon.de/Kindheit-ist-kein ... +krankheit

LG Susanne
Mia'10: auditive Wahrnehmungsstörung nach langjähriger sehr starker Schwerhörigkeit,
Hypersensibilität

Fabienne'14: gesund

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 20.01.2019, 09:36

Alexandra2014 hat geschrieben:
In meinen Augen gehören diese Tests abgeschafft und von Eltern verweigert.
Egal bei welchem Kind, auch bei hochbegabten.
Wie merkt man denn, dass ein Kind hochbegabt sein könnte? Genau, weil es Leistungen bringt, die überdurchschnittlich sind. Kann man das nicht fördern, ohne dem Ganzen eine x-beliebige Zahl zu verleihen, die man IQ-Wert nennt?
Wo Hilfe benötigt wird, wird diese gegeben, egal ob Förderung bei Tief- oder Hochbegabung.


Sorry, Alexandra, auch wenn ich deinen Ärger gut verstehe, aber das stimmt so nicht! Die wenigsten tatsächlich hochbegabten Kinder sind Hochleister, und man bemerkt "es" meiner Beobachtung nach maximal bei 25% der HB-Kinder tatsächlich auch als Außenstehender!

Gerade für hochbegabte Kinder, die aus Langeweile verweigern oder Blödsinn machen, macht eine IQ-Testung Sinn. Mein Mann ist zwar nicht HB, hat aber in seiner Grundschulklasse viel Blödsinn gemacht und ständig den Unterricht gestört. Die Direktorin sah darin einen Beweis für eine geistige Behinderung und hat auf einem IQ-Test bestanden, um ihn in die nächste Sonderschule zu befördern. Das Ergebnis war 116 und die Sonderschule ganz schnell vom Tisch!

Ich weiß von einigen hochbegabten Kinder, wo Förderschule - rein nach der Beobachtung und Einschätzung von Lehrern und Schulleitung - die erste Wahl gewesen wäre. Dann kam der IQ-Test, die große Überraschung und dann oft Klassensprung und plötzlich arbeitete das Kind wieder mit, schrieb gute Noten, war weniger auffällig!

Daher finde ich, dass IQ-Tests sehr wohl in vielen Fällen aufschlussreich und auch hilfreich sind. Aber eben längst nicht in allen!

Es ist leider viel zu oft so wie bei euch, dass die Besonderheiten des Kindes nicht berücksichtigt werden und das Ergebnis dann wie ein in Stein gemeißeltes Stigma am Kind haftet! DAS ist falsch!

Nicht der IQ-Test per se ist schlecht! Die Anwendungsfehler und die Überbewertung des Ergebnisses sind das Problem!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Beitragvon Alexandra2014 » 20.01.2019, 10:42

Hallo Lisa,

dass es in Ausnahmefällen richtungsweisend sein kann, will ich gar nicht abstreiten. Aber ich finde, diese Einzelfälle rechtfertigen nicht diesen ganzen Rest.

Dein Mann hatte Glück. Stell dir vor, er hätte aus irgendwelchen Gründen beim Test genauso viel Quatsch gemacht, wie im Unterricht und das Ergebnis wäre 75 gewesen.
Dann wäre er AUFGRUND dieses Testergebnisses tatsächlich auf der Förderschule gelandet (so wie es bei vielen anderen Kindern passiert). Und genau das ist ja die Krux.
So ein Test darf nicht darüber entscheiden, wie ein Kind schulisch gefördert wird.
Wenn es diese Tests nicht gebe, wäre das also auch nicht möglich.

Ich bin mir außerdem ziemlich sich, dass Kinder mit Hb schon ihren Weg gehen. Meine Hb wurde erst im Alter von 20 Jahren festgestellt, da war ich längst am Studieren. Das Wissen darüber, dass ich hb bin, hat mir nichts gebracht, außer zu wissen, dass ich hb bin (wovon man nichts hat :lol: ). Und ich glaube sogar, dass es mir für‘s Leben ganz viel gebracht hat, dass ich in den ersten Jahren auf dem Gymnasium nicht besonders gut war. Man erlebt dadurch sozial ganz andere Aspekte.
Hätte ich ein hb Kind, ich würde es ihm wohl die Kindheit hindurch verschweigen.

Mein Bruder, ebenfalls hb, der Klassenkasper schlechthin, hat nicht mal Abitur gemacht, hat nicht studiert. Er ist aber mit Ausbildung und Fortbildungen (Meister) so erfolgreich in seinem Beruf, dass er mehr verdient, als so manch studierter. Und er hat auch noch Spaß an seinem Beruf.

Nur weil man ein hb Kind nicht ans Klavier zwingt oder in den Schach Club steckt (maßlos übertrieben, ich weiß :lol: ), wird es ja nicht unglücklich oder gar dümmer. Vielleicht sogar ganz im Gegenteil. Man ermöglicht ihm damit vielleicht eine ganz normale, glückliche Kindheit!

Gruß
Alex
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kati543
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Beitragvon kati543 » 20.01.2019, 11:39

Lisaneu hat geschrieben:
Aber was ist die Motivation, einen speziellen, gut "passenden" Test für ein Kind auzuwählen? Doch meistens, ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Aber was passiert, wenn das alle machen? IQ-Tests sind künstliche Konstrukte, die immer wieder an den aktuellen Stand der teilnehmenden Gruppe angepasst werden. Auch durch spezielle Auswahl von Tests, die mehr Augenmerk auf die Stärken als auf die Schwächen eines bestimmten Kindes legen, werden Ergebnisse verfälscht.


Hallo,

es gibt exakt 3 verschiedene Möglichkeiten den IQ zu testen - eine davon ist höchst zweifelhaft und bringt definitiv falsche Ergebnisse. Die anderen Beiden sind IQ-Test. Es gibt 2 Arten von den heute üblichen IQ-Tests. Wir alle kennen sie. Der K-ABC (beispielsweise) misst den IQ komplett anders als der WISC. Ein IQ von 100 im K-ABC bedeutet definitiv AUCH, dass die zu testende Person zum Zeitpunkt des Tests der (deutschen) Sprache aus irgend einem Grund nicht ausreichend mächtig war. Je nach Grund, der dahinter steht, KANN das bedeuten, dass der IQ lt. WISC deutlich niedriger ausfällt. Ist das ein ausländisches Kind, welches fließend seine Muttersprache spricht, aber eben noch kein Deutsch - wird das keinen Unterschied machen. Ist hier eine Sprachentwicklungsstörung die Ursache KANN das sehr wohl Einfluss nehmen.

Die Ergebnisse werden viel eher verfälscht, wenn ein Test nicht genau zugeschnitten ist für ein Kind. Stell dir nur mal vor, dein Sohn soll einen IQ-Test machen, der ihm komplett laut vorgelesen wird und der Sprecher steht mit dem Rücken zu ihm. Welche Chance hat dein Kind sein Wissen zu zeigen? Der Test muss zwangsweise barrierefrei sein.

Bei uns werden zusätzlich bei einen nonverbalen IQ-Test noch Sprachtests gemacht. Diese sind Teil des Ergebnisses des IQ-Tests. Beim letzten IQ-Test meines Jüngsten stand also da, dass das Ergebnis des IQ Test (SON-R) bei 68 lag, jedoch aufgrund seiner deutlichen Sprachentwicklungsstörung ein geringerer IQ angenommen werden muss, jedoch noch im Bereich einer leichten geistigen Behinderung.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Beitragvon Alexandra2014 » 20.01.2019, 12:06

Hallo Katrin,

kannst du das näher erklären, wieso der IQ bei einer deutlichen (nicht näher benannten) Sprachentwicklungsstörung geringer ausfallen „muss“?

Das ist doch Irrsinn!
Eine Sprechapraxie oder verbale Dyspraxie hängt z.B. überhaupt nicht mit dem IQ zusammen!
Bei uns wurde die verbale Dyspraxie erst im Alter von 8 Jahren diagnostiziert. Vorher hieß es auch pauschal „Sprachentwicklungsverzögerung“, weil die Logopäden, die wir damals hatten, die Dyspraxie nicht erkannt haben.

Das wäre dann in etwa gleichbedeutend mit:
Menschen, die schlecht sprechen sind zwangsläufig auch dümmer... :shock:
Erzähl das mal Patienten nach Schlaganfall, die zum Teil gar nicht mehr sprechen können, aber kognitiv völlig fit sind. :roll:

Gruß
Alex
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