IQ Tests...

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Silvia & Iris
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IQ Tests...

Beitragvon Silvia & Iris » 10.01.2019, 19:56

Die meisten von euch mussten bereits irgendwelche IQ-Testungen bei den Kindern durchführen lassen... egal ob Einschulung oder anderes...

da gibt es ja den Normbereich
die hochbegabten...
die lernschwachen...
....

wie ist das bei Kindern, bei denen eine IQ-Testung nicht durchführbar ist?
Drückt das dann der Begriff basal aus? Kann man bei Kindern dieser Entwicklungsstufe einen sinnvollen IQ überhaupt bestimmen? Läuft das dann unter IQ nicht feststellbar?


LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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PaulaW
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Beitragvon PaulaW » 10.01.2019, 20:01

Liebe Silvia !

Darf ich fragen warum Du das wissen möchtest ?

Ich bin keine Expertin auf diesem Gebiet. Allerdings kann ich Dir von unseren Erfahrungen berichten. :twisted:

Freiwillig würde ich für unseren Sohn keinen IQ Test mehr zulassen. Er hat eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne und dieser Test hat ihm letztlich den unzutreffenden Förderschwerpunkt "Geistige Entwicklung" eingebracht.

Leider hatten wir das Pech, dass derjenige der ihn durchgeführt hat nicht ausreichend qualifiziert war, weil erstens die Voraussetzungen nicht optimal waren für unseren Sohn (dazu wäre er verpflichtet gewesen) und zweitens niemals der Test alleine die Basis für das Ergebnis bilden sollte wenn ich richtig informiert bin.

Wie hat es der Direktor der jetzigen Förderschule mal so schön ausgedrückt: Bei einem Kind mit einer so kurzen Aufmerksamkeitsspanne macht ein IQ Test keinen Sinn.

Euch viel Glück,
alles Gute

Paula
Muskelschwäche, Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörung, Feinmotorische Probleme, Konzentration, PG3, 70% GdB, GBH

Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 10.01.2019, 20:10

Liebe Paula,

diese Frage hat eigentlich keinen relevanten Hintergrund...
Ich bin auch noch nie gefragt worden... aber ich habe mir halt gerade selbst die Frage gestellt ob man dann von IQ nicht feststellbar, IQ nicht messbar... oder gar von IQ gar nicht vorhanden... ???

So hört man halt Entwicklungsstand wie 3 Monate oder so...

... hat denn ein Baby von 3 Monaten noch keinen IQ? Messbar ist da noch nicht viel...

LG
Silvia
Liebe Grüße

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 10.01.2019, 20:28

Hallo Silvia,

wir haben leider die Erfahrung machen müssen, dass es niemanden interessiert, ob das Kind testbar ist oder nicht, ob der Test überhaupt passt und halbwegs barrierefrei ist.
Es wird irgendein Test durchgezogen und das Ergebnis von einem Bericht zum anderen mitgeschleppt, ein Arzt schreibt vom anderen ab. Das Kind guckt sich gar keiner mehr an. Das wird als geistig behindert abgestempelt, Schublade zu.
Wenn Du dann noch ein Kind hast, dass sehr still ist und auf Fragen von Fremden persé nicht antwortet, rundet das das Bild für die „Fachleute“ noch ab.

Alle wollen immer irgendwie testen, wollen Zahlen, um alles genau einordnen zu können - für die Schule, für die eigene Akte, für‘s Amt...
Über das, was wir uns schon alles anhören mussten, könnte ich ein ganzes Buch schreiben.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon sabrinas28883 » 10.01.2019, 20:54

Ein IQ Test wird uns auch grad zu Verhängnis. Florian hat nur 1 und 2 in der Schule und in Deutsch eine 3.Sein IQ ist aber an der Grenze der Lernbehinderung. Ohne das jemand das Kind gesehen hieß es schon er wird auf Förderstatus lernen getestet. Leider antwortet Florian bei Fremden nur auf Fragen wo er sich 100 Prozent sicher ist.

grace
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Beitragvon grace » 10.01.2019, 22:04

sabrinas28883 hat geschrieben:Ein IQ Test wird uns auch grad zu Verhängnis. Florian hat nur 1 und 2 in der Schule und in Deutsch eine 3.Sein IQ ist aber an der Grenze der Lernbehinderung. Ohne das jemand das Kind gesehen hieß es schon er wird auf Förderstatus lernen getestet. Leider antwortet Florian bei Fremden nur auf Fragen wo er sich 100 Prozent sicher ist.


Hallo Sabrina,

Warum musste dein Sohn denn einen IQ machen wenn seine Schulischen Leistungen völlig normal sind?

Und es ist doch völliger Quatsch Kindern von wildfremden Menschen testen zu lassen, da machen doch viele Kinder gar nicht richtig mit!

Wenn überhaupt, sollten solche Test nur von erfahrenen Therapeuten durchgeführt werden die das Kind schon gut kennen, also im Rahmen einer längeren Therapie o.ä.

Ich persönlich halte sehr wenig von diesem ganzen „IQ Wahnsinn“, ich kenne zu viele falsche Ergebnisse, zu viele Kinder die eigentlich geistig behindert sein sollten, es aber gar nicht waren, zu viel Oberflächlichkeit usw., auch bei meinem Sohn: 40 Punkte Unterschied beim selben Test im Alter von 8 und 12 Jahren...

Bika
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Beitragvon Bika » 10.01.2019, 22:35

Hallo,

Meine Kinder sind mehrfach getestet worden.

Mein kreatives Kind hatte teilweise “nicht auswertbare“ Profile, da zu heterogen. Werte wurden trotzdem herausgegeben.

Ich schaue nur noch auf die Stärken und denke mir, dass sich die Schwächen davon bestimmt beeindrucken lassen und nachziehen. :wink:

Das andere Kind hatte immer einen ähnlichen Gesamt-IQ.
Extrem hoch aber ich sehe meinen Sohn immer vor mir, wie er versucht den Sand auf seiner Kugel Vanilleeis loszuwerden, indem er den Eisbecher umdreht :shock: und zweifle dann doch ein wenig an der Aussagekraft solcher Werte.
Intelligenz ist mit Sicherheit mehr, als das, was der Intelligenztest misst.

LG

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Beitragvon melly210 » 10.01.2019, 23:46

Ja, ich kann diesen Aussagen nur zustimmen. Ich werde bei meinem Sohn *never ever* einem Intelligenztest zustimmen. Das Risiko ist einfach zu hoch. Was immer da rauskommt gilt als in Stein gemeißelt. Dabei ist mittlerweile schon xfach publiziert, daß gerade bei Kindern und Jugendlichen die Testergebnisse sehr stark schwanken können. Deshalb dürfen laut Gesetz IQ Test ja auch nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage über Förderstatus und Co sein. Allerdings wird das in der Praxis leider oft anders gehandhabt.

Mein Sohn hat muskuläre Hypotonie und eine visuelle Wahrnehmungsstörung. Er ist absolut grottig beim puzzeln, Muster nachlegen und Lego bauen. Dafür hat er halt schon mit 2,5 Bücher für Kinder im Vorschul/Schulalter bevorzugt, konnte mit 3 alle Ziffern lesen und mit 3,25 konnte er sinnerfassend die Uhr ablesen. Dh er hat gewusst wann der Papa heimkommt und wie lange es noch ca bis dahin dauert. Das ganz normale Zahleuno hat er da ebenfalls mit uns gespielt, mit Sonderkarten. Mit 3,75 dann wirklich mit Strategie. Mit 3,5 sind die Buchstaben gefolgt. Jetzt wird er bald 4, und kann schon manche Worte lesen/erkennen.

Mit ihm wurden Teile eines nonverbalen Intelligenztests im Rahmen der Feststellung des Entwicklungsstandes gemacht, weil er aufgrund der Hypotonie verwaschen (aber altersgemäß !) gesprochen hat. Da der Test nonverbal war, hat er faktisch nur aus Puzzeln und Muster anchlegen bestanden. Mein Sohn ist natürlich gnadenlos durchgefallen. Daraufhin wurde ihm unterstellt er hätte vermutlich einen IQ unter 70 (!!) weil der Test ja so schlecht gewesen wäre. Sie würden einen kompletten Nonverablen IQ-Test empfehlen um den IQ festzustellen. Wir haben unseren Sohn zusammengepackt und sind dort NIE wieder hingegangen. Hätten wir dort weitergemacht, wäre er wohl als geistig behindert einsortiert worden.

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Beitragvon Beate139 » 11.01.2019, 05:39

Hallo,

ich habe bei meinem Sohn 2 mal einen IQ Test machen lassen. Der erste war mit 5 Jahren, da lag er bei 80. Beim letzten, Anfang letztes Jahr, mit 16 Jahren, lag er bei einem IQ von 68.

Ich bin knappe 10 Jahre vom Jugenamt unterstützt worden mit Familienhilfe, Betreuungshilfe, Schulbegleitung und der Mithilfe bei Behörden und Schulen.
Nun wollte ich letztes Jahr wieder eine Betreuungshilfe für meinen Sohn vom Jugendamt haben, aber dort hieß es dann plötzlich, das sie nicht mehr zuständig sind, weil mein Sohn einen zu niedrigen IQ hätte. Nun wäre das Sozialamt/der soziale Dienst zuständig ^^
Das Sozialamt hat mich dann an die Lebenshilfe verwiesen und die Lebenshilfe meinte, sie könne mir jemanden schicken, den ich dann aber selbst bezahlen müsste. Als ich dann fragte, wovon denn, soviel verdiene ich nicht, das ich mir eine Betreuung leisten könnte, hieß es nur, das die Betreuung in der Regel vom Pflegegeld bezahlt wird. Aber bei Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld.

Hätte ich gewusst, das mich der Test in erhebliche Schwierigkeiten bringt, hätte ich die letzte Testung nicht machen lassen.
Und ich frage mich, warum das Jugendamt Kinder nach dem IQ Test Hilfe gibt oder aber auch Hilfe verweigert. Nur weil der IQ geringer ist, ist mein Sohn doch trotzdem noch ein Kind und gerade eine Behörde wie das Jugendamt sollte doch jedes Kind gleich behandeln und nicht anhand eines IQ Tests die Hilfe verweigern

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Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 11.01.2019, 05:53

Hallo Beate,
ein IQ unter 70 ist eine geistige Behinderung (während ein IQ zwischen 70und 85 als Lernbehinderung definiert ist), und da wechselt in der Tat die Zuständigkeit immer vom Jugendamt zum Sozialamt.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter: Gendefekt, Epilepsie etc.


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