Busfahren /Platz machen

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Luna23556
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Busfahren /Platz machen

Beitragvon Luna23556 » 09.01.2019, 16:21

Hallo ihr lieben.
Ich habe aus Interesse mal eine Frage.
Ich bin letztens mit meinem 2 Jahre alten Sohn mit dem Bus gefahren. Er hat einen SBA mit 90%. Er sitzt im Kinderwagen da er noch nicht laufen kann. Als wir bereits im Bus waren kam ein Rolli Fahrer dazu. Der busfahrer fragte dann wie weit ich noch fahren werde weil ich sonst aussteigen müsste da der Rolli so groß war und in den meisten Bussen leider kaum Platz ist. Wie sieht es generell aus, muss ich aussteigen? Da der Kinderwagen ja sein "Rolli" ist. Wie ist es mit mehreren Kinderwagen? Haben wir da Vorrang? Wir müssen in nächster Zeit oft Bus fahren und ich würde da gerne wissen was unsere Rechte sind. Bitte nicht falsch verstehen. Ich mache gerne Platz aber sehe es auch nicht ein das ich dann ggf. Aussteigen muss obwohl er auch einen Ausweis hat.
LG und danke schonmal

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Britta70
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Beitragvon Britta70 » 09.01.2019, 16:39

Hallo, mit gesundem Menschenverstand würde ich sagen: Dein Kind hat dieselben Rechte wie der Rollifahrer - nur sieht man es deinem Kind nicht an, also solltest du den SBA griffbereit haben. Heißt: Bist du bereits im Bus und es ist kein Platz mehr für den Rolli, muss der Rollifahrer auf den nächsten Bus warten und umgekehrt.
Wie es mit "normalen" Kinderwagen aussieht, weiß ich nicht - ruf doch mal bei der Busgesellschaft an, wie es bei ihnen geregelt ist.

LG
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)

Sabine1970
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Beitragvon Sabine1970 » 09.01.2019, 17:03

Hallo,

rein gefühlsmäßig würde ich sagen, Du musst auf keinen Fall aussteigen.
Wenn Bus voll, wird gewartet. Egal wer an der Haltstelle steht.
Wie es tatsächlich rein rechtlich ist- es interressiert mich.

LG Sabine

Luna23556
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Beitragvon Luna23556 » 09.01.2019, 17:08

Ja dachte ich mir auch das ich nicht aussteigen müsste, auch da er AG im Ausweis drin hat. Aber ich dachte ich frage mal wie es rechtlich aussieht. Denn bevor wir den Ausweis hatten mussten wir mit Kinderwagen ja auch immer aussteigen und auf den nächsten Bus warten wenn ein Rolli kam.

Lisa Maier
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Beitragvon Lisa Maier » 09.01.2019, 17:24

Hallo @all,

eigentlich ist im ÖPNV die Reihenfolge Rollstuhl, Kinderwagen, Fahrrad. Wenn allerdings im Kinderwagen jemand sitzt, der auch einen Rolli haben könnte, würde ich das als gleichwertig ansehen.

Wenn Bus voll, wird gewartet. Egal wer an der Haltstelle steht.

Nein, so kann man es nicht sehen. Für die Eltern nichtbehinderter Kinder sind es zweidrei Jahre, bis sie den Kinderwagen los sind und nicht mehr warten müssen. Für Rollstuhlfahrer ist es meist lebenslänglich. Allerdings schert sich in der Regel leider kein Zugbegleiter darum, daß ein Rollstuhlfahrer nicht mitkann, weil im entsprechenden Abteil z.B. alles voller Fahrräder steht. Wenn man nicht an der Endhaltestelle zusteigen will, kann das ganz schön ätzend sein. Ein Fahrrad kann man zuhause lassen - seinen Rollstuhl nicht.

Viele Grüße

Lisa

kati543
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Beitragvon kati543 » 09.01.2019, 17:28

Hallo,
ich sehe das so:
In einer großen Stadt, wo alle 10 Minuten ein Bus kommt, muss der Rollifahrer eben warten, jedoch gibt es ja bekanntlich auch eher ländliche Regionen, in denen der Bus vielleicht 2-3 mal am Tag hält. Da finde ich es schon grenzwertig, dem Rollifahrer zu sagen, er soll bitte auf den nächsten Bus warten. Genausowenig wird wohl die Mutter mit Kinderwagen mal eben 3-4 Stunden warten, nur weil da ein Rolli steht. Da findet man eben eine Alternative, die Allen entgegenkommt.
Ein KINDERWAGEN kann man mit Hilfe einiger netter Leute aus dem Bus schnell zusammen und auseinanderklappen. Das Kind kann auf den Schoß/in die Arme der Mutter.

Klar kannst du eine große Diskussion im Bus starten, aber ist es das wert? Dein Kind wird ja eventuell auch irgendwann einen Rolli haben. Sowas rächt sich irgendwann. Wenn ich dem glaube, was bei uns steht, dann lautet auf dem Rolliplatz die Reihenfolge:
1. Rolli
2. Kinderwagen
3. Fahrrad.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

joris
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Beitragvon joris » 09.01.2019, 17:30

Hallo,

diese Frage solltest du dem zuständigen Verkehrsbetrieb stellen, diese dürfen individuell festlegen, wie sie solche Situationen handhaben. Einige gewähren tatsächlich Rollstuhlfahrern Vorrang.

Liebe Grüße
Joris

Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 09.01.2019, 17:46

Hallo,
solange dein Kind so klein ist, kannst du es doch auf den Schoß nehmen und den Buggy zusammenklappen oder irgendwo hinquetschen, oder? Ein Buggy ist ganz klar kein Rollstuhl.
Bei einem Rehabuggy würde ich das anders sehen, der sollte dem Rollstuhl gleichgestellt sein. Allerdings bei einem so kleinen Kind solltest du trotzdem schauen, ob es dir möglich ist Platz zu schaffen.

Allerdings ist ein Rehabuggy oft nicht als solcher zu erkennen. Wir durften mit dem Rehabuggy damals auch beim Orthopäden(!) nicht ins (zugegeben eher enge) Wartezimmer, weil Buggys draußen bleiben sollten. Da standen wir dann eine Stunde im Flur rum. Töchterchen war da schon 4 und so hypoton und gleichzeitig bewegungsfreudig, dass ich sie nicht länger auf dem Schoß hätte halten können.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (14): Gendefekt, Epilepsie etc.

Luna23556
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Beitragvon Luna23556 » 09.01.2019, 19:21

Er schläft immer beim Bus fahren ein 😂 er hat auch keinen normalen buggy sondern den großen Kinderwagen als buggy umgebaut. Also würde der selbst zusammengeklappt im Bus nicht weniger Platz weg nehmen. Ich werde mich mal bei der verkehrsgesellschft schlau machen aber danke schonmal.

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ylva
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Beitragvon ylva » 09.01.2019, 22:20

Hallo
ich bin selber Rollstuhlfahrerin und wurde schon aus den Bussen geschickt vorallem als ich klein war und noch im Kinderwagen war, lass dich davon nicht beirren und zu not zeig den Behinderten Ausweis


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