Busfahren /Platz machen

Diese Rubrik braucht man einfach immer! Sie umfasst alle Infos, Tipps, Fragen und Antworten zu Themen, die sich nicht in die oben genannten Kategorien einordnen lassen.

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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 09.01.2019, 22:41

Mal ganz abgesehen von der Rechtslage: kann dein Kind in einem normalen handlichen Buggy sitzen? Wenn ja, dann würde ich mir wohl einen günstigen und/oder gebrauchten, handlichen Buggy zulegen => wenn klar ist, dass ich zukünftig des Öfteren im ÖPNV unterwegs bin.

Da gibt es auch richtig robuste Buggys, welche sich im Winter ebenso gut schieben lassen. Ich fände es halt per se recht unpraktisch, regelmäßig mit einem wuchtigen Wagen in recht überfüllten und beengten Bussen zu fahren. Wir haben auch einen großen Wagen der sich zum Buggy umfunktionieren lässt. Aber wenn wir in der Stadt unterwegs waren und/oder Bus fahren mussten, dann haben wir den handlicheren (Alternativ-)Buggy genommen.

LG

PS: Ich hätte dem Busfahrer an deiner Stelle den SBA gezeigt.

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MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 10.01.2019, 06:16

Hallo,

bei uns ist die Reihenfolge:
1. Rolli
2. Kinderwagen
3. Fahrrad

Obwohl Fahrradfahrer sogar für das Gefährt zahlen müssen, geht es hier um die Mobilität im Allgemeinen.
Ein Fahrradfahrer ist mobiler als eine Person mit Kinderwagen und eine Person mit Kinderwagen mobiler als ein Rollstuhlfahrer -- auch wenn im Kinderwagen ein behindertes Kind sitzt! Denn eine Person mit Kinderwagen kann mit Hilfe hohe Bordsteine oder gar Stufen / Treppen bewältigen, Rollstuhlfahrer nicht.

Da du als Mutter auch 2 km den Kinderwagen problemlos schieben kannst (dein Kind ist ja behindert, nicht du!), bist du mit Kinderwagen deutlich weniger mobilitätseingeschränkt als ein Rollifahrer. Daher: ja, ich finde es berechtigt, wenn du dann aussteigen musst!!

Grüße,
Miriam

fanny
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Beitragvon fanny » 10.01.2019, 11:33

Ehrlich gesagt sehe ich es so: Dein Sohn hat zwar einen Behindertenausweis, aber du kannst ihn mit zwei Jahren noch problemlos auf den Arm nehmen und auch ein ganzes Stück tragen. Einen Rollifahrer kann man nicht so einfach aus seinem Rolli herausheben und schon gar nicht tragen, er ist also, unabhängig davon, wie viele Prozente man im Ausweis stehen hat, deutlich eingeschränkter als dein Sohn einfach auch durch seine Größe und sein Gewicht. Ohne Rolli gehts bei ihm einfach nicht und eine platzsparendere Lösung gibt es eben auch nicht. Daher verstehe ich, wenn auf den Rollifahrer mehr Rücksicht genommen wird.

Auszusteigen ist allerdings auch keine befriedigende Option für dich, du willst ja auch irgendwohin kommen und musst eventuell bestimmte Essenszeiten oder Termine einhalten. An deiner Stelle würde ich mir wie schon andere geschrieben haben eine bessere Lösung für euer "Gefährt" suchen, also etwa einen kleineren Buggy. Das hatten wir selber in dem Alter auch. Wir hatten jahrelang (bis sich der Boden durchbog, da war unsere Tochter sechs) einen kleinen, leichten Buggy dabei, den man ganz schmal zusammenklappen konnte.

Viele Grüße!

Bika
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Beitragvon Bika » 10.01.2019, 12:42

Hallo,

Ich sehe das etwas anders als die meisten hier und würde generell einfach den Ausweis vorzeigen und abwarten.
Niemand wird eine Mutter mit ihrem schwerbehinderten Kind zusammen aus dem Bus werfen, da mach dir mal keine Sorgen.

Kind auf den Arm nehmen, Karre zusammenklappen....
im vollen Bus mit müdem Kind, das stresst doch ungemein und stellt für dich eine zusätzliche Belastung dar, die ich vermeiden würde, wenn es nicht zwingend notwendig wäre.

Als meine Kinder klein waren, bin ich sehr viel mit überfüllten Stadtbussen gefahren und alle haben sich immer irgendwie arrangiert.
Die einzigen, die ab und zu austeigen mussten, waren Fahrradfahrer samt Drahtesel.
Die Rollstuhlfahrer habe ich immer als ziemlich gelassen und entspannt wahrgenommen, im Gegensatz zu vielen Jungmüttern, die mit überreizten und übermüdeten Kleinkindern die Fahrten ja auch nicht zum spassigen Zeitvertreib machen.

Kinder mit offensichtlichen Einschränkungen hatten immer oberste Priorität, das war für alle Businsassen klar.


LG

monika61
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Beitragvon monika61 » 10.01.2019, 13:10

Hallo,

dazu steht hier:

Mobilität für alle
Stadtverkehr Lübeck
Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft

…"Stellfläche für Fahrgäste mit Rollstühlen, Gehhilfen
und Kinderwagen


Die Stellfläche für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste
befindet
sich hinter der Tür 2 bei Standard- und Gelenkbussen.
Sie bietet Stellplätze für max. 2 Rollstühle und/
oder Kinderwagen. Fahrräder sind nachrangig. Entscheidend
ist die Mitnahmekapazität.".....


SEITE 4:
https://www.sv-luebeck.de/de/downloads/ ... /file.html

LG
Monika

Michi104
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Beitragvon Michi104 » 10.01.2019, 15:32

Hallo Luna,

ich bin schon öfter als Rollstuhlfahrer nicht in den Bus oder U-Bahn hinein gekommen,
aber auch nicht nur wegen Kinderwägen oder anderen Rollstuhl fahren.
Sondern weil der Platz einfach voll war mit Fusgängern.
Oder auch mit sachen die ich von drausen nichtgesehen habe.
Was ich dann machen - nicht anderes als Warten auf den nächsten Bus.

Bis her kam niemand auf die Idee da jemanden raus zu schicken ... nur damit ich mit komme.
Ich warte dann auf den nächsten Buss bzw. habe mir schon anlternativen in der Situation überlegt.
In meinem Fall damals es z.b. es als Sporteinheit betrachten und wenn es nicht so weit ist es mit dem Rolli zurück zu legen.
Leider hatte ich aber auch schon dasich einen Termin in der Ergo absagen musste...
da ich mit dem nächsten Bus deutlich zuspät gewesen wäre, wie auch mit dem Rolli die Strecke zurck zu legen.

Das gleich habe ich auch in U-Bahnen ... wenn es voll ist - ist es voll.
Dan muss ich ggf. den Kompromis ein gehen und mich an eine andere stelle stellen,
oder halt warten.

Schwierig kann es im Bus dann als Rollifahrer werden, wenn das "Bügelbrett" nicht da ist oder Defekt,
bzw. ich auf Grund eines Kinderwagens oder so dort nicht hin komme,
da habe ich dann schon mal gefragt ob wir die plätze tauchen können.
bzw. die Personen haben das Kind auf den Schoß genommen, oder sich anders hin gestellt/gesetzt.

Wenn du zu erst drin bist oder auch ein andere Mensch, warum soll die austeigen wegen mir? oder so ...
(es gibt bestimmt besondere Gründe da müsste man dann direkt schauen.
wie der nächste Buss erst in 2 Std. oder so das wäre was anderes,
aber vom Prinzip her das jemand wegen mir aussteigen und dann warten muss? würde ich nicht wollen)

Grüße Michi


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