Erstversuch mit Ritalin - worauf muss ich achten?

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

Angela77
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 9036
Registriert: 02.09.2010, 21:25

Beitragvon Angela77 » 16.02.2019, 15:12

Hallo zusammen,
heute 15 mg Testmedikation zuhause und der Effekt war meines Erachtens wirklich deutlich spürbar!
Er hat hochkonzentriert und gerne (!) mit uns gespielt, keine fahrigen Bewegungen mehr, die sonst immer die Spielsteine vom Brett fegten, auf Spielbrett konzentiert und nicht in der Umgebung umherschauend.
Rebound haben wir nicht großartig gesehen. Er war nach drei bis vier Stunden einfach nur so umtriebig wie seit Jahren;)
Besonders interesant: Er hat uns heute vor der Einnahme gestisch deutlich gemacht, dass er ZUERST eine wirklich große Menge an Lebensmitteln essen wollte. Offenbar hat er mitbekommen, dass Medikament den Hunger dämpft und zu Untergewicht führen kann. Untergewicht war der Grund, warum wir die ketogene Diät abgebrochen hatten. Vielleicht er ja gemerkt, dass ihm das Medi gut hilft und wollte "nix risikieren". Zutrauen würde ich es ihm ;)
Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Werbung
 
Angela77
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 9036
Registriert: 02.09.2010, 21:25

Beitragvon Angela77 » 17.02.2019, 14:30

Hallo ,
auch heute schien die Testmedikation sehr wirksam.
Herrlich mit Kind norma durch die Stadt zu laufen, ohne ständig impulsiv in alle Richtungen gezerrt zu werden. Vier Stunden nach Medikation jedoch eine Sekunde nicht aufgepasst und Sohnemann ist in den Keller der Eisdiele gerannt :shock:
Der Knaller jedoch war, dass er erstmals mit seiner Schwester Memory spielen wollte und das Spiel sogar zu Ende gespielt hat, ohne dass mein Mann oder ich dabei sein mussten. Wunder über Wunder. Dabei habe ich mich schon am letzten Sonntag unter 10 mg darüber gefreut, dass mich mein Sohn zum ersten Mal in seinem Leben zum Spielen aufgefordert hat :wink:
Also, falls doch eine Placebo im Umschlag war, scheint es phantastisch zu wirken :lol: :lol: :lol:

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Lisaneu
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1886
Registriert: 27.01.2017, 08:24

Beitragvon Lisaneu » 17.02.2019, 19:01

Hallo Angela!

Schön, dass ihr jetzt eine deutliche Wirkung merkt! Bei meinem älteren Sohn hat sich noch nichts merkbares verändert, wir waren aber erst bei 5 bzw. 10mg pro Tag. Und das ist ja ziemlich niedrig dosiert.

Morgen haben wir wieder einen Termin beim KJP, da wird besprochen, was weiter getan wird.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Angela77
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 9036
Registriert: 02.09.2010, 21:25

Beitragvon Angela77 » 18.02.2019, 16:12

Hallo Lisa,
heute hat auch die Schule eine sehr deutliche Verbesserung gemerkt.
Benes Appetit ist allerdings schlecht. Er ist von 7 Uhr bis 16 Uhr quasi gar
nichts, trinkt aber aureichend. Davor und danach isst er aber recht gut ;)


LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Benutzeravatar
Sia
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 610
Registriert: 03.12.2009, 20:36
Wohnort: Schweiz

Beitragvon Sia » 18.02.2019, 17:24

Hallöchen Zusammen

Das mit dem Appetit gibt sich in der Regeln nach einiger Zeit! Und ich habe auch das Gefühl, wenn man anfängt zu essen, geht die Appetitlosigkeit weg.
Eine schöne Zeit wünscht
Sia (aus der Schweiz :wink:)
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Geh' lachend durch den Regen und du überwindest die Flut
J. 2004 MPS3a / K. 2005 hochfunktionale ASS / M. 2010 ADHS

Angela77
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 9036
Registriert: 02.09.2010, 21:25

Beitragvon Angela77 » 26.02.2019, 16:45

Hallo zusammen,
der Umschwung von Testmedikation 1 auf Testmedikation zwei war so deutlich, dass wir nach drei Tagen entblinden konnten. Bene hat tatsächlich in den ersten drei Wochen Medikinet erhalten und wird jetzt ab Donnerstag auf 15 mg morgens und 5 bis 10 mg mittags eindosiert. (Retard-Medi scheidet aus, weil er alles zerbeißt).
Ich hätte nie gedacht, dass ich über eine ADHS Diagnose froh bin, aber ich bin es. Es geht uns unter Medikinet bei Bene ALLEN besser ;)
Liebe Grüe+Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Lisaneu
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1886
Registriert: 27.01.2017, 08:24

Beitragvon Lisaneu » 26.02.2019, 17:06

Hallo Angela77,

schön, dass ihr schon eine Lösung gefunden habt. Alles Gute für Bene (und euch!) :wink: !

Bei meinem älteren Sohn ist es noch nicht so weit. Auf 10mg Ritalin unretardiert hat er gar keine Veränderung gezeigt, weder positiv noch negativ. Auf Anraten des KJP wird er jetzt 20mg Ritalin LA probieren. Sollte das auch keine Wirkung zeigen werden wir wohl momentan nichts geben.

Bei meinem älteren Sohn geht es ja nicht so um das Verhalten den ganzen Tag über sondern mehr um eine punktuelle Unterstützung in Situationen, die ihm Stress machen. Wir wollen keine retardierten Medis, die man wochenlang ein- und ausschleifen und täglich geben muss. Zu Hause ist und macht unsere älterer Sohn nicht mehr (oder weniger) Probleme als ein neurotypisches Kind. Da käme eine tägliche Medikation, auch am Wochenende und in den Ferien weder für mich noch für meinen Mann in Frage.

Was wir auf jeden Fall mal begonnen haben ist eine Kinder-Psychotherapie. Und ich habe endlich auch mal um erhöhte Familienbeihilfe angesucht, weil das ja nicht gerade billig ist.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

SimoneChristian
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 785
Registriert: 12.04.2014, 18:46

Beitragvon SimoneChristian » 10.03.2019, 13:11

Hallo Lisaneu,

da Ritalin und co. bei unserem Sohn gerade (noch) nicht zur Debatte stehen, habe ich hier länger nicht herein gelesen.

Aber ich selber nehme Ritalin + Strattera.
Grundsätzlich ist der Unterschied, auch bei Ritalin, nicht nur punktuell, da das Gesamt-Stresslevel reduziert wird.
Meine spezialisierte Diagnostikstelle sprach auch bei MPH von langfristiger Einnahme ohne Pausen.
Und zumindest bei mir als Erwachsene kann ich genau das sehr klar ausmachen. Selbst eine vergessene Einnahme sorgt für Tage für mehr Probleme.

Witzigerweise haben beide Medikamente bei mir, obwohl sie sonst die Pulsfrequenz erhöhen, den Ruhepuls dauerhaft gesenkt, sagt meine Pulsuhr.

Bei unseren Kinder ist allerdings die große Schwierigkeit, diese Unterschiede auch zu bemerken und in Worte zu fassen.
Dazu kommt, dass sich z.B. bei mir die Wahrnehmung besonders beim Wirkende deutlich verschiebt

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

Lisaneu
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1886
Registriert: 27.01.2017, 08:24

Beitragvon Lisaneu » 10.03.2019, 14:19

Hallo SimoneChristian,

ich möchte retardierte Medikamente nicht grundsätzlich dauerhaft ablehnen. Aber zu Hause hat mein älterer Sohn praktisch keinen Stress und daher erscheint mir eine Dauer-Medikation nicht sinnvoll. Aber die Schule ist von Haus aus Stress für ihn und bei einigen Aktivititen, die ihm eigentlich Spaß machen (z.B. Programmierkurs) ist er auch sehr anfällig für "Auszucker", wenn was nicht so funktioniert, wie er sich das vorstellt. Vor allem aber stresst ihn stundenlanges "funktionieren-müssen" als Teil einer (Kinder-)Gruppe. Und Da hoffe ich, ihm mit Medis helfen zu können.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Werbung
 
JohannaG
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 2307
Registriert: 03.07.2013, 21:33
Wohnort: Bayern

Beitragvon JohannaG » 10.03.2019, 15:08

Hallo Lisa,

ich bin ja nun schon längere Jahre erfahren mit diesen Medikamenten.

Zunächst mal: Ritalin LA IST ein Retardmedikament. Es ist so aufbereitet, daß 2x 10 mg freigesetzt werden. Die erste Dosis sollte in etwa so schnell anfluten wie 10 mg unretardiertes Ritalin, die zweite sollte dann etwa 4 Std später kommen. Daher: Wenn ihr von den 10 mg unretardiert nichts gemekrt habt, ist es durchaus möglich, daß sich auch mit Ritalin LA nicht viel ändert. Um da einen Unterschied zu merken, müsstet ihr eigentlich mal eine höhere Einzeldosis ausprobieren.

Dann: auch wenn dein Sohn ein Retardmedikament bekommt, heißt das nicht, daß man es durchgehend geben muß. Es baut keinen Spiegel auf wie andere Medikamente, sondern wird Tag für Tag komplett abgebaut. Also ist es mit einem retardierten MPH genau so möglich, einzelne Tage oder auch Ferienwochen auszusetzen wie mit unretardiertem. Ob das fürs Kind hilfreich ist, steht wieder auf einem anderen Blatt (ich mach das bei meinen nicht), aber das ist eure Entscheidung.

Zum dritten: Es ist möglich, daß dein Sohn auf Ritalin nicht anspricht, durchaus aber auf ein anderes MPH-Präparat. Also, nur weil Ritalin / Ritalin LA nicht wirkt, heißt das nicht, daß der Wirkstoff MPH nicht wirkt. Andere Präparate wären: Medikinet unretardiert oder Mdikinet retard, Equasym oder Concerta (gibts beide nur retardiert), sowie diverse Generika zu den genannten Präparaten.

Also: nicht aufgeben.... sondern hartnäckig nachfragen. Ich meine, erst wenn man mindestens drei dieser Präparate ausprobiert hat und sie alle drei nicht funktionieren kann man sagen, daß das Medikament nicht anschlägt. Bei meinen Kindern hab ich inzwischen so einiges durch und wir sind bei beiden jetzt bei einer Einstellung gelandet, die wirklich hilfreich ist. Aber das hat gedauert.

Liebe Grüße,

Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung


Zurück zu „Krankheitsbilder - ADS/ADHS“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste