Pflege in der Schule (wer wickelt?)

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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kati543
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Beitragvon kati543 » 08.01.2019, 20:45

Hallo,
ich musste BEVOR irgendein Träger Gelder für eine Schulbegleitung bekam, seitenweise Zettel ausfüllen, was die Schulbegleitung alles machen muss. Soetwas stand bei mir eben auch mit drauf.
Das Sozialamt hat also von vornherein nur einen Träger zugelassen, der garantiert, dass hier nur Schulbegleiter genommen werden, die das auch übernehmen.
Wenn die Schulbegleiung die Aufgaben nicht übernehmen kann, hat sie sich selbst disqualifiziert. Dann würde ich den Träger informieren und ihn auffordern eine neue Kraft zu finden, ansonsten muss eben der Träger gewechselt werden.
LG
Katrin
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 08.01.2019, 22:49

Hallo Steffi,

Förderplangespräch ist Förderplangespräch, da geht es um wichtige Sachen, da sollte das Thema Wickeln keine Rolle spielen.

Also, ich finde, das ist ein Unding, dass die das auf Deinem Rücken austragen.
Gibts noch mehr Wickelkinder in den Koop-Klassen? Wie wird das bei denen gehandhabt? Und wie im Haupthaus der Förderschule? (Mal Kontakt zum Elternbeirat aufnehmen?)

Grüße
Engrid
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UrsulaK
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Beitragvon UrsulaK » 09.01.2019, 08:22

Hallo Steffi, ich weiß von einigen Schulbegleitern, die selbstverständlich auch wickeln müssen, wenn das Kind noch Windeln trägt. Das gehört einfach zu den Aufgaben dazu. Eine Schulbegleitung, die das verweigert und eine Trägerorganisation, die behauptet, das das angeblich nicht zu deren Aufgaben gehören würde, kannst du echt vergessen.
Die Schulbegleitung muß in allen Belangen helfen, bei denen das Kind Hilfe braucht. Die Schulbegleitung ist für das Kind da. Eine Schulbegleitung, für die man ein Kind erstmal extra "backen" muß, taugt nichts.

Ich würde bei der Trägerorganisation ordentlich Druck machen und wenn das nicht hilft, die Trägerorganisation wechseln. Die tragen dieses Theater doch auf deinem Rücken aus!

VG, Ursula
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monika61
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Beitragvon monika61 » 09.01.2019, 09:24

Steffi030881 hat geschrieben:Also die SB hat heute nochmal von ihrer Chefin die Bestätigung bekommen, dass sie nicht wickeln muss. Sie darf aber sie muss nicht.
Ich glaube unsere PM sind keine Fachkräfte wenn ich das richtig weiß oder liege ich da falsch? Sind es immer gelernte Kräfte?
Ja bislang ging es auch so aber plötzlich gibt es da Stress.


Hallo Steffi,

schau mal hier:

Aufgabenbereiche der Schulbegleitung

Die Aufgabenbereiche richten sich nach dem individuellen Bedarf der Schüler*innen. Der spezifische Förder- und Unterstützungsbedarf wird zu Beginn der Hilfe in einem ausführlichen Gespräch gemeinsam vereinbart.

Mögliche Tätigkeiten der Schulbegleitung können sein:

Komplette Info:
https://www.lebenshilfe-hsk.de/de/unser ... reiche.php



Vielleicht auch interessant:

..."Qualifikation von Schulbegleitungen:...
https://www.lag-bw.de/PDF/Schulbegleitung.pdf

Eine Schulbegleitung, die ein Wickelkind betreut, muss doch in der Lage sein
dieses Kind zu wickeln, ansonsten ist sie für den Job einfach nicht
geeignet... :?


LG
Monika

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 09.01.2019, 09:57

Im Grunde müssen die das ohne Dich lösen. Du bist zu weit weg, Pflegedienst ist unverhältnismäßig. VHP passt auch nicht, finde ich, denn DU bist ja nicht verhindert, sondern gar nicht dabei (zumal Du damit ja noch keine Person hast, die das übernimmt).
Wenn Du sagst, es tut Dir leid, Du kannst das von außen nicht lösen, dann ist das Ganze wieder da, wo es hingehört: Schulintern. Bzw im Team.

(Vielleicht kann ja die SB im Tausch eine andere ungeliebte Tätigkeit übernehmen, zb von der PM, und dann macht dafür die das Wickeln ...
Wer wickelt denn Kinder ohne SB an Eurer Schule?)

Grüße
Engrid
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Beitragvon Lisaneu » 09.01.2019, 10:57

UrsulaK hat geschrieben:Hallo Steffi, ich weiß von einigen Schulbegleitern, die selbstverständlich auch wickeln müssen, wenn das Kind noch Windeln trägt. Das gehört einfach zu den Aufgaben dazu. Eine Schulbegleitung, die das verweigert und eine Trägerorganisation, die behauptet, das das angeblich nicht zu deren Aufgaben gehören würde, kannst du echt vergessen.
Die Schulbegleitung muß in allen Belangen helfen, bei denen das Kind Hilfe braucht. Die Schulbegleitung ist für das Kind da. Eine Schulbegleitung, für die man ein Kind erstmal extra "backen" muß, taugt nichts.

Ich würde bei der Trägerorganisation ordentlich Druck machen und wenn das nicht hilft, die Trägerorganisation wechseln. Die tragen dieses Theater doch auf deinem Rücken aus!

VG, Ursula


Ich glaube es geht nicht so ums Recht wie ums Gefühl. Ich bin zwar auch der Ansicht, dass eine SB auch ohne weiteres wickeln "kann", aber hier ist es speziell. Die SB hat von Anfang an klargestellt, NICHT zu wickeln. Der Träger steht in der Sache klar hinter der SB.

Die Mutter war urstpünglich einverstanden, weil sie davon ausgegangen ist, dass das wie bisher von der Lehrerin erledigt wird. Sie ist ansonsten mit der SB sehr zufrieden. Ein Wechsel des Trägers und der SB, mit der das Kind vertraut ist, und die es mag, kann auch eine Verschlechterung bedeutet. Da wickelt dann zwar die SB, aber ansonsten klappt es vielleicht längst nicht so gut.


Ich würde die Sache sehr sensibel angehen. Wir hatten mal eine Leihoma, die nicht wickeln wollte. Da sie sonst einen sehr guten Eindruck gemacht hat, haben wir es trotzdem mit ihr versucht, nachdem sich vorher schon zwei andere als nicht geeignet herausgestellt haben. Und es hat wirklich gut geklappt. Es ging nicht um stundenlange Betreuung und ich habe Sohnemann einfach frisch gewickelt übergeben und wenn er dann nach zwei Stunden gestunken hat, habe ich eben dann sofort gewickelt. Sie hat dann zugeschaut und mal gemeint, so "schlimm" sei das gar nicht. Als wir sie für länger als ein, zwei Stunden gebraucht haben, sind wir überein gekommen, dass sie sich überwinden wird, doch zu wickeln, wenn Alexander stinkt. Und siehe da, es hat geklappt :wink: . Alexander hat ihr aber meistens die Freude gemacht, NICHT zu stinken.

Ich wünsche euch eine baldige, nicht zu umständliche Lösung!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

NicoleWW
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Beitragvon NicoleWW » 09.01.2019, 11:52

Hallo,

ich finde dass hier manche zu kurz denken von wegen "selbstverständlich muss eine SB wickeln und es gehört zu ihren Aufgaben". Es gibt genügend SB-Stellen bei denen nicht gewickelt werden muss deshalb ist es für mich auch selbstverständlich dass es SBs gibt die nicht wickeln wollen/können vor allem bei größeren Kindern. Deshalb ist es auch keine Anzeichen für eine schlechte Trägerorganisation wenn sie SBs hat die nicht wickeln (das bedeutet ja nicht, dass alle SBs der Organisation nicht wickeln). In diesem Fall (genauso in unserem in der Grundschule) war die Stelle ohne Wickeln besetzt worden in unserem Fall stand das überhaupt nicht zur Diskussion weil das Kind kein Windelkind war und diesem Fall wurde ja von Anfang an klar gestellt dass diese SB nicht wickelt und so wurde sie ja akzeptiert. Man kann doch niemand anstellen mit der Zusage dass er nicht wickeln muss und dann nach einigen Monaten verlangen dass er das doch tut.

Ich weiß dass manche hier nicht verstehen können, dass es Personen gibt die nicht wickeln können/wollen weil sie als so extrem eklig empfinden. Es gibt sogar Mütter die das mehr wie Überwindung kostet vor allem wenn die Kinder schon älter sind und Väter die das sogar wegen Ekel ganz verweigern (unser zum Glück nicht aber ich weiß dass es die gibt), deshalb denke ich kann es das auch bei fremden Menschen geben. Bei uns gab es im Kindi eine Erzieherin die es komplett verweigert zu wickeln, aber wie sie eingestellt wurde (vor mehr wie 20 Jahren) war das auch noch keine Vorraussetzung da keine Windelkinder in den Kindi kamen und unsere Grundschullehrerin wollte damit auch nichts zu tun haben.

Wenn bisher die Lehrer gewickelt haben und es der Schule auch bekannt war das die SB nicht wickelt, dann ist das jetzt ein Problem der Schule und nicht der Mutter oder der SB.

Liebe Grüße
Nicole
Nicole (70, Morbus Bechterew, Asthma) mit

J.M. (92)
J.C. (93)
J.E. (95, ADHS, E80.4)
A.M. (04, F93.3, F98.8, F81,1)
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Beitragvon UrsulaK » 09.01.2019, 12:09

Hallo Sandra,

ich bin grundsätzlich der Meinung, daß sich die Aufgaben der Schulbegleitung nach den Bedürfnissen des Kindes richten muß. In diesem Fall haben wir nun das Problem, daß die Mutter nicht wußte, daß PM und Lehrerin das Kind nicht mehr wickeln wollen, sobald die SB da ist.
Was also jetzt tun?

a) die Mutter beauftragt einen extra Pflegedienst, was außer meiner Sicht wirklich oversized wäre und die Mutter viel Geld kostet.
oder
b) mit der Trägerorganisation sprechen, daß sich die Aufgaben geändert haben. Das war nicht vorhersehbar! Nun aber muß das Kind wieder gewickelt werden und es braucht eine Schulbegleitung, die das tut.
oder
c) die Trägerorganisation wechseln, falls die keine Einsicht zeigt.
oder
d) jemand aus der Schule wickelt das Kind weiterhin, trotz Vorhandensein einer Schulbegleitung. Bleibt dann noch die Frage, wer das Kind wickelt, wenn derjenige aus der Schule krank sein sollte und die Schulbegleitung es grundsätzlich nicht tut?

Letztendlich mangelt es hier auch an guter Kommunikation, denn die Trägerorganisation hätte sich auch vorher über die Bedürfnisse des Kindes besser informieren müssen, dann hätte sie gewußt, daß das Kind gewickelt werden muß. Einem Wickelkind eine Schulbegleitung zu vermitteln, die sich davor ekelt, paßt einfach nicht zusammen.

Gruß,
Ursula
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Beitragvon MichaelK » 09.01.2019, 13:38

angela hat geschrieben:Dafür würde ich weder auf Kombinationsleistung noch auf VHP zurückgreifen.



ja, wieso auch? es gibt doch die häusliche Krankenpflege nach § 37 SGB V- ich bin jetzt da nicht der große Experte dafür, aber bei uns lief das Einmalkatheterisieren Kindergarten/ Schule bspw. über den Paragraphen.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

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Beitragvon LasseUndJohannes » 09.01.2019, 15:16

Ein Wickelkind mit einer nicht wickelnden Begleitung zu kombinieren ist ungeschickt. Wie oben im Fall der leihoma mag es aber Situationen geben, wo man dies trotzdem macht. Hier sehe ich die Verantwortung bei der Schule. Auch wenn sie ​jetzt versuchen, die Verantwortung auf dich abzuschieben. Die Schule hat ein Wickelkind aufgenommen. Irgendwann wollte die Schule eine SB. Dann muss die Schule auch sagen, wofür die SB benötigt wird. In den Anträgen für die SB muss doch auch die Schule ihren Bedarf reinschreiben. Und am runden Tisch, dafür macht man den doch, muss die Schule ihren Bedarf vertreten. Sprich, wenn die SB erklärt, nicht zu wickeln, dann muss der Vertreter der Schule hier widersprechen. Du sagtest, das die Lehrerin dabei war, oder?

30 Euro für einmal wickeln ist wahnsinnig. Liegt aber daran, dass der Pflegedienst erst anfahren muss. Und wenn du 30 Euro Sachleistung abrufst, dann kostet dich das 15 Euro Pflegegeld.

Ob Krankenpflege hier greift weiss ich nicht. Wickeln ist ja Grundpflege. Anders aks Katheder legen.
Johannes 2008, SBA 50% B H, PG3, extremes ADHS (nach Fehldiagnose Autismus)
Benedikt 2014, PG 3, SBA 80% B H G, non verbal, auto aggressiv, ADHS, atypischer Autismus


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